Der Südfriedhof in Dortmund (Südwestfriedhof)
Wer in Dortmund vom Kreuzviertel aus Richtung Westfalenstadion oder Messe Westfalenhallen geht, trifft auf einen Friedhof mit zwei Namen: offiziell heißt er Südfriedhof, im Sprachgebrauch ist jedoch meist vom Südwestfriedhof die Rede. Ganz einfach, weil er im Südwesten der Dortmunder Innenstadt liegt.
Schon beim Betreten wird deutlich, dass es hier nicht nur um die letzte Ruhe geht – die Anlage ist zugleich ein Park mit alten Bäumen, markanten Denkmälern und stillen Wegen. Und wie auf allen anderen Friedhöfen in Dortmund spaziert man hier gerne unter schattigen Bäumen oder joggt auf den befestigten Wegen.



Eröffnet wurde der Friedhof 1893, nachdem der alte Westfriedhof oder Westtotenhof im heutigen Westpark an seine Grenzen stieß. Eingerichtet wurde er wenige Jahre nach dem heute meist bekannteren Ost(en)friedhof, ein weiterer sehr sehenswerter Friedhof in Dortmund. Viele Gräber aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert spiegeln aber auch hier auf dem Südfriedhof die damalige Kunst- und Erinnerungskultur wider.
Platanenallee, Mausoleum und Denkmäler
Ein Spaziergang über den Friedhof führt meist auch durch die zentral gelegene Platanenallee, die heute als Naturdenkmal geschützt ist. Sie erstreckt sich fast auf kompletter Länge diagonal über den Friedhof von der Trauerhalle im Nordosten bis zur Kriegsgräberanlage im Südwesten. Dabei hat sie Ähnlichkeit zur alten Allee im Botanischen Garten Rombergpark.
In Dortmund verstehen sich die Friedhöfe häufig als grüne Lunge der Stadt mit altem Baumbestand, werden zum Spazieren, Joggen und zur Erholung genutzt und sind zugleich kühle Orte in der Großstadt im Sommer. Und im Herbst präsentieren sich die unterschiedlichen Büsche und Bäume besonders farbenfroh.












Ein markanter Blickfang ist das Mausoleum der Unternehmerfamilie Cremer, deren Name in Verbindung mit der Thier-Brauerei steht.
Vom Bier zum Fußball ist es in Dortmund kein großer Schritt: Fußballgeschichte findet man am Grab von Franz und Lydia Jacobi, die 1909 zu den Mitbegründenden vom Ballsportverein Borussia Dortmund gehörten. Die symbolische Gestaltung mit 17 Steinquadern verweist auf die Gründungsmitglieder des Vereins – ein Pilgerort für Fans, die Geschichte und Erinnerung miteinander verbinden.












Die große Kriegsgräberanlage
Besonderes Gewicht hat die Kriegsgräberstätte für 523 Gefallene des Ersten Weltkriegs. Anders als auf vielen anderen Friedhöfen sind die Grabsteine hier nicht einheitlich, sondern individuell gestaltet. Auf einigen Grabplatten auf der Wiese findet man sogar steinerne Soldatenhelme. Zusammen mit dem Obelisken und der parkartigen Anordnung entsteht eine eindrückliche Gedenkstätte, die zum Nachdenken über den Krieg und seine Folgen einlädt.











Aufmerksame Lesende werden sich vielleicht fragen: Gibt es auf dem Südwestfriedhof auch den für Dortmund beinahe typischen Spielplatz auf dem Gottesacker? Die Antwort lautet: nein. Vermutlich liegt das jedoch daran, dass sich direkt jenseits des nördlichen Zauns bereits ein großer Spielplatz befindet. So sind Friedhof und Spielplatz in Dortmund – auch hier – auf ihre ganz eigene Weise miteinander verbunden.
Der Südfriedhof ist einer von mehreren Artikeln zu interessanten, alten oder besonderen Friedhöfen im Ruhrgebiet. Die zentrale Rubrik-Seite bietet neben einer Übersicht über die anderen Orte auch allgemeine Informationen wie beispielsweise eine Erläuterung zur Symbolik auf Grabsteinen ► Friedhöfe im Ruhrgebiet
Informationen zum Besuch:
Hinweis für Besuchende: Das öffentliche WC auf dem Friedhof ist am Wochenende geschlossen.
Anreise mit dem Auto:
Auf der A40 / B1 bis zur Ausfahrt Dortmund-Hombruch. Aus Richtung Unna die erste Abfahrt auf die Lindemannstraße, aus Richtung Essen die zweite Abfahrt auf die Straße Im Rabenloh und dann rechts auf die Wittekindstraße. An der Ampel (aus Richtung Unna geradeaus, aus Essen links abbiegen) auf die Lindemannstraße. An der nächsten Ampel links in die Kreuzstraße und in der Nähe der Bushaltestelle Leibnitz-Gymnasium am Rand parken.
Mit etwas Glück findet man auch Parkplätze in der Großen Heimstraße. Diese hat eine Kreuzung mit der Kreuzstraße.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Kreuzstraße, Nähe Hausnummer 157 in Dortmund
Anreise mit Bus und Bahn:
Ein Eingang zum Südfriedhof liegt unmittelbar an der U-Bahn-Station Kreuzstraße der U42. Die U42 ist allerdings nicht vom Hauptbahnhof aus erreichbar. Vom Hauptbahnhof mit den Linien Richtung Aplerbeck oder Hacheney bis Stadtgarten und umsteigen in die U42 Richtung Hombruch. Alternativ mit der S4 von Unna oder Dorstfeld bis Möllerbrücke und dort in die U42 Richtung Hombruch umsteigen.
Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike:
Ein Teilabschnitt des Radschnellwegs RS1 führt am Friedhof vorbei. Außerdem zahlreiche über das Radverkehrsnetz NRW beschilderte Wege.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Kreuzstraße, Nähe Hausnummer 157 in Dortmund
Kartenmaterial / Literatur:
In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist der Südfriedhof bzw. die Region abgebildet: ADFC Regionalkarte radrevier.ruhr Ost* (1:50.000), Kompass Fahrradkarte Ruhrgebiet / Bergisches Land* (1:70.000) und Kompass Wanderkarte Ruhr* (2 x 1:35.000)
Koordinaten für GPS-Geräte und zur Tourenplanung:
Geographische Koordinaten:
51°30’04.31″N, 7°26’57.02″E – Trauerhalle
51°29’59.85″N, 7°26’49.73″E – Grabstätte Jacobi (ungefähre Lage)
51°29’55.64″N, 7°26’40.51″E – Kriegsgräberanlage
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von beispielsweise GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
392358 m, 5706702 m – Trauerhalle
392215 m, 5706567 m – Grabstätte Jacobi (ungefähre Lage)
392035 m, 5706439 m – Kriegsgräberanlage
Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.