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Der Bergbauwanderweg Ruhr-Universität Bochum

Schlägel & Eisen folgend zu den bergbauhistorischen Sehenswürdigkeiten rund um die Ruhr-Uni im Bochumer Süden

Alte Industriegeschichte und Moderne verbindet der Bergbauwanderweg rund um die Ruhr-Universität in geschickter Weise miteinander. In der Form einer großen Acht führt er auf ca. 15 Kilometern Länge durch zahlreiche Orte mit historischer Bergbautätigkeit und der nach-industriellen Nutzung zugleich. Die historischen Orte werden durch Gebäude alter Zechen, durch Stollen, Kohlenplätze, Halden oder Reste einer Transport-Seilbahn vorgestellt. Die Moderne zeigt sich durch die erste Universitätsgründung nach dem Krieg in Deutschland, die Hochschule Bochum und die großen Studierenden-Wohnheime. Der Kemnader See ist zu einem beliebten Freizeitziel geworden und im Ruhrtal lässt es sich herrlich Radfahren. Insgesamt wird in einer Landschaft mit Wald, Aussichten auf Bergkämmen, dem Kemnader Stausee, aber auch dem Campus der Ruhr-Universität samt angrenzender Studentensiedlungen und UniCenter viel Abwechslung geboten.

In der folgenden Karte sind der Weg samt der wichtigsten im Beitrag vorgestellten Stationen eingetragen. Abzulesen sind ausgesuchte Stationen der U-Bahn U35 mit Anschluss an die Tour sowie Verbindungen zu anderen, ebenfalls auf diesen Webseiten näher vorgestellte Themenrad- und Wanderwege in der Region.

Karte Bergbauwanderweg Ruhr-Universität

Beschilderung & Wegebeschaffenheit:

Mittelpunkt, Start und Ziel des Rund-Wanderwegs bildet die Universität im Ortsteil Querenburg. Der Weg verläuft an etwa 20 unnummerierten Stationen vorbei. Markiert ist der Wanderweg durch das Symbol Schlägel und Eisen  Symbol Schlägel und Eisen  , also dem typischen Bergbau-Symbol mit den gekreuzten Werkzeugen. Grundsätzlich sind an den meisten Stellen und vor wichtigen Kreuzungen Markierungen angebracht, die jedoch manchmal nur nach gewisser Suche oder gar nicht gefunden werden.

Insbesondere auf dem Gelände der Universität, auf der letzten Etappe und in einigen Waldabschnitten könnte die Dichte der Wegzeichen größer sein. Teilweise deckt sich der Weg durch eine GeoPark-Route, die durch zwei horizontale Striche in Form eines Gleichheitszeichens = markiert wird.

Die Route führt sowohl auf Waldwegen als auch auf ruhigen Nebenstraßen. Rings um die Hustadt und am Kemnader See sind es befestigte Wege nur für Fußgänger, ggf. Radfahrer und Inliner. Am Kemnader See besteht ein guter Anschluss zum RuhrtalRadweg. Dort, wo der Oelbach in die Ruhr mündet, kann außerdem bachaufwärts auf den Parkway EmscherRuhr Richtung Castrop-Rauxel umgeschwenkt werden. Sowohl im Lottental unterhalb der Ruhr-Universität als auch am Kemnader See trifft der Bergbauwanderweg Ruhr-Universität auf den großen Bergbauwanderweg Bochum-Süd.

kachelmannwetter.com

Optimal ist die Anreise mit der U-Bahn vom Bochumer Hauptbahnhof, da die Parkmöglichkeiten im Umfeld der Universität insbesondere in der Vorlesungszeit begrenzt sind.

Externer Link Externer Link

Die POI: Ort von Interesse am Wegesrand U-Bahn-Station liegt direkt am Ausgangspunkt. Im Bedarfsfalle und bei Müdigkeit kann die Abfahrt vorzeitig auch über die Station Hustadt in der Nähe der Hochschule Bochum erfolgen.

Anreise zum Ausgangspunkt des Bergbauwanderweges (Ruhr-Universität U-Bahn):

Anreise mit dem Auto: Auf der A43 bis zur Ausfahrt BO-Querenburg / Ruhr-Universität. Aus Richtung Bochum rechts, aus Richtung Wuppertal links abbiegen auf die Universitätsstraße. An der Ausfahrt Ruhr-Universität Mitte / Audimax / Technologiezentrum / Grönemeyer-Institut abfahren und hier das Parkhaus nutzen. Das Parkhaus ist in der Regel rund um die Uhr geöffnet und kostenlos nutzbar.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Universitätsstraße 150 in Bochum

Anreise mit Bus und Bahn: Von Bochum Hbf. mit der U-Bahn U35 "Campus-Linie" Richtung Hustadt. An der Station Ruhr-Universität ist der Startpunkt (eine Station zuvor zum Bereitmachen: Gesundheitscampus).

 

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen.

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GPS-Koordinaten finden Sie am unteren Ende des Beitrags.

   

Los geht´s! Mit dem "akademischen Viertel" über den Campus in den Botanischen Garten

Die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Ruhr-Universität im Bochumer Süden, liebevoll "Ruhruni" abgekürzt, ist die erste Nachkriegs-Universität in Deutschland und wurde 1962 als Campusuniversität auf landwirtschaftlicher Fläche im Vorort Querenburg errichtet. Entstanden sind dabei auch die Hustadt als Wohnsiedlung insbesondere für die Studierenden und das Einkaufszentrum Uni-Center mit seinen weithin sichtbaren Hochhäusern. Auf dem ersten Blick fällt der freundlich als großzügig zu bezeichnende Einsatz von Beton bei der Errichtung der mehr funktionalen als schönen Gebäude auf, was der Einrichtung auch den Spitznamen Beton-Uni gibt. Das typische Klappern der Gehwegplatten, wenn Massen von Studierenden mit einer U-Bahn eingetroffen sind und zu, kubische Betonüberdachungen, in denen die Monier-Eisen bereits rostend zum Vorschein kommen, hier und dort Plakate oder Bettlaken mit gesprühten Aufrufen zu Protesten oder Einladungen für Veranstaltungen. Man muss die Uni in der Tat liebgewinnen.

Das folgende Luftbild zeigt den Campusbereich der Ruhr-Universität aus der Vogelperspektive. Am oberen Bildrand ist die U-Bahn-Station zu erkennen, die Ausgangspunkt unserer Tour ist. Unten mittig ist der muschelförmige Audimax. Rechts und links befinden sich die Gebäude der einzelnen Fachbereiche und Fakultäten. Rechts unten in der Ecke sind die Ausläufer des Botanischen Gartens zu sehen.

Luftbild der Ruhr-Universität

Blickt man etwas mutiger und ausführlicher auf die Architektur, so wird man feststellen, dass das Gelände eine Art Hafen symbolisiert, bei dem die Fakultätsgebäude wie Schiffe angelegt sind – Philosophisch wird hier das Wissen auf die weite Reise geschickt. Dazu hat das große Auditorium Maximum (Audimax, der größte Hörsaal) auf dem Forumsplatz von oben gesehen die Form einer gezackten Muschel. Die Fakultätsgebäude waren bis zur großen Sanierung, die etwa in den 2010er Jahren begann, streng nach Themengebiet geordnet. (N-Reihe der Naturwissenschaften wie Geographie, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Botanik und Astronomie, I-Reihe der Ingenieurswissenschaften, M-Reihe mit der Medizin und die G-Reihe der Geisteswissenschaften mit Germanistik, Philosophie, diversen Sprachen und Jura. Dazwischen befinden sich jeweils Hörsaalgebäude. Zentraler Klotz ist die Universitätsbibliothek, kurz UB, das Hörsaalzentrum Ost, kurz HZO (ein HZW wurde nie gebaut), sowie das sicherlich am meisten besuchte Gebäude mit der Mensa hinter dem Audimax. Man kann hier übrigens auch als Nicht-Studierender gut essen, was vielleicht für den Wanderweg eine willkommene und etwas andere Einkehrmöglichkeit ist. Aber wir stehen ja noch ganz am Anfang der Wanderung.

Ruhr-Universität Unibrücke

Blick von der Universität zu U-Bahn und Uni-Center in Bochum

Ruhr-Uni Audimax

Audimax in Muschelform, Universitätsbibliothek und HZO

Ruhr-Universität Bochum

Der große Audimax der Ruhr-Universität in der Mitte der Fakultätsgebäude und vor der zentralen Mensa

Ruhr-Universität Bochum

Blick aus einem Seminarraum auf den Forumsplatz mit UB

I-Reihe der Ruhr-Uni

Die neusten Gebäude: die sanierte I-Reihe

Beton-Uni Bochum

Großzügiger Einsatz von Beton und hoher Flächenverbrauch

Betongebäude

Funktional statt schön

Bekanntermaßen herrscht an Universitäten immer chronischer Parkplatzmangel, insbesondere in der Vorlesungszeit (Mitte April bis Juli und Mitte Oktober bis Februar). Zwar ist die Ruhr-Uni in Bochum durch großzügige Parkhäuser unter dem Campus recht gut ausgestattet, doch gerade im laufenden Semester kann sich der Autofahrer je nach Ankunftszeit sprichwörtlich einen Wolf suchen. Praktischerweise ist die Universität jedoch ausgezeichnet an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Mit der U35, der sogenannten Campus-Linie, ist man im dichten und für das Ruhrgebiet auf einer einzigen Linie recht einmaligen 5-Minuten-Takt (in Schulferien: 10-Minuten-Takt) innerhalb von zehn Minuten vom Hauptbahnhof Bochum angereist. Das schafft sonst nur der nicht vorhandene Transrapid in München zum Flughafen.

Hat man die Horden hektischer Pendel-Studierender, die ihr Seminar noch halbwegs pünktlich erreichen wollen, überholen lassen und, steht man als Ortsunkundiger etwas verloren an der U-Bahn-Station Ruhr-Universität mitten auf der Dr.-Gerhard-Petschelt-Brücke zwischen Uni-Center und Universität, die die mehrspurige Universitätsstraße überbrückt. Mit etwas Glück hält man mal wieder einen Zettel mit Einladung zu Demonstrationen oder Feten in der Hand, der einem mit einem freundlichen Lächeln aufgedrängt wurde.

Auf dem Universitätsgelände fehlt der Anfang des Bergbauwanderwegs. Zur ersten Station muss man sich selber durchkämpfen: Der Weg führt von der U-Bahn-Station nach Süden über die Brücke zur Uni. Wir passieren die Universitätsbibliothek mit der in der Dämmerung blinkenden Leuchtschrift am Dach auf der rechten Seite, steigen dort die Treppen hinunter auf den Forumsplatz, der im Süden durch das Audimax und die Mensa begrenzt wird. Es geht rechts ab zur M- und G-Reihe, wo dann rechts die roten und links die gelb angemalten Gebäude stehen. Schräg-links den Berg hinunter. Gebäude GA, GB und GC passieren und ganz am Ende die Treppe hinuntersteigen. Hier steht rechts am Wegesrand eine Hinweistafel zum Flözaufschluss:

Flözaufschluss an der Ruhr-Uni

Station 1: Flözaufschluss am Ende der G-Gebäude

Flözaufschluss

Farbenfrohe Gesteine

Dieser Aufschluss wurde im Zeitraum des Baus der Ruhr-Universität während der Geländearbeiten zur Errichtung der Zufahrtsstraße West freigelegt und entdeckt. Es ist der erste Hinweis auf den Bergbau im Ruhrgebiet auf unserer Wanderung. Vorbei am letzten G-Gebäude führt der Weg zum Botanischen Garten.

Der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Botanische Garten der Ruhr-Universität Bochum entstand nur kurz nach der Gründung der Universität und liegt unmittelbar unterhalb der N-Gebäude-Reihe am Südhang zum Lottental. Schritt für Schritt wurde der über 10 ha große Garten um Gewächs- und Pflanzenhäuser erweitert. Der Garten lässt sich in Bereiche unterteilen, die auf der Erde Klimazonen und Kontinenten entsprechen. So finden sich hier heimische Pflanzen, dort aus Nordamerika, Asien oder aus dem alpinen Raum. Darüber hinaus Schmuck- und Nutzpflanzen sowie sogenannte Zeigerpflanzen, deren Vorkommen bestimmte Merkmale wie zum Beispiel den Säuregehalt im Boden anzeigt. An verschiedenen Stellen sind Informationspunkte angelegt, viele der Pflanzen haben ein Schildchen, das ihren Namen nennt.

Für Freunde der Wasserspiele und Gartenbaukunst ist der 1000 m² große Chinesische Garten Quian Yuan – der Garten der Dichter und Gelehrten – ein Muss. Er liegt im Südosten des Botanischen Gartens unweit des Eingangs zum Kalwes, der im Laufe des Wanderweges sogar noch einmal erreicht wird, wurde im Jahr 1990 erbaut, 2001 restauriert und neu eröffnet. Innerhalb einer hohen Mauer liegt ein großer Teich, der durch einen verwinkelten und schmalen Wandelgang zwischen Felsen, über plätschernden Wasserläufen und durch kleinen Gebäuden hindurch umrundet werden kann. Die Architektur folgt dem schlichten südchinesischen kaiserlichen Baustil und nutzt natürliche Baustoffe sowie einfache Farben. Auf einer kleinen Halbinsel liegt der Wasserpavillon mit seinem typischen geschwungenen Ziegeldach.

Dahlien

Sommerlicher Botanischer Garten Bochum: Dahlienbeete

Botanischer Garten Bochum

Sonnige Sitzgelegenheiten am Südhang

Holzsteg über einem Teich

Steg über Sumpfgewässer inmitten der Tertiär-Vegetation

Glockenblume mit Insekt

Sitzecke inmitten von Stauden

Fuchsientreppe Botanischer Garten

Begrünte Waschbetontreppen mit Fuchsien als Blütenschmuck

Chinesischer Garten Bochum

Wasserpavillon im Chinesischen Garten

Chinesischer Garten in Bochum

Rundgang um den Teich des Chinesischen Gartens

Chinesischer Garten im Botanischen Garten Bochum

Aussicht über den verwinkelten Chinesischen Garten. Schattige Plätzchen werden zum Sitzen und ausruhen genutzt

Bunte Blumen

Bunte Blütenvielfalt

Dahlie

Besondere Dahlienblüten

Botanischer Garten Bochum

Holzsteg über einem Teich

Botanischer Garten Bochum

Kleiner Traktor als Arbeitsmittel

Sonnenhut

Sonnenhut mit Besucher

Pflanzenhäuser

Pflanzenhäuser

Im Botanischen Garten lohnt auch der Besuch der klimatisierten Pflanzenhäuser unterhalb der N-Gebäudereihe – insbesondere im Winter lässt sich hier ein wenig aufwärmen. Die Pflanzenhäuser liegen ganz im Norden des Parks und sind durch die markanten und hohen Dächer kaum zu verfehlen. Sie bieten viele Pflanzen der warmen Klimazonen der Erde, vom kleinsten Kaktus bis zum hinaufragenden Bambus. Vereinzelt sind Wasserläufe und Teiche Teil der Innenanlage. Auch ein Exemplar des selten und nur kurz blühenden Titanwurz findet man in einem der Häuser.

Pflanzenhäuser

 

Pflanzenhäuser

 

Pflanzenhäuser

 

Pflanzenhäuser

 

Pflanzenhäuser

Pflanzenhäuser

Informationen zum Besuch im Botanischen Garten der Ruhr-Universität Bochum:

Der Eintritt zum Botanischen Garten und zu den Pflanzenhäusern ist frei. Bitte beachten Sie die saisonalen Öffnungszeiten. Der Park wird je nach Jahreszeit zu einer bestimmten Zeit verschlossen! Bitte achten Sie darauf, sich nicht einschließen zu lassen.

Für die Anreise gelten die Tipps, die oben im Abschnitt zur Ruhr-Universität beschrieben werden.

Es bietet sich an, den Botanischen Garten über den Eingang Lottental im Westen zu verlassen. Man erreicht ihn sehr einfach, indem man stur bergab läuft und sich auf dem tiefstgelegenen Weg rechts (also Richtung Westen) hält. Zur Hilfestellung könnte der Lageplan von der Internetseite des Gartens dienen. Achtung: Für den Botanischen Garten sind die am Tor angeschlagenen saisonal unterschiedlichen Öffnungs- und Schließzeiten (meist bis zur Dämmerung) zu beachten!

Schließlich steht man auf der Straße Im Lottental am gleichnamigen Bach, dessen Name eine alte Bezeichnung für oberirdische Abwasser-Kanäle ist. Den Wanderer empfängt eine Informationstafel, die aussagt, dass die Lage der Straße früher dem Verlauf einer Pferdebahn der Zechen Glücksburg und Julius Philipp entspricht. Man trifft hier endlich auf eines der ersten Piktogramme des Wanderweges, der nach einem kurzen flachen Abschnitt im Lottental und willkommenem Luftholen nach dem Abstieg von der Ruhr-Universität direkt wieder links bergauf führt.

Vom Lottental zum Kemnader See: Früher Bergbau bei Stiepel

Vor einem Fachwerk-Bauernhof steht eine Tafel mit dem Hinweis auf die Trennung zwischen dem Bergbauwanderweg Ruhr-Universität und dem Bergbauwanderweg im Bochumer Süden. Das heißt, dass man an dieser Stelle noch die Qual der Wahl hat. Immer Schlägel und Eisen in der aufgerichteten Form bzw. der GeoRoute nach biegen wir links Richtung Hofladen ab, wo die Straße mehr oder weniger steil bergauf führt. Schaut man sich um, hat man schon jetzt einen guten Blick auf die Fakultätsgebäude der Universität. Leider fehlt es im folgenden Abschnitt etwas an Beschilderung, aber zunächst halten wir uns an der T-Kreuzung links bis zur nächsten Straßenkreuzung Haarstraße / Hevener Straße. Vorbei am Ort der ehemaligen Zeche Gekrönte Antonia (zumindest bei der Exkursion ohne Schild) folgen wir der Hevener Straße nach rechts Richtung Westen. Nach 250 Metern biegt rechts ein kleinerer Weg ab, der in die Haarholzer Straße mündet. Ihm ist zu folgen. Auf einem Sattel bietet sich letztmalig ein besonders guter Ausblick auf die Universität. Den nun zahlreich vertretenen Symbolen folgend geht es die erste Möglichkeit links, direkt gegenüber der Kreuzung danach schräg links in die Straße Im Mailand. Gegenüber einigen Sandbunkern des Golfplatzes des Bochumer Golfclubs führt der Weg rechts beschildert an einem Haus vorbei in den Wald.

Lottental

Bauernhof im Lottental unterhalb der Ruhr-Universität

Ruhr-Uni von weitem

Ausblick von einem Höhenzug auf die Uni und das Audimax

Ruhr-Uni Fernsicht

Vermutlich waren die Anwohner beim Bau der Uni begeistert...

Feldweg

Kleiner Weg auf einem Sattel zwischen Lottenbach und Ruhr

Pingen im Wald

Einsturztrichter einer alten Pinge aus dem Bergbau

Bachtal

Böschungsreiches Bachtal in Bochum-Stiepel

Kohlenplatz

Alter Kohlenplatz als Lagerstätte für die Rohstoffe

Tümpel im Wald

Tümpel mit spiegelglattem Wasser

Der Weg wird zu einem Waldweg in einem idyllischen Bachtal mit teils recht steilen Böschungen rechts und links. Da der Bach in den Kemnader See fließt, geht es nun stetig bergab. Nun muss man mit etwas offenen Augen wandern, denn am Wegesrand sind nun vereinzelt Pingen sichtbar, also Überreste von schachtähnlichen Grabungen des frühen Bergbaus. Diese Mini-Schächte in Quasi-Tagebauweise wurden betrieben, bis der Grundwasserspiegel erreicht war. Einsturztrichter, wo das Erdreich den Schächten nachgegeben hat, zeugen heute von ihrer Existenz. Eine Hinweistafel weist kurz vor Ende des Waldes nach etwa einem Kilometer auf den Kohlenplatz hin, vermutlich eine Lagerstätte der nahegelegenen Zeche Gibraltar. In jedem Fall ist die künstliche Form der Ebene im sonst hügeligen Bachtal besonders auffällig und ist eindeutig eine von Menschenhand geschaffene Lagerstätte.

Bachtal

Bergbauwanderweg entlang eines Baches durch das hügelige Waldland

Der Weg führt nun nur noch ein kurzes Stück bergabwärts, bis der tiefste Punkt des Wanderweges erreicht ist: das Ufer des Kemnader Stausees. Es beginnt eine schöne, schön flache, aber leider auch ganz schön schnell bewanderte Etappe. In westlicher Richtung führt von hier aus der RuhrtalRadweg flussabwärts, begleitet vom Bergbauwanderweg Bochum-Süd.

Entlang des Ufers vom Kemnader Stausee

Der Kemnader See (ausführlicherer Artikel) ist der jüngste der sechs Ruhrstauseen und wurde erst 1979 fertiggestellt. Er hat heute vor allem Naherholungsfunktion für die Bevölkerung, ist aber ursprünglich ein Sedimentationsbecken für im Flusswasser mitgeführte Schwebstoffe zur Verbesserung der Trinkwasserqualität. Er erstreckt sich über drei Kilometern Länge und wird neben der Ruhr auch durch den Oelbach bzw. Harpener Bach sowie kleinere Nebenbäche gespeist. Den gesamten See kann man als Fußgänger, Radfahrer oder Inline-Skater bequem umrunden.

Anreise zum Parkplatz Oveney am Kemnader See:

Anreise mit dem Auto: Auf der A43 bis zur Ausfahrt 21 Witten-Herbede. Aus Richtung Dortmund geradeaus, aus Richtung Wuppertal links abbiegen. An der nächsten Kreuzung rechts abbiegen auf die Wittener Straße, die bald die Autobahn unterquert. An der großen Ampelkreuzung mit Tankstelle rechts abbiegen auf die Straße An der Kemnade Richtung Stiepel. Haus Kemnade wird passiert und die Ruhr überquert. Dem Straßenverlauf bergauf kurvig folgen. In Stiepel rechts abbiegen in die Oveneystraße. Am Ende der Straße befindet sich ein großer Parkplatz zum kostenlosen Parken.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Oveneystraße in Bochum

Anreise mit Bus und Bahn: Von Bochum Hbf. oder Hattingen (Ruhr) Mitte S-Bahn mit dem Bus 350 bis Stiepel Dorf. Von dort auf der Oveneystraße bis zum See, wo man an der Zeche Gibraltar auf den Bergbauwanderweg stößt.

Erste Station am See ist ein Flözaufschluss, der allerdings nur entdeckt wird, wenn man sich nicht sofort zum Seeufer hingezogen fühlt. Dahinter liegen übrig gebliebene und renovierte Gebäude der ehemaligen POI: Ort von Interesse am Wegesrand Zeche Vereinigte Gibraltar. Dadurch, dass das ursprüngliche Flussbett der Ruhr vor dem Bau des Stausees recht nah im Norden verlief, lag die Zeche damals wie heute am Wasser – wenn auch früher etwas höher. Nach Schließung dieser im Jahr 1925 wurde das Gebäude als Duesterberg-Haus zunächst Besitz des Stahlhelm-Bundes, ehe eine sogenannte »Führerschule« und ein frühes Konzentrationslager eingerichtet wurden. Das Gebäude wird heute von der Universität genutzt, außerdem befindet sich hier ein Restaurant – die nächste Einkehrmöglichkeit. An den Gebäuden der ehemaligen Zeche Gibraltar befindet sich etwas versteckt der tieferliegende Eingang zum Erbstollen der Zeche, markiert durch eine Grubenbahn, die als Denkmal daneben aufgestellt ist.

Zeche Gibraltar

Gebäude der ehemaligen Zeche Gibraltar

Promenade am Kemnader See in Bochum

Fußgänger-Promenade am Seeufer

Gelbe Grubenbahn

Grubenbahn hinter der ehemaligen Zeche

Erbstollen Vereinigte Gibraltar

Eingang zum Erbstollen Vereinigte Gibraltar

Ente

Tierische Bewohner des Sees

Kemnader See

Kemnader See mit Blickrichtung Südost

Kemnader See Bochum

Mündung des Oelbachs und Hafeneinfahrt

Leuchtturm Kemnader See

Leuchtturm auf der anderen Seite des Oelbachs

Kemnader See Bochum

Bootsverleih

Kemnader See Bochum

Rad- und Wanderweg und die Ruhr-In-Line am Nordufer

Fast genau einen Kilometer führt der Weg nun entlang der schön gelegenen Promenade direkt am Seeufer. Vor einer Schutzhütte, von der ein guter Blick über den oberen Seebereich mit der Ruhr und dem durch einen Damm davon getrennten Hafen in der Oelbachmündung möglich ist, führt der Weg in der nächsten Etappe wieder bergauf. Sowohl der Promenadenweg für Fußgänger als auch der Radweg und die Inline-Skater-Strecke führen am Ufer des Sees weiter. Wir folgen der Straße Blumenau rechts über den Parkplatz des Ruhrlandheims.

Vom Kemnader See auf den Kalwes, um Hustadt und ins Laerholz

Von dieser Stelle bietet sich über die Felder ein allerletzter Panoramablick über die hochgelegenen Fakultätsgebäude und das Audimax der Ruhr-Universität. Doch der Blick wird in den Feldern durch die nächste Station auf dem Bergbauwanderweg abgelenkt. Mitten im bestellten und wachsenden Feld liegen in einer Reihe kleine Inseln mit Büschen und Gräsern, wobei diese im Sommerhalbjahr bis zur Ernte vermutlich nur schwer zu erkennen sind. Sie verdecken Betonfundamente der 1921 errichteten zwei Kilometer langen POI: Ort von Interesse am Wegesrand Seilbahn zwischen der Zeche Klosterbusch und der Ruhr in Herbede. Fundamente liegen auch im Wald, in dem der Wanderweg nun verschwindet und – mal wieder – bergab zum Yachthafen in Heveney bis kurz über die Wassergrenze führt. Das bedeutet, dass der Weg in der Wachstumszeit der Feldfrüchte durchaus auf der Seepromenade bis zur Marina in Heveney fortgesetzt werden kann.

Nebenstraße

Aufstieg auf ländlichen Nebenstraßen

Blick auf die Ruhruni

Oben wartet wieder ein Panoramablick auf die Universität

Seilbahnfundamente im Feld

Grüninseln im Feld: Fundamente einer alten POI: Ort von Interesse am Wegesrand Seilbahn

Nebenstraße

 

Seilbahn der Zeche Klosterbusch

Informationstafel zur Seilbahn der Zeche Klosterbusch

Fundament im Feld

Fundamente mitten im Feld

Fundamente

Fundamentreste ebenfalls am Hang zum See

Kemnader See Ostufer

Ausblick vom Höhenweg auf den Ostteil des Kemnader Sees

Der Weg führt über eine Serpentine zum Parkplatz der Marina. Hier besteht wieder Anschluss an den RuhrtalRadweg und den in der Nähe beginnenden Parkway EmscherRuhr, der dem Oelbach und Harpener Bach folgt und schließlich bei Castrop-Rauxel auf den Rhein-Herne-Kanal stößt. Es geht für uns leicht nach links, über die Hevener Straße geradeaus und den Parkplatz zur Straße Im Lottental. Man braucht dabei nicht über die bürgersteigfreie Straße zu laufen, denn es gibt einen wenige Meter links auf dem Parkplatz beginnenden Parallelweg durch den Wald. Bereits von Weitem konnte man den Standort der Zeche anhand des großen Steinbruchs festmachen. Vor ihm liegen Wohnhäuser der Zeche, Steigerhäuser sowie übriggebliebene Anlagen der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Zeche Klosterbusch selbst. 1918 entstand die Zeche, deren erster Schacht 1923 geteuft wurde. Zufällig zeitgleich mit Gründung der Ruhr-Uni wurde die Zeche 1961 geschlossen. Einige Gebäude werden wohl von der Universität genutzt.

Zeche Klosterbusch

Reste der Zeche Klosterbusch in Bochum

Klosterbusch Zeche

Zechengebäude mit Informationstafeln direkt an der Straße

Hinter der Zeche geht es nach der Rechtskurve der Straße geradeaus der Wegesmarkierung folgend wieder den Berg hinauf. Dabei passiert man eine Brücke, die an dieser Stelle die Möglichkeit zum Abbruch der Wanderung ermöglicht. Es ist etwas über die Hälfte des Weges, die hier geschafft ist. Über die Brücke wird der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Botanische Garten der Ruhr-Uni betreten und der sehenswerte Chinesische Garten mit vielen Wasserspielen und einem Rundweg durch typische Fassadenelemente und Dekorationen wieder direkt erreicht.

Entscheidet man sich für den weiteren Weg, so sind es nur noch eine Hand voll Stationen, die passiert werden. Der Weg führt unterhalb der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Hochschule Bochum vorbei über die Straße Auf dem Kalwes, später als Konrad-Zuse-Straße bis zur Lisa-Meitner-Allee. Dort links und sofort wieder rechts auf die Schattbachstraße und mit ihr unter der Brücke und vorbei an der U-Bahn-Station. Diese U-Bahn-Station bildet eine weitere Möglichkeit zum Abbruch der Wanderung, denn hier befindet sich die derzeitige Endstation der U35 zum Hauptbahnhof. An der Westerholdstraße führt der Weg schräg rechts rings um die Siedlung Hustadt über Wege an Feldern entlang, bis nach längerem Fußmarsch die Halde der Kleinzeche Eulenbaum erreicht wird.

Die Zeche Eulenbaum war eine Kleinzeche, die von 1951 bis 1962 Kohle förderte. Von der Anlage ist lediglich eine POI: Ort von Interesse am Wegesrand Minihalde erhalten, die sich am Wegesrand im Wald erhebt und gerade drei, vier Meter Höhe erreicht. Sie ist so niedrig und kleinräumig, dass sie nicht einmal in topographischen Karten der Gegend auftaucht. Immerhin besitzt sie eine Informationstafel, die die Halde als solche identifiziert. Angesichts der vielen natürlichen Böschungen im Laerholz würde die Bergehalde glatt untergehen.

Halde Eulenbaum

Halde Eulenbaum mitten im Laerholz

Halde Eulenbaum

Ohne Schild fiele die Identifikation als Halde schwer

Laerholz

Fußweg vorbei an der Halde aus Richtung Hustadt

Laerholz

Das Laerholz

Vorbei an letzten Pingen und einem Schacht wird im Wegeverlauf das Einkaufs- und Studentenwohnviertel Uni-Center erreicht. Der Hustadtring wird durch eine Brücke überquert, die direkt ins Zentrum des Einkaufsfviertels führt. Schräg geradeaus ist mit der U-Bahn-Station der Startpunkt der Wanderung wieder erreicht.

Tipp des Autors: Für den, der gerne wandert und Interesse an Bergbaugeschichte hat, ist der Bergbauwanderweg Ruhr-Universität wie geschaffen. Die Stationen liegen mal recht dicht zusammen, mal einige Kilometer auseinander. Die Landschaft ist abwechslungsreich und der Weg mal belebter und mal etwas einsamer. Ohne größere Verluste lässt sich der Weg etwa halbieren, wenn in Höhe der Zeche Klosterbusch die Abkürzung zur Uni gewählt wird.

Weitere sehenswerte Ziele mit natur- oder bergbauhistorischem Hintergrund sind der Kemnader See (ausführlicherer Artikel), der Geologische Garten (auch an der U35 gelegen), der Ümminger See und den milchig-weißen Harpener Teiche sowie das spannende Muttental mit dem Industriemuseum Zeche Nachtigall und dem Feldbahnmuseum.

Geographische Koordinaten:
51°26'49.87"N, 7°15'32.96"E – U-Bahn-Station Ruhr-Universität
51°26'28.93"N, 7°16'03.14"E – Chinesischer Garten
51°25'20.08"N, 7°15'06.54"E – Kohlenplatz
51°25'21.08"N, 7°15'29.42"E – Zeche Gibraltar
51°25'56.98"N, 7°16'15.85"E – Seilbahn
51°26'20.10"N, 7°16'13.97"E – Zeche Klosterbusch
51°27'29.67"N, 7°16'02.00"E – Halde Eulenbaum
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
379027 m, 5700992 m – U-Bahn-Station Ruhr-Universität

379594 m, 5700332 m – Chinesischer Garten
378451 m, 5698231 m – Kohlenplatz
378894 m, 5698251 m – Zeche Gibraltar
379817 m, 5699339 m – Seilbahn
379797 m, 5700054 m – Zeche Klosterbusch
379617 m, 5702209 m – Halde Eulenbaum

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Quellen und weitere Informationen:
Die Beschreibung des Wanderweges basiert auf einer eigens durchgeführten Wanderung. Historische Angaben sind den zahlreich vorkommenden Informationstafeln vor Ort oder den unten angegebenen Internetseiten entnommen. Auf Anregung des Webmasters wurde die korrekte Route des Weges in die Rad- und Wanderkarte 660 "Essen und Umgebung" des Publicpress-Verlages übernommen.

Homepage der Ruhr-Universität: www.ruhr-uni-bochum.de
Bergbauwanderweg Ruhr-Universität: www.ruhrkohlenrevier.de
Botanischer Garten:

www.boga.ruhr-uni-bochum.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

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Halden Ausflugsziele

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 01 / 2021
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann - www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr