Typisch Ruhrgebiet

Zechen, Halden, Burgen, Museen oder Wanderwege lassen sich auf einer Karte verorten. Doch viele Besonderheiten des Ruhrgebiets erschließen sich erst, wenn man genauer hinschaut. Warum gibt es hier so viele Kleingartenanlagen? Weshalb verlaufen ehemalige Bahntrassen heute als Radwege durch die Region? Wo endet das Ruhrgebiet eigentlich – und woran erkennt man das?

Diese Rubrik „Typisch Ruhrgebiet“ ist im Aufbau und widmet sich jetzt (und zukünftig mehr) solchen Fragen. Im Mittelpunkt stehen nicht (nur) einzelne ganz besondere Ausflugsziele, sondern die Eigenheiten, Strukturen und Besonderheiten, die das Revier prägen. Manche davon sind großräumig sichtbar, etwa Kleingärten, Revierparks, Halden, Industriemuseen oder das Autobahnnetz. Andere verstecken sich in kleinen Details des Alltags: besondere Ampelmännchen, Autokennzeichen, ungewöhnliche Brücken oder Relikte aus der Bergbauzeit.

Die Beiträge dieser Rubrik erklären Hintergründe, zeigen Zusammenhänge auf und werfen einen Blick auf Themen, die oft übersehen werden. Sie erzählen von Landschaften, Verkehrswegen, Grenzen, Architektur, Kultur und regionalen Eigenarten – und damit von dem, was unser Ruhrgebiet zu einer unverwechselbaren Region macht.

Einiges ist noch in Vorbereitung. Es wird in der nächsten Zeit viele interessante Themen geben, die an dieser Stelle vorgestellt werden.

Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Der Pott – Industriekultur im Ruhrgebiet*

Die Inhalte der Rubrik werden sukzessive ergänzt. Es lohnt sich, hin und wieder vorbeizuschauen.

Themenübersicht

Das Ruhrgebiet besteht aus weit mehr als Zechen, Halden und Fußball. Die folgenden Themen zeigen einige Eigenheiten, die die Region bis heute prägen.

Natur, Umwelt & Landschaftswandel

Die grüne Seite des Reviers: Halden, Revierparks, Industriewälder und Kleingartenanlagen prägen das Ruhrgebiet ebenso wie Zechen und Stahlwerke. Hier geht es um Landschaften, die durch den Strukturwandel entstanden sind und heute das Bild der Region bestimmen.

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Eine schematische Karte, die das Ruhrgebiet in Rheinland und Westfalen teilt.

Raum & Geographie

Grenzen, Flüsse und Siedlungen: Wie ist das Ruhrgebiet entstanden, wo beginnt und endet es und welche Besonderheiten zeigt ein Blick auf die Karte? Diese Beiträge erklären die räumlichen Strukturen und Zusammenhänge des Reviers.

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Menschen in einem schummrig beleuchteten Raum mit einem Stand eines Weihnachtsmarktes, davor ein Ölfass mit Aufschrift Oldtimer-Remise und dem ARAL-Logo

Menschen & Alltag

Sprache, Traditionen und kleine Eigenheiten machen das Ruhrgebiet unverwechselbar. Typische Redewendungen, regionale Besonderheiten und Geschichten aus dem Alltag des Reviers.

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Autobahn A448 unter der Springorum-Trasse

Verkehr & Infrastruktur

Unterwegs im Ruhrgebiet: Bahntrassen, Kanäle, Hauptbahnhöfe, Autobahnen und andere Besonderheiten zeigen, wie eng die Städte miteinander verbunden sind. Die Beiträge beleuchten die Verkehrswege und Infrastrukturen, die das Ruhrgebiet seit Generationen prägen.

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Ein Fördergerüst von vorne gesehen

Architektur & Landmarken

Fördergerüste, Wassertürme, Brücken und andere markante Bauwerke prägen das Ruhrgebiet bis heute. Viele entstanden für Bergbau, Industrie oder Verkehr und sind längst zu Wahrzeichen ihrer Städte geworden.

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Beeindruckende Architektur mit mehreren Ebenen orange beleuchteter Treppen und Gänge, durch die Besucher wandeln.

Staunen & Entdecken in Ausstellungen

Von der Brauerei bis zum Gasometer, vom Hallenbad bis zum Hochofen – Mehr als ein staubiges Heimatmuseum: Multimedia-Konzepte, Geräte anfassen und ausprobieren, Lichtkunst oder einfach eine gute Idee. Es gibt so viele beeindruckende Museen und Ausstellungen im Revier – nicht nur fürs schlechte Wetter.

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Natur, Umwelt & Landschaftswandel

Das Ruhrgebiet gilt vielen als Industrieregion. Tatsächlich prägen heute jedoch Parks, Wälder, Halden, Kleingärten und andere Grünflächen große Teile der Landschaft. Viele dieser Orte sind eng mit der Geschichte des Bergbaus und der Industrie verbunden und zeigen, wie sich das Revier im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Die folgenden Beiträge beleuchten einige Besonderheiten der Natur- und Kulturlandschaft im Ruhrgebiet.

Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet* und Wanderbare Halden: Die schönsten Revier-Wandertouren mit Aus- und Weitblick*

Schätzen Sie mal: Wie viele Kleingartenvereine und Kleingartenanlagen gibt es im Ruhrgebiet? – Lösung: Es sind mehr als 2000 Anlagen und etwa 750 Vereine zwischen Kamp-Lintfort und Hamm. Im Beitrag gibt es eine Übersichtskarte.

Die grünen Wohnzimmer des Reviers: Kaum eine andere Region ist so dicht von Kleingartenanlagen durchzogen wie das Ruhrgebiet. Entstanden als Nutzgärten für Arbeiterfamilien, sind sie heute wichtige Orte für Erholung, Gemeinschaft und Stadtnatur. Sie prägen vielerorts das Stadtbild und gehören fest zur Kultur der Region. Im Beitrag kommen einzelne Menschen aus dem Ruhrgebiet zu Wort, die über ihren Kleingarten, ihre Motive und Gedanken erzählen.

Friedhöfe und Gottesacker

Friedhöfe sind nicht nur Orte des Erinnerns, sondern oft auch bedeutende Grünanlagen und historische Zeugnisse der Stadtentwicklung. Alte Baumbestände, parkähnliche Anlagen und regionale Besonderheiten machen viele Friedhöfe im Ruhrgebiet zu ruhigen Orten mit kultureller und landschaftlicher Bedeutung.

Spielplatz und Wandern – auf dem Friedhof
Die Dortmunder Friedhöfe sind speziell: Auf fast allen gibt es einen Kinderspielplatz. Und für den Hauptfriedhof in Dortmund gibt es sogar eine Wanderkarte.

Bergsenkungsgewässer

Seen ohne natürlichen Ursprung: An einigen Stellen des Ruhrgebiets entstanden durch den jahrzehntelangen Bergbau Senken in der Landschaft, in denen sich Wasser sammelte. Aus diesen Bergsenkungsgewässern entwickelten sich neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Sie gehören zu den weniger bekannten, aber besonders charakteristischen Landschaftsmerkmalen des Reviers.

Da sind der Radbodsee, der Pleckenbrinksee, der Pfingstsee und Weihnachtssee, die Hallerey, der Lanstroper See, Hervester Bruch, Beversee, Ewaldsee.

Vom Acker zum See
Manchmal beginnt die Geschichte eines Bergsenkungsgewässers ganz unspektakulär. Hier stand früher Mais, Getreide oder Wald. Durch den Bergbau senkte sich der Untergrund über Jahre oder Jahrzehnte fast unmerklich ab. Zunächst sammelte sich nach Regenfällen immer häufiger Wasser auf den Feldern, der Boden wurde sumpfig und die Bewirtschaftung zunehmend schwieriger. Irgendwann blieb das Wasser dauerhaft stehen. Aus feuchten Senken wurden Tümpel, aus Tümpeln kleine Seen. Oft geschah dieser Wandel innerhalb weniger Jahre. Aus einer vertrauten Ackerfläche entstand eine völlig neue Landschaft. Viele dieser Bergsenkungsgewässer sind heute wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen und prägen als stille Seen das Bild des Ruhrgebiets.

Dortmund hat einen Container-Hafen, liegt aber nicht am Meer. Außerdem ist dort ein See, wo früher ein Stahlwerk stand. Bochum hat einen Leuchtturm. In Grumme liegen Teiche wie an einer Perlenkette gereiht hintereinander. Duisburg hat Europas größten Binnenhafen, obwohl der ursprüngliche Rheinhafen im Mittelalter eigentlich schon verlandet ist. Und was ist eigentlich eine Wasserübergabe?

Wussten Sie, dass sich zwischen Wesel und Rheinberg am Niederrhein mit fast 90 Quadratkilometern Fläche das größte unterirdische Salzbergwerk Europas befindet?

Eine Bronzeskulptur eines Industriearbeiters mit typischer Arbeitskleidung und Werkzeug.

Salz & Sole unter dem Revier

Viele Menschen ahnen nicht, dass es unter Teilen vom Ruhrgebiet neben Kohle auch Salzvorkommen gibt. Manchmal wurde solehaltiges Wasser beim Teufen von Schächten in Bergwerken gefunden. Früher wurde aus der Sole Salz gesiedet.

Noch heute findet man an verschiedenen Orten Reste alter Kurbäder oder Gradierwerke. Sie ermöglichen einen Gesundheitsurlaub im Ruhrgebiet, da sich die solehaltige Luft positiv auf Atemwegserkranungen auswirkt.

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Raum, Karten & Geografie

Auf einer Karte erscheint das Ruhrgebiet zunächst als dicht besiedelter Ballungsraum zwischen Ruhr, Lippe und Emscher. Wer genauer hinschaut, entdeckt jedoch zahlreiche Besonderheiten: historische oder gefühlte Grenzen, unterschiedliche Landschaftsräume, klimatische Unterschiede und ungewöhnliche Siedlungsstrukturen. Die folgenden Beiträge werfen einen geografischen Blick auf das Revier und zeigen, welche Geschichten sich hinter Linien, Flächen und Karten verbergen.

Demnächst folgen in diesem Kapitel Extrempunkte und Rekorde, 3-Städte-Ecke und Klima-Themen.

Bei den Ruhrpott-Tropen geht es nicht um Klima oder Klimazonen der Erde. Es geht hier um kleine und große Städte im Ruhrgebiet, die eine markante Gemeinsamkeit haben. Von Bottrop im Westen bis Uentrop in Hamm. Dortmund hat welche, Essen, Bochum und Fröndenberg auch. Tropenkrankheiten sind hier allerdings seltener.

Wussten Sie schon, dass ein bekannter Lebensmittel-Discounter das Ruhrgebiet offiziell in Nord und Süd teilt, tatsächlich aber eher in West und Ost? Die Grenze verläuft mitten durch einen Friedhof in Essen.

Menschen & Alltag

Das Ruhrgebiet ist mehr als seine Zechen, Halden oder Industriedenkmäler. Es sind vor allem die Menschen, ihre Sprache und die kleinen Eigenheiten des Alltags, die das Revier prägen. Ob typische Redewendungen, die Kultur der Trinkhallen, Kleingartenanlagen oder liebgewonnene Gewohnheiten – viele Besonderheiten erschließen sich erst auf den zweiten Blick.

Diese Beiträge werfen einen Blick auf das Leben im Ruhrgebiet und erzählen Geschichten über Sprache, Traditionen und den Alltag der Menschen. Denn oft sind es gerade die kleinen Dinge, die eine Region unverwechselbar machen.

Architektur, Kunst & Landmarken

Das Ruhrgebiet besitzt keine einheitliche Architektur – außer, wenn Städte im Zweiten Weltkrieg zerstört und im Stil der 1950er Jahre wiederaufgebaut wurden. Stattdessen prägen zahlreiche Bauwerke das Bild der Region: Fördergerüste ragen über ehemalige Zechenstandorte hinaus, Wassertürme markieren Stadtteile und Brücken überspannen Flüsse, Kanäle und Verkehrswege. Viele dieser Bauwerke wurden ursprünglich für praktische Zwecke errichtet und sind heute zu Wahrzeichen ihrer Städte geworden.

Die folgenden Beiträge beschäftigen sich mit typischen Bauwerken des Ruhrgebiets, ihrer Geschichte und ihrer Bedeutung für das Stadtbild. Sie zeigen, wie Industrie, Verkehr und Architektur die Landschaft des Reviers bis heute prägen.

Die Fördergerüste gehören zu den bekanntesten Symbolen des Ruhrgebiets. Einst dienten Fördergerüste dem Transport von Kohle und Bergleuten, heute erinnern sie an die Bergbaugeschichte der Region. Viele wurden erhalten und prägen als Landmarken noch immer das Stadtbild. Auf manche darf man sogar aufsteigen!

Früher wurde Kohle gefördert und verarbeitet, glühendes Eisen gegossen und Stahl gewalzt. An besonderen Orten, an denen die Produktion eingestellt wurde, gibt es heute sehenswerte Industriemuseen, die in ihrer Vielfalt sicherlich einmalig sind. Ein Hüttenwerk mit Hochofen lässt sich ebenso besuchen wie mehrere Bergwerke aus dem frühen und späten Bergbau, alte Brauereien, Fabrikationen und Manufakturen.

Zwischen Industrieanlagen und Großstädten haben sich entlang der Emscher zahlreiche Adelssitze, Herrenhäuser und Wasserschlösser erhalten – die sogenannten Emscherschlösser, die wenig bekannt sind. Sie erinnern an die Zeit vor der Industrialisierung und zeigen eine oft wenig bekannte historische Seite des Ruhrgebiets. Doch auch außerhalb der Emscherzone gibt es alte und sehenswerte Gemäuer im Revier.

Verkehr & Infrastruktur

Das Ruhrgebiet gehört zu den am stärksten vernetzten Regionen Europas. Straßen, Bahnstrecken, Kanäle und Radwege verbinden die Städte zu einem engmaschigen Geflecht. Viele dieser Verkehrswege entstanden einst für Bergbau und Industrie, prägen aber bis heute den Alltag der Menschen.

Die folgenden Beiträge zeigen Besonderheiten in der Verkehrs- und Infrastrukturgeschichte des Reviers – von stillgelegten Bahntrassen über Wasserstraßen bis hin zu kleinen Details.

Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Radgenuss Ruhrgebiet: Auf Traumtouren durch das Revier*

Wo einst Güterzüge Kohle und Stahl transportierten, führen heute beliebte Rad- und Wanderwege durch das Ruhrgebiet. Die ehemaligen Bahntrassen wie die Erzbahn Bochum, der „Rheinische Esel“ oder die „Allee des Wandels“ verbinden Städte, Parks und Industriedenkmäler und gehören zu den charakteristischen Merkmalen der Region.

Eisenbahnfans aufgepasst: Wussten Sie, dass es gleich mehrere Museen im Ruhrgebiet gibt, in denen Eisenbahnen eine Rolle spielen? Das Eisenbahnmuseum Bochum, das Nahverkehrsmuseum Dortmund. Und in der DASA Arbeitswelt Ausstellung sowie in der Zeitreise Strom im Umspannwerk Recklinghausen stehen jeweils alte Straßenbahnen. Auf der Hespertalbahn kann man mit dem Museumszug mitfahren, auf der Ruhrtalbahn, auf der Museumseisenbahn in Hamm, auf dem Schluff in Krefeld sowie auf der Hansabahn in Dortmund.

Größtenteils soll der Radschnellweg RS1 auf ehemaligen oder neben aktiven Eisenbahnstrecken von Duisburg bis Hamm verlaufen. Bisher sind einige wenige Streckenabschnitte fertiggestellt, die erahnen lassen, wie der Endausbau später einmal aussehen soll.

Die Heuer-Ampel in Bochum
Mitten in der Bochumer Innenstadt hängt eine Ampel, die auf den ersten Blick eher wie ein technisches Relikt wirkt. Die historische Heuer-Ampel erinnert an eine Verkehrsregelung aus den 1930er- bis 1960er-Jahren, bei der ein rotierender Zeiger statt der heute üblichen Lichtsignale den Verkehr lenkte.

Der Nachbau an der Kreuzung Bongardstraße/Kortumstraße gehört zu den eher unbekannten Besonderheiten des Ruhrgebiets und zeigt, dass selbst eine Ampel spannende Technikgeschichte erzählen kann.

Karte mit Lage der Zechen und Halden in Datteln

Datteln – Größter Kanalknotenpunkt der Welt
Dortmund-Ems-Kanal, Datteln-Hamm-Kanal, Rhein-Herne-Kanal, Wesel-Datteln-Kanal und ein Streckenabschnitt der Alten Fahrt: Diese Kanäle des westdeutschen Kanalnetzes kommen am Kanalkreuz Datteln zusammen. Nirgends auf der Welt gibt es eine Wasserstraßen-Kreuzung in dieser Art.
Zeche Emscher-Lippe am Kanalkreuz
Radroute Dortmund-Ems-Kanal
Schiffshebewerk und Schleusenpark

Straßenbahn vor der Schranke
In Gelsenkirchen kreuzt am Bahnhof Buer-Süd eine Straßenbahnlinie die Eisenbahnstrecke der Deutschen Bahn. Die Tram steht dann vor geschlossenen Schranken des etwas anderen Bahnübergangs.

Staunen & Entdecken in Ausstellungen

Viele Jahre nach einem Museumsbesuch sind es oft nicht einzelne Ausstellungsstücke, an die man sich erinnert. Es sind die Fahrt unter Tage, die Aussicht vom Hochofen, das Lichtkunstwerk im Keller einer Brauerei, die leuchtend orangefarbene Treppe oder die unerwartete Ausstellung in einem ehemaligen Hallenbad.

Das Ruhrgebiet steckt voller Überraschungen. Wer genau hinschaut, entdeckt hinter alten Zechenmauern, in Bierkellern und in Freilichtmuseen Erlebnisse, die es so kein zweites Mal gibt. Keine andere Region Deutschlands hat auf so engem Raum eine so außergewöhnliche Museumslandschaft zusammengeballt. Hier werden Orte vorgestellt, die nicht nur sehenswert, sondern wirklich einmalig sind – mit Sinneseindrücken, die man so schnell nicht vergisst.

Ausstellungen mit dem gewissen Extra

Manche überraschen mit ihrer Architektur, andere mit ungewöhnlichen Ausstellungsräumen oder besonderen Erlebnissen. Ob Lichtkunst im Keller einer Brauerei, ein Bergwerk unter Tage, historische Werkstätten in Betrieb oder eine Ausstellung im Inneren eines riesigen Gasbehälters – viele Museen im Ruhrgebiet bieten weit mehr als klassische Vitrinen und Schautafeln. In den folgenden Orten findet man Fotomotive, Insta-Spots und kleinen Besonderheiten, die einen Besuch lohnen. Sie sind einmalig auf der Welt. Jeder Ort für sich.

Viele der vorgestellten Museen und Ausstellungen haben mit einer Ruhr.Topcard freien Eintritt.

Besonderes Konzept

Fibonacci-Reihe von Mario Merz am Schornstein

Zentrum für internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei
Weltweit widmet sich kein anderes Museum ausschließlich der Lichtkunst. Zehn Meter unter der Erde, in den Gewölben der ehemaligen Lindenbrauerei, werden Besuchende zu Lichtinstallationen internationaler Künstler durch ein Labyrinth aus alten Kühlkellern und Gärbecken geführt. ► Lindenbrauerei Unna

LWL-Museum für Archäologie
Die Hauptausstellung liegt unter der Erde – genau wie eine echte Ausgrabungsstätte. Das macht das Konzept zu einem der ungewöhnlichsten archäologischen Museen Deutschlands, das sich am Rande der Innenstadt von Herne befindet. ► Museum für Archäologie

Großes dunkles Segelboot mit zwei braunen Segeln in lichtdurchfluteter Museumshalle mit mehrstöckigen Galerien.

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt
Es befindet sich in einem ehemaligen Hallenbad in Duisburg – ein Ort, an dem Architekturgeschichte und Hafenleben auf besondere Weise zusammenkommen. Hier dreht sich alles um Warentransport auf dem Wasser und das Leben an Bord. ► Binnenschifffahrtsmuseum

Aquarius Wassermuseum
Das Wasser-Diplom, das Besuchende am Ende erwerben können – und das Gebäude selbst: ein umgebauter romantischer Wasserturm. Mit dem Fluss des Wassers von der Spitze nach unten geht es hier um alles rund um die Ressource Wasser. Von der Speicherung, Aufbereitung, Nutzung und Versorgung. ► Aquarius Wassermuseum

Besondere Aktion

Markantes Fördergerüst des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, gesehen vom benachbarten Bismarckturm

Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Das weltweit größte und bedeutendste Museum des Bergbaus beherbergt ein Anschauungs-Bergwerk mit einem Streckennetz von ca. 2,5 km Länge und eine perfekt simulierte Förderkorb-Fahrt im Seilfahrt-Simulator. Und anschließend geht es auf das Fördergerüst mit dem besten Rundumblick von Bochum. ► Deutsches Bergbau-Museum

LWL-Freilichtmuseum Hagen
Meister und Geselle backen nach historischem Vorbild klassische Brotsorten, die bereits vor hundert Jahren in der Region gegessen wurden – Rosinenstuten, Dinkelbrot und Kloben – vor den Augen der Zuschauer im Holzofen, ohne Zusatzstoffe oder Stabilisatoren. Die Nachfrage ist groß und daher sollte man schnell sein, wenn man die Leckerei probieren möchte. ► Freilichtmuseum Hagen

Besonderer Bau

Der Gasometer von Oberhausen von unten

Die große Tonne: Gasometer Oberhausen
Europas höchste Ausstellungshalle: Der 117,5 Meter hohe Stahlriese bietet eine schwindelerregende Aussicht vom Dach über das Ruhrgebiet und eine einzigartige Kulisse für großformatige Kunstinstallationen. Die Ausstellungen wechseln – und jede ist ihren Besuch wert.

Gasometer Oberhausen

Einen zweiten Ausstellungs-Gasometer gibt es in der Nähe in Wuppertal.
Visiodrom im Gaskessel

Beeindruckende Architektur mit mehreren Ebenen orange beleuchteter Treppen und Gänge, durch die Besucher wandeln.

Rolltreppe und orangefarbenes Treppenhaus im Ruhr-Museum
Das legendäre orangefarbene Treppenhaus, durch das man die ehemalige Kohlenwäsche hinaufsteigt – ein szenischer Einzug in die Geschichte. Die Dauerausstellung erzählt mit 6.000 Exponaten die gesamte Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebiets, von der Entstehung der Kohle vor 300 Millionen Jahren bis zum heutigen Strukturwandel.

Ruhr-Museum der Zeche Zollverein

Nahaufnahme zweier glänzender Messingtropföler auf einer schwarzen Fördermaschine, im Hintergrund das farbige Buntglasfenster.

Zeche Zollern
Industriemuseum des LWL mit der berühmten Maschinenhalle mit ihrem Jugendstilportal, oft als „Schloss der Arbeit“ bezeichnet. ► Zeche Zollern

Planetarium Bochum
Es gehört zu den wenigen Großplanetarien in ganz Deutschland – in Nordrhein-Westfalen gibt es nur noch in Münster eine ähnlich imposante Kuppel mit mehr als 18 Metern Durchmesser. Mitten im Revier, der Sternenhimmel zum Greifen nah. ► Planetarium Bochum