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Das Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund

Ein Erbe des Bergbaus bis in die Ewigkeit: Von Bergsenkungen und Starkregenereignissen

Das Thema der Bergsenkungen ist im Ruhrgebiet praktisch allgegenwärtig. Kohleabbau, Aufhaldung von Bergematerial und die nicht immer vorgenommene Verfüllung abgebauter Stollen und Schächte sorgten in der Vergangenheit regelmäßig zu Bodensenkungen. Dies geschah nicht zwingend durch plötzliche Erdfälle, von denen in den Medien auch heute noch ab und zu berichtet werden, sondern vor allem durch eine sanfte und nicht merkliche Absenkung des Geländes. Sichtbar wird dies vor allem, wenn die Häuser Risse bekommen – und wenn Wasser in Bächen nicht mehr abfließen kann. So geschah es wie an vielen Orten auch am Evinger Bach in der Dortmunder Nordstadt unmittelbar am Fredenbaumpark. Das Wasser hätte ab etwa in den 1920er Jahren bergauf fließen müssen, um in die Emscher zu gelangen. Da es dies naturgemäß nicht freiwillig tut, hat man dem zunächst mit einfachen Pumpen nachgeholfen. Im Jahr 1953 wurde jedoch an der Münsterstraße das heutige Pumpwerk der Emschergenossenschaft errichtet.

Über dem Pumpensumpf und Pumpenkeller steht die Motorenhalle, die jedoch nur in der Anfangszeit die Motoren mit langen Achsen die Pumpen angetrieben hat. Heute ist die Halle vielmehr Ausstellungshalle und wird hin und wieder für Veranstaltungen genutzt. Besonders typisch für sie ist die riesige Fensterfront zur Münsterstraße über dem Einlauf des Evinger Bachs. Draußen vor der Halle ist bewusst Bodenmaterial abgetragen worden, um sie vom Sichtfeld her nicht zu verstecken, sondern sogar bewusst größer und mächtiger erscheinen zu lassen. Also das Pumpwerk sogar hervorzuheben.

Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund

Der Evinger Bach ist nicht sichtbar. Er fließt hier unterirdisch und ist eigentlich nur am Nordfriedhof in der Nähe der Zeche Minister Stein wirklich zu sehen. Er nimmt zusätzlich noch Wasser auf, das bei Regenfällen in die Regenwasserkanalisation fließt. Direkt vor der Motorenhalle ist er für ein kurzes Stück offen, kommt aus seinem überdachten und von Spundbohlen begrenzten Bett und mündet in den Pumpensumpf. Ein Rechen fängt grobe Materialien auf. Ist im Pumpensumpf eine gewisse Menge Wasser angefallen, springen die Pumpen automatisch an und befördern das Wasser über dicke Rohre in die Höhe. Es fließt dann weiter unterirdisch bis zur Einmündung in den Aalbach und letztlich in die Emscher. Dann schalten sich die Pumpen aus, bis sich der Sumpf wieder auffüllt. Normalerweise reicht die Leistung der zwei Pumpen für etwa 1000 Liter Niedrigwasser pro Sekunde aus, die dann alle paar Minuten anspringen. Insgesamt hat das Pumpwerk jedoch neun Pumpen, die in Abhängigkeit von der anfallenden Menge für Mittelwasser, Hochwasser und Höchstwasser zuständig sind. Sie werden dann stufenweise zusätzlich automatisch in Betrieb genommen und fördern bis zu 12.000 Liter Wasser pro Sekunde, damit der Stadtteil nicht nach schweren Regenfällen überschwemmt wird.

Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund

 

Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund

 

Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund

Am Tag des offenen Denkmals 2018 konnte ich das Pumpwerk Evinger Bach der Emschergenossenschaft besichtigen. In kleinen Gruppen wurden wir nicht nur durch die Motorenhalle, sondern auch in den Keller mit den Pumpen und zum Pumpensumpf geführt. Geräuschvoll liefen die beiden Niedrigwasserpumpen an. Sie werden nicht nur in einigen Jahren, sondern praktisch bis in die Ewigkeit laufen müssen, wenn Eving nicht zur Seenlandschaft umgewandelt werden soll. Die riesigen Pumpen wirken auf den Bildern erst im Vergleich zur Größe der Menschen. Sie haben etwas mehr Durchlauf als Aquarium- oder Teichpumpen oder Tauchpumpen, um den Keller trocken zu legen. Bedacht werden muss bei der Anlage die Stromversorgung auch im Katastrophenfalle. Die Leistung der Pumpen schlägt sich im Volllauf auch auf den großen Stromverbrauch nieder. An dieser Stelle sei den Organisatoren von der Emschergenossenschaft herzlich gedankt. Es war sehr beeindruckend und vor allem durch das große Engagement der freundlichen Mitarbeiter, die jedoch leider am Sonntag zur Arbeit kommen mussten, sehr interessant gestaltet. Die folgenden Aufnahmen stammen vom Besuch im Pumpwerk am Denkmaltag. Es ist nicht ständig, sondern grundsätzlich nur zu besonderen Anlässen zu besichtigen.

Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund

 

Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund

 

Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund

 

Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund

 

Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund Pumpwerk Evinger Bach in Dortmund

Fazit und Tipp des Webmasters: In der unmittelbaren Umgebung befindet sich der Fredenbaumpark mit dem Big Tipi von der Expo 2000 in Hannover. Auf der anderen Seite der Münsterstraße ist das Naturkundemuseum. An der Immermannstraße ist das sogenannte Depot, ein Kulturzentrum im alten Straßenbahnbetriebshof. Wer dem Evinger Bach etwas auf die Spur gehen möchte, kann dies am Friedhof in der Nähe der Zeche Minister Stein mit ihrem markanten Hammerkopfturm in der heutigen Neuen Evinger Mitte tun.

 

Informationen zum Besuch im Pumpwerk Evinger Bach:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Pumpwerk ist nur zu besonderen Anlässen zugänglich.

Anreise mit dem Auto: Je nach Herkunft bieten sich verschiedene Anfahrtsmöglichkeiten an.

Von der A45 vom Kreuz Dortmund-West mit der A40, aus Castrop-Rauxel oder dem Kreuz mit der A1 bei Hagen bis zur Ausfahrt 4 Dortmund Hafen und auf die Mallinckrodtstraße Richtung Stadtmitte. an der zweiten Ausfahrt abfahren und links in den Sunderweg. Vorbei am Hafenamt auf die nun sogenannte Kanalstraße. Nach 800m rechts in die Schäferstraße. Nach 700 m links in die Schützenstraße abbiegen und dem Straßenverlauf rechts um die Kurve folgen. Kurz vor der großen Kreuzung links in die Einfahrt zum Pumpwerk.

Von der B1 als Verlängerung der A44 aus Kassel auf die B236 Richtung Lünen. Hinter dem Tunnel an der zweiten Ausfahrt auf die Brackeler Straße Richtung Borsigplatz abbiegen und dieser bis zu diesem folgen. An der dritten Ausfahrt rechts in die Borsigstraße. Vorbei am Nordmarkt nach 1,5 Kilometern rechts in die Münsterstraße. Nach 1,5 Kilometern an der großen Kreuzung (U-Bahn-Haltestelle Fredenbaum) zunächst links in Gegenrichtung auf die Münsterstraße und dann rechts abbiegen in die Beethovenstraße. Sofort rechts in die Einfahrt zum Pumpwerk.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Beethovenstraße, Kreuzung Münsterstraße in Dortmund (Gebäude ist Münsterstraße 272, jedoch keine Zufahrt von der Münsterstraße!)

Geographische Koordinaten: 51°32'10.15"N, 7°27'15.36"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 392792 m, 5710584 m

Anreise mit Bus und Bahn: Von Dortmund Hbf. oder Hörde mit der U41 Richtung Brechten oder Brambauer bis Fredenbaum. Von der Haltestelle zum Klinikzentrum in die Beethovenstraße und rechts zum Pumpwerk gehen.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress sind der Park und das Pumpwerk (allerdings derzeit noch unbenannt) dargestellt, zum Beispiel In der Rad- und Wanderkarte "Ruhrgebiet Ost" im Maßstab 1:50.000. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

   

Quellen und weitere Informationen:

Pumpwerk Evinger Bach: www.route-industriekultur.ruhr
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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 11 / 2018
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr