Der Nordfriedhof und Alter Friedhof Eving in Dortmund

Im Dortmunder Norden, wo einst Fördertürme und Fördergerüste den Himmel über Eving prägten, liegt mit dem Nordfriedhof einer der großen Friedhöfe in Dortmund. Er wurde 1897 als vierter kommunaler Friedhof der Stadt angelegt – nach dem Westentotenhof (heute Westpark), Ostenfriedhof und dem Südfriedhof bzw. Südwestfriedhof.

Diese drei älteren Friedhöfe lagen alle südlich der großen Eisenbahnachse und waren für die schnell wachsenden Arbeiterviertel im Norden zu weit entfernt. Der neue Friedhof schloss diese Lücke – und wurde zugleich zu einem Ort, an dem sich Stadt- und Bergbaugeschichte berühren. Erst einige Jahrzehnte später kam der heute wesentlich größere Hauptfriedhof noch dazu.

Am Haupteingang zum Nordfriedhof steht ein Geleucht, eine Grubenlampe aus Stahl

Friedhof mit Bezug zum Bergbau

Unmittelbar neben dem Gelände wurde auf der Zeche Minister Stein Kohle gefördert. Ihr markanter Hammerkopfturm ist noch heute vorhanden und vom Friedhof aus sichtbar. An der alten Friedhofsverwaltung am Haupteingang erzählen eine Lore und eine große Grubenlampe, umgeben von Staudenbeeten, von der engen Verbindung zum Bergbau. Doch wie auf vielen anderen Friedhöfen im Ruhrgebiet auch, gibt es hier gleich zwei Denkmäler für tragische Grubenunglücke. Zwei Gemeinschaftsgräber erinnern an das Seilfahrt-Unglück auf Kaiserstuhl II im Jahr 1920 und die Explosion auf Minister Stein 1925.

Am Haupteingang fällt die denkmalgeschützte Friedhofsverwaltung von 1898 ins Auge – ein Gebäude im Schweizer Stil mit hölzernen Giebeln und Anklängen an alpenländische Chalets. Für das Ruhrgebiet ist dieser Baustil äußerst ungewöhnlich.

Zwischen alten Eichen, Buchen und Ahornbäumen entfaltet sich eine friedliche Atmosphäre. Eichhörnchen huschen über die Wege, die sich ringförmig um die zentral gelegene Trauerhalle ziehen. Einheitliche Kreuze markieren die Gräber der Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs, und in einem kleinen Bereich im Wald liegen einzelne Gräber, halb verborgen zwischen Farnen und Laub. Der Nordfriedhof ist so nicht nur Ruhestätte, sondern auch ein grüner Rückzugsort im Stadtteil – ein Ort der Erinnerung und der Stille gleichermaßen.

Der Nordfriedhof ist einer von mehreren Artikeln zu interessanten, alten oder besonderen Friedhöfen. Die zentrale Rubrik-Seite bietet neben einer Übersicht über die anderen Orte auch allgemeine Informationen wie beispielsweise eine Erläuterung zur Symbolik auf Grabsteinen ► Friedhöfe im Ruhrgebiet

InformationInformationen zur Anreise stehen am Ende dieser Seite.

Der Alte Friedhof Eving – stille Nachbarschaft im Grünen

Gleich nebenan liegt der Alte Friedhof Eving, der heute eher einer parkähnlichen Grünanlage gleicht. Nur wenige Grabstätten sind hier noch erhalten, Beisetzungen finden keine mehr statt. Wo früher die Wege verliefen, wächst heute dichter Baumbestand. Dieser leuchtet im Herbst in allen Farben. Zwischen goldenen Blättern und altem Mauerwerk zeigt sich eine stille, fast verwunschene Atmosphäre – als würde der Ort noch leise von seiner Vergangenheit erzählen.

Während der Nordfriedhof weiterhin gepflegt und genutzt wird, bildet der alte Friedhof sein ruhiges Pendant. Gemeinsam bilden beide Anlagen ein einzigartiges Ensemble – Zeugnisse der Stadtentwicklung und des Wandels im Dortmunder Norden, zwischen Industriegeschichte, Erinnerungskultur und Natur.

Informationen zur Anreise:

Anreise mit dem Auto:

Auf der A2 zum Kreuz 13 Dortmund-Nordost. Dort auf die B236 Richtung Schwerte fahren und an der nächsten Abfahrt Derne abfahren. Rechts abbiegen auf die Walther-Kohlmann-Straße. Nach etwa 3,2 Kilometern rechts abbiegen auf die Osterfeldstraße. In der Nähe der Bushaltestelle Nordfriedhof befindet sich ein Parkplatz mit dem östlichen Eingang in der Nähe des Denkmals für die Opfer des Grubenunglücks.

Der Alte Friedhof Eving liegt im Verlauf der Straße dahinter.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Osterfeldstraße in Dortmund

Anreise mit Bus und Bahn:

Von Dortmund-Mitte mit der U42 Richtung Grevel bis Burgholz. Zu Fuß auf der Osterfeldstraße bis zum Friedhof, dessen östlicher Eingang nach etwa 500 Metern auf der linken Seite liegt.

Der Alte Friedhof Eving liegt im Verlauf der Straße dahinter.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike:

Der Nordfriedhof Eving ist über das Radverkehrsnetz NRW erschlossen. Ein Abstecher ist allerdings durch den Fredenbaumpark auch von der Radroute Dortmund-Ems-Kanal denkbar.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Osterfeldstraße in Dortmund

Kartenmaterial / Literatur:

In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist der Nordfriedhof Eving bzw. die Region abgebildet: ADFC Regionalkarte radrevier.ruhr Ost* (1:50.000), Kompass Fahrradkarte Ruhrgebiet / Bergisches Land* (1:70.000) und BVA Radwanderkarte Kreis Recklinghausen* (1:50.000)

Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Die faszinierendsten Friedhöfe der Welt*

Koordinaten für GPS-Geräte und zur Tourenplanung

Geographische Koordinaten:
51°32’38.46″N, 7°28’09.29″E – Haupteingang mit Grubenlampe, Lore und Verwaltung
51°32’47.59″N, 7°28’20.71″E – Denkmal Grubenunglück
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von beispielsweise GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
393851 m, 5711434 m – Haupteingang mit Grubenlampe, Lore und Verwaltung
394077 m, 5711712 m – Denkmal Grubenunglück

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.