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Bergbauwanderweg Ruhr-Universität Bochum

Ruhr-Universität • Zeche Gibraltar • Kemnader See • Zeche Klosterbusch • Laerholz

In der Form einer großen Acht verbindet der Bergbauwanderweg Ruhr-Universität in Bochum auf etwa 15 Kilometern Länge Orte mit historischer und neuzeitlicher Bergbautätigkeit. Zentrum, Ausgangs- und Endpunkt des Wanderweges bildet die Universität im Ortsteil Querenburg. Der Weg verläuft an etwa 20 unnummerierten Stationen vorbei. Passiert werden Pingen und Kohlelager des frühen Bergbaus an der Ruhr ebenso wie Stollenzechen, erhaltene über Tage gelegene Gebäude und Anlagen, aber auch besondere Naturräume wie der Stausee oder der Botanische Garten. Neben den Eindrücken von der Wanderung dient diese Seite auch als Wegbeschreibung, weshalb es sich bei fehlender Ortskenntnis vielleicht lohnt, diese Seite vor einer Wanderung auszudrucken und ggf. mit einer geeigneten Wanderkarte in die Tasche zu stecken.

Markiert ist der Wanderweg durch Schlägel und Eisen, also das typische Bergbau-Symbol mit den gekreuzten Hämmerchen. Grundsätzlich sind an den meisten Stellen und vor wichtigen Kreuzungen Markierungen angebracht, die jedoch manchmal nur nach gewisser Suche oder gar nicht gefunden werden – insbesondere auf dem Gelände der Universität, auf der letzten Etappe und in einigen Waldabschnitten könnte die Dichte der Wegzeichen größer sein. Teilweise deckt sich der Weg durch eine GeoPark-Route, die durch zwei horizontale Striche in Form eines Gleichheitszeichens markiert wird.


Wegmarkierung Schlägel und Eisen

Die Ruhr-Universität in Bochum – Ausgangspunkt des Bergbauwanderweges

Die Hochschule im Bochumer Süden ist die erste Nachkriegs-Universität in Deutschland und wurde 1962 als Campusuni auf landwirtschaftlicher Fläche im Vorort Querenburg errichtet. Entstanden sind dabei auch die Hustadt als Wohnsiedlung insbesondere für die Studierenden und das Einkaufszentrum Uni-Center mit seinen weithin sichtbaren Hochhäusern. Auf dem ersten Blick fällt der freundlich als großzügig zu bezeichnende Einsatz von Beton bei der Errichtung der mehr funktionalen als schönen Gebäude auf, was der Einrichtung auch den Spitznamen »Beton-Uni« gibt. Das typische Klappern der Gehwegplatten, wenn Massen von Studierenden mit einer U-Bahn eingetroffen sind und zu , kubische Betonüberdachungen, in denen die Monier-Eisen bereits rostend zum Vorschein kommen, hier und dort Plakate oder Bettlaken mit gesprühten Aufrufen zu Protesten oder Einladungen für Veranstaltungen. Man muss die Uni in der Tat liebgewinnen.

Blickt man etwas mutiger und ausführlicher auf die Architektur, so wird man feststellen, dass das Gelände eine Art Hafen symbolisiert, bei dem die Fakultätsgebäude wie Schiffe angelegt sind – Philosophisch wird hier das Wissen auf die weite Reise geschickt. Dazu hat das große Auditorium Maximum auf dem Forumsplatz von oben gesehen die Form einer gezackten Muschel. Die Fakultätsgebäude sind derzeit noch streng nach Themengebiet geordnet. Im Südosten steht die N-Reihe der Naturwissenschaften (Geographie, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Botanik und Astronomie), im Nordosten die I-Reihe der Ingenieurswissenschaften, im Nordwesten die M-Reihe mit der Medizin und im Südwesten die hochfrequentierte G-Reihe der Geisteswissenschaften mit Germanistik, Philosophie, diversen Sprachen und Jura. Dazwischen befinden sich jeweils Hörsaalgebäude. Zentraler Klotz ist die Universitätsbibliothek, kurz UB, das Hörsaalzentrum Ost, kurz HZO (ein HZW wurde nie gebaut), sowie das sicherlich am meisten besuchte Gebäude mit der Mensa hinter dem Audimax. Man kann hier übrigens auch als Nicht-Studierender gut essen, was vielleicht für den Wanderweg eine willkommene und etwas andere Einkehrmöglichkeit ist. Die Mensa ist gerade erst neu gebaut und zeichnet sich durch besonders gutes Essen aus. Es gibt nicht nur Pommes und Bratwurst.

Ruhr-Universität Unibrücke

Blick von der Universität zu U-Bahn und Uni-Center in Bochum

Ruhr-Uni Audimax

Audimax in Muschelform, Universitätsbibliothek und HZO

Ruhr-Universität Bochum

Blick aus einem Seminarraum auf den Forumsplatz mit UB

N-Gebäude RUB

Die grüne N-Reihe der Naturwissenschaften (Dachfarbe)

Beton-Uni Bochum

Großzügiger Einsatz von Beton und hoher Flächenverbrauch

Betongebäude

Funktional statt schön

Bekanntermaßen herrscht an Universitäten immer chronischer Parkplatzmangel, insbesondere in der Vorlesungszeit (Mitte April bis Juli und Mitte Oktober bis Februar). Zwar ist die Ruhr-Uni in Bochum durch großzügige Parkhäuser unter dem Campus recht gut ausgestattet, doch gerade im laufenden Semester kann sich der Autofahrer je nach Ankunftszeit sprichwörtlich einen Wolf suchen. Praktischerweise ist die Universität jedoch ausgezeichnet an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Mit der U35, der sogenannten »Campus-Linie«, ist man im dichten und für das Ruhrgebiet auf einer einzigen Linie recht einmaligen 5-Minuten-Takt (in Schulferien: 10-Minuten-Takt) innerhalb von zehn Minuten vom Hauptbahnhof Bochum angereist. Das schafft sonst nur der nicht vorhandene Transrapid in München zum Flughafen.

GPS: 51°26'49.87"N, 7°15'32.96"E (Ausgangspunkt U-Bahn-Station »Ruhr-Universität«)

Hat man die Horden hektischer Studierender, die ihr Seminar noch halbwegs pünktlich erreichen wollen, überholen lassen und, steht man etwas verloren mitten auf der Petschelt-Brücke zwischen Uni-Center und Universität, die die mehrspurige Universitätsstraße überbrückt. Mit etwas Glück hält man mal wieder einen Zettel in der Hand, der einem mit einem freundlichen Lächeln aufgedrängt wurde.

Auf dem Universitätsgelände fehlt der Anfang des Bergbauwanderwegs. Zur ersten Station muss man sich selber durchkämpfen: Der Weg führt von der U-Bahn-Station nach Süden über die Brücke zur Uni. Wir passieren die Universitätsbibliothek mit der blinkenden Leuchtschrift am Dach auf der rechten Seite, steigen dort die Treppen hinunter auf den Forumsplatz, der im Süden durch das Audimax und die Mensa begrenzt wird. Es geht rechts ab zur M- und G-Reihe, wo dann rechts die roten und links die gelb angemalten Gebäude stehen. Vorbei am Campus-Center schräg-links den Berg hinunter. Gebäude GA, GB und GC passieren und ganz am Ende die Treppe hinuntersteigen. Hier steht rechts am Wegesrand eine Hinweistafel zum Flözaufschluss:

Flözaufschluss an der Ruhr-Uni

Station 1: Flözaufschluss am Ende der G-Gebäude

Flözaufschluss

Farbenfrohe Gesteine

Dieser Aufschluss wurde im Zeitraum des Baus der Ruhr-Universität während der Geländearbeiten zur Errichtung der Zufahrtsstraße West freigelegt und entdeckt.

Weil der Botanische Garten zum Zeitpunkt der Exkursion im Frühjahr eher vereist als grün und blühend ist, wird vorerst auf eine Exkursion durch den Park verzichtet. Man kann dann von hier aus über die Weststraße nach Süden, vorbei an den Parkplätzen und links vorbei an den Tennisplätzen talabwärts laufen.

Schließlich steht man auf der Straße Im Lottental am gleichnamigen Bach, dessen Name eine alte Bezeichnung für oberirdische Abwasser-Kanäle ist. Den Wanderer empfängt eine Informationstafel, die aussagt, dass die Lage der Straße früher dem Verlauf einer Pferdebahn der Zechen Glücksburg und Julius Philipp entspricht. Man trifft hier endlich auf eines der ersten Piktogramme des Wanderweges, der nach einem kurzen flachen Abschnitt im Lottental und willkommenem Luftholen nach dem Abstieg von der Ruhr-Universität direkt wieder links bergauf führt.

GPS: 51°26'28.93"N, 7°16'3.14"E (Botanischer Garten | Chinesischer Pavillon)

Vom Lottental zum Kemnader See: Früher Bergbau bei Stiepel

Vor einem Fachwerk-Bauernhof steht eine Tafel mit dem Hinweis auf die Trennung zwischen dem Bergbauwanderweg Ruhr-Universität und dem Bergbauwanderweg im Bochumer Süden. Das heißt, dass man an dieser Stelle noch die Qual der Wahl hat. Immer Schlägel und Eisen bzw. der GeoRoute nach biegen wir links Richtung Hofladen ab, wo die Straße mehr oder weniger steil bergauf führt. Schaut man sich um, hat man schon jetzt einen guten Blick auf die Fakultätsgebäude der Universität. Leider fehlt es im folgenden Abschnitt etwas an Beschilderung, aber zunächst halten wir uns an der T-Kreuzung links bis zur nächsten Straßenkreuzung Haarstraße / Hevener Straße. Vorbei am Ort der ehemaligen Zeche Gekrönte Antonia (zumindest bei der Exkursion ohne Schild) folgen wir der Hevener Straße nach rechts Richtung Westen. Nach 250 Metern biegt rechts ein kleinerer Weg ab, der in die Haarholzer Straße mündet. Ihm ist zu folgen. Auf einem Sattel bietet sich letztmalig ein besonders guter Ausblick auf die Universität. Den nun zahlreich vertretenen Symbolen folgend geht es die erste Möglichkeit links, direkt gegenüber der Kreuzung danach schräg links in die Straße Im Mailand. Gegenüber einigen Sandbunkern des Golfplatzes des Bochumer Golfclubs führt der Weg rechts beschildert an einem Haus vorbei in den Wald.

Lottental

Bauernhof im Lottental unterhalb der Ruhr-Universität

Ruhr-Uni von weitem

Ausblick von einem Höhenzug auf die Uni und das Audimax

Ruhr-Uni Fernsicht

Vermutlich waren die Anwohner beim Bau der Uni begeistert...

Feldweg

Kleiner Weg auf einem Sattel zwischen Lottenbach und Ruhr

Pingen im Wald

Einsturztrichter einer alten Pinge aus dem Bergbau

Bachtal

Böschungsreiches Bachtal in Bochum-Stiepel

Kohlenplatz

Alter Kohlenplatz als Lagerstätte für die Rohstoffe

Tümpel im Wald

Tümpel mit spiegelglattem Wasser

Der Weg wird zu einem Waldweg in einem idyllischen Bachtal mit teils recht steilen Böschungen rechts und links. Da der Bach in den Kemnader See fließt, geht es nun stetig bergab. Nun muss man mit etwas offenen Augen wandern, denn am Wegesrand sind nun vereinzelt Pingen sichtbar, also Überreste von schachtähnlichen Grabungen des frühen Bergbaus. Diese Mini-Schächte in Quasi-Tagebauweise wurden betrieben, bis der Grundwasserspiegel erreicht war. Einsturztrichter, wo das Erdreich den Schächten nachgegeben hat, zeugen heute von ihrer Existenz.

GPS: 51°25'20.08"N, 7°15'6.54"E (Kohlenplatz)

Eine Hinweistafel weist kurz vor Ende des Waldes nach etwa einem Kilometer auf den Kohlenplatz hin, vermutlich eine Lagerstätte der nahen Zeche Gibraltar. In jedem Fall ist die künstliche Form der Ebene im sonst hügeligen Bachtal besonders auffällig.

Bachtal

Bergbauwanderweg entlang eines Baches durch das hügelige Waldland

Der Weg führt nun nur noch ein kurzes Stück bergabwärts, bis der tiefste Punkt des Wanderweges erreicht ist: das Ufer des Kemnader Stausees. Es beginnt eine schöne, schön flache, aber leider auch ganz schön schnell bewanderte Etappe.

 

Entlang des Ufers vom Kemnader Stausee

Der Kemnader See ist der jüngste der sechs Ruhrstauseen und wurde erst 1979 fertiggestellt. Er hat heute vor allem Naherholungsfunktion für die Bevölkerung, ist aber ursprünglich ein Sedimentationsbecken für im Flusswasser mitgeführte Schwebstoffe zur Verbesserung der Trinkwasserqualität. Er erstreckt sich über drei Kilometern Länge und wird neben der Ruhr auch durch den Oelbach bzw. Harpener Bach (siehe Artikel zum Bergbau am Harpener Bach) sowie kleinere Nebenbäche gespeist. Den gesamten See kann man als Fußgänger, Radfahrer oder Inline-Skater bequem umrunden. Dazu bieten sich zum Teil getrennte Wege für die unterschiedlichen Fortbewegungsarten an. Schwimmen ist allerdings nicht erlaubt. Frische Luft weht über den See ins Gesicht und am Ufer plätschern sachte kleine Wellen an.

Die Erholungsfunktion wird ein wenig getrübt durch den allgegenwärtigen Geräuschpegel von der am Südufer verlaufenden Autobahn A43. Die in vielen Berichten vom See als störend empfundenen parallel zur Autobahn verlaufenden Überlandleitungen sind hingegen im Dunst kaum sichtbar und wirken sich am Nordufer nur sehr begrenzt aus – durch die Fotos kann man sich selbst ein Bild machen.

Erste Station am See ist ein Flözaufschluss, der allerdings nur entdeckt wird, wenn man sich nicht sofort zum Seeufer hingezogen fühlt. Dahinter liegen übrig gebliebene und renovierte Gebäude der ehemaligen Zeche Vereinigte Gibraltar. Dadurch, dass das ursprüngliche Flussbett der Ruhr vor dem Bau des Stausees recht nah im Norden verlief, lag die Zeche damals wie heute am Wasser - wenn auch früher etwas höher. Nach Schließung der Zeche im Jahr 1925 wurde das Gebäude als »Duesterberg-Haus« zunächst Besitz des Stahlhelm-Bundes, ehe eine sogenannte »Führerschule« und ein frühes Konzentrationslager eingerichtet wurden. Eine Gedenktafel erinnert heute an die stattgefundenen Folterungen und Misshandlungen. Das Gebäude wird heute von der Universität genutzt, außerdem befindet sich hier ein Restaurant – die nächste Einkehrmöglichkeit. An den Gebäuden der ehemaligen Zeche Gibraltar befindet sich etwas versteckt der tieferliegende Eingang zum Erbstollen der Zeche, markiert durch eine knallgelb angestrichene Grubenbahn, die als Denkmal daneben aufgestellt ist.

GPS: 51°25'21.08"N, 7°15'29.42"E (Zeche Gibraltar)

Zeche Gibraltar

Gebäude der ehemaligen Zeche Gibraltar

Kemnader See an der Zeche Gibraltar

Naherholung am Kemnader Stausee in Bochum

Kemnader Stausee

Der Kemnader See, einer von den sechs Ruhrstauseen

Promenade am Kemnader See in Bochum

Fußgänger-Promenade am Seeufer

Zechengebäude Gibraltar am See

Zechengebäude

Gelbe Grubenbahn

Grubenbahn hinter der ehemaligen Zeche

Erbstollen Vereinigte Gibraltar

Eingang zum Erbstollen Vereinigte Gibraltar

Nordufer

Breites Nordufer mit Wiesen und Bäumen

Ente

Tierische Bewohner des Sees

Kemnader See

Kemnader See mit Blickrichtung Südost

Schutzhütte und weiße birke am see

Schutzhütte und weiße Birke an der Mündung des Oelbaches

Grün-weißer Leuchtturm

Ein kleiner Leuchtturm markiert Mündung und Hafeneinfahrt

Fast genau einen Kilometer führt der Weg nun entlang der schön gelegenen Promenade direkt am Seeufer. Vor einer Schutzhütte, von der ein guter Blick über den oberen Seebereich mit der Ruhr und dem durch einen Damm davon getrennten Hafen in der Oelbachmündung möglich ist, führt der Weg in der nächsten Etappe wieder bergauf. Wir folgen der Straße Blumenau rechts über den Parkplatz des Ruhrlandheims.

 

Vom Kemnader See auf den Kalwes, um Hustadt und ins Laerholz

Von dieser Stelle bietet sich über die Felder ein allerletzter Panoramablick über die hochgelegenen Fakultätsgebäude und das Audimax der Ruhr-Universität. Doch der Blick wird in den Feldern durch die nächste Station auf dem Bergbauwanderweg abgelenkt. Mitten im bestellten und wachsenden Feld liegen in einer Reihe kleine Inseln mit Büschen und Gräsern, wobei diese im Sommerhalbjahr bis zur Ernte vermutlich nur schwer zu erkennen sind. Sie verdecken Betonfundamente der 1921 errichteten zwei Kilometer langen Seilbahn zwischen der Zeche Klosterbusch und der Ruhr in Herbede. Fundamente liegen auch im Wald, in dem der Wanderweg nun verschwindet und – mal wieder – bergab zum Yachthafen in Heveney bis kurz über die Wassergrenze führt. Das bedeutet, dass der Weg in der Wachstumszeit der Feldfrüchte durchaus auf der Seepromenade bis zur Marina in Heveney fortgesetzt werden kann.

Nebenstraße

Aufstieg auf ländlichen Nebenstraßen

Blick auf die Ruhruni

Oben wartet wieder ein Panoramablick auf die Universität

Seilbahnfundamente im Feld

Grüninseln im Feld: Fundamente einer alten Seilbahn

Nebenstraße

 

Seilbahn der Zeche Klosterbusch

Informationstafel zur Seilbahn der Zeche Klosterbusch

Fundament im Feld

Fundamente mitten im Feld

Fundamente

Fundamentreste ebenfalls am Hang zum See

Kemnader See Ostufer

Ausblick vom Höhenweg auf den Ostteil des Kemnader Sees

Der Weg führt über eine Serpentine zum Parkplatz der Marina. Es geht leicht nach links, über die Hevener Straße geradeaus und den Parkplatz zur Straße Im Lottental. Man braucht dabei nicht über die bürgersteigfreie Straße zu laufen, denn es gibt einen wenige Meter links auf dem Parkplatz beginnenden Parallelweg durch den Wald. Bereits von Weitem konnte man den Standort der Zeche anhand des großen Steinbruchs festmachen. Vor ihm liegen Wohnhäuser der Zeche, Steigerhäuser sowie übriggebliebene Anlagen der Zeche Klosterbusch selbst. 1918 entstand die Zeche, deren erster Schacht 1923 geteuft wurde. Zufällig zeitgleich mit Gründung der Ruhr-Uni wurde die Zeche 1961 geschlossen. Einige Gebäude werden wohl von der Universität genutzt. Angesichts des Pflegezustands der Anlagen sei eine besonders aktive Nutzung allerdings in Frage gestellt.

Zeche Klosterbusch

Reste der Zeche Klosterbusch in Bochum

Klosterbusch Zeche

Zechengebäude mit Informationstafeln direkt an der Straße

Hinter der Zeche geht es nach der Rechtskurve der Straße geradeaus der Wegesmarkierung folgend wieder den Berg hinauf. Dabei passiert man eine Brücke, die an dieser Stelle die Möglichkeit zum Abbruch der Wanderung ermöglicht. Es ist etwas über die Hälfte des Weges, die hier geschafft ist. Über die Brücke wird der Botanische Garten der Ruhr-Uni betreten und der sehenswerte Chinesische Garten mit vielen Wasserspielen und einem Rundweg durch typische Fassadenelemente und Dekorationen direkt erreicht – dazu später einmal mehr.

Entscheidet man sich für den weiteren Weg, so sind es nur noch eine Hand voll Stationen, die passiert werden. Der Weg führt unterhalb der Fachhochschule vorbei über die Straße Auf dem Kalwes, später als Konrad-Zuse-Straße bis zur Lisa-Meitner-Allee. Dort links und sofort wieder rechts auf die Schattbachstraße und mit ihr unter der Brücke und vorbei an der U-Bahn-Station. Diese U-Bahn-Station bildet eine weitere Möglichkeit zum Abbruch der Wanderung, denn hier befindet sich die derzeitige Endstation der U35 zum Hauptbahnhof. An der Westerholdstraße führt der Weg schräg rechts rings um die Siedlung Hustadt über Wege an Feldern entlang, bis nach längerem Fußmarsch die Halde der Kleinzeche Eulenbaum erreicht wird.

GPS: 51°25'56.98"N, 7°16'15.85"E (Seilbahn Klosterbusch) | 51°26'20.10"N, 7°16'13.97"E (Zeche Klosterbusch)

Die Zeche Eulenbaum war eine Kleinzeche, die von 1951 bis 1962 Kohle förderte. Von der Anlage ist lediglich eine Minihalde erhalten, die sich am Wegesrand im Wald erhebt und gerade drei, vier Meter Höhe erreicht. Sie ist so niedrig und kleinräumig, dass sie nicht einmal in topographischen Karten der Gegend auftaucht. Immerhin besitzt sie eine Informationstafel, die die Halde als solche identifiziert. Angesichts der vielen natürlichen Böschungen im Laerholz würde die Bergehalde glatt untergehen.

Halde Eulenbaum

Halde Eulenbaum mitten im Laerholz

Halde Eulenbaum

Ohne Schild fiele die Identifikation als Halde schwer

Laerholz

Fußweg vorbei an der Halde aus Richtung Hustadt

Laerholz

Das Laerholz

Vorbei an letzten Pingen und einem Schacht wird im Wegeverlauf das Einkaufs- und Studentenwohnviertel Uni-Center erreicht. Der Hustadtring wird durch eine Brücke überquert, die direkt ins Zentrum des Einkaufsfviertels führt. Schräg geradeaus ist mit der U-Bahn-Station »Ruhr-Universität« der Startpunkt der Wanderung wieder erreicht.

GPS: 51°27'29.67"N, 7°16'2.00"E (Halde Eulenbaum)

Fazit

Für den, der gerne wandert und Interesse an Bergbaugeschichte hat, ist der Bergbauwanderweg Ruhr-Universität wie geschaffen. Die Stationen liegen mal recht dicht zusammen, mal einige Kilometer auseinander. Die Landschaft ist abwechslungsreich und der Weg mal belebter und mal etwas einsamer. Ohne größere Verluste lässt sich der Weg etwa halbieren, wenn in Höhe der Zeche Klosterbusch die Abkürzung zur Uni gewählt wird. Angesichts der häufig wechselnden Steigungen und Gefälle lässt sich nur sagen: Es ist halt ein Bergbauwanderweg und kein Flach- bauwanderweg. Planen Sie für die Strecke genügend Proviant und Zeit ein - alleine für den Südteil etwa zwei Stunden bei normalem Gang. Grundsätzlich ist der Weg auch für Fahrradfahrer geeignet, stellenweise müsste dann bei engen Passagen geschoben werden. Ob die abwechselnden Steigungen viel Freude machen, ist dabei Geschmacksache. Der Weg ist nicht barrierefrei.

Anreise mit dem Auto: Auf der A43 bis zur Ausfahrt »BO-Querenburg / Ruhr-Universität«. Aus Richtung Bochum rechts, aus Richtung Wuppertal links abbiegen auf die Universitätsstraße. An der Ausfahrt »Ruhr-Universität Mitte / Audimax / Technologiezentrum / Grönemeyer-Institut« abfahren und hier das Parkhaus nutzen. Das Parkhaus ist in der Regel rund um die Uhr geöffnet und kostenlos nutzbar. Die Ausfahrt aus ggf. mit Schranken gesperrten Bereichen ist jederzeit durch Induktionsschleifen im Boden möglich.

Kleiner Tipp: Vor der Anreise keine Pläne zu den Parkhäusern auf der Internetseite der Uni ansehen. Das verwirrt nur!

Zieleingabe ins Navigationssystem: Universitätsstraße 150 in 44780 Bochum

Koordinaten: 51°26'46.34"N, 7°15'32.64"E (Einfahrt Parkhaus Ruhr-Universität); Weitere siehe Artikelabschnitte
Die Koordinaten können per Copy&Paste in das Eingabefeld von GoogleEarth eingegeben werden.

Anreise mit dem ÖPNV: Von Bochum Hauptbahnhof mit der U-Bahn U35 »Campus-Linie« Richtung Hustadt. Die U-Bahn wird vom Südausgang am Buddenbergplatz oder von der Bahnhofshalle erreicht (hier bis zur untersten Ebene gehen – drei Rolltreppen!). An der Station »Ruhr-Universität« ist der Startpunkt nach zehn Minuten direkt erreicht (eine zuvor zum Bereitmachen: »Markstraße«).

Homepage der Ruhr-Universität: www.ruhr-uni-bochum.de
Bergbauwanderweg Ruhr-Universität: www.ruhrkohlenrevier.de
Industriekultur im Ruhrgebiet

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

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Halden Ausflugsziele

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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann - www.ruhrgebiet-industriekultur.de