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Der PHOENIX See in Dortmund

Ein See auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks Phoenix-Ost

Sanfte Wellen plätschern ans Ufer des PHOENIX Sees, ein kleines Segelboot fährt den Hafen an der Hörder Burg an. Auf der bei dem schönen Ausflugswetter sehr belebten Promenade haben die meisten Besucher ein Eis in der Hand oder sitzen vor den Restaurants und Cafés unter großen Sonnenschirmen oder den noch jungen Platanen. Man nutzt die Bänke und schaut sich die unzähligen Sternchen an, die die Sonne auf das Wasser zaubert. Auf den Liegewiesen und den Seebalkonen und Stegen bräunen sich die einen, andere lesen, während die Kleinsten auf den Spielplätzen toben und vereinfachte Modelle der schönen Hörder Burg am Hafen aus Sand backen.

Eine kleine Oase der Ruhe und Erholung, aber auch des Sports ist der etwa 24 ha große See mit einer Länge von 1,2 km und einer Breite von ca. 320 m geworden. Es ist kaum zu glauben, dass sich hier noch zur Jahrtausendwende kein See, nicht einmal eine freie Fläche, sondern ein vollständig funktionierendes Stahlwerk mit unglaublicher Ausdehnung befunden hat. Fast 100 Hektar ist die Fläche, die See, neue Bebauung und Grünanlagen einnehmen, was zur besseren Vorstellung der Dimensionen in etwa dem Ausmaß von 100 Fußballfeldern entspricht. Es war eine kühne, visionäre Idee, die den Ort Hörde nachhaltig verändern und einen Strukturwandel hervorrufen sollte und die einstige Kreisstadt mit zweifelhaftem Image zu einem Seeort erster Güte macht.

Die nachfolgende Abbildung ist interaktiv und zeigt zwei Luftbilder mit demselben Inhalt – einmal 1952, einmal aus der heutigen Zeit. Klicken Sie mit der Maus oder berühren Sie das Foto mit dem Finger. Mit jedem Klick wird das jeweils andere Bild angezeigt. So lässt sich demonstrieren, wie die Situation früher aussah und was davon noch heute erhalten ist. Dass es wirklich ein und derselbe Ort ist, lässt sich am Bahnhof unten links erkennen. Ausführliche Beschreibungen zur Entwicklung vom Stahlwerk zum See befinden sich weiter unten.

 Vom Werk Phoenix zum Phoenixsee

Etwa 3,2 Kilometer lang ist der getrennte Rad- und Wanderweg um das Gewässer. Neben Spielplätzen ziehen Stege und Plattformen am Wasser, ein Schleusenwerk der Emscher und Aktionsgegenstände wie die Flüsterbrücke das Interesse der Besucher an. Mitten im See schauen kleine Inseln aus dem Wasser. Eine ist nur mit Büschen bewachsen und die sogenannte Landschaftsinsel mit Anlegestelle und sonst nur einer Ruhebank in Abgeschiedenheit vom belebten Ufer, die nur per Boot erreicht werden kann. Rad- und WanderwegDie sogenannte Kulturinsel unweit des Hafens beherbergt mit der hier aufgestellten Thomasbirne aus dem Stahlwerk eine der wenigen Erinnerungen an das, was vorher hier einmal war. Sie ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Der Blick vom Ostufer zeigt nicht nur die typische Silhouette von Alt-Hörde mit der Kirche mit dem schlanken Kirchturm, dem Hoesch-Gasometer und den verbliebenen Hochöfen auf dem Gelände Phoenix-West, sondern auch die neue Skyline am See. S.E.A. House, Port Phoenix oder RIVA 1 sind Beispiele wohlklingender Architektenträume. Rings um den Hafen wurden neue Gebäude in die Höhe gezogen, die im Erdgeschoss meist Gastronomie beherbergen, darüber aber Büros oder Wohnungen bieten. Hervorstechend sind die vier Häuser des Facharzt-Zentrums am PHOENIX See, kurz FAPS, die zahlreiche Praxen und vor allem gesundheitliche Dienstleistungen beinhalten. Zusammen bilden die Gebäude rings um den Hafen ein modernes und gewöhnungsbedürftiges Ensemble, das den Blick auf die Burg leider ein wenig versperrt. Neben dem sogenannten Hafenquartier existieren mit dem Südhang und dem Südufer zwei Bebauungszonen für Einfamilienhäuser in zwei oder mehr Terrassenlagen mit bester Sicht auf das Wasser. Die Terrassen bestehen zum großen Teil aus Bodenaushub des Seegrundes. Durch den Verkauf der Grundstücke wurde die Finanzierung des Projektes PHOENIX See erst ermöglicht – mit der Folge, dass der See als Ausflugs- und Erholungsziel in der anderen Betrachtungsweise ringsherum verbaut wird. Grüne Korridore bilden somit nur die unmittelbaren Seeufer, der Verlauf der Emscher und der Neue Kaiserberg am Ostufer.

Die Emscher, die bis dato in einem unterirdischen Kanal (dessen östlicher Einlauf im Bereich der B236n-Brücke heute noch sichtbar ist) quer unter dem Gelände hindurchfloss, verläuft heute rings um den eigentlichen See in einem durch einen Deich abgetrennten naturnah gestalteten und inzwischen immer stärker bewachsenen Bachbett und hat keinerlei Berührung mit dem See. Das hat viele Vorteile: Erstens wurde damit auf einer einst zugebauten Industriefläche die Möglichkeit geschaffen, gleich zwei verschiedene Ökotope, nämlich ein Still- und ein Fließgewässer mit einer ganz eigenen Tier- und Pflanzenwelt in direkter Nachbarschaft, entstehen zu lassen. Andererseits gelangt so keine Sedimentfracht aus der Emscher in den See, der dadurch langfristig verlanden würde und mühevoll ausgebaggert werden müsste. Gespeist wird der PHOENIX See vor allem durch Grundwasser und teilweise durch den Hörder Bach. Zur rascheren Auffüllung wurde zusätzlich Trinkwasser verwendet. Wie bei einem gigantischen Teichfilter sorgt die Phosphateliminationsanlage (PEA) am Nordufer – das Gebäude mit der Toilette – dafür, dass das gesamte Seewasser rein rechnerisch einmal im Jahr gefiltert wird, überschüssige Nährstoffe gebunden und Schwebstoffe aufgefangen werden. Lediglich bei schweren Hochwasserereignissen ist es möglich, Wasser der Emscher in den See umzuleiten und diesen als Reservespeicher zu gebrauchen, der See trägt damit auch zum Hochwasserschutz bei. Es ist davon auszugehen, dass in wenigen Jahren kaum noch erkennbar ist, dass der Verlauf der Emscher von Menschenhand gestaltet wurde. Während viele Sportmöglichkeiten auf dem See möglich sind, ist das Baden und Tauchen im See trotz der guten Zugänglichkeit und Stege und auch der sehr guten Wasserqualität nicht erlaubt. Man muss betonen, dass die Geschichte der leuchtenden Fische aufgrund der Schadstoffbelastung im Boden in der Krimi-Reihe »Mord am Hellweg« Fiktion ist.

Betrachten wir zunächst einige Eindrücke des Sees aus der jüngeren Vergangenheit (2012 bis 2014). Ein kurzer Abriss über die Geschichte des Werkes und der Entwicklung zum Binnenstillgewässer sowie die obligatorische ausführliche Anreisebeschreibung folgen im Anschluss.

Hafen Hörde am Phoenixsee Dortmund

Hafen des Phoenixsees mit Hörder Burg

Hafen Hörde am Phoenixsee Dortmund

Flaniermeile mit Hörder Burg

Hochhäuser am neuen Hafen von Dortmund-Hörde

Der neue Hafen von Hörde und Facharztzentrum FAPS

Hafen Hörde am Phoenixsee Dortmund

Rege genutzter Fußgängerweg um den See

Phoenixsee Dortmund Promenade am Hafen Hörde

Bei gutem Wetter stark frequentierte Promenade am Hafen vor der Hörder Burg

Wanderweg zwischen PHOENIX See und Emscher

Deichweg zwischen See und der idyllisch plätschernden Emscher

Schleusentor

Schleusentor Bellevue und Aussichtsplattform über den See

PHOENIX See Dortmund

Blick auf die neue Skyline von Hörde hinter dem Phoenixsee – vom Gasometer über Phoenix-West bis zum FAPS an der Hörder Burg

Uferbepflanzung

Die Uferbepflanzung wächst und gedeiht

Inseln im Phoenixsee

Insel vor der zugebauten Hörder Burg, hinten Florianturm

Phoenixsee Dortmund-Hörde

Stege und Ruhebereiche hinterm Schilf

Phoenixsee Dortmund-Hörde

Der Nachwuchs wird an die Natur herangeführt

Coffee Bike am Phoenixsee

Coffee-Bike an der Promenade am Südufer

Spielplatz am Phoenixsee

Spielplatz vor dem Kaiserberg mit Blick auf den See

Phoenixsee Dortmund-Hörde

Steg und Anlegestelle mit ungewöhnlichem Unterstand

Phoenixsee Dortmund-Hörde

Wasservögel fühlen sich am Ufer heimisch

Phoenixsee Dortmund-Hörde

Reger Betrieb auf dem Weg direkt am Südufer

Phoenixsee Dortmund-Hörde

Segelboote vor der Landschaftsinsel mit Sitzbank

Phoenixsee Dortmund-Hörde

Thomasbirne auf der Kulturinsel

Hörder Bach schlängelt sich offen an der Hörder Burg vorbei

Offengelegter Hörder Bach

Den besten Blick auf den gesamten See bietet die ursprünglich nicht geplante Bodendeponie, die nach dem benachbarten natürlichen und im Laufe der Zeit teilweise abgebauten Kaiserberg als Neuer Kaiserberg, Kaiserberg II oder auch Phoenixsee-Halde bezeichnet wird. Hier lagert Bodenaushub des Sees, der weder in die Terrassen für die Besiedlung noch in den benachbarten Park Phoenix West transportiert wurde. Die Böschungen sind steil und abwechslungsreich geschüttet. Der Hang ist begrünt mit Gras und einzelnen freistehenden Büschen und Birken. Treppen und Serpentinenrampen führen bis zum Gipfelplateau. Der höchste Punkt liegt auf 138 Meter über dem Meeresspiegel und damit etwa 40 Meter über der Wasserfläche des Sees. Stahlgebilde an den Treppen geben mit Zahlen eine Information über die Höhe, auf der man sich gerade befindet. Eine Art Kompassrose führt ganz oben den Blick, in der Mitte stehend, mithilfe von am Rande des Plateaus stehenden Pfosten, auf Landmarken und Orte in der sichtbaren Umgebung – beispielsweise das Zentrum von Hörde, den Florianturm oder das Westfalenstadion:

Neuer Kaiserberg am Phoenixsee

Neuer Kaiserberg: Bodenaushub des Phoenixsees

Neuer Kaiserberg am Phoenixsee

Grasbewachsener Aussichtspunkt am Seeufer

Neuer Kaiserberg am Phoenixsee

Aussicht über den gesamten See und den Ort Hörde

Neuer Kaiserberg am Phoenixsee

Aufstieg über rostige Treppen oder Rampen

Aussicht vom Landschaftsbauwerk auf den Phoenixsee Dortmund

Aussicht vom Landschaftsbauwerk Kaiserberg II auf den PHOENIX See, hinten Florianturm, Westfalenstadion, Telekom-Hochhaus.
Verdeckt hinter den Neubauten am Hafen die Hörder Burg. Rechts neue Wohnbebauung, davor Fuß- und Radweg um den See.

Phoenixsee Dortmund

Seepromenade und Neubebauung

Aussicht vom Landschaftsbauwerk auf den PHOENIX See

Aussichtsplateau mit Himmelsrichtungen

Neuer Kaiserberg am Phoenixsee

Panoramablick auf den Neuen Kaiserberg

Treppenstufen

Aufstieg auf die kleine Halde

Haldenböschung

Bewachsene Böschungen

Wenn am Abend langsam Ruhe selbst auf der belebten Hörder Hafenpromenade einkehrt und vor allem die späten Jogger oder Gassi-Geher unterwegs sind, ist eine Runde um den See ebenfalls sehr reizvoll. Vom östlichen Ufer glänzt die Kulisse des Vorortes mit bunten Lichtern. Am dämmrigen Horizont heben sich das Gerüst des Stahlwerks, der Gasometers und auch der Kirchen sehr gut ab. Die Pfähle rechts und links der Hafeneinfahrt beginnen grün und rot zu leuchten und ergeben plötzlich einen Sinn.

Phoenixsee bei Nacht

 

Phoenixsee bei Nacht

 

Phoenixsee bei Nacht

 

 

Von Hoesch Phoenix zum PHOENIX See

Ein geschichtlicher Abriss zur Entwicklung von Phoenix-Ost

Unter dem mythologisch angehauchten Namen »Phoenix« prägte eine Stahl-Produktionskette eine lange Zeit den Dortmunder Vorort Hörde so- wohl in der Fläche, der Beschäftigung, dem Stadtbild und der Ökologie. Dabei ist der Phoenix in der Mythologie der Vogel, der verbrennt, um wieder aufzuerstehen (Phoenix aus der Asche). Etwa die Jahrtausendwende markiert den Wandel vom Niedergang eines Stahlwerks zum Aufstieg eines großen Naherholungsgebietes in Form eines Sees auf der einen Seite sowie zum Quartier für junges Gewerbe und Naherholung im Park auf der anderen Seite.

Phoenix in Hörde ist nicht mythologisch, sondern real – wenn das Gelände sogar mit viel Phantasie die Form eines fliegenden Vogels hat. Den Anfang bildete die Hermannshütte, die 1841 im östlichem Teil von Hörde durch Hermann Diedrich Piepenstock gegründet wurde und zuletzt eine Fläche etwa zwischen der Hörder Burg, der Hermannstraße, der Straße Am Remberg sowie der neugebauten B236n einnahm. Dortmund war als Stahlstandort geradezu prädestiniert durch die verkehrsgünstige Lage am Kreuzungspunkt von Hellweg und Hansalinie sowie durch die Nähe zur Steinkohle und zum Eisenerz. Zehn Jahre später entstand westlich von Hörde das Hochofenwerk zwischen der Hellwegbahnstrecke und der Nortkirchenstraße. Siedlungsgeographisch wurde die Mitte der damaligen Kreisstadt Hörde fortan in die Zange genommen und war in ihrer Entwicklung massiv eingeschränkt. 1852 gingen beide Anlagen in die »Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein KG« über – der ersten Aktiengesellschaft der Eisenindustrie im Revier. Zugleich bildeten beide Anlagen eines der ersten gemischten Werke mit Hochofenwerk, Puddel- und Walzwerk sowie Kohleneisensteinwerk. Mit der Fusion mit der »Phoenix AG« im Jahre 1906 wurden die Anlagen fortan bekannt unter dem Namen »Phoenix-West« und »Phoenix-Ost« und gehörten zu dieser Zeit zum viertgrößten Industrieunternehmen im Deutschen Reich. Im Jahre 1926 erfolgte der Zusammenschluss zur »Vereinigte Stahlwerke AG« – ab 1933 als »Dortmund-Hörder-Hüttenverein AG« unter diesem Mantel. Nach der Auflösung der Vereinigten Stahlwerke nach dem zweiten Weltkrieg 1945 gelangte das Werk Hörde in die »Hüttenwerk Hörde AG«, ab 1951 »Dortmund-Hörder Hüttenunion AG« (DHHU), die wiederum im Jahr 1966 nach längerer intensiver Zusammenarbeit mit der »Hoesch AG« fusionierte. Damit existierten auf Dortmunder Terrain vier Hoesch-Standorte: die Westfalenhütte in Borsigplatznähe, das Werk Union in Dorstfeld und die beiden Phoenixwerke in Hörde.

Im Hochofenwerk Phoenix-West wurde das Roheisen hergestellt und im Stahlwerk Phoenix-Ost zum hochwertigen Werkstoff Stahl weiterverarbeitet und unter anderem zu Brammen vergossen. Beide Anlagen waren durch die sogenannte Eliasbahn miteinander verbunden. Der »Feurige Elias« transportierte flüssiges und glühendes Roheisen von West nach Ost mitten durch den Ort (heute Fahrradweg). Die Bahntrasse lag teilweise feuergeschützt in einem Trog aus Beton oder Stahl.

Nach 1966 war 1991 das nächste prägende Datum in der Geschichte von Phoenix-West. In diesem Jahr wurde der Hoesch-Konzern von Thyssen-Krupp übernommen. Dieser baute für die Zukunft auf seine infrastrukturell besser erschlossenen Stahl- und Hüttenwerke in Duisburg – der bis dahin recht produktive Standort Dortmund wurde aufgegeben. 1998 schloss zunächst das Hochofenwerk Phoenix-West, das Stahlwerk Phoenix-Ost folgte erst 2001 nach. Übrig blieben etwa um die Millennium-Wende folglich zwei riesige Brachflächen, die von der Stadt Dortmund mit unterschiedlichen Konzepten zukünftig genutzt werden.

Abriss und Geländemodellierung

Nur noch in Fotografien, Erinnerungen und in alten Karten lässt sich durch die Hallen und vorbei an den Anlagen auf dem riesigen Gelände der Hermannshütte schlendern. Wo früher schweißtreibend gearbeitet und Qualitätsstahl hergestellt wurde, bekommt man heute nämlich nasse Füße, denn aus dem einst sehr zugebauten Werksgelände wurde ein See.

Im Jahre 2001 endete die letzte Schicht im Hochofenwerk Phoenix Ost. Wie erwähnt wurden einige Maschinen und Anlagenteile abgebaut und in China weiter genutzt, allerdings deutlich weniger als erwartet und erwünscht, weshalb große Teile wider Erwarten zeitaufwändig abgebaut und entsorgt werden mussten. Fünf Jahre später fanden die ersten Erdarbeiten für die Modellierung und den Aushub des späteren Seebodens statt.

Durch den Fund verborgener oder tiefer als erwartet reichender Fundamente, die für die Flutung des Sees teilweise oder ganz entfernt werden mussten, fiel mehr Bodenaushub an als zuvor geplant und auch der Anstau des Wassers verzögerte sich. Aus diesem Grunde entstand im östlichen Bereich neben der Bundesstraße auch das zunächst ungeplante und in den Vorentwürfen des Areals nicht eingezeichnete Landschaftsbauwerk Neuer Kaiserberg (siehe Beschreibung oben). Ebenfalls zu einer Planänderung führten die Fundamente einer alten Kapelle direkt an der Hörder Burg, die zunächst sorgfältig freigelegt wurden und heute Teil des Hörder Burgplatzes sind. Bedingt durch ihre Lage unterhalb des Grundwasserspiegels liegen sie heute in einer Art Wanne und sind vom Hörder Bach durch eine geschwungene Spundwand abgetrennt. Der Bereich ist heute zu besichtigen.

Wasser marsch

Im Jahr 2009 wurde die Emscher in das neu angelegte, leicht mäandrierende Bachbett umgeleitet, 2010 begann mit der Aktion »Wasser marsch« offiziell die Flutung des Sees. Am Montag, den 9. Mai 2011 erfolgte die lang ersehnte Freigabe der Uferanlagen und der Wege für die Bevölkerung. Der vollständig gestaltete PHOENIX See hat nun eine Ost-West-Länge von ca. 1,2 Kilometern und eine Nord-Süd-Erstreckung von maximal ca. 300 Metern. Die maximale Tiefe beträgt zirka 3 Meter. Der See besitzt auch bei Vollstau einige Inseln am Rand und in der Mitte. An der bisher wenig beachteten und heute durch die Lage am See betonten Hörder Burg als ehemaliger Verwaltungssitz des Werkes ist ein Hafenbecken angelegt. Hier beginnt eine kurze Promenade mit Platanen. Rings um den See führen ein drei Kilometer langer Fahrrad- und ein Fußgängerweg, erkennbar jeweils am unterschiedlichen Belag. Viele Anlagen waren noch im Bau und insbesondere die Wohnhäuser am Ufer wurden erst noch in Angriff genommen. Die maximale Bauzeit ist vertraglich für zwei Jahre festgeschrieben, um Spekulationen vorzubeugen und den Lärm und die Bauarbeiten in Hörde zeitnah zu beenden.

Vom Florianturm im Westfalenpark ließ sich der Wandel von Phoenix-Ost sehr gut verfolgen. Die folgenden Fotos zeigen jeweils exakt denselben Ausschnitt zwischen den Jahren 2010 und 2013. Mit genauem Blick entdeckt man interessante Details...

Vergleich Phoenixsee damals und heute

Hoesch Phoenix bzw. PHOENIX See Dortmund im Laufe der Zeit vom Florianturm gesehen. Oben: August 2010, unten: April 2013

Der PHOENIX See zu seinem ersten Geburtstag

Ein Jahr nach der Freigabe war der See bereits ein gut nachgefragtes Naherholungsgebiet und zunehmend Ziel von Touristen und neugierigen Bewohnern von Nachbarstädten. In vielen gedruckten Reiseführern ist der See beschrieben, in Freizeitkarten ist zunehmend als fertig und nicht mehr "im Bau" markiert. Der Pegel hat seine endgültige Höhe lange erreicht und die Ufervegetation wächst üppig. Jogger und Radfahrer nutzten an diesem sonnigen Morgen gleichermaßen ihre Wege aus, um das Gewässer komplett zu umrunden. Es gibt inzwischen Spielgeräte und Aktionspunkte wie die Flüsterbrücke, an denen sich Jung und Alt austoben können. Informationstafeln erläutern Flora und Fauna sowie Entstehungsgeschichte des Gewässers. An sich ist der PHOENIX See ein schönes Ausflugsziel, das durchaus einen Abstecher wert ist.

Während die Hörder Burg beim ersten Besuch einladend über den ganzen See sichtbar war, sind nicht nur rings um das Wasser die ersten Eigenheime in durchaus interessanter und hoffentlich bald von Büschen und Bäumen zugewachsener Architektur entstanden. Direkt am Hafen sind mehrere Geschossbauten in die Höhe gewachsen, von denen ein Gebäudekomplex u.a. mit Medizinzentrum die Sicht auf die schöne Burg versperrt. Weitere Großprojekte sollten noch folgen und somit Stück für Stück das Ufer zubauen. Immerhin gibt es nun die erste Gastronomie, in der sich die Flanierenden stärken können. Teile der Baustelle und auch der See selbst waren im zweiten und dritten Dortmund-Tatort im Fernsehen zu sehen.

Es folgen Fotos aus dem Mai 2011. Beachten Sie, dass der dargestellte Stand inzwischen überholt ist und die Bilder vor allem dokumentarischen Charakter haben:

Hörder Burg am Phoenix-See

PHOENIX See an der Hörder Burg

Hörder Bach am Burgplatz

Hörder Bach mit künstlicher Natürlichkeit

Mauern einer Kapelle

Zufällig gefundene Mauern einer alten Kapelle an der Burg

Hafenpromenade in Hörde

Hafenpromenade in Hörde

Phoenix-See in Dortmund

Hörder Burg hinter einer Insel im See. Links: Thomaskonverter

Phoenixsee

Skulpturale Kunst am Seeufer. Hinten Hoesch-Gasometer

Insel im Phoenixsee

Zweite Insel am Nordufer

Steg

Steg am Ostufer

Landschaftsbauwerk

Landschaftsbauwerk an der B236: Phoenixsee-Halde

Steg im Phoenixsee

Steg mit Skulptur, hinten Vision des fertigen Sees

Hörder Burg

Die Hörder Burg von der Westseite bei sonnigem Wetter

Emscher

Idyllisches Emscher-Bächlein – wer hätte das jemals gedacht?

Fazit und Tipp des Webmasters: Mit dem Wissen, dass der See noch vor wenigen Jahren ein riesiges Industriegelände war, ist der Besuch sehr eindrucksvoll. Spaziergänge oder Radtouren um den See sind reizvoll und erholsam, an der Promenade kommt bei schönem Wetter mit Eis oder Kaffee und Kuchen richtiges Urlaubsgefühl auf. Fußläufig erreichbar ist Phoenix-West, ein ganz anders gestaltetes stillgelegtes Industriegelände. Anschließend daran sind im langen Grünzug Rombergpark, Westfalenpark und Tierpark zu finden. In Aplerbeck, auf der anderen Seite, befindet sich das Haus Rodenberg.


Informationen zum Besuch des PHOENIX Sees:

Der PHOENIX See ist ständig frei zugänglich. Gastronomische Einrichtungen verschiedener Art und Preisklasse befinden sich rings um den Hörder Hafen vor der Burg, auch in der nahen Mitte von Hörde sind Einkehrmöglichkeiten vorhanden, z.B. im Bereich der Schlanken Anna. Eine öffentliche Toilette am See befindet sich am nordöstlichen Ende der Hafenpromenade in dem runden Gebäude, etwa 250 m östlich von der Hörder Burg.

Anreise mit dem Auto: Vom Autobahnkreuz Dortmund-Nordost mit der A2 oder von der B1 als Verlängerung der A40 von Essen oder der A44 von Unna auf die B236 Richtung Schwerte bis zur Ausfahrt Dortmund-Schüren. Dort rechts auf die Straße Am Remberg. Und dann...:

→ Zum Parkplatz Am Kaiserberg (Ostufer Phoenixsee): Auf der Straße Am Remberg kurz darauf links vor der Tankstelle in die Kohlensiepenstraße entlang des Seeufers. Der Parkplatz befindet sich dann hinter dem Kaiserberg und vor der Straßenbrücke.

→ Für die Hörder Burg auf der Straße Am Remberg weiter fahren bis zur großen Kreuzung mit der Faßstraße (abknickende Vorfahrt von links), hier links Richtung Hörde Stadtmitte. Parken entweder in der ersten Straße rechts (Alfred-Trappen-Straße), an der Hörder Burg (Beschilderung links beachten) oder im Parkhaus.

Weitere Parkplätze befinden sich am Rand der Phoenixseestraße am Südufer.

Zieleingabe ins Navigationssystem:
Meinbergstraße in 44269 Dortmund (großer Parkplatz Halde) oder Faßstraße in 44263 Dortmund (Parkplatz Burg)
Achtung: Die Kartendarstellung und Straßendatenbank kann im Gerät veraltet sein!

Geographische Koordinaten:
51°29'27.09"N, 7°30'15.51"E – Hörder Burg
51°29'24.98"N, 7°30'29.24"E – Thomaskonverter auf der Kulturinsel
51°29'23.78"N, 7°30'54.20"E – Landschaftsinsel
51°29'17.10"N, 7°31'27.41"E – Neuer Kaiserberg (Phoenixsee-Halde)
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
396161 m, 5705473 m – Hörder Burg

396405 m, 5705408 m – Thomaskonverter auf der Kulturinsel
396905 m, 5705355 m – Landschaftsinsel
397594 m, 5705154 m – Neuer Kaiserberg (Phoenixsee-Halde)

Anreise mit Bus und Bahn: Von Dortmund Hbf. mit dem RE 57 Richtung Winterberg / Bestwig, der RB 53 Richtung Iserlohn / Schwerte, der RB 59 Richtung Soest oder der U41 Richtung Hörde; von Unna mit der RB 59 Richtung Dortmund; von Schwerte mit der RB 53 Richtung Dortmund – jeweils bis Dortmund-Hörde. Von dort zu Fuß in östlicher Richtung entlang der Hörder Bahnhofstraße oder durch die Fußgängerzone (an der »Schlanken Mathilde« immer geradeaus) zum Seeufer, das sich etwas hinter dem Gebäudekomplex an der Faßstraße versteckt.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der PHOENIX See wird vom Emscherweg im Norden umfahren. Vom Gelände Phoenix-West ist der See über den Radweg auf der Eliasbahntrasse erreichbar.

Kartenmaterial: In den reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress (auf der Seite Anreise) ist der See dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Dortmund und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 befindet er sich im Planquadrat E5.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet.

Quellen und weiterführende Informationen:

Fakten zur Historie und zu den Flächenausmaßen basieren auf Informationstexten und -Broschüren des Hoesch-Museums und der Kokerei Hansa in Dortmund. Für die Texte wurden darüber hinaus vor allem Experteninterviews und fachbezogene Projektseiten im Internet verwendet. Auf Online-Lexika wurde verzichtet. Für die Beschreibung des Sees wurden eigene Eindrücke von einem Besuch nach der Zugänglichkeitmachung mit einer Führung sowie einer weiteren Führung im Herbst 2013 verwendet (vielen Dank für die Organisation der Führung durch die DGFK!). Folgende Literatur diente außerdem als Grundlage:

Keuthen, P.: Hoesch in Dortmund. Mehr als nur ein Name für Stahl. Dortmund 2004

Dortmunder Eisenbahn GmbH: 100 Jahre Dortmunder Eisenbahn. Dortmund 1999

Phoenix Dortmund www.phoenixdortmund.de
Industriekultur im Ruhrgebiet

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Halden Ausflugsziele

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
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