Parkway EmscherRuhr

Vom Schiffshebewerk Henrichenburg zum Kemnader Stausee in Bochum

Eine Radtour im dichten Ruhrgebiet, ohne das Gefühl von Großstadt zu haben. Von Fluss zu Fluss und begleitet von Bächen, vorbei an Seen und Flüsschen. Durch landwirtschaftliche Flächen und Wälder. Dies klingt fast unglaublich, funktioniert aber. Mit dem Parkway EmscherRuhr. Auf knapp 34 Kilometern verläuft er vom Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop am Rhein-Herne- und Dortmund-Ems-Kanal bis zum Kemnader Stausee an der Ruhr in Bochum. Dabei durchquert er einen Regionalen Grünzug. Und das ist sein Trick.

Der Parkway EmscherRuhr ist einer der wenigen thematischen Nord-Süd-Radtouren, während die meisten anderen Themenradwege wie der RuhrtalRadweg, die Römer-Lippe-Route oder der Emscher-Park-Radweg in Ost-West-Richtung verlaufen. Neben den Gewässern sind auch einige Zechen, Arbeitersiedlungen und Halden interessante Orte am Weg.

In der folgenden Karte ist der Wegeverlauf vom Parkway EmscherRuhr zweigeteilt dargestellt. Die rechte Seite setzt am unteren Ende der linken Abbildung an. Es besteht an einigen Stellen eine Anbindung an andere Radtouren, die auch auf diesen Internetseiten beschrieben sind. Es ist am Luftbild deutlich sichtbar, dass der Weg die Siedlungskerne weitgehend geschickt meidet und die grünen landwirtschaftlich genutzten Gebiete und Wälder durchquert.

Übersichtskarte Parkway EmscherRuhr
Übersichtskarte Parkway EmscherRuhr

Beschilderung des Parkway EmscherRuhr, Wegebeschaffenheit und Nahverkehr:

Der Parkway EmscherRuhr ist komplett und sehr gut über das Radverkehrsnetz NRW ausgeschildert. Ein auffallend buntes Piktogramm ist dabei in Zusammenhang mit den rot-weißen Schildern an allen Knotenpunkten zu finden. Auf der freien Strecke leiten kleine, quadratische Piktogramme mit einem Fahrrad und dem Richtungspfeil den Weg – dieses Schild gilt für alle Radtouren, die auf diesem Abschnitt verlaufen. Zusätzlich sind an einigen Punkten Steingabionen als Markenzeichen aufgestellt.

Kilometrierungen an Betonwürfeln verlaufen aufsteigend vom Kemnader See an in Nordrichtung, sind jedoch an einzelnen Abschnitten häufig, dann aber auch wieder gar nicht anzutreffen. Zunächst aufgeworfene Bedenken, die ganze Zeit Richtung Süden gegen die tiefstehende Herbstsonne zu fahren, konnten während der Fahrt zerstreut werden. Die Tour verläuft insgesamt so geschwungen, dass man relativ selten lange Strecken in Richtung Sonne fährt. Bis auf wenige Abschnitte z. B. am Ümminger See ist der Radweg eher wenig befahren. Wenn sich an sonnigen Wochenenden fast schon kleine Staus auf dem RuhrtalRadweg bilden, ist es hier etappenweise praktisch menschenleer.

Die Oberflächenbeschaffenheit vom Parkway EmscherRuhr ist höchst unterschiedlich und variiert zwischen wassergebundener Oberfläche (überwiegend), Feld- und Waldwegen ohne besondere Befestigung, Nebenstraßen und perfekt asphaltiertem Radweg. Das Ruhrtal bei Bochum liegt etwas höher als das Emschertal bei Castrop-Rauxel.

Höhenprofil

Zwischen Schloss Bladenhorst und Ümminger See ist jedoch ein Höhenzug mit mehreren in der Mehrheit sanften An- und Abstiegen zu bewältigen. Die Tour hat damit einen gewissen Anspruch. Das Höhenprofil soll eine kleine Orientierung bieten:

Höhenprofil Radtour auf dem Parkway EmscherRuhr
Höhenprofil Radtour auf dem Parkway EmscherRuhr

Im Gegensatz zu anderen Radtouren, die hier beschrieben werden, ist weder die Anreise mit dem Nahverkehr noch die Rückkehr zum Ausgangspunkt einfach möglich. Im Bereich Henrichenburg gibt es gar keinen Bahnanschluss. Auch zum Kemnader See ist es zum nächsten Bahnhof in Witten recht weit entfernt. Wer also durch geschickten Fahrzeugwechsel zurück zum Ausgangspunkt fahren muss, hat also eine Gesamtstrecke von ca. 68 Kilometern einzuplanen.

Kartenmaterial / Literatur:

In den dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region des Parkway EmscherRuhr abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

     

Entlang der Strecke existieren zahlreiche Möglichkeiten zum Parken eines Autos. Dies können Parkplätze (auch Wanderparkplätze) oder einfach die Straßenränder in nahegelegenen ruhigen Wohngebieten sein.

Vom Schiffshebewerk nach Henrichenburg

Ausgangspunkt vom Parkway EmscherRuhr ist der Schleusenpark Waltrop mit seinen vier sogenannten Abstiegsbauwerken – das alte Schiffshebewerk, das neue Schiffshebewerk, die alte und die neue Schachtschleuse. Hiermit überwanden oder überwinden Schiffe heute auf dem Dortmund-Ems-Kanal den Höhenunterschied zum etwa 15 Meter höher gelegenen Stichkanal zum Dortmunder Hafen. Darüber hinaus treffen hier gleich mehrere wichtige Wasserstraßen aufeinander – neben dem Dortmund-Ems-Kanal auch der Rhein-Herne-, der Datteln-Hamm- und der Wesel-Datteln-Kanal. All dies macht das nahegelegene Datteln zu einem der wichtigsten Wasserstraßenkreuze Europas.

Anreise zum Ausgangspunkt der Tourenbeschreibung am Schiffshebewerk:

Anreise mit dem Auto: Auf der A2 bis zur Ausfahrt 11 Henrichenburg / Datteln. Aus allen Fahrtrichtungen rechts auf die B235 Richtung Datteln abbiegen. Vor der Kanalbrücke an der nächsten Ampel rechts in die Hebewerkstraße abbiegen. Am Ende der Ortschaft befindet sich ein ausgeschilderter Parkplatz direkt am Eingang des Museums.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Am Hebewerk 26 oder Zum Neuen Hebewerk in Waltrop (Achtung mehrere Stadtgrenzen!)

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Vor dem Museumseingang besteht direkter Anschluss von und zur Radroute am Dortmund-Ems-Kanal. In einiger Entfernung führt der Emscherweg vorbei, auf den die Tour auch noch treffen wird. Außerdem verläuft hier der Radweg auf der Grünen Acht um Castrop-Rauxel.

Ganz im Süden des Schleusenparks befindet sich das Alte Hebewerk von 1899. Es wurde 1970 stillgelegt, nach einiger Zeit restauriert und nun als Industriemuseum für Besucher zugänglich. Hier bekommen Besucher einen tiefen Einblick in die Schiffshebetechnik. Im Außengelände rings um den alten Schiffsaufzug stößt der Besucher auf die Thematik der Binnenschifffahrt. Sie wird mit einigen besonderen Dampfschiffen, einer Werft, einer nachgebauten Verladeanlage und einer alten Hubbrücke vorgestellt.

Blaue GlücksorteDas Wasserstraßenkreuz ist ein “blauer Glücksort” im gleichnamigen Buch von Melanie Brozeit. Unter dem Leitsatz “Fahr raus und tauch ein” bietet es fast 80 Ziele am Ufer, auf oder im Wasser an Flüssen, Seen, Kanälen und Häfen im Revier. Blaue Glücksorte im Ruhrgebiet*

Als Ausgangspunkt ist das 1 Alte Hebewerk zwar ein schöner Ort. Und ein tolles Museum. Aber die Tour ist für meinen Geschmack etwas zu lang, um vorher ausgiebig das Museum zu besichtigen. Ich empfehle unbedingt, hier einmal extra hinzufahren.

Knapp 100 Jahre altes Schiff "Cerberus" im Oberwasser vor dem Alten Hebewerk
Knapp 100 Jahre altes Schiff “Cerberus” im Oberwasser vor dem Alten Hebewerk
Alte Schachtschleuse im Schleusenpark Waltrop von der Südostseite gesehen: Fußgängerweg durch die Schleuse
Alte Schachtschleuse im Schleusenpark Waltrop von der Südostseite gesehen: Fußgängerweg durch die Schleuse

Am Unterwasser des alten Schiffshebewerks führt der Parkway EmscherRuhr nun zunächst am Ufer des hier beginnenden Rhein-Herne-Kanals entlang Richtung Henrichenburg. Dabei folgen wir auch dem Radweg “Grüne Acht“. Sehr eben und recht zügig können wir die ersten Kilometer am Wasser entlang radeln. Und schon erreichen wir das erste Etappenziel. In einem archäologischen Landschaftspark lässt sich die für den Ort namensgebende 2 Henrichenburg besichtigen.

Von der Henrichenburg zum Tower an der Emscher

Von der Burg ist nicht mehr viel Gemäuer zu sehen, dafür bilden heute Hecken die Mauern und höhere Bäume die Türme nach. Frühere Tordurchgänge sind heute Lücken zwischen den Hecken. Auf diese Art und Weise lassen sich die Burg gut erkunden und der Park für eine kurze Rast nutzen. Die wir eigentlich noch gar nicht verdient haben. Von der Brücke haben wir einen besonders schönen Blick auf die Anlage und den daneben verlaufenden Kanal. Direkt hinter der Brücke queren wir die Straße und folgen der Beschilderung auf den kleineren Weg, der uns entlang der Alten Fahrt führt.

Angler sind am Ufer und warten auf anbeißende Fische. Die Alte Fahrt ist eine nicht mehr genutzte ältere Strecke des Kanals, die irgendwann später durch die Neue Fahrt ersetzt wurde. Heute ist sie ein größtenteils abgeschlossenes Biotop. Direkt dahinter kommt von links die Emscher, die den Kanal unter einer gewaltigen Brücke quert. Auf dem Emscherweg, der hier aus Richtung Dortmund und Holzwickede kommt, fahren wir ein Stück entlang der Emscher weiter durch die Brandheide.

Aktueller Hinweis: Derzeit finden hier Bauarbeiten am Emscherverlauf und auch am Radweg statt. Daher ist an dieser Stelle mit Umleitungen zu rechnen.

Schon von weitem ist der Aussichtsturm der Emscherkunst mit dem Titel „Walkway and Tower“ zu sehen. Das Vergängliche und die windschief angebrachten Bretter sind Absicht vom Künstler. Man kann hinaufsteigen und ein paar Meter höher als von unten das Tal überblicken. Am Turm lässt es sich zu einer kleinen Rast niederlassen.

Büsche und Bäume markieren Mauern und Türme: Henrichenburg
Büsche und Bäume markieren Mauern und Türme: Henrichenburg
EMSCHERKUNST.2010: "Walkway and Tower" von Tadashi Kawamata – ein hölzerner Aussichtsturm mit Alterserscheinungen
EMSCHERKUNST.2010: “Walkway and Tower” von Tadashi Kawamata – ein hölzerner Aussichtsturm mit Alterserscheinungen

Es sind gerade so gut wie keine anderen Radfahrer auf der Strecke und man würde kaum erwarten, was hinter der nächsten Kurve kommt. Auf einem breiteren Rastplatz unter Bäumen steht (saisonal) ein Imbisswagen. Er trägt den Namen Ballermann. Viele Fahrräder parken hier, die Besitzer stehen in der Schlange vor dem Grill oder sitzen zusammen beim Rasten.

Von der Emscher zur Zeche Teutoburgia

Kurz hinter dem Imbisswagen biegen wir auf dem Parkway EmscherRuhr nun links ab vom Emscherweg, der von hier aus weiter über Recklinghausen und Bottrop bis zur Emschermündung bei Dinslaken führt. Die Tour überquert den Fluss auf der Pöppinghauser Straße. Wir biegen rechts ab auf die Landstraße und die nächste links in den Westring. Auf der Straße queren wir erneut den Rhein-Herne-Kanal. Auf der anderen Seite des Kanals erreichen wir das 3 Schloss Bladenhorst. Es ist eines von zahlreichen Schlössern im Emschertal, das sich damit als Emscherschloss bezeichnen kann. Das Wasserschloss ist jedoch nicht zu besichtigen und Privatgrund. Wir können von der Straße die Gräfte mit einem runden Turm aus Ziegelsteinen sehen und blicken schließlich ein bisschen traurig über den Zaun zum Torturm, der das Hauptgebäude verdeckt. Mehr Besichtigung ist nur zu besonderen Anlässen (z. B. Denkmaltag) möglich. Wer interessiert ist, sollte in der Presse die Augen dazu offen halten.

Teilweise folgen wir nun wieder der Grünen Acht. Hinter dem Bahnübergang biegen wir rechts ab und erreichen hinter der Autobahnbrücke und einem zweiten Bahnübergang Holsterhausen, das bereits zu Herne gehört. Hier bietet sich ein Abstecher zur nahen und sehr schönen 4 Zechensiedlung Teutoburgia sowie zum benachbarten Kunstwald an, der das emporragende und weithin sichtbare Fördergerüst der Zeche Teutoburgia umgibt. Ein Zugang zum Kunstwald befindet sich gegenüber dem Abzweig, auf dem wir eigentlich nach links fahren müssen. Die Siedlung lohnt definitiv einen kleinen Schlenker, über den Kunstwald kann man streiten.

Von der Zeche Teutoburgia zur Halde Lothringen

Nun führt der Parkway EmscherRuhr zwischen Feldern bis zum Gewerbegebiet von Behringhausen, das wiederum zu Castrop-Rauxel gehört. Nicht weit von hier liegt der Erin-Park auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Erin. Halten wir uns links auf der Herner Straße, so ist auch hier ein Abstecher möglich. Dann lässt sich das hügelige Parkgelände mit dem zweiten Förderturm auf der Tour mit seinem markantem ERIN-Schriftzug befahren. Hier finde ich den ca. 8 km langen virtuellen Halden-Hügel-Hopping-Wanderweg CM ganz nett. Er führt um Castrop-Rauxel und erschließt verschiedene Stationen des Bergbaus in der Stadt.

Wir fahren geradeaus weiter und umrunden einen Reiterhof. Nachdem wir den Roßbach überquert haben, können wir das Fördergerüst der Zeche Erin von einigen Stellen aus gut sehen. Es geht nun leicht bergauf in die Wohnsiedlung. Hier halten wir uns rechts und folgen den Schildern vom Parkway EmscherRuhr weiter, bis die Straße schließlich zum Waldweg wird. Bis dahin bietet sich rechts ein recht weiter und schöner Blick über die Emscherniederung. Mit etwas Suchen lässt sich auch das Fördergerüst der Zeche Teutoburgia ausmachen. Dann tauchen wir in das 5 Naturschutzgebiet Langeloh ein. Langeloh ist der für sich selbst sprechende Name einer langgestreckten Waldfläche (Loh), die sich bis ins Quellgebiet des Roßbachs zieht. Wir biegen jedoch schon bald hinter dem Hundeübungsplatz links ab und müssen den etwas steileren Berg hinauf. Ich schiebe das Fahrrad, E-Bike-Fahrer sind jetzt im Vorteil. Ich erspare Ihnen und mir Bilder von einem Wald, die praktisch überall aufgenommen sein könnten. Wie ein Waldweg aussieht, wissen Sie auch.

Oben befindet sich ein Wanderparkplatz. Geradeaus geht es weiter über die Stadtgrenze von Castrop-Rauxel nach Bochum. Vor uns liegen leicht links die Wassertürme von Gerthe – ein Hinweis, dass wir uns bald am höchsten Punkt der Tour befinden. Sonst würde der Standort der Türme unsinnig sein. An dieser Stelle verlassen wir auf dem Parkway EmscherRuhr den teilweise parallelen Verlauf mit der Grünen Acht, die nun in östlicher Richtung ins Naturschutzgebiet Wagenbruch und zum Bahnhof Merklinde abbiegt.

Weiter Blick ins nördliche Ruhrgebiet von der Distelkampstraße aus. Unten ist der Weg zu verfolgen, auf dem wir hergekommen sind.
Weiter Blick ins nördliche Ruhrgebiet von der Distelkampstraße aus. Unten ist der Weg zu verfolgen, auf dem wir hergekommen sind.

Zunächst führt der Weg aber noch einmal abwärts. Das ist nun die kleine “Badewanne” im Höhenprofil oben zwischen den zwei höchsten Zipfeln. Wir stoßen auf den Bövinghauser Hellweg, fahren links und biegen sofort wieder rechts ab in die Ostwaldstraße und hinein in die Wohnsiedlung. Hinter der Absperrung geht es links in die Grünanlage.

Von der Halde Lothringen zu Amalia und Jakob

Anschließend unterqueren wir die Straße An der Halde und haben rechterhand die 6 Halde Lothringen vor uns liegen. Diese wird an ihrem Fuß umrundet. Dabei passieren wir die Gerther Südwand, eine sehr nackte, nach Süden ausgerichtete hohe Böschung der Halde. Oben ist die Landmarke „Über(n)ort“ zu sehen, ein gelbes Stahlrohr auf von links nach rechts in der Höhe zunehmenden Trägern. In einem sanften Linksbogen geht es weiter bergauf zu einem Rastpunkt. Man kann hier scharf rechts abbiegen, um über den Kreisverkehr auf die Halde zu fahren. Dort begegnet man auch dem Radweg auf der Lothringentrasse, die in der einen Richtung zur Bochumer Innenstadt und in der anderen wie die Grüne Acht zum Gleisdreieck Merklinde führt.

Kunst-Installation "Über(n)Ort" vom Haldengipfel aus gesehen
Kunst-Installation “Über(n)Ort” vom Haldengipfel aus gesehen

An dem Rastplatz ist mit ca. 131 Metern der höchste Punkt vom Parkway EmscherRuhr erreicht. Zeit für eine Pause. Es ist allerdings nicht ganz richtig, dass es jetzt nur noch abwärts geht. Das Profil ist im weiteren Verlauf immer wieder sanft hügelig und lebt von An- und Abstiegen. Den Rückweg dürfen wir natürlich auch nicht vergessen. Wenn wir aber erst einmal wieder hier oben sind, sollte dieser jedoch recht zügig vonstattengehen.

Auf dem breiten Schotterweg geht es zwischen den Feldern weiter nach Süden etwas abwärts. Man hat nach vorne schon einen Blick in die Ferne und ahnt, wie sich weiter hinten das Ruhrtal öffnet. Nach der Durchquerung der Wohnsiedlung in einem Zickzack von Wohnstraßen erreichen wir hinter einer Pferdeweide den Harpener Hellweg (Achtung! Querverkehr ist erst spät wahrzunehmen!). Am folgenden sonnigen Rastplatz lässt sich das Tal noch viel besser überblicken. Da ist zum Beispiel das Einkaufszentrum Ruhrpark zu sehen. Der Fernsehturm von Bochum. Der Förderturm der Zeche Robert Müser. Der dritte Förderturm bereits heute. Es geht nun deutlich bergab, begleitet von einer Halballee.

Ganz unten stößt man auf den Harpener Bach. Er bildet die Abgrenzung der Halde der Zeche Amalia. Bisher war diese nicht so richtig zugänglich und wurde erst durch den Radweg erschlossen. Dieser umfährt den Südteil der Halde und mündet auf die Nörenbergstraße. Diese führte links zur Zeche Amalia. Wir aber fahren rechts über die Autobahn A40 in die Siedlung Deutsches Reich. Die heißt tatsächlich so und wurde etwa zeitgleich mit dem Deutschen Reich gegründet. Wer möchte, kann genau hier auf den Industrielehrpfad Langendreer umschwenken, der in einem eigenen Beitrag näher vorgestellt wird. Die Siedlung ist eine Themenstation an diesem Weg. Am Rutgerweg geht es rechts und in der Rechtskurve nach links aus der Siedlung heraus. Hier liegt der Bruder der Halde Amalia, die Halde Jakob. Die beiden Halden, die sich entlang des Harpener Bachs erstrecken, sind nur durch die Autobahn voneinander getrennt.

Von den Halden zu den Harpener Teichen

Die Zeche mit dem schönen Namen Amalia befand sich nördlich der heutigen A40 und begann 1885 mit der Förderung. 1928 wurden die Anlagen der Zeche Amalia von der Zeche Heinrich Gustav übernommen (und übertage stillgelegt), die wiederum ein Jahr später mit anderen Zechen zur Zeche Robert Müser zusammengeschlossen wurde. Die Zeche Heinrich Gustav förderte 1859 erstmals mithilfe des Schachtes Jakob (die Schreibweise Jakob oder Jacob variiert je nach Quelle) Kohle. Die Zeche befand sich nördlich der Bahnstrecke im Bereich des heute noch vorhandenen Arnoldschachtes der ehemaligen Verbundzeche Robert Müser. Es ist davon auszugehen, dass sich der Name der Halde Jakob vom gleichnamigen ersten Schacht der Zeche Heinrich Gustav ableitet, an der wir später noch vorbeifahren.

Sie könnten auch Hänsel und Gretel, Pünktchen und Anton, Asterix und Obelix oder Alice und Ellen heißen, denn irgendwie gehören sie zusammen. Die Halden Jakob und Amalia haben nicht nur eine ähnliche Höhe, nämlich ca. 12 (Jakob) und ca. 13 Meter (Amalia) über der nahezu gleichhohen Umgebung bei einer maximalen Höhe von 110 bzw. 111 Metern über dem Meeresspiegel. Sie haben auch eine sehr ähnliche Begrenzungsform und werden alleine durch die Autobahn voneinander getrennt. Weitere Gemeinsamkeit ist die scharfe westliche Begrenzung durch den Harpener Bach, der von Nord nach Süd an den Bergehalden vorbeifließt.

Früher gab es sogar eine die Halden verbindende Eisenbahnbrücke über die A40, die jedoch nicht mehr existiert. Doch der Radweg nutzt auf kurzem Abschnitt den alten Bahndamm und wird so zum Bahntrassenradweg. Da es sich ja um die Halde Jakob handelt, hat die Tour für einen kurzen Moment etwas vom “Camino de Santiago”, dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Auf der Brücke über die Werner Straße liegen sogar noch Schienen der alten Güterbahn im Boden. Hier ist der Pilgerweg auch schon vorbei.

Direkt hinter dieser Brücke verlassen wir kurz die Route und biegen rechts ab und passieren den Parkplatz. Links von uns liegt, hinter Bäumen kaum zu erkennen, ein Gewerbegebiet. Man kann den Weg links bergauf, die Verlängerung des Parkplatzes, bis vor die Hauptfeuerwache fahren. Nördlich davon befand sich die Zeche Heinrich Gustav mit dem erwähnten Schacht Jakob. Auf dem Gelände befand sich eine Zeit lang eine zweite Halde, die in der Rubrik der ehemaligen Halden näher vorgestellt wird.

Harpener Teiche

Warum sollen wir den Schildern vom Parkway EmscherRuhr folgend eigentlich die schönen Harpener Teiche durch den Wald umfahren, wenn man auch sehr schön am Ufer entlangradeln kann? Die 7 Harpener Teiche, auch Werner Teiche genannt, sind ein Verbund von Stillgewässern, die zu einigen Teilen durch den Harpener Bach gespeist werden. Sie liegen innerhalb eines durch Wege erschlossenen, ruhigen und wenig überlaufenen Naherholungsgebietes. Ausgebaute Wege führen am Ost- und Nordufer entlang und mit einer Holzbrücke über eine Engstelle, die die Teiche wie bei einer Wespentaille in einen nördlichen und einen südlichen Abschnitt einteilt. Doch die Tatsache, dass viele Bänke zum Pausieren einladen und an vielen Stellen ein guter Blick über die idyllischen Teiche samt der vielfältigen Vogelwelt ermöglicht wird, lenkt nur bedingt davon ab, dass sie ursprünglich Klärteiche für Grubenwasser der Zeche Robert Müser sind. Aufmerksamen Radfahrern dürfte wahrscheinlich bereits die besondere Trübung des Wassers aufgefallen sein, die insbesondere das nördlich gelegene Gewässer zu einer milchigen Flüssigkeit verfärbt. Dazu kommt ein zeitlich unregelmäßig auftretender und lokal bestialischer Fäulnisgeruch. Die Quelle des Übels ist schnell gefunden: Zum Standsicherheit des Bergbaus wird eintretendes Grubenwasser aus der Zeche Robert Müser künstlich hochgepumpt und über die Harpener Teiche in den Bach und in die Ruhr eingeleitet. So ist dieser Ort ein besonderes Beispiel für die Beschäftigung mit dem wichtigen Thema Folge- und Ewigkeitskosten im Bergbau.

Grüne GlücksorteDie Harpener Teiche sind ein “grüner Glücksort” im gleichnamigen Buch von Thomas Dörmann. Unter dem Leitsatz “Geh raus & blüh auf” bietet es 80 Ziele aus den grünen Parks, Halden und Landschaften im Ruhrgebiet: Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet*

An der Einleitstelle, die sogar vom Weg aus eingesehen werden kann, sprudelt das Wasser kräftig und schäumend aus seiner Quelle hervor. Durch mineralische Ablösung u.a. durch Salze kommt die typische Farbgebung des Teiches zustande, die mit zunehmender Verdünnung im See bzw. im Bachlauf zur Ruhr verblasst und bereits im südlich gelegenen Teich kaum wahrgenommen wird. Organische Stoffe führen ab und zu zu einer Geruchsentwicklung, die an faule Eier erinnert. Sowohl für Tiere als auch für Menschen sind diese Gerüche und Verfärbungen ungefährlich. Es siedeln sich allerdings vor allem Pflanzen an, die einen höheren Salzgehalt im Wasser vertragen können. Ob ich hier baden würde, sei dahingestellt. In Island zahlt man für einen Aufenthalt in der begehrten Lagune mit vermutlich ganz ähnlichen Bedingungen ein kleines Vermögen.

Recht unbekannt ist die Tatsache, dass die westliche Halbinsel, die die Harpener Teiche in den Nord- und Südteil aufteilt, zu großen Teilen aus einer Bergehalde besteht. Es handelt sich um die Halde Robert Müser, die eine Höhe von fast 100 Metern über dem Meeresspiegel erreicht. Dieses enorm hoch wirkende Maß wird allerdings dadurch relativiert, dass das umgebende Gelände nur rund neun Meter niedriger ist. Die Halde ist aber nicht durch Wege erschlossen und damit nur schwer zugänglich durch versteckte Trampelpfade und vollständig durch Wald und am Rand durch Büsche zugewachsen sowie durch Wasser begrenzt. Damit ist die Halde jedoch die einzige im Ruhrgebiet, die eine Uferkante hat und bis ans Wasser reicht. Doch am bewaldeten Ufer ergeben sich besondere Aussichtspunkte, von denen sich Wasservögel (z. B. Kormoran) unauffällig und ohne diese zu stören beobachten lassen.

Harpener Teiche in Bochum
Harpener Teiche in Bochum

Die Harpener Teiche haben erst seit den 1990er Jahren ihre heutige Form. Zuvor hat sich die Ausdehnung der Wasserfläche historischen Luftbildern zufolge häufiger geändert – natürlich bedingt durch menschgemachte Baumaßnahmen und Anschüttungen. Demnach gab es sogar zeitweise nördlich der Werner Straße einmal einen Teichteil. Womöglich ist eine weitere unförmige Anschüttung im Bereich der heutigen Einlaufstelle des Grubenwassers ebenfalls eine alte, aber rasch wieder abgetragene Bergehalde. Die Veränderung der Landschaftsformen war hier einfach viel zu schnell und groß, um sich damit ausführlicher zu befassen.

Blaue GlücksorteEbenso sind sie blauer Glücksort. Unter dem Leitsatz “Fahr raus und tauch ein” bietet es fast 80 Ziele am Ufer, auf oder im Wasser an Flüssen, Seen, Kanälen und Häfen im Revier. Blaue Glücksorte im Ruhrgebiet*

Anreise zu den Harpener Teichen / Werner Teichen:

Anreise mit dem Auto: Auf der A40 bis Ausfahrt 39 Bochum-Werne. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Duisburg rechts abbiegen auf die Straße Am Ruhrpark, die in die Werner Straße übergeht. In der langen Linkskurve besteht VOR der Brückenüberführung rechts eine Parkmöglichkeit. Alternativ an der nächsten Ampel rechts in den Werner Hellweg und nach 750 Metern rechts in die Müserstraße. Dort am Rand parken und immer geradeaus durch das Wäldchen mit Trampelpfaden zu den Seen laufen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Werner Straße (K29) / Nähe Kreuzung Auf dem Sporkel bzw. Müserstraße in Bochum

Anreise mit Bus und Bahn: Mit der S-Bahn der Linie S1 von Bochum, Essen, Duisburg oder Dortmund bis Langendreer-West. Dort in den Bus der Linie 355 Richtung Ruhrpark umsteigen und bis zur Haltestelle Am Sporkel fahren (eine zuvor zum Bereitmachen: Werner Straße). Dort befindet sich direkt ein Zugang zu den Teichen. Alternativ von Bochum Hbf. mit den Linien 336 oder 368 bis Brücke Ruhrpark bzw. UCI / Ruhrpark und zu Fuß ganz nach Südost in den Kohlleppelsweg laufen bzw. von der Haltestelle Brücke zunächst die Autobahn über- und den Ruhrpark durchqueren und dabei schräg-links halten. Vom Kohlleppelsweg in den Fußgängerweg gegenüber dem Parkplatz an der Therme Richtung Harpener Teiche laufen.

Von den Harpener Teichen zum Ümminger See

Nicht weit von der Stelle, an der die Teiche wieder in Bachform weiterfließen, kommt von links die eigentliche Tour des Parkway EmscherRuhr aus dem Wald. Es folgen zwei Stellen mit Zugangsmöglichkeit zum Ufer, wo Betonklötze zu einer Rast mit Blick aufs Wasser und die dort lebenden Vögel einladen. Besonders schön war die zweite Stelle am unteren Teich, von der man das leise Plätschern des Wassers über die Staustufe hört. Wir fahren geradeaus unter der Bahn entlang und dann rechts an den letzten Häusern vorbei. Zwischen Feld und Bahnstrecke erblicken wir vor uns die Zentralmülldeponie 8 Kornharpen, die im Jahre 2009 geschlossen wurde. Die Autobahn wird überquert, rechts von uns rasen die Fernzüge zwischen Dortmund und Bochum ebenfalls über die A43.

Dort, wo sich heute Deponie und der Betreiber Bochumer Umweltservice befinden, standen zuvor zwei Zechen. Die Zeche Prinz von Preußen befand sich westlich, wo sich die Bahnstrecken teilen, die Zeche Caroline I / II östlich davon in heutiger Autobahnnähe. Beide Schachtanlagen haben Bergehalden angehäuft. Während wenigstens Teile der Halde Prinz von Preußen (und auch des verwilderten Zechengeländes) aus dem Zugfenster noch zu erahnen sind, sind die Anlagen und Halde Caroline von der Mülldeponie überdeckt worden – hier wurde die bestehende Bergehalde praktisch künstlich erhöht.

Die inzwischen ebenfalls stillgelegte Deponie befindet sich in der jahrelangen Stilllegungsphase und wird in ferner Zukunft zugänglich gemacht. Reisenden auf der Hauptstrecke wird eine Brücke auffallen, deren Mittelteil fehlt – nur die Pfeiler samt Zufahrten stehen rechts und links der Bahnstrecke. Es handelt sich um die ehemalige Zufahrt zum Zechengelände Caroline. An die Zeche Prinz von Preußen erinnert heute praktisch nur noch der Straßenname “Auf der Prinz”. Sämtliche Anlagen sind nicht öffentlich zu besichtigen.

Blick auf die Südseite der ehemaligen Zentralmülldeponie Kornharpen auf dem alten Zechengelände Caroline I / II
Blick auf die Südseite der ehemaligen Zentralmülldeponie Kornharpen auf dem alten Zechengelände Caroline I / II

Wir umrunden die Deponie. Auf ihrer Südseite, wo die S-Bahnstrecke entlangläuft, sehen wir das „Harpener Watt“. Was an der Küste flaches Überschwemmungsgebiet bei Flut ist, ist hier einfach nur die Bezeichnung für ein großes Solarkraftwerk. Watt ist bekanntlich die Einheit für die Leistung. Auf den sonnenexponierten Hängen ist im Jahre 2010 eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb gegangen. Sie besteht aus 10.400 Modulen auf einer Fläche von ca. 20.000 Quadratmetern (entspricht 2 ha, also 5% der Fläche). Dabei bilden die Module charakteristische Einheiten mit Abstand zueinander. Der Strom, ca. 740.000 kWh im Jahr, wird ins Netz eingespeist und versorgt rein rechnerisch ca. 150 Haushalte mit vier Personen mit Ökostrom. Es ist damit neben der Nutzung von Deponiegas aus dem Haldenkörper die zweite Form der Energiegewinnung an dieser Deponie. Dabei nutzt ein Gaskraftwerk das natürlicherweise entstehende Gas, vor allem Methan, und verbrennt dieses zur Erzeugung von Strom und Fernwärme.

Über die Havkenscheider Straße nähern wir uns bergauffahrend Laer. Es ist praktisch der einzige stärker befahrene Straßenabschnitt, den wir vor uns haben. In Sichtweite zu Möbel Hardeck biegen wir links ab auf den Werner Hellweg. Auf einem separaten Fahrradstreifen geht es nun wieder bergab bis zur Laerfeldstraße und dann schräg links (sofort wieder rechts) auf den Nebenweg. Vorbei am Umspannwerk wird eine alte Bahnstrecke zum ehemaligen Opelwerk überquert. Hinter der Autobahn erstreckt sich dann der Ümminger See vor uns – das nächste Etappenziel.

Ümminger See

Der 9 Ümminger See liegt etwa eineinhalb Kilometer südlich der Harpener Teiche im Ortsteil Langendreer bzw. in Ümmingen und bildet den Unterlauf für den Harpener Bach, ehe dieser unmittelbar am Südufer des Sees in den Langendreerbach fließt und zusammen mit diesem den romantisch klingenden Oelbach bildet. Ähnlich wie die Teiche, die wir vorhin besucht haben, ist der gar nicht viel größere Ümminger See mit etwa 13 ha Wasserfläche ursprünglich ein Klärteich für Grubenwasser der hier ansässigen ehemaligen Zechen Vollmond und Robert Müser. Schließlich ist das Gelände zu einem gut genutzten und beliebten Naherholungsgebiet umfunktioniert worden, bietet Wege rund um den See, Gastronomie sowie Spiel- und Sportmöglichkeiten. Bei entsprechendem Wetter sind viele Spaziergänger, Jogger und Radfahrer anzutreffen – nur für Inline-Skater sind die Wege zu grob. Ruhebänke im Schatten und in der Sonne mit Blick auf den See und die vorbeiziehenden Leute bieten sich zum Verweilen, Nichtstun und Erholen an, während der Nachwuchs sich auf dem Spielplatz austobt.

Südteil des Ümminger Sees und angrenzendes Biotop
Südteil des Ümminger Sees und angrenzendes Biotop

Ökologisch gliedert sich die Teichlandschaft in verschiedene Zonen. Den größten Teil bildet natürlich der eigentliche See mit der nicht betretbaren Vogelinsel. Im Süden ist ein vom See durch einen Damm getrennter Flachwasserteich entstanden. Während das westliche Ufer des Ümminger Sees recht schmal ist, befinden sich im Nordosten und Norden Wiesenflächen, die ursprünglich als Liegewiesen geplant waren. Ganz unproblematisch war und ist die Ökologie des Sees allerdings bis heute nicht. Lange Zeit ist der See teilweise zunehmend verlandet und die Tierwelt wurde durch massives Algenwachstum bedroht. Dazu kam eine zunehmende Vermüllung des Naherholungsgebietes. Heute stellt sich dieses Gebiet jedoch sehr gepflegt dar. Zur Eingrenzung des Nährstoffeintrages in das Wasser und der Gefahr des “Umkippens” des Gewässers ist das Füttern von Wasservögeln streng verboten.

Anreise zum Ümminger See:

Anreise mit dem Auto: Auf der A43 bis zur Ausfahrt Bochum-Laer / Werne. Aus Richtung Münster links abbiegen und an der nächsten rechts, aus Richtung Wuppertal geradeaus fahren in die Industriestraße. Hinter der Eisenbahnbrücke rechts halten. An der nächsten wieder rechts in die Straße Ümminger See. Nach 100 Metern liegt rechts ein Parkplatz, im Notfall bei Überfüllung auch noch einer weitere 100 Meter der Straße folgend. Hier befindet sich das Nordufer.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Ümminger See in Bochum

Anreise mit Bus und Bahn: Von Bochum Hauptbahnhof mit der Straßenbahn der Linie 310 Richtung Witten-Heven Dorf. Die Bahnen fahren aus dem ersten Untergeschoss des Hauptbahnhofs. Steigen Sie an der Alten Ümminger Straße aus (eine Station zuvor zum Bereitmachen: Opel-Werk I). Die Fahrtzeit beträgt etwa 13 Minuten. Von der Haltestelle führt ein Weg nach Norden zum See. Unter der ersten Bachbrücke laufen Harpener und Langendreer-Bach zum Oelbach zusammen. Sie stoßen dann auf den genannten Damm zwischen See und Flachwasserzone im Süden der Anlage.

Vom Ümminger See zum Kemnader See der Ruhr

Nun ist es nicht mehr weit. Die letzte Etappe vom Parkway EmscherRuhr führt nur noch 4 Kilometer bis zum Kemnader See. Es geht vorbei am Unterlauf des Oelbachs. Ein romantischer Name, zugegeben. Hinter dem Kreuz Bochum / Witten der Autobahnen A43 und A44 und dem 10 Haus Heven fließt er durch die Kläranlage und in den Mündungsteich. Dann ist der 11 Stausee erreicht. Hier stoßen wir auf den RuhrtalRadweg und die Inliner- und Fußgängerwege. Direkt am Ende des Parkway EmscherRuhr liegt das Freizeitbad. Der Mündungsbereich des Oelbachs bildet den Hafen Heveney, vom See durch eine lange Mole mit dem markanten grün-weißen Leuchtturm an ihrer Spitze getrennt. Der Kemnader See ist der jüngste der Ruhrstauseeen im Revier, wurde 1980 unterhalb der Ruhr-Universität eröffnet und hat heute vor allem touristischen Wert. Fast einmalig ist die strikte Trennung von Wanderern, Radfahrern und Inlinern auf drei parallelen Wegen, die sich somit nicht ins Gehege kommen. In seiner eigentlichen Aufgabe ist die Aufgabe des Sees die Reinigung des Wassers der Ruhr. Außerdem wird am Wehr am anderen Ende des Sees Strom aus Wasserkraft erzeugt.

Kemnader See Bochum
Kemnader See Bochum

Blaue GlücksorteDer Kemnader See ist ein “blauer Glücksort” im gleichnamigen Buch von Melanie Brozeit. Unter dem Leitsatz “Fahr raus und tauch ein” bietet es fast 80 Ziele am Ufer, auf oder im Wasser an Flüssen, Seen, Kanälen und Häfen im Revier. Blaue Glücksorte im Ruhrgebiet*

Alles in allem haben wir am Wasser unsere Tour auf dem Parkway EmscherRuhr begonnen und beendet – ganz getreu dem Motto des Radweges von der Emscher an die Ruhr. Wer (so wie ich) nicht die Möglichkeit hatte, mit zwei Autos den Rückweg mit Muskelkraft zu ersparen, hat hier jetzt erst die Hälfte geschafft. Nun beginnt der Rückweg. Natürlich ist es schön, den ganzen Weg noch einmal in anderer Perspektive zu erleben. Aber ich habe jede mögliche Abkürzung auch genutzt. Zum Beispiel vom Ümminger See direkt zu den Harpener Teichen durch die Siedlung. Und ich war doch froh, nach über 70 Kilometern (für die Doku für Sie gibt es immer wieder einige Sonder-Abstecher) wieder angekommen zu sein. Der Rückweg verlief schneller als der Hinweg. Immerhin.

Power-Radfahrer könnten am Kemnader See nun auf den RuhrtalRadweg umschwenken und die Fahrt am Wasser weiter fortsetzen.

Koordinaten für GPS-Geräte und zur Tourenplanung:

Geographische Koordinaten:
51°37’00.15″N, 7°19’31.90″E – Altes Hebewerk im Freilichtmuseum
51°37’04.98″N, 7°19’49.32″E – Alte Schleuse
51°35’57.86″N, 7°18’12.17″E – Henrichenburg
51°35’46.98″N, 7°17’55.63″E – Emscher-Durchlass
51°35’22.90″N, 7°17’10.11″E – Walkway and Tower (Emscherkunst)
51°34’10.56″N, 7°16’45.43″E – Schloss Bladenhorst Torhaus
51°33’00.08″N, 7°16’32.03″E – Siedlung Teutoburgia
51°33’09.30″N, 7°16’40.67″E – Fördergerüst im Kunstwald
51°31’10.14″N, 7°17’28.83″E – Halde Lothringen
51°29’28.43″N, 7°17’31.86″E – Harpener Teiche
51°28’42.62″N, 7°16’55.77″E – Halde Vollmond
51°28’23.81″N, 7°17’15.50″E – Ümminger See
51°27’20.32″N, 7°17’06.89″E – Haus Heven (Weg)
51°26’15.85″N, 7°16’56.96″E – Mündung Oelbach in die Ruhr
51°25’51.45″N, 7°16’20.90″E – Leuchtturm Hafeneinfahrt
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z. B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
384112 m, 5719730 m – Altes Hebewerk im Freilichtmuseum
384409 m, 5719878 m – Alte Schleuse
382493 m, 5717848 m – Henrichenburg
382167 m, 5717519 m – Emscher-Durchlass
381274 m, 5716796 m – Walkway and Tower (Emscherkunst)
380746 m, 5714572 m – Schloss Bladenhorst Torhaus
380437 m, 5712401 m – Siedlung Teutoburgia
380610 m, 5712682 m – Fördergerüst im Kunstwald
381451 m, 5708979 m – Halde Lothringen
381436 m, 5705836 m – Harpener Teiche
380707 m, 5704438 m – Halde Vollmond
381074 m, 5703848 m – Ümminger See
380862 m, 5701890 m – Haus Heven (Weg)
380624 m, 5699903 m – Mündung Oelbach in die Ruhr
379910 m, 5699166 m – Leuchtturm Hafeneinfahrt

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.