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Grüner Pfad und HOAG-Trasse

Auf zwei Bahntrassenradwegen an den Unterläufen von Rhein, Ruhr und Emscher

Es war der letzte Abschnitt der Emschertalbahn, der 1875 zwischen Sterkrade und Ruhrort eröffnet wurde. Dieser bildet zugleich das westliche Ende einer Strecke, die durch das nördliche Ruhrgebiet bis Dortmund führt. Nur ein kleiner Teil wird heute noch für Personen- und Güterverkehr genutzt. Zwischen Duisburg-Ruhrort und Oberhausen-Sterkrade ist die Strecke stillgelegt. Der Radweg „Grüner Pfad“ verläuft heute als Bahntrassenradweg von Ruhrort bis Sterkrade größtenteils auf diesem Streckenabschnitt. Weil in der Vergangenheit viele Zechen in kürzester Zeit stillegelegt wurden, waren auch die vielen Güterbahnen im Ruhrgebiet nicht mehr weiter benötigt. Es sind heute zahlreiche Radwege, die flach ohne große Steigungen und häufig kreuzungsfrei auf alten Schienenwegen verlaufen. In der Übersicht über die Rad- und Wanderwege können weitere Artikel über Bahntrassenradwege dieser Art angeklickt werden.

Der Radweg Grüner Pfad ist etwas mehr als 10 Kilometer lang. Bei Sterkrade geht er in einen anderen Bahntrassenradweg über und führt auf der alten HOAG-Trasse zurück zum Rhein nach Aldenrade. Beide Touren beschreiben zusammen also einen großen Bogen, ein umgekehrtes C, dessen Endpunkte gerade einmal 6 Kilometer auseinander liegen. Ein kleiner Teil des Weges im Bereich des Landschaftsparks leuchtet nun durch spezielle grüne Fahrbahnmarkierungen von selbst und weist den Weg auch im Dunkeln.

In der folgenden Karte sind beide Touren dargestellt. Der Grüne Pfad ist (nachvollziehbarerweise) mit einem grünen Band markiert, die HOAG-Trasse mit einem gelben. Die blauen Pfeile markieren Anschlüsse an thematische Radrouten. Auch relevante Bahnhofe (Bf) und Straßenbahnhaltestellen (St) sind gekennzeichnet. Die Kilometrierung fängt am Beginn der HOAG-Trasse wieder bei Kilometer 0 an.

Grüner Pfad in Duisburg und Oberhausen

Beschilderung, Wege-Beschaffenheit und Literatur:
Die Touren sind über das Radverkehrsnetz NRW ausgeschildert. Hin und wieder markieren stählerne Stelen mit dem Schriftzug GRÜNER PFAD den Verlauf, auf der HOAG-Trasse zeigen sie entsprechend den HOAG-Schriftzug. Daneben ziehen sich auf der HOAG-Trasse überdimensionierte Spielfiguren entlang der ganzen Strecke. Sie stehen vor allem an Brücken und bilden Teile des Geländers. Hin und wieder sind sie, für andere sichtbar, an Brücken oder als Graffiti an den Widerlagern angebracht.

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Das thematisch passende Buch unten ist zur Vertiefung empfohlen.

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InfoTipps zur Anreise zum Ausgangspunkt der jeweiligen Tour und zu einigen Zielen auf dem Weg finden Sie im Verlauf des Beitrags.

Der größte Teil des Grünen Pfades besteht aus einem glatt geteerten Belag mit Fahrbahnbegrenzung, einige Abschnitte und praktisch der gesamte Abschnitt auf der HOAG-Trasse sind wassergebundene Oberfläche. Im ersten Abschnitt im Bereich Ruhrort nutzt die Tour etwa bis zum Kilometer 2 einen straßenbegleitenden Radweg.

 

 

Der Grüne Pfad

Von Duisburg-Ruhrort nach Oberhausen-Sterkrade (ca. 11 km)

Die Tour beginnt passenderweise am Eisenbahnhafen unweit vom Bahnhof Ruhrort am Ende der kurzen Ruhrortbahn, der auch für die Anreise genutzt werden kann. Das Ende liegt am Bahnhof Sterkrade. Von hier aus ist es möglich, mit dem Zug mit Umstieg in Oberhausen Hauptbahnhof zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Die Tour-Beschreibung dieser Dokumentation beginnt jedoch im Landschaftspark Duisburg Nord etwa 4 Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt. Erst etwa ab dem Kilometer 3 ist der Radweg ein echter Bahntrassenradweg auf dem Verlauf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke.

Anreise zum Ausgangspunkt der Radtour:

Anreise mit dem Auto:
Zum Ausgangspunkt in Duisburg-Ruhrort: Auf der A40 bis zur Ausfahrt 12 Duisburg-Häfen (jeweils die erste mögliche Ausfahrt dieses Namens). Aus Richtung Dortmund auf die Straße Am Brink und dieser bis zum Kreisverkehr folgen. Aus Richtung Venlo links abbiegen in die Straße Am Schlütershof, die in die Kaßlerfelder Straße übergeht. Am Ende links abbiegen, sodass man auch von hier zum Kreisverkehr kommt. Die dritte Ausfahrt wählen und die Ruhr überqueren. Im Kreisverkehr links auf die Eisenbahnstraße und hinter dem Supermarkt rechts in die Friedrich-Ebert-Straße. Hier Parkmöglichkeit suchen. Auf eigene Verantwortung befindet sich direkt neben dem Bahnhof der Parkplatz eines Lebensmittel-Discounters.

Zum Ausgangspunkt am Landschaftspark Duisburg-Nord: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 7 Duisburg-Neumühl. Aus jeder Fahrtrichtung zunächst rechts abbiegen auf die Duisburger bzw. Neumühler Straße und der braunen Beschilderung zum Landschaftspark folgen. An der nächsten Ampelkreuzung geradeaus und die nächste Möglichkeit (wieder der Beschilderung folgend) rechts abbiegen in die Emscherstraße. Nach 700 Metern befindet sich hier ein kostenloser Parkplatz.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Friedrich-Ebert-Straße (Ruhrort) oder Emscherstraße (Landschaftspark) in Duisburg

Anreise mit Bus und Bahn:
Von Oberhausen Hbf. mit der RB 36 Richtung Duisburg-Ruhrort bis zur Endstation Ruhrort. Zum Ausgangspunkt am Landschaftspark mit der RB 36 nur bis Meiderich-Süd, von dort – die U-Bahnstation liegt rechts von der Treppe vom Bahnsteig auf dem Bahnhofsvorplatz – mit der Straßenbahn der Linie 903 Richtung Dinslaken bis zur Haltestelle Landschaftspark Nord.
Alternativ von Duisburg Hbf. mit der Straßenbahn der Linie 903 Richtung Dinslaken bzw. Watereck bis Landschaftspark Nord.

Anreise mit dem Fahrrad: Vom RuhrtalRadweg ist der Ausgangspunkt in Ruhrort über einen Abstecher über die Oberbürgermeister-Lehr-Brücke erreichbar. Der Landschaftspark Nord wird durch den Emscher-Park-Radweg und die Deutsche Fußballroute NRW erschlossen.

Für die Tour habe ich mir diesmal Verstärkung mitgenommen. Mit dabei ist Stefan, Mitte 30, Eisenbahnfreak und ebenso Hobby-Fotograf wie ich. Also genau die richtige Begleitung zu diesem Thema. Viele andere würden sich außerdem über häufige Zwischenhalte aufregen, die nötig sind, um den Weg für Sie, lieber Leser, zu dokumentieren. Unser Ausgangspunkt ist der wirklich sehenswerte Landschaftspark Duisburg Nord auf dem Gelände des ehemaligen POI: Ort von Interesse am Wegesrand Hüttenwerks Meiderich. Nur wenig südlich von uns ist die Ruhrortbahn von der Emschertalbahn abgezweigt und der eigentliche Bahntrassenradweg angefangen. Richtig viel haben wir also nicht verpasst.

Wir sind gemeinsam mit dem Auto angereist und finden am Landschaftspark einen guten Parkplatz, um mein Fahrrad und sein Klapprad, das (penibel ladungsgesichert) darauf lag, fahrbereit zu machen. Wir rüsten um die Wette auf (er klappt sein Faltrad auseinander, ich baue mein ausgebautes Vorderrad ein). Es fällt mir schwer, Stefan und seine Nikon vom Hüttenwerk fernzuhalten, weil wir erst die Tour auf dem Grünen Pfad machen wollten. Er war halt schon lange nicht mehr hier. Sehnsüchtig schielt er auf die Hochöfen und Schornsteine, die sich hinter der Maue erheben.

Wir schlängeln uns vom Parkplatz aus an alten Güterwagen vorbei und stoßen im Grünen auf liegengebliebene, rostige Schienen. Parallel zu denen geht es in nordöstlicher Richtung bis zur Brücke über die Alte Emscher. Vor ihr kann man links abbiegen, um am äußersten Punkt des Landschaftsparks einen Aussichtshügel zu besteigen. Stefan lässt sich nicht zweimal fragen und fährt direkt vorweg. Aussichtspunkte findet er immer gut. Solange man keine Treppen hinaufsteigen muss. Wir haben den ersten erhöhten Puls, als wir oben ankommen, und einen grandiosen Blick auf diese eher wenig besuchte Anlage mit den Portalkränen. Das Wetter (strahlend blauer Himmel, Sonne, 16°C) ist besser als angesagt war (stark bewölkt, Regen, 10°C). Ideales Herbst-Radel-Wetter.

Grüner Pfad Duisburg-Oberhausen

Ausgangspunkt Landschaftspark Duisburg Nord

Auf dem Hochofen im Landschaftspark

Eindrucksvoller Landschaftspark in ehemaligem Hüttenwerk

Möllerbunker im Landschaftspark Nord Duisburg

Reste eines gigantischen Industrie-Komplexes

Rostige Schienen im Landschaftspark Nord

Gleise der Emschertalbahn: Grundlage des Grünen Pfades

Industrieruinen

Östliches Gelände des Hüttenwerks

Industriebrache

Großer Portalkran über einem Lagerplatz

Industrienatur

Flieder und Rost setzen sich durch

Grüner Pfad Duisburg-Oberhausen

Aussichtspunkt mit Blick auf das Gelände

Grüner Pfad Duisburg-Oberhausen

Beleuchteter Grüner Pfad:

Grüner Pfad Duisburg-Oberhausen

... im Dunkeln leuchtende Konturen am Wegesrand

Zurück auf der hier sogenannten Bahnpromenade überqueren wir nun die Alte Emscher. Das ist der ursprüngliche natürliche Verlauf des Flusses bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Anhand der geringen Wassermassen lässt sich erkennen, dass er es heute nicht mehr ist. Doch dazu später – wir werden noch die Neue und die Ganz Neue Emscher sehen. Ein Stück vom Grünen Pfad ist hier rechts und links durch nachleuchtende Bänder markiert, sodass man auch im Dunkeln den Weg nicht aus den Augen verlieren muss.

Schon in Sichtweite liegt die Autobahnbrücke der A42. Diese unterfahren wir. Stefan drückt den Anforderungskontakt an der Fußgängerampel und kurze Zeit später können wir die Duisburger Straße samt Straßenbahn überqueren. Wenn wir vor vielen Jahren ein Lokführer (Verzeihung Stefan: Triebfahrzeugführer, natürlich) gewesen wären, würden wir an dieser Stelle in den Güterbahnhof Hamborn-Neumühl einfahren. Man stelle sich dabei etwa zwei Dutzend Gleise nebeneinander vor, auf denen fast einen halben Kilometer lange Güterzüge nebeneinander stehen. Durch die Form dieser parallelen Gleise, die auch an Saiten einer Harfe erinnern, spricht man gerne auch von einer Gleisharfe. Nichts von dem ist mehr zu sehen, weder Harfe noch Schienen. Musik und Lärm von der Verschiebung von Güterwagen, pfeifende Loks und quietschende Bremsen sind abgeklungen. Dafür hämmert der Specht. Das Gelände ist heute bewaldet und teilweise Gewerbegebiet. Stefan entdeckt am Wegesrand zwei Bahnschilder. Das eine ist ein ehemals orangefarbenes W, das er als „Ra11“ bezeichnet. Darunter eine H-Tafel. Beides Symbole, die einen Halt gebieten. Und sehr rostig.

In der folgenden Abbildung ist die Situation zur Zeit der aktiven Emschertalbahn in den 1950er Jahren dargestellt. Links ist der Güterbahnhof Hamborn-Neumühl zu erkennen, rechts davon die Zeche Neumühl mit ihren Gleisanlagen. Zur Orientierung ist der Verlauf des Grünen Pfades eingetragen. Mit einem Mausklick lässt sich die Abbildung auf ein aktuelles Luftbild umschalten. Güterbahnhof, Zeche und alle übrigen Gleisanlagen verschwinden dabei. Aus der Bahntrasse wird unser Radweg. Hinweis: Die Nordrichtung ist leicht nach rechts gedreht, damit die Ausdehnung des Güterbahnhofs besser mit dem breiten Layout der Karte zusammenpasst.

 Historische Ansichten vom Güterbahnhof Neumühl

Über den ehemaligen Bahnübergang Boschstraße setzen wir die Fahrt fort. Wieder würden hier Schienen einer umfangreichen Gleisanlage eine große Harfe bilden. Denn das Gewerbegebiet auf der linken Seite liegt auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Neumühl. Genauer gesagt der Schachtanlage I / II / IV. Sie wurde 1962 geschlossen und das Gelände kurz darauf abgeräumt. Die Gleise sind gleich mit verschwunden. Dahinter quert die Autobahn A3 unseren Weg. Sternförmig ist eine Kreuzung verschiedener Schienenwege und einer Straße kurz dahinter. Nur noch die Walsumbahn von Oberhausen nach Wesel, eine Umgehungsstrecke der Hollandbahn, auf die wir bei Sterkrade treffen, existiert noch. Die verläuft über einer stählernen Brücke genau über dem alten Bahnübergang der Emschertalbahn. Oberhalb lag sogar mit dem Haltepunkt Buschhausen ein Zughalt. Personenzüge fahren hier heute allerdings im Normalfall nicht.

Es folgt die Brücke über die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Kleine Emscher. Früher hieß der Fluss einmal Neue Emscher und war die erste Umlegung der Emschermündung. Dies geschah zum Anfang des 20. Jahrhunderts, da das Wasser durch die Bergsenkungen im Ruhrgebiet nicht mehr den Weg geflossen ist, den es nehmen sollte. Bis dahin war die Alte Emscher (die wir am Landschaftspark Nord überquert haben) der einzige Mündungsfluss in den Rhein. Ein Radweg führt fast bis zum Ende der HOAG-Trasse entlang der Kleinen Emscher. Er kann später als Rückweg genutzt werden.

Grüner Pfad Duisburg-Oberhausen

Sogenannte "Bahnpromenade" entlang überwachsener Schienen

Grüner Pfad Alte Emscher

Brücke über die Alte Emscher

Grüner Pfad Duisburg-Oberhausen

Kreuzung mit der Duisburger Straße: Fahrt frei! (Blick zurück)

Grüner Pfad Bahnhof Neumühl

Trasse der ehemaligen Emschertalbahn im Bahnhof Neumühl
Wer entdeckt das Eisenbahnschild?

Ende der 1940er Jahre wurde auch die Neue Emscher umgelegt zum heutigen Verlauf mit Mündung in Dinslaken. Die Neue Emscher wurde zur Kleinen Emscher umbenannt und nicht mehr an den Hauptfluss angebunden, der seitdem unweit von hier einen abrupten Bogen nach Norden vollzieht. Wir können die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Emscher schon von Weitem riechen. Hier ist die Emscher (2020) noch im kanalisierten Zustand, also begradigt zwischen hohen Deichen, und führt Schmutzwasser mit sich. Solches, das eigentlich in ein geschlossenes Abwassersystem und in eine Kläranlage gehört. Und in dieser Form als offenes Abwasser mächtig zum Himmel stinkt. Man kann sich nicht vorstellen, die die Anwohner ständig damit leben müssen. Das sieht jedoch im Oberlauf ganz anders aus. Dort ist nach dem Emscherumbau das Abwasser vom Flusswasser getrennt und der Lauf renaturiert bzw. ökologisch angepasst, wie es in der Fachsprache heißt.

Jedenfalls kann man hier jetzt rechts in Richtung Oberhausen oder links in Richtung Dinslaken auf den Emscherweg abbiegen, der hier am Unterlauf des Flusses nicht mehr weit von der Mündung entfernt ist.

Grüner Pfad Brücke Kleine Emscher

Brücke über die Kleine Emscher, einst "Neue Emscher"

Grüner Pfad Duisburg-Oberhausen

Nur kurze Strecke weiter: Brücke über die heutige Emscher

Grüner Pfad Emscherbrücke

Emscherbrücke mit Radweg-Beschriftung

Grüner Pfad Emscherbrücke

Brücke der Emschertalbahn von Norden gesehen

Emscher in Duisburg

Blick von der Brücke auf die Emscher, flussabwärts

Grüner Pfad Duisburg-Oberhausen

Verbindungskurve zur Hollandbahn kurz vorm Bahnhof Sterkrade

Die Emschertalbahn führt geradeaus weiter in ein ausgedehntes Eisenbahnkreuz. Das sieht so ähnlich aus wie ein Autobahnkreuz und hatte auch drei Zubringer. Davon einen von der Emschertalbahn in nördliche Richtung zum Bahnhof Sterkrade. Im Zuge der Umlegung der Emscher wurde wohl auch die Bahnstrecke im Bahnkreuz verändert. Der ursprüngliche Streckenverlauf ist heute die Hünxer Straße. Hinter der Flussüberquerung geht es in einem engen Bogen durch den Wald in Nordrichtung. Die Emschertalbahn hingegen verläuft ab hier als aktiv genutzte Bahnstrecke in östlicher Richtung nach Dortmund. Wir erreichen bald den Bahnhof Sterkrade. Unser erster Radweg ist hier offiziell zu Ende.

Er geht direkt über in den Radweg auf der HOAG-Trasse an, die die Gutehoffnungshütte, die Zeche Sterkrade und den Rheinhafen der Gutehoffnungshütte miteinander verband. Mehr dazu gibt es im ► nächsten Abschnitt zu lesen.

Geographische Koordinaten:
51°27'26.44"N, 6°44'07.81"E – Bahnhof Duisburg-Ruhrort (Start)
51°28'50.99"N, 6°47'01.88"E – Parkplatz Landschaftspark Nord
51°28'48.11"N, 6°46'49.01"E – Aufgang Hochofen 5
51°29'04.81"N, 6°47'21.94"E – Aussichtspunkt Ostgelände
51°29'18.88"N, 6°47'49.96"E – Ehem. Güterbahnhof Neumühl
51°29'48.89"N, 6°49'31.39"E – Brücke über die Kleine Emscher
51°29'59.41"N, 6°50'31.97"E – Brücke über die Emscher
51°30'43.82"N, 6°50'36.62"E – Bahnhof Sterkrade (Endpunkt)
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
342677 m, 5703117 m – Bahnhof Duisburg-Ruhrort (Startpunkt)
346115 m, 5705626 m – Parkplatz Landschaftspark Duisburg-Nord
345864 m, 5705544 m – Aufgang Hochofen 5
346515 m, 5706041 m – Aussichtspunkt Ostgelände
347109 m, 5706405 m – Ehem. Güterbahnhof Neumühl
349059 m, 5707330 m – Brücke über die Kleine Emscher
350227 m, 5707619 m – Brücke über die Emscher
350358 m, 5708984 m – Bahnhof Sterkrade (Endpunkt)

Quellen und weitere Informationen:

Route der Industriekultur (Grüner Pfad): www.route-industriekultur.ruhr
Bahntrassenradeln in Deutschland:
www.achim-bartoschek.de

 

Die HOAG-Trasse

Spielerisch auf der "Hafenbahn" von Sterkrade zum Rheinhafen der Gutehoffnungshütte (10 km)

Von der Gutehoffnungshütte in Oberhausen mit Anschluss an den Hauptbahnhof bis zum Südhafen von Walsum verlief bis in die 1990er Jahre eine weitere von vielen Güterbahnstrecken im Ruhrgebiet. Sie wurde nach der Hüttenwerke Oberhausen Aktien Gesellschaft (HOAG) als HOAG-Trasse bezeichnet oder schlicht als "Hafenbahn". Etwa 16 Kilometer lang war die Strecke. Sie verband die Gutehoffnungshütte mit den Werken in Oberhausen und Sterkrade, die Zeche Sterkrade und die Zeche Hugo Haniel mit dem Rheinhafen und der betriebseigenen Werft in Walsum, lange Zeit in unmittelbarer Nähe zur zweiten Emschermündung.

Zwischen dem Bahnhof Sterkrade und dem Oberhausener Hauptbahnhof wurde aus der alten Güterbahn die sogenannte ÖPNV-Trasse, auf der heute im dichten Takt Nahverkehrslinien in Form von Bussen und Straßenbahnen fahren (siehe schwarze Markierung in der Übersichtskarte oben). Mit ihnen lassen sich Ziele wie das CentrO, der OLGA-Park oder die Siedlung Eisenheim bequem erreichen. Der nördliche Teil zwischen Übergang zum Radweg Grüner Pfad auf der alten Bahnstrecke von Duisburg-Ruhrort, der im vorherigen Abschnitt beschrieben wird, und dem Südhafen ist heute ein Radweg. Etwa 10 Kilometer ist der Radweg auf der HOAG-Trasse lang. Die Trasse wurde 2002 vom Regionalverband Ruhr gekauft und bis 2007 umgebaut.

Beschilderung und Wege-Beschaffenheit:

Die Radtour ist sehr gut ausgeschildert. Neben den üblichen Schildern des Radverkehrsnetzes und Knotenpunktnetzes Radrevier.Ruhr finden sich immer wieder als Erkennungsmerkmal rostige Stelen mit dem HOAG-Schriftzug. Daneben ziehen sich überdimensionierte Spielfiguren entlang der ganzen Strecke. Sie stehen vor allem an Brücken und bilden Teile des Geländers. Hin und wieder sind sie, für andere sichtbar, an Brücken oder als Graffiti an den Widerlagern angebracht. In der Übersichtskarte ganz oben ist der Verlauf mit einem gelben Band markiert.

Weiter geht´s: Mensch ärgere dich nicht!

Der Übergang vom Grünen Pfad erfolgt sanft. Erste Beschilderungen der HOAG-Trasse stehen auf der Brücke der Emscher, die ersten Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielfiguren tauchen hinter dem Abzweig von der Hollandstrecke am Bahnhof Sterkrade auf. Die Trasse schlängelt sich zunächst durch die Wohngebiete und macht kaum den Anschein einer Bahnstrecke. Tatsächlich verliefen hier vor einigen Jahren noch Schienen, die um den Personenbahnhof herumführten.

Grüner Pfad Duisburg-Oberhausen

Hier traf die Verbindungskurve von der Emschertalbahn auf die
Hollandstrecke – kurz vorm Bahnhof Sterkrade, unserem Ziel

Grüner Pfad Duisburg-Oberhausen

An den Mensch-ärgere-dich-Hütchen beginnt unbemerkt der
Radweg auf der HOAG-Trasse nach Aldenrade

Auf der Von-Trotha-Straße biegen wir kurz links ab und fahren rechts auf das alte Gelände der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Zeche Sterkrade. Kaum hat man das kleine Wäldchen am Anfang durchfahren, eröffnet sich der Blick auf das wunderschöne rote Fördergerüst über Schacht I. Es ist neben der jedoch eher unauffälligen Grubengasanlage über dem Schacht II das einzige hervorstechende Bauwerk auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Sterkrade im gleichnamigen Vorort der Stadt Oberhausen. Das große Areal, das einmal zwei Förderschächte, eine Kokerei, eine Halde, Verladeanlagen, Holzlager und andere Übertage-Einrichtungen beherbergte (historische Aufnahme siehe unten), ist heute ansonsten eine große, grüne Brachfläche und größtenteils der Natur vorbehalten. Ganz im Norden erhebt sich ein Landschaftsbauwerk mit Sport- und Volleyballplatz.

Die Förderung an diesem verkehrsgünstigen Standort unweit des Bahnhofs Sterkrade an der Hollandbahnstrecke von Oberhausen nach Arnhem in den Niederlanden begann 1903. Aus dieser Zeit stammt auch das noch heute erhaltene Fördergerüst über dem Schacht I. Es ist eines der ältesten erhaltenen dreibeinigen Fördergerüste und als „Deutsches Strebengerüst“ in einer filigranen Stahlfachwerk-Bauweise ausgeführt. Es ragt in eine Backsteinhalle mit drei Etagen, die von ihrer Architektur an die mächtigen Malakowtürme erinnert und ihrerseits schon eine Besonderheit ist. Nicht weit von Schacht I befand sich ein zweiter Schacht. Errichtet wurde die Zeche für die Versorgung der Gutehoffnungshütte mit Kohle. Im Jahre 1933 wurde diese Schachtanlage von der Zeche Osterfeld übernommen, kurz nachdem die Zeche Sterkrade die benachbarte Zeche Hugo-Haniel ihrerseits übernommen hatte, und diente weiterhin der Bewetterung und Seilfahrt. In dem Zuge wurde damals auch die Kokerei stillgelegt. Die Stilllegung der Zeche erfolgte 1994, bereits Ende der 90er waren die meisten Gebäude abgerissen. Seit 1997 ist der Förderturm Teil der Industriedenkmalstiftung und Geschichtskultur und kann nach Absprache besichtigt werden. Im neuen Jahrtausend entstand dann auch das Landschaftsbauwerk im Norden.

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Fördergerüst über dem Schacht I der Zeche Sterkrade

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Ehemalige HOAG-Trasse als Radweg übers Zechengelände

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Blick vom Fuße des Fördergerüstes zu den Seilscheiben

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Ansicht auf das Fördergerüst von der Seite

Zeche Sterkrade in Oberhausen

HOAG-Trasse führt an der Schachthalle vorbei

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Fußballplatz auf dem Landschaftsbauwerk Sterkrade

Zeche Sterkrade in Oberhausen

"Tribüne" des Fußballplatzes – ein kreisrunder Erddamm

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Blick zum benachbarten Beachvolleyballplatz

Neben dem Fördergerüst erschließt der Radweg auf der HOAG-Trasse auch das neue Landschaftsbauwerk im Norden des Zechengeländes. Es besteht aus zwei ineinanderlaufenden kreisrunden Hügeln. Der größere von beiden hat einen in einem windgeschützten Kessel liegenden Sportplatz, der kleinere ein Volleyballfeld. Wer den Aufstieg nicht bewältigen möchte, kann auch um den Hügel herumfahren und gelangt so direkt zur Fortsetzung der HOAG-Trasse.

Haldenfreunde mit Lust auf gute Fernsicht muss man jedoch ein wenig enttäuschen, da das Landschaftsbauwerk gerade einmal zehn Meter hoch und an den Rändern noch dicht bewachsen ist. Eine weitere kleine Halde, die in historischen Luftbildern aus den 1920er Jahren zu identifizieren ist, ist bereits im folgenden Jahrzehnt abgetragen und mit anderen Anlagen überbaut. Auf der anderen Seite der Weierstraße erstreckt sich eine noch größere Brachfläche, die zeitweise als riesige Kohlenhalde genutzt wurde. Die nachfolgende Grafik zeigt das Gelände vor der Übernahme durch die Zeche Osterfeld in den 1920er Jahren mit einer kleinen Bergehalde. Mit einem Mausklick auf die Abbildung wird das Luftbild durch ein aktuelles ausgetauscht, um die Situation damals und heute vergleichen zu können.

 Historische Ansichten  der Zeche Sterkrade

 

Informationen zum Besuch der Zeche Sterkrade:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Gelände ist frei zugänglich. Die Maschinenhalle ist nach Absprache mit der Industriedenkmalstiftung zu besichtigen. Teile des Geländes sind dem Naturschutz vorbehalten und sollten nicht betreten werden.

Anreise mit dem Auto: Auf der A3 bis zur Ausfahrt 11 Oberhausen-Holten. Aus allen Richtungen links abbiegen auf die Königstraße bzw. Erlenstraße. Diese geht in die Von-Trotha-Straße über. Am Kreisverkehr entweder geradeaus und in Höhe der Hausnummer 55 am Rand parken und zu Fuß auf das Zechengelände auf der linken Seite laufen – hier ist der Fußweg zum Fördergerüst kürzer – oder im Kreisverkehr links und nach 500 Metern vor der Bahnüberführung rechts auf den Parkplatz direkt neben dem Landschaftsbauwerk mit längerem Fußweg zum Fördergerüst.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Von-Trotha-Straße, Nähe Hausnummer 55 oder Weierstraße, Nähe Hausnummer 112

Anreise mit Bus und Bahn: Mit dem RRX RE 3, dem RE 19 und RE 49 von Oberhausen Hbf., Duisburg Hbf. oder Wesel bis Oberhausen-Sterkrade. Von dort auf der Westseite des Bahnhofs (auf der gegenüberliegenden Seite des Busbahnhofs) rechts auf die Straße Westrampe. Dem Verlauf etwa 750 Meter folgen, dabei geht die Straße in die Von-Trotha-Straße über. An der Bushaltestelle „Zeche Sterkrade“ rechts auf das Zechengelände.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der Radweg auf der ehemaligen HOAG-Bahntrasse verläuft direkt über das Zechengelände. Am Bahnhof Sterkrade geht er in den Radweg „Grüner Pfad“ Richtung Duisburg-Ruhrort und Meiderich über.

Nach einem kleinen Zickzack folgen wir mit unserem Weg einer noch bestehenden Eisenbahnstrecke zum Ruhrchemie-Werk. An der Brücke der Autobahn A3 biegt diese aber nach links ab. Wir erreichen Holten und haben hier die Möglichkeit, an der Bahnstraße rechts zum Bahnhof abzubiegen. Dahinter macht die Strecke einen scharfen Linksbogen. Ein Rastplatz auf der linken Seite bietet, etwas erhöht, eine gute Aussichtsmöglichkeit auf die Felder und die Halde Hühnerheide im Hintergrund.

Vor der Emscherbrücke liegt links ein kleines Gelände mit POI: Ort von Interesse am Wegesrand Rast- und Spielplatz. Hier besteht Anschluss an den Emscherweg, der von der Quelle bei Holzwickede bis zur Mündung hier fast vorm Ziel in Dinslaken angekommen ist. Vor uns liegt rechts das Klärwerk Emschermündung. Weithin sichtbar sind die drei eierförmigen POI: Ort von Interesse am Wegesrand Faultürme, die unmittelbar neben der Bahntrasse liegen und durch die Büsche hindurch gut gesehen werden können.

Radweg auf der HOAG-Trasse

HOAG-Trasse zwischen Holten und Wehofen

Radweg auf der HOAG-Trasse

Kreuzungspunkt von HOAG-Trasse und Emscherweg

Radweg auf der HOAG-Trasse

Erhöhter Rastplatz am Rande der HOAG-Trasse mit kurzem Stück gepflasterter Oberfläche

Radweg auf der HOAG-Trasse

Rostiges HOAG-Schild mit Informationstafel am Wegesrand

Radweg auf der HOAG-Trasse

Vor uns ist die Kläranlage Emschermündung zu sehen

Radweg auf der HOAG-Trasse

Spielfigur trifft Eier-Faulturm

Radweg auf der HOAG-Trasse

Markante Faultürme in Eier-Form der Kläranlage

An der nächsten Brücke über die Dinslaker Straße passieren wir eine Spitze der alten POI: Ort von Interesse am Wegesrand Zechensiedlung neben der ehemaligen Zeche Wehofen, die jedoch zuerst Schachtanlage Rhein hieß. Wehoven war früher nur eine Bauerschaft mit höchstens einer Handvoll Bauernhöfen inmitten von großen Weiden und Äckern. Die Zeche kam um 1913, der Ort tauschte das V gegen ein F. Die Höfe mitsamt der ausgedehnten Felder verschwanden, die Siedlung entstand nur wenig später. Wehofen hat einige Besonderheiten. Vor allem auf Karten und Luftbildern, aber auch aus der Radfahrerperspektive fällt auf, dass die Siedlung ein gerastertes Straßennetz mit nahezu quadratischen Baublöcken hat. Das Netz ist jedoch entgegen der annähernd Nord-Süd- und Ost-West-verlaufenden Hauptstraßen um 45° gedreht. Alle Wohnstraßen und Häuserfluchten verlaufen somit diagonal. Die Straßen tragen fast alle Namen mit Bezug zur Natur, wie „Heckenweg“, „Im Birkenhain“ oder „Unter den Kastanien“. Teilweise passt die Baumart sogar zum Straßennamen. Touristen aus Berlin werden sich in der Straße „Unter den Linden“ besonders heimisch fühlen. Im Zentrum gibt es einen Supermarkt neben der Kirche. Auf der Brücke über die Dr.-Hans-Böckler-Straße stehen Informationsschilder zur Siedlung. Hier können wir auch einen Abstieg zur Siedlung machen, die einen kleinen Abstecher vom Weg lohnt.

Bereits in den 1930er Jahren wurde die Zeche stillgelegt. Sie war bis dahin über eine eigene Bahnstrecke zwischen Marxloh und Dinslaken angebunden. Sie verlief von Süden nach Norden unweit der heutigen Autobahn A59, die wir nun queren.

Radweg auf der HOAG-Trasse

Blick von der Bahnbrücke auf die Siedlung Wehofen

Radweg auf der HOAG-Trasse

Ein kleiner Abstecher durch die Zechensiedlung

Radweg auf der HOAG-Trasse

 

Radweg auf der HOAG-Trasse

Kirchturm und Kirche in der Mitte der Siedlung

Die HOAG-Trasse führt inmitten eines schmalen Grünzuges am Rande von Walsum vorbei. Etwa 100 Jahre vor dem Umbau der alten Trasse zum Radweg befanden sich hier nur Höfe, Felder und Weiden. So wenige Höfe, dass sie in üblichen Karten dieser Zeit alle einen eigenen Namen trugen. Gab es in der Zeit damals dem Zensus zufolge in ganz Walsum höchstens 3.000 Einwohner, also wie in einem größeren Dorf, ist in wenigen Jahrzehnten eine Mittelstadt von heute etwa 50.000 Einwohnern gewachsen. Heute ist Walsum ein Stadtteil von Duisburg. Die Landschaft hat sich hier besonders stark verändert.

Hin und wieder stehen nun alte Masten einer Oberleitung am Wegesrand, die mit unterschiedlichen Mustern bunt angemalt sind. Natürlich passieren wir immer wieder die farbigen Spielfiguren, die man auch in der Form eines Spielturms mit Rutsche am Bahndamm erkennen kann. An der Brücke über die Dittfeldstraße können wir zum Radweg entlang der Kleinen Emscher umschwenken. Dieser beginnt hier und führt bis kurz vor den Gasometer in Oberhausen, nicht weit von der Stelle, wo der Grüne Pfad in unsere HOAG-Trasse übergeht. Der Radweg Kleine Emscher könnte damit Teil eines kleinen Kreises sein, wenn man nicht dieselbe Strecke zurückfahren möchte.

Radweg auf der HOAG-Trasse

Wiederkehrende Spielfiguren als Motiv an der Brücke

Radweg auf der HOAG-Trasse

Abzweig von der Bahntrasse kurz vor Walsum

Radweg auf der HOAG-Trasse

Hochgelegene Bahntrasse vor der dichten Besiedlung von Walsum

Radweg auf der HOAG-Trasse

Allgegenwärtige Spielfiguren

Radweg auf der HOAG-Trasse

Hier stehen nun auch Masten einer alten Oberleitung

Radweg auf der HOAG-Trasse

Überquerung der Autobahn A59

Radweg auf der HOAG-Trasse

Eine Rutsche führt vom Turm und den Bahndamm hinunter

Radweg auf der HOAG-Trasse

Brücke über die Friedrich-Ebert-Straße

Radweg auf der HOAG-Trasse

 

Unsere HOAG-Trasse verläuft gar nicht mehr viel weiter. Wir überqueren die Kleine Emscher unweit ihres Pumpwerks, mit dessen Hilfe sie die letzten Meter zum Rhein überwindet. Es folgt die Brücke der Römerstraße und dann liegt unser Streckenende an der Ackerstraße direkt vor dem POI: Ort von Interesse am Wegesrand Hafen am Rhein. Das Hafengebiet können wir nicht befahren. Der heutige Südhafen Walsum, Gegenstück vom Nordhafen in Alt-Walsum, ist ein Verladehafen von Thyssen Krupp. In historischen Karten ist er noch als „Häfen der Gutehoffnungshütte“ bezeichnet und entstand ganz am Anfang des 20. Jahrhunderts. Von 1919 bis 1982 befand sich hier eine Werft, die ebenfalls zur Gutehoffnungshütte gehörte. Heute ist der Betrieb deutlich zurückhaltender. Es gibt jedoch eine Halle, die einen Teil des westlichen Hafenbeckens überspannt und witterungsunabhängig die Verladung empfindlicher Materialien ermöglicht.

Radweg auf der HOAG-Trasse

Ganz andere Farbkombination mit zweifarbigen Spielfiguren an einer Brücke

Radweg auf der HOAG-Trasse

Auf einer der letzten Brücken der HOAG-Trasse liegen Gleise

Radweg auf der HOAG-Trasse

Informationstafel der HOAG-Trasse am Streckenende

Radweg auf der HOAG-Trasse

Ziel erreicht: Ende des Radweges auf der HOAG-Trasse am Südhafen Walsum

Am äußersten Rand von Aldenrade, wie dieser Ortsteil heißt, stehen wir nun etwas verloren. Gleich zweimal werden wir angesprochen, wie man denn von hier aus weiterkommt. Auf einer mitgebrachten Karte zeigen wir Optionen. Statt über den Radweg entlang der Kleinen Emscher zurückzukehren, können wir auch die Runde erweitern, auf dem Rheinradweg flussabwärts bis zur Emschermündung fahren und von dort auf dem Emscherweg bis zu einer der beiden Kreuzungspunkte mit der HOAG-Trasse zurückfahren. Fährt man den Weg flussaufwärts, kommen wir irgendwann nach Ruhrort zum Ausgangspunkt des Grünen Pfades.

Geographische Koordinaten:
51°30'43.82"N, 6°50'36.62"E – Bahnhof Sterkrade (Endpunkt)
51°31'10.16"N, 6°50'12.98"E – Zeche Sterkrade
51°31'49.97"N, 6°45'57.80"E – Siedlung Wehofen (Ortsmitte)
51°31'21.05"N, 6°45'02.96"E – Rutsche
51°31'02.56"N, 6°43'51.41"E – Streckenende am Südhafen Walsum
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
350358 m, 5708984 m – Bahnhof Sterkrade (Endpunkt)
349904 m, 5709806 m – Zeche Sterkrade
345048 m, 5711192 m – Siedlung Wehofen (Ortsmitte)
343964 m, 5710331 m – Rutsche

342567 m, 5709802 m – Streckenende am Südhafen Walsum

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.


Externer Link

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Quellen und weitere Informationen:

Bahntrassenradeln in Deutschland (HOAG-Trasse):
www.achim-bartoschek.de
Industriedenkmalstiftung (Zeche Sterkrade): www.industriedenkmal-stiftung.de
Route der Industriekultur (Zeche Sterkrade):

www.route-industriekultur.ruhr

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 10 / 2020
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