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UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen

Zeche Zollverein I / II / VIII und XII • Kokerei Zollverein • Museen • Halden

Die 1847 gegründete und 1986 stillgelegte Zeche im Norden der Stadt Essen mit Schachtanlagen in den Stadtteilen Stoppenberg, Katernberg und Schonnebeck sowie an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen ist eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und Fotomotive im Ruhrgebiet. Das Gelände um den Schacht XII und die benachbarte Kokerei, die von 1957 bis 1993 arbeitete, wurde als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuft. Neben dem Kölner und Aachener Dom gehören in Nordrhein-Westfalen sonst nur die Schlösser in Brühl und Kloster Corvey in Höxter dazu. Die Zeche Zollverein bildete einen wichtigen Ankerpunkt während der Feierlichkeiten zur Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010.

In dieser Dokumentation werden die große Hauptschachtanlage I / II / VIII und XII in Stoppenberg, die benachbarte Kokerei Zollverein und die dazugehörenden Halden vorgestellt. Außerdem geht es auf die größte Halde der Zeche an der Schachtanlage IV / V / XI in Gelsenkirchen.

 

Zeche Zollverein I / II / VIII und XII

Industriekultur pur auf der schönsten Zeche der Welt

Die Anfänge des wohl bekanntesten Bergwerks im Ruhrgebiet bildete die Schachtanlage I / II mit zunächst zwei burgähnlichen Malakowtürmen. Im Jahre 1951 wurde die Förderung begonnen. In den Folgejahren erfolgten der Ausbau und die Gründung neuer Schachtanlagen, so beispielsweise der Schachtanlage Zollverein III / VII / X in Schonnebeck oder IV / V an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen an der Trabrennbahn. Ende der 1920er Jahre entstanden die Zentralförderanlage und der Schacht XII. Der markante Doppelbock auf diesem Schacht ist das berühmteste Motiv der Zeche mit seiner Namensinschrift »Zollverein« in Frakturschrift. Die Gebäude wurden im damals hochmodernen Bauhausstil neu gebaut, also in geometrischen, kubischen Formen. Daher bestehen die Zechengebäude meist aus Backstein-Würfeln mit rechteckigen Fensterbändern. Entworfen wurde die Architektur von Fritz Schupp, der u.a. auch die Zeche Nordstern und die benachbarte Kokerei Zollverein plante. Im Zuge der Kohlekrise wurde der Betrieb der Zeche Zollverein im Jahre 1986 sowie auf der großen Kokerei im Jahre 1993 eingestellt. Nach und nach wurde die Anlage zum heutigen überregional bekannten Kulturzentrum mit unterschiedlichsten Angeboten und Museen. Große Bekanntheit errang die Zeche im Zuge der Veranstaltungen zur Kulturhauptstadt RUHR.2010. Zweifellos lässt es sich hier viele Stunden in Ausstellungen und auf dem beeindruckenden Außengelände verbringen.

Die folgende Abbildung zeigt das Gelände der Zeche Zollverein mit der Kokerei in einer Luftbild-Karte, in der die Lage einiger ausgesuchter und bekannter Sehenswürdigkeiten markiert ist.

Karte Zeche Zollverein

Das Freigelände der Zeche Zollverein kann zu jeder Tages- und Nachtzeit völlig frei besichtigt werden, ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Es wird vielfach von Anwohnern als Park mit Industriegeschichte genutzt zum Joggen, Flanieren oder Ausführen von Hunden. Auch Fahrradfahrer sind vielfach anzutreffen. Besonders bequem ist die Anreise mit dem Fahrrad auf dem Zollverein-Radweg, einer alten Bahnstrecke.

Man flaniert dabei zwischen den alten Anlagen, Kühltürmen, Schalthäusern, Kohlebunkern und viel mehr Anlagen und Einrichtungen, die früher für die normale Bevölkerung nicht zugänglich waren. Auf den großen Eisenbahnverladebereichen hinter der Zeche Zollverein wurden die Gleise zu Fußgängerwegen umgebaut. Dabei sind die Schienen erhalten und der Raum dazwischen mit feinem Schotter aufgefüllt. Mit der Lage der Weichen verzweigen sich damit auch die Wege bzw. laufen Richtung Norden zu einem einzigen zusammen. Zwischen den Wegen stehen hier und da bunte Holzskulpturen, außerdem ist hier ein kleines Birkenwäldchen entstanden. Es gibt ein Besucherzentrum, von dem aus Führungen in Gruppen organisiert werden. Wer möchte, kann also an einer Führung über das Gelände teilnehmen, die zum Teil von ehemaligen Bergarbeitern der Zeche geleitet wird. An einigen Stellen finden sich kleine Informationsstände, wo man Broschüren oder Antworten auf Fragen erhält.

Im Gebäude der Kohlenwäsche ist seit 2010 das Ruhr-Museum untergebracht. Es wird kurz im folgenden Abschnitt betrachtet. Vom Vorplatz führt eine große Rolltreppe hinauf in den hochliegenden Eingangsbereich des Museums. Sie ist orangefarben beleuchtet, was insbesondere in der Dunkelheit einen netten Effekt ergibt.

Die folgenden Bilder zeigen einen Bruchteil der grandiosen Eindrücke während eines Spaziergangs von der Schachtanlage XII über die Eisenbahnanlagen bis zur Gründungsschachtanlage I / II / VIII – man könnte fast unendlich viele Fotos oder Impressionen zeigen, aber dann würde diese Dokumentation für Nutzer mit langsameren Verbindungen nur schwer zu lesen sein. Am besten ist, sich die ganze Anlage einmal selbst anzuschauen.

Zeche Zollverein Schacht XII

Zeche Zollverein – Doppelbock auf Schacht XII

Zeche Zollverein Schacht XII

Verladebahnhof im südlichen Teil mit der Rolltreppe zum Museum

Zollverein in Essen

Alte Schienen und neue Parkplätze auf dem Zechengelände

Zeche Zollverein Schacht XII

Kubische Gebäude im Bauhausstil

Red Dot Design Museum  Zeche Zollverein

Häuserflucht mit Red Dot Design Museum am Ende

Zeche Zollverein Schacht 12

Gastromie unterm Förderturm – nur im Ruhrgebiet

Zeche Zollverein in Essen

Bekanntestes Motiv: Der Doppelbock über Schacht XII

Zeche Zollverein

Rohrleitungen im roten Farbschema

Zeche Zollverein Gleise

Ehemaliger Rangierbahnhof

Zeche Zollverein

Ehemaliger Rangierbahnhof und Fördergerüst von Zollverein

Zeche Zollverein Kunst zwischen Gleisen

Kunst, wo früher Kohle verladen wurde

Zeche Zollverein

Schacht I der Anlage Zollverein I / II / VIII

Zeche Zollverein

Loren am Kunstschacht Zollverein

Folkwang-Universität der Künste (Zollverein-Kubus)

Folkwang-Universität der Künste als markantes Gebäude

Zeche Zollverein

Pfeiftafel an der alten Zollverein-Trasse mit Blick zum Schacht I

Ruhr Museum

Lichtkunst im Ruhr Museum

Das Ruhr Museum – Ausstellung in der alten Kohlenwäsche

Anfang 2010 wurde in der Kohlenwäsche der Zeche Zollverein das neue Ruhr Museum eröffnet. Es gliedert sich in mehreren Ebenen, die als Etagen getrennt voneinander in den alten Industrieanlagen und Kohlebunkern der Wäsche angelegt sind und dem Weg der Kohle folgen. Inhaltlich befasst es sich mit verschiedenen Zeitepochen des Ruhrgebiets – rückwärts von der Moderne über die Industriezeit, das Mittelalter bis hin zur Prähistorie. Dabei betrachtet die Moderne die charakteristischen, guten, schlechten, lustigen, traurigen und verrückten Seiten der Metropolregion anhand zahlreicher Exponate, Multimedia-Anlagen, Bildern oder Statistiken. Persönliches Lieblingsexponat ist eine konservierte Staublunge. Einige Etagen tiefer wird die Zeit zurückgedreht. Hier werden unter anderem prähistorische Funde ausgestellt, ausgestopfte Tiere der Region und und und. Man sollte genügend Zeit mitnehmen, um die Ausstellungsstücke bewundern zu können.

Das Museum kann als Universalmuseum über das Ruhrgebiet eingeordnet werden und lohnt insbesondere, aber nicht nur bei schlechtem Wetter und ist auch für Familien interessant. Der Zugang führt über eine lange, durch Medien inzwischen recht bekannte Rolltreppe, die orange beleuchtet ist, vom Platz unter dem Doppelbock von Schacht XII nach oben.

Die Kokerei Zollverein

Eine Kokerei dient der Produktion von Koks aus Kohle und ist daher meist in der Nähe von Förderanlagen dieses Rohstoffs zu finden. Koks ist ein Brennstoff, der in der Stahlverhüttung zur Gewinnung von Eisen und Stahl aus Eisenerz benötigt wird. Dabei wird ein bestimmtes Mischungsverhältnis verschiedener Kohlesorten eine gewisse Zeit in schmalen Öfen "gebacken", schließlich gelöscht und abtransportiert. Ausführlich ist der Verkokungsprozess im Artikel über die Kokerei Hansa in Dortmund beschrieben.

Wie die Kokerei Hansa gliedert sich die 1961 in Betrieb gegangene Kokerei Zollverein in die Schwarze und die Weiße Seite, wobei die Schwarze Seite die Koksproduktion und Vorbereitung an sich bezeichnet, die Weiße die Weiterverarbeitung von nebenher anfallenden Stoffen, zum Beispiel Gasen oder Flüssigkeiten. Die Kokerei wurde als letzte Anlage im Bereich von Zollverein 1993 geschlossen. Ein zunächst anvisierter Abbau und Verkauf der Anlagen nach China wurde nicht durchgeführt. Die Kokerei Zollverein steht heute unter Denkmalschutz und kann in Teilen Tag und Nacht frei besichtigt werden.

Die Gebäude der Kokerei weisen die gleiche Bauhaus-Architektur wie die der Zeche Zollverein auf. Kein Wunder, sie wurden ebenfalls vom Architekten Fritz Schupp entworfen und gebaut – ein »Corporate Design« der Nachkriegszeit. Als weitere Besonderheit besitzt die Kokerei ein kleines Riesenrad über den Koksöfen und ein Schwimmbecken, das in den Sommerferien kostenlos und frei benutzt werden kann. Auf dem Gelände der Kokerei fand die offizielle Eröffnungsfeier zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 statt.

Kokerei Zollverein

Kokerei Zollverein – die Weiße Seite mit Silos und Tanks

Kokerei Zollverein

Schwarze Seite mit 304 Koksöfen in mehreren Batterien

Kokerei Zollverein

Durchblick neben den Koksöfen (rechte Seite)

Kokerei Zollverein Sonnenrad (Riesenrad)

Sonnenrad über der Koksofenbatterie

Zeche Zollverein

Hohe Schornsteine und Rohrleitungen laufen neben den Öfen

Kokerei Zollverein

Details auf dem Kokereigelände

Sonnenrad der Kokerei Zollverein

Sonnenrad und Öfen der Kokerei Zollverein

Kokerei Zollverein

Schwarze Seite der Kokerei Zollverein

Industrie

Details: Lampe im Bereich der Silos

Kokerei Zollverein

Werksschwimmbad unter dem Sonnenrad

Kokerei Zollverein

Förderbänder

Kokerei Zollverein

Silos der Weißen Seite, auch wenn sie rot gestrichen sind

 

Informationen zum Besuch im Welterbe Zeche Zollverein:

Fazit und Tipp des Webmasters: Für einen Bewohner des Reviers und auch für Reisende ist der Besuch auf Zollverein Grundgesetz. In eindrucksvoller Kulisse lassen sich schöne Spaziergänge durchführen, für die kulturinteressierten gibt es zahlreiche museale Angebote. In der Nähe befinden sich der Nordsternpark und die Schurenbachhalde. Mit dem Fahrrad ist der Landschaftspark Mechtenberg, der Skulpturenwald mit der Halde Rheinelbe und auch die Erzbahntrasse erreichbar. Für Freunde der weiten Aussicht bietet sich der Landschaftspark Hoheward an – die größte Haldenlandschaft auf dem europäischen Kontinent im nahen Herten. Auch Tetraeder und Alpincenter in Bottrop sind nicht weit entfernt und gehören zu den Standardzielen, mit denen der Besuch auf Zollverein gut verbunden werden kann.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise:

Das Freigelände von Zeche und Kokerei ist jederzeit frei zugänglich, der Eintritt ist frei.

Das Ruhr Museum ist ganzjährig täglich außer an Heiligabend, 1. Weihnachtstag und Silvester von 10.00-18.00 Uhr geöffnet. Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für das Ruhr Museum entsprechen der mittleren Kategorie €€ (zwischen 5,- Euro und 10,- Euro pro Person). Kinder unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Genaue Preise insbesondere für Wechselausstellungen, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen.

Das Red Dot Design Museum ist Di-So und feiertags 11.00-18.00 Uhr geöffnet. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für das Red Dot Design Museum entsprechen der mittleren Kategorie €€ (zwischen 5,- Euro und 10,- Euro pro Person), freitags zahlt der Besucher einen freiwilligen Beitrag.

Weitere Öffnungszeiten und Preise sind auf der Internetseite zu entnehmen.

Auf dem Gelände der Kokerei befindet sich ein Café mit sanitären Einrichtungen im östlichen Bereich der Koksöfen.

Anfahrt mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 15 Gelsenkirchen-Heßler. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Oberhausen links abbiegen auf den Lehrhovebruch. Dem Verlauf und der Beschilderung zur Zeche Zollverein folgen. In der Nähe der Zeche sind mehrere kostenlose Parkplätze vorhanden und sehr gut ausgeschildert. Auf der oben gezeigten Luftbildkarte sind die vier großen Parkplätze markiert. Die Parkplätze A1 und A2 befinden sich im Umfeld der Schachtanlage XII, B neben dem Kunstschacht und C in der Nähe der Kokerei. Von allem Ausgangspunkten lässt sich das Gelände gleichermaßen gut erkunden.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Fritz-Schupp-Allee (A1), Bullmannaue (A2, B) oder Arendahls Wiese (C) in 45141 Essen

Geographische Koordinaten:
51°29'11.45"N, 7° 2'38.71"E – Doppelbock über Schacht XII
51°29'10.19"N, 7° 2'35.33"E – Aufgang zum Ruhr Museum
51°29'15.48"N, 7° 2'42.27"E – Red Dot Design Museum
51°29'25.15"N, 7° 2'18.51"E – Kokerei Zollverein

51°29'24.13"N, 7° 2'40.08"E – Fördergerüst von Schacht I
51°29'17.29"N, 7° 2'51.83"E – Folkwang-Universität der Künste
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
364200 m, 5705743 m– Doppelbock über Schacht XII

364134 m, 5705706 m – Aufgang zum Ruhr Museum
364272 m, 5705865 m – Red Dot Design Museum
363822 m, 5706176 m – Kokerei Zollverein
364237 m, 5706134 m – Fördergerüst von Schacht I
364458 m, 5705916 m – Folkwang-Universität der Künste

Anreise mit Bus und Bahn: Mit der S2 von Dortmund oder Duisburg bis Essen-Zollverein Nord, von dort laufen oder mit der Straßenbahn Linie 107 bis Zollverein. Alternativ von Essen Hbf. mit der Straßenbahn der Linie 107 in Richtung Gelsenkirchen bzw. Hanielstraße bis Zollverein (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Kapitelwiese). Die Fahrtzeit beträgt ca. 15 Minuten.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Zeche Zollverein ist durch zahlreiche beschilderte Themenradwege erschlossen. Auf stillgelegter Eisenbahntrasse verläuft der Emscher-Park-Radweg direkt an der Zeche vorbei. Radfahrer erreichen das Weltkulturerbe außerdem über lokale Themenrouten wie Essen Erleben Nord, Bahntrassentour oder die Natur Route.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist die Zeche Zollverein dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Essen und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegt sie im Planquadrat C5. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

 Rad- und Wanderkarte Essen und Umgebung   Radwanderkarte Ruhrgebiet  

Quellen und weitere Informationen:

Zeche Zollverein www.zollverein.de
Weltkulturerbe Zollverein bei Unesco www.unesco.de
Ruhr Museum Essen www.ruhrmuseum.de

 

Halden der Zeche Zollverein

Die Zeche Zollverein hat neben anderen Bergehalden (z.B. Schurenbachhalde) drei nach ihr benannte Abraumberge angeschüttet. Die Halde Zollverein I / II ist ein bewaldeter und unzugänglicher Spitzkegel direkt neben dem Gelände der Zeche Zollverein an der School of Management and Design – passenderweise an der »Haldenstraße« gelegen. Bereits auf dem Stadtgebiet von Gelsenkirchen befindet sich die größere Halde Zollverein IV / V / XI direkt an der Trabrennbahn Nienhausen.

Halde Zollverein I / II / VIII "Halde Bullmannsaue"

In Reichweite der Gründungsschachtanlage befindet sich die Bergehalde Bullmannaue. Benannt ist sie, ebenso wie die an ihr entlangführende Straße, nach einem Bauern, dem Teile des Grund und Bodens vor der Zeche Zollverein gehörten. Auf der anderen Seite verläuft die Haldenstraße entlang. Die Halde überdeckt eine Fläche von fast vier Hektar. Der höchste Punkt liegt auf 63,8 Metern über dem Meeresspiegel und überragt damit die Umgebung um etwa 18 Meter. Durch das vergleichsweise hohe Alter ist der Abraum heute dicht bewachsen. An wenigen Stellen ergibt sich die Möglichkeit, die äußerst steile Böschung unter hangelnder Zuhilfenahme von Wurzeln und Bäumen zu erklimmen. Der Gipfel stellt sich als hügeliges Plateau mit vielen Bäumen und Büschen dar. Nur wenige Ausblicke ergeben sich durch zufällige Schneisen, sodass die große Mühe beim Anstieg (und noch gefährlicher beim Abstieg) kaum lohnt.

Halde Bullmannaue (Halde Zollverein I / II / VIII)

Halde Zollverein I / II / VIII "Halde Bullmannaue" im Hintergrund

Halde Bullmannaue (Halde Zollverein I / II / VIII)

Sehr steile Böschungen der Halde mit dichtem Waldbewuchs

Halde Bullmannaue (Halde Zollverein I / II / VIII)

Böschungskante auf dem Haldenplateau

Halde Bullmannaue (Halde Zollverein I / II / VIII)

Eine der wenigen Aussichten auf das Gelände des Welterbes

Für die Anreise gelten die Informationen aus dem Abschnitt über die Zeche und Kokerei Zollverein. Unmittelbar neben der Halde befindet sich der Parkplatz B.
 

Halde Zollverein IV / V / XI – Trainingsstrecke für Pferdesportler auf altem Flugplatzgelände

Etwa zwei Kilometer nordöstlich des berühmten Gebäudeensembles mit dem Schacht XII, dem heutigen Ruhr Museum und der Kokerei befand sich die Schachtanlage Zollverein 4/5/11 unweit der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen. Bereits 1891 wurde mit dem Bau der Anlagen begonnen, 1967 erfolgte die Schließung. Heute sind noch einige Gebäudeteile erhalten geblieben. Aus der Zechenbahn wurde ein Radweg.

Jenseits der Grenze bilden die Trabrennbahn Gelsenkirchen, der GelsenTrabPark, und die Bergehalde Zollverein IV / XI eine verwachsene Einheit. Die Rennbahn wird im Norden von zwei Seiten von der Halde umschlossen, die sich bogenförmig zwischen der ehemaligen Schachtanlage und dem Gut Nienhausen erstreckt. Während die Trabrennbahn bereits seit 1912 besteht, stammen die ersten Schüttungen der Bergehalde aus den 1940er Jahren. Sie überdecken den in dieser Zeit aufgegebenen und ebenfalls 1912 eröffneten Sportflughafen Rotthausen.

Heute präsentiert sich der künstliche Berg als die größte und höchste Bergehalde der Zeche Zollverein. Sie hat eine Grundfläche von etwa 35 ha und reicht an ihrem höchsten Punkt auf 85,4 m ü. NN. Damit erreicht sie eine relative Höhe über der umgebenden Flur von etwa 40 Meter und ist damit von der Höhe vergleichbar mit der bekannten Halde Rheinelbe. Natürlich ist der Berg zugänglich und durch zahlreiche Wege und Pfade erschlossen – Bänke bieten nicht nur Ruhepausen, sondern auch eine Aussicht auf die zum Greifen nah scheinenden Schornsteine und den Doppelbock von Zollverein in Katernberg. Eine Trainingstrecke für die Traber aus Sandboden führt von der Rennbahn auf die Halde und in Gipfelnähe herum. Auf- und Abfahrt verlaufen dabei auf lange Strecke separat aber parallel nebeneinander. Zusammen mit hin- und Rückweg für Fußgänger rechts und links daneben verlaufen als Kuriosum im Südwesten gleich vier Wege auf nicht einmal 30 m Breite nebeneinander auf die Halde. Zu großen Teilen ist die Halde dicht mit Büschen und Bäumen bewachsen. Sofern das Gehölz nicht kleingehalten wird, sind gute Aussichtspunkte auf wenige Stellen begrenzt. Eine freie Fläche ohne hohen Bewuchs befindet sich in Gipfelnähe.

Halde Zollverein 4/11

Wanderer links, Pferde rechts: Aufstieg auf die Halde

Halde Zollverein 4/11

Langer Weg in konstanter Steigung zum Gipfel

Halde Zollverein 4/11

Aussicht zur Zeche Zollverein und Innenstadt Essens

Halde Zollverein 4/11

Traber kreuzen von rechts oder links den Weg

Halde Zollverein 4/11

Lichtes Gebüsch mit Aussicht auf Essen

Halde Zollverein 4/11

Traber-Strecke aus Sandboden

Lama-WanderungTipp des Webmasters: Eine Lama-Wanderung auf der Halde Zollverein IV / V / XI

Eine ungewöhnliche Wanderung auf diese Halde wird in regelmäßigen Abständen mit Lamas angeboten. Dabei wird ein Tier an der Leine geführt, was sich positiv auf Geist und Seele auswirkt. Abgesehen davon macht es großen Spaß!
Informationen dazu erhalten Sie hier: www.prachtlamas.de

Anfahrt zur Halde Zollverein IV / V / XI mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 15 Gelsenkirchen-Heßler. Aus Richtung Dortmund im Kreisverkehr rechts und im zweiten geradeaus, aus Richtung Oberhausen im Kreisverkehr links Richtung Essen in die Straße Lehrhovebruch. Dem Straßenverlauf, der an der Stadtgrenze Essen in die Schalker Straße übergeht, ca. 1 km folgen (30 km/h beachten!). An der rechterhand liegenden Fatih-Moschee vor der Eisenbahnbrücke links auf dem kostenlosen Parkplatz parken.

Von der Parkplatzzufahrt gesehen rechts hoch auf die Bahntrasse, sofort haarnadelscharf links abbiegen (nicht auf den eigentlichen Zollverein-Radweg!!) und zweimal rechts halten. Hier befindet sich die Stelle mit vier parallelen Auffahrten auf die Halde.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Schalker Straße 23 in 45327 Essen (Parkplatz in Essen, Halde in Gelsenkirchen!)

Geographische Koordinaten:
51°30'19.71"N, 7° 2'58.66"E – Parkplatz an der Moschee
51°30'24.14"N, 7° 3'11.03"E – Vier Wege auf die Halde
51°30'31.54"N, 7° 3'27.74"E – Niedrig bewachsener Gipfel

Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
364641 m, 5707841 mParkplatz an der Moschee

364883 m, 5707971 m – Vier Wege auf die Halde
365211 m, 5708192 m – Niedrig bewachsener Gipfel

Anreise mit Bus und Bahn: Mit der S2 von Dortmund oder Duisburg bis Essen-Zollverein Nord, von dort oder auch von Essen Hbf. mit der Straßenbahn Linie 107 Richtung Gelsenkirchen bis Nienhuser Busch (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Hanielstraße / Schleife). Die Kreuzung überqueren und geradeaus der Schalker Straße bis unter die Brücke folgen. Gegenüber der Moschee rechts auf den Parkplatz. Von der Parkplatzzufahrt gesehen rechts hoch auf die Bahntrasse, sofort haarnadelscharf links abbiegen (nicht auf den eigentlichen Zollverein-Radweg!!) und zweimal rechts halten. Hier befindet sich die Stelle mit vier parallelen Auffahrten auf die Halde.

Weitere Informationen:

Schachtanlage Zollverein 4/5/11:
www.route-industriekultur.de
Fatih-Moschee: www.route-industriekultur.de

 

Halde Zollverein XII

Es ist eine niedrige Halde zwischen der Zeche und der Kokerei Zollverein, die keine konkrete differenzierte Bezeichnung trägt, aber nach der Schachtanlage gut und gerne als Halde Zollverein XII bezeichnet werden könnte. Diese diente hauptsächlich der Zwischenlagerung des tauben Gesteins aus der Zeche. Sie ist in der Landschaft durch ihre geringe Höhe kaum als Bergehalde zu erkennen. Als »Skulpturenwald« befinden sich auf dem Grund und Boden der Halde große Granitsteine von Ulrich Rückriem, der bekannt für seine kubischen Werke ist. Mit diesen Formen wird vor allem auf den Baustil der Zeche eingegangen. Neben den Steinquadern fällt vor allem die kleine erhaltene Kläranlage auf, die dem Design der Zechengebäude folgend ebenfalls im Bauhausstil errichtet wurde. Eine Überquerung der Halde kann bei einem Gang von der Zeche zur Kokerei als Abkürzung erfolgen.

Halde Zollverein (Essen)

Die niedrige Halde Zollverein auf dem Gelände der Zeche

Granitquader von Ulrich Rückriem auf Halde Zollverein

Granit-Blöcke von Ulrich Rückriem im Skulpturenwald

Halde Zollverein XII

Kläranlage am Rande der Halde

Halde Zollverein in Essen

Halde Zollverein XII, hinten Gerippe von Kühltürmen der Kokerei

Halde Zollverein Halde Zollverein

Für die Anreise gelten die Informationen aus dem Abschnitt über die Zeche und Kokerei Zollverein. Unmittelbar neben der Halde befindet sich der Parkplatz A1.

Geographische Koordinaten:
51°29'4.42"N, 7° 2'27.76"E – Skulpturenblöcke
51°29'7.53"N, 7° 2'28.13"E – Kläranlage

Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
363983 m, 5705531 m – Skulpturenblöcke
363993 m, 5705627 m – Kläranlage
Industriekultur im Ruhrgebiet

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

Auf der Auswahlseite Industriekultur finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden Natur & Landschaft, alte Zechen und Industrieanlagen und andere technische Besonderheiten.

Halden Ausflugsziele


Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 04 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.

(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann - www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr