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Der BernePark in Bottrop

Von der Kläranlage an der Bernemündung zur blühenden Parkanlage

Flanieren in alten Rundklärbecken und Picknick neben dem ehemaligen Sandfang einer Kläranlage – das gibt es nur im Ruhrgebiet. Dieser Artikel beschreibt (ohne Fäkalsprache) das spannende, ungewöhnliche und sehenswerte Gelände der ehemaligen Kläranlage Bernemündung.

Als besonders moderne Anlage ihrer Zeit entstand die Kläranlage in den 1950er Jahren. Am Rande des kleinen Vorortes Ebel liegt sie direkt an der Mündung des Flüsschens Berne. Dieses entspringt in Essen und verläuft weitgehend unterirdisch verrohrt oder kanalisiert etwa acht Kilometer lang, ehe es nach Unterquerung des Rhein-Herne-Kanals mittels eines Dükers in die Emscher fließt. Im Jahre 1997 wurde die Kläranlage wegen eines Neubaus in der Nähe stillgelegt und lag praktisch 13 Jahre brach. Unter Federführung der Emschergenossenschaft begann im Frühjahr 2010 auch im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 ein ganz besonderer Strukturwandel, der mit der Eröffnung eines neuen, sehr speziellen Parks am 2. Oktober des Jahres abgeschlossen wurde.

Eine ganze Gruppe Fahrräder steht heute im Schatten eines Baumes nebeneinander, die Besitzer sitzen auf der Terrasse vor dem ehemaligen Maschinenhaus und trinken Kaffee. Hier, wo noch vor Jahren Abwasser geklärt wurde. Wo für den Normalbürger angesichts des Gestanks an gemütliches Beisammensein und Essen nicht zu denken war. Neben dem sanierten Maschinenhaus, das Gastronomie beinhaltet, stechen vor allem die beiden großen Rundklärbecken ins Auge. Das südöstliche der beiden Becken ist auch noch mit Wasser gefüllt, allerdings mit Frischwasser. Von der begehbaren Räumerbrücke, die einst um die Mittelinsel rotierte, lassen sich Goldfische im Wasser beobachten, die liebend gerne im Bereich der warmen Betonwand nebeneinander im Wasser liegen. Auch über dem zweiten Rundbecken ist die Räumerbrücke intakt und begehbar. Der Blick von der beim Betreten schwingenden Brücke führt jedoch nicht ins Wasser, sondern in ein Blumenrondell. Das Wasser wurde nämlich abgelassen und stattdessen ein sogenannter Senkgarten mit über 20.000 Stauden und Gräsern angelegt. Das »Theater der Pflanzen« von Piet Oudolf und Gross.Max lässt sich über radial um die Betoninsel in der Mitte verlaufende Wege durchqueren. Hier und dort bilden Mäuerchen mit Holzoberfläche Sitzgelegenheiten in der Sonne. Hier wie auch am Wasserbassin des anderen Klärbeckens symbolisiert nachts eine animierte Lichtinstallation von Mischa Kuball die Bewegung der einst sich drehenden Brücken. Nicht zu vergessen ist auch eine (nur am Tage sichtbare) Leuchtreklame mit dem Slogan »Catch as catch can« von Lawrence Weiner auf dem Dach, eine Anspielung auf Reklame aus der Zeit der Entstehung dieses Gebäudes. Noch ungewöhnlicher als der Park an sich sind unter den Bäumen liegende Betonrohre, die nichts anderes als Hotelzimmer der anderen Art sind und die für eine oder mehrere Übernachtungen gebucht werden können. Dabei zahlt der Gast nur so viel, wie ihm die Aktion wert ist und was er sich leisten kann. Abgerundet wird das Angebot des Parks durch einen kleinen Spielplatz mit einer Rutsche im Hang sowie durch einzelstehende Schaukeln hinter dem Blumenrondell.

Begeistert (und vielleicht auch mit einem Stückchen Kuchen reicher) verlässt man den Park angesichts der interessanten und schön umgesetzten Ideen für eine einst so olfaktorisch ungeliebte, aber wichtige Infrastruktureinrichtung. Wann kann man schon einmal erzählen, man ist durch ein Klärbecken gelaufen?! Das geht nur hier. Im Revier.

BernePark Bottrop

Altes Maschinenhaus der Kläranlage Bernemündung

BernePark Bottrop

Senkgarten im nordwestlichen Klärbecken

BernePark Bottrop

Theater der Pflanzen, Räumerbrücke und Maschinenhaus

BernePark Bottrop

Räumerbrücke mit Schild zur Emscherkunst 2013

Panorama BernePark Bottrop-Ebel

Panoramablick über den BernePark, vom Senkgarten über den Spielplatz, das Maschinenhaus zum Rechen

Blumenrondell und Parkhotel

Parkhotel in Betonröhren

Rundklärbecken

Südöstliches Rundklärbecken mit Goldfischen

BernePark Bottrop

Räumerbrücke auf dem alten Klärteich

Fahrräder unter Baum

Y-förmige Abwasserverteilung zu den Klärbecken

Fazit und Tipp des Webmasters: Dass auch Kläranlagen zum dichtbesiedelten und -industrialisierten Siedlungsraum Ruhrgebiet gehören, zeigt besonders anschaulich der BernePark. Ein Abstecher mit dem Fahrrad aus der Nähe ist ein Muss. Lohnenswert ist die Kombination mit anderen Zielen in der Region wie dem Nordsternpark in Gelsenkirchen und der Schurenbachhalde oder der Achse zwischen Schloss Oberhausen, der Neuen Mitte mit Centro und Sea Life bis hin zum Gehölzgarten Ripshorst, wo eine weitere ehemalige Kläranlage zu einem Park umgestaltet wurde. Bergsteiger werden auf der Halde Haniel oder auf dem Tetraeder begeistert sein.

 

Informationen zum Besuch des BerneParks:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Der Park ist täglich ab 11.00 Uhr geöffnet und schließt zusammen mit dem Restaurant Di bis Do sowie So um 22.00 Uhr, Fr und Sa um 24.00 Uhr. Montags ist in der Gastronomie Ruhetag, der Park wird um 20.00 Uhr geschlossen.

Der Eintritt ist frei!

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 12 Bottrop-Süd. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Oberhausen rechts abbiegen auf die Essener Straße, die an der nächsten Ampel in die Borbecker Straße übergeht. Geradeaus fahren, aber links einordnen. An der nächsten Ampel – der Beschilderung zum BernePark folgend – links abbiegen in die Oskarstraße, die an der nächsten Kreuzung übergeht in die Ebelstraße. Direkt hinter der darauffolgenden Berne-Brücke (kleines Flüsschen) liegt rechts ein Parkplatz. Gegenüber auf der anderen Straßenseite ist der Zugang zum Park in Form eines offenen Tores. Achtung: Nicht in den linken Radweg gehen!

Zieleingabe ins Navigationssystem: Ebelstraße 25a in 46242 Bottrop

Geographische Koordinaten: 51°30'13.42"N, 6°56'43.09"E – Zugang und Parkplatz
Die Koordinaten können in das Eingabefeld z.B. von GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 357396 m, 5707845 m – Zugang und Parkplatz

Anreise mit Bus und Bahn: Von Essen Hbf. mit dem RE 14 Richtung Borken oder der S 9 Richtung Haltern am See oder Bottrop bis Bottrop Hbf. Von dort entweder mit dem Bus der Linie 261 Richtung Bergbaustraße bis Ebelstraße (eine davor zum Bereitmachen: Plankenschemm). Die Fahrt beträgt etwa fünf Minuten (Werktags Halbstundentakt, Wochenende Stundentakt). Von dort der Ebelstraße geradeaus folgen und die Berne überqueren. Links führt der Zugang zum BernePark durch ein Tor – der links davon ebenfalls abbiegende Emscherradweg führt nur hinterm Zaun an der Anlage vorbei.

Alternativ lässt sich die Strecke vom Bottroper Hauptbahnhof auch gut laufen! Vom Vorplatz am besten durch die Unterführung auf die andere Bahnhofsseite und links auf die Lehmkuhler Straße. Dann rechts auf die Bahnhofstraße und unter der Autobahnbrücke rechts auf den Emscherweg. Zunächst vorbei am BernePark bis zum Zugang. Der Fußweg ist etwa 1,7 km lang.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der BernePark ist Teil der dritten von drei Radtouren, die mit einem orangefarbenen Piktogramm entlang der sogenannten Emscherinsel führt. Informationen dazu bietet die Internetseite der Emscherkunst. Darüber hinaus verläuft der Emscherweg (blaues Piktogramm) ebenfalls am BernePark vorbei.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist der Park (allerdings derzeit noch unbenannt) dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Essen und Umgebung" im idealen Maßstab 1:50.000 liegt er im Planquadrat C3. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

 Rad- und Wanderkarte Essen und Umgebung   Radwanderkarte Ruhrgebiet  

Weitere Informationen:

BernePark Bottrop: www.bernepark.de
Parkhotel im BernePark: www.dasparkhotel.net
Emschergenossenschaft zum BernePark: www.eglv.de
Emscherkunst:

www.emscherkunst.de

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 04 / 2016
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr