Der Pleckenbrinksee in Dortmund

Dass der Bergbau auch Jahrzehnte nach dessen Aufgabe noch Auswirkungen auf die Erdoberfläche und die Menschen haben kann, zeigt das Beispiel des jüngsten Bergsenkungsgewässers im Ruhrgebiet sehr deutlich. Es beweist außerdem, wie abhängig das Ruhrgebiet stellenweise von bis in die Ewigkeit laufenden Pumpsystemen abhängig ist, sofern man auf dem Trockenen bleiben will.

Mitten in einer bewirtschafteten Ackerfläche in der Alten Rott nördlich von Dortmund Wickede, unweit der Grenze zum Kreis Unna, befindet sich bereits seit etwa den 1930er Jahren (in Topographischen Karten der 1950er Jahre schon eingezeichnet) eine sanfte Geländesenke, eine mehrere Meter tiefe, trichterförmige Bergsenkung über Abbaugebieten der längst geschlossenen Zeche Massener Tiefbau. Ein Drainagesystem und eine Pumpe sorgten über Jahrzehnte für die zuverlässige Abführung von Grund- und Regenwasser, nachdem es anscheinend bereits um 1930 zu einer kleineren Gewässerbildung kam. Bis diese Entwässerung im Jahr 2007 offenbar plötzlich und endgültig ausfiel.

Wie aus einem Maisfeld ein großes Feuchtbiotop wurde

Zu diesem Zeitpunkt begann das Maisfeld zunächst zu versumpfen, ehe sich in kürzester Zeit ein kleiner Teich und später ein beachtlicher See mit einer Ost-West-Erstreckung von heute über 400 Metern und ca. 1,50 Metern Tiefe entwickelte. Die folgende Abbildung zeigt den Pleckenbrink vor und nach Entstehung des Sees in den 2000er Jahren. Mit der Maus oder dem Finger kann je nach Gerät interaktiv zwischen der historischen und der aktuellen Situation gewechselt werden. Das kleine Wäldchen jeweils am oberen Bildrand liegt bereits im Kreis Unna:

Überraschenderweise siedelten sich äußerst rasch Wasservögel an, die zum Teil auf der Roten Liste stehen. Schon früh wurden Diskussionen zum Erhalt dieses neuen Biotops geführt. Zur Sicherung des Bergsenkungsgewässers, das fortan nach der alten Flur- oder Gehöftbezeichnung Pleckenbrink – auch die Straße trägt diesen Namen – als Pleckenbrinksee bezeichnet wurde, musste eine unter dem neuen See verlaufende Gasleitung (in den beiden oben abgebildeten Orthofotos als Diagonale sogar recht gut zu erahnen) unter letztmaligem Abpumpen des Wassers ertüchtigt werden gegen Auftrieb. Das Gebiet wurde unter Naturschutz gestellt und die Zugänglichkeit eingeschränkt. Seitdem gehört der See zum benachbarten Naturschutzgebiet Wickeder Ostholz.

Geschützte Landschaft

Der Pleckenbrinksee lässt sich vollständig zu Fuß umrunden über ruhige Nebenstraßen und Wald- und Wiesenwege auf einer Länge von ca. 1,6 Kilometern. Im Abstand von maximal 50 bis 100 Metern vom Gewässer können dabei die zahlreichen Wassertiere wie Gänse und Enten, aber auch Frösche, Molche, Libellen, Kiebitze, Ammern oder Rotschwänze beobachtet werden. Wege dürfen im Naturschutzgebiet nicht verlassen, die Tiere nicht gestört und der See daher direkt nicht erreicht werden. Eine Nutzung des Sees für Spiel oder Sport ist nicht erlaubt.

Ein See, wo früher Mais angebaut wurde: Ansicht von der Straße Pleckenbrink (Westufer)
Ein See, wo früher Mais angebaut wurde: Ansicht von der Straße Pleckenbrink (Westufer)

Tipp des Autors: Der kleine See liegt in der Nähe des Körne-Radwegs zwischen Kamen und Dortmund. Damit kann er sehr gut im Rahmen einer Radtour angeschaut werden.

Informationen zum Besuch :

Die Wege rings um den See sind ständig frei zugänglich. Wie im Text beschrieben ist ein sich Nähern untersagt. Es gelten die üblichen Verhaltensregeln in Naturschutzgebieten.

Anreise mit dem Auto: Auf der B1 als Verlängerung der A40 aus Richtung Dortmund und der A44 aus Richtung Kassel bis zur Ausfahrt Holzwickede. Aus Richtung Unna rechts, aus Richtung Dortmund links abbiegen auf die Nordstraße Richtung Flughafen Dortmund. Nach ca. 300 m die Zweite rechts abbiegen auf die Chaussee Richtung Unna (nicht geradeaus in das Flughafenparkhaus fahren). Nach ca. 1 km an der Ampel links abbiegen in die Zeche-Norm-Straße Richtung Wickede. Die Straße umrundet die Landebahn. An der abknickenden Vorfahrt dem Straßenverlauf rechts weiter folgen und unter der Bahn hindurch bis zur großen Kreuzung fahren. Hier links abbiegen auf den Wickeder Hellweg und kurz darauf rechts abbiegen in die Straße Pleckenbrink.

Da direkt am See nicht geparkt werden kann und Nebenstraßen vor Ort für Durchfahrt gesperrt sind, sollte man in dieser Straße etwa im Bereich der Kreuzung Rauschenbuschstraße am Rand parken. Linkerhand befinden sich im Abstand mehrere Parkplätze einer Kleingartensiedlung. Zu Fuß dem Straßenverlauf bis zur Westspitze des Sees folgen. Ein weiterer Verbindungsweg bei Parken in der Siedlung besteht am Spickmannweg östlich Hausnummer 60 und westlich von Hausnummer 2 der Baedekerstraße.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Pleckenbrink, Nähe Kreuzung Rauschenbuschstraße in Dortmund

Anreise mit Bus und Bahn: Von Unna oder Dortmund-Stadthaus (von Dortmund Hbf. mit der U-Bahn Richtung Hacheney, Aplerbeck, Hörde oder Westfalenhallen erreichbar) mit der S-Bahn S4 bis Dortmund-Wickede West. Von dort mit dem Bus der Linie 428 Richtung Baedekerstraße bis Spickmannweg (zu Fuß in den Spickmannweg und rechts von Hausnummer 60 den Weg zum See gehen) oder Baedekerstraße (Endstation; zu Fuß rechts von Hausnummer 32 am Spielplatz vorbei und durchs Naturschutzgebiet; sofort links und hinter dem Wäldchen rechts zum See). Die Fahrtzeit mit dem Bus beträgt zehn Minuten.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der Körne-Radweg führt in der Nähe des Sees vorbei. Es ist ein Abstecher von ca. 5 Minuten Fahrzeit möglich.

Kartenmaterial / Literatur: In den dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

   

Geographische Koordinaten: 51°32’54.5″N, 7°37’03.9″E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 404158 m, 5711725 m

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

In GoogleEarth lässt sich mit Verstellen des Zeitschiebers die Situation vor und während der Seebildung darstellen! In einigen Kartenviewern kann der See unter Umständen noch nicht eingezeichnet oder im Luftbild abgebildet sein.