Der Maximilianpark in Hamm

Wer den Maximilianpark in Hamm besucht, taucht ein in eine bunte Mischung aus Natur, Spielspaß und Geschichte. Besonders Familien werden hier fündig: Weitläufige Spielplätze laden Kinder zum Klettern, Schaukeln und Toben ein, während der Gläserne Elefant – das wohl bekannteste Wahrzeichen des Parks und der Stadt – majestätisch über das Gelände ragt.

Der Park verbindet auf charmante Weise Erholung, Abenteuer und kulturelle Elemente und bietet für jede Altersgruppe etwas zu entdecken.

Folgende Themen werden in diesem Beitrag näher vorgestellt:

Vom Bergbau zum Freizeitparadies

Die Wurzeln des Maximilianparks liegen in der industriellen Vergangenheit Hammens. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde hier in Werries die Zeche Maximilian gegründet. Die Kohleförderung war jedoch von Anfang an von Schwierigkeiten geprägt: solehaltiges Grundwasser, wiederholte Wassereinbrüche und die begrenzten technischen Möglichkeiten führten bereits nach wenigen Jahren zu einem Ende des Betriebs. 1914 musste die Förderung endgültig eingestellt werden, und in den folgenden Jahrzehnten blieben die Schächte und Halden weitgehend ungenutzt.

Erst in den 1980er Jahren erhielt das Gelände eine neue Bestimmung: Hamm richtete auf dem Areal die vierte Landesgartenschau Nordrhein-Westfalens aus. Seitdem verwandelt sich das ehemalige Zechengelände unter dem Namen Maximilianpark in ein lebendiges Freizeit- und Erholungsgebiet. Die Spuren der industriellen Vergangenheit sind dabei noch sichtbar – besonders im Gläsernen Elefanten, der aus der ehemaligen Kohlenwäsche entstand.

Luftbild vom Maximilianpark mit dem markanten Gläsernen Elefanten
Aktivität im Maximilianpark vor der Kaue und der Kohlenwäsche, heute Gläserner Elefant (links)

Ein Spaziergang durch den Maximilianpark

Heute gliedert sich der Maximilianpark Hamm in mehrere Bereiche, die über ein gut ausgebautes Wegenetz miteinander verbunden sind. Im Südosten erstrecken sich Teiche, Wiesen und Waldstücke, Überreste der ursprünglichen Brachflächen und Haldenvegetation, die heute seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum bieten. Rings um einen zentralen See im Südwesten laden großzügige Spielbereiche Kinder zu Bewegung und Abenteuer ein.

Im Norden können Besuchende Themengärten erkunden, darunter ein Bauerngarten und ein Fuchsiengarten, die zum Verweilen einladen. Die ehemalige Waschkaue der Zeche wurde zum Kultur- und Veranstaltungszentrum umgebaut und hier ist auch ein Teil der Verwaltung des Stadtteils Hamm-Uentrop untergebracht.

Das Herzstück des Parks ist ohne Zweifel der Gläserne Elefant. 1984 von Horst Rellecke aus der alten Kohlenwäsche geformt, gilt er als größter Elefant der Welt und zieht seitdem Jung und Alt in seinen Bann. Besucherinnen und Besucher können das Gebäude betreten, den gläsernen Kopf erklimmen und einen einzigartigen Blick über den Park genießen.

Schmetterlingshaus

Doch der Gläserne Elefant ist nicht die einzige Besonderheit. Der Maximilianpark Hamm besitzt auch das größte Schmetterlingshaus in Nordrhein-Westfalen. Mitten im Park steht ein geschlossenes, klimatisiertes Gebäude, das mit bestimmten Pflanzen und Futterstellen einen optimalen Lebensraum für die grazilen Falter bietet. Es ist schwül-warm, allerdings ganzjährig konstant. Somit ist es im heißen Sommer nicht unangenehmer als im Frühjahr oder Herbst, in diesem Haus die Tiere zu bewundern. Die Schmetterlinge fliegen frei im Raum umher, Kokons mit schlüpfenden Jungtieren kann man ebenfalls beobachten.

Im Winter ist das Schmetterlingshaus geschlossen.

Halde Maximilian

Den Besuchern, die sich beispielsweise durch die Informationsstelen der Route Industriekultur am Haupteingang mit dem historischen Hintergrund des Parkgeländes beschäftigen, wird deutlich, dass sie sich hier – wie erwähnt – auf einem sehr alten, ehemaligen Zechengelände bewegen.

Trotzdem die Zeche nur wenige Jahre in Betrieb war, fiel selbstverständlich beim Teufen der Schächte, bei der Errichtung der Versorgungsanlagen sowie beim Abbau der Kohle nicht brennbares und weitgehend unverkäufliches Nebengestein an. Es wurde tatsächlich eine Bergehalde aufgeschüttet – und diese Halde Maximilian befindet sich mitten im Maximilianpark. Konkret handelt es sich um das bereits beschriebene hügelige Gelände im Südosten des Parks, das sich vom Schmetterlingshaus südlich bis zu einem Naturteich erstreckt. Einige Relikte des Bergbaus und ein angedeuteter Stollentunnel sind indirekte Hinweise. Einen offensichtlichen Hinweis oder eine Beschreibung zur Halde findet man im Park heute nicht (mehr). Auf dem damaligen Landesgartenschau-Gelände waren laut eines Lageplans Themenbereiche ausgewiesen, beispielsweise Land und Wasser an der noch heute existierenden Teichlandschaft im Süden. Es existierte jedoch interessanterweise auch der Bereich Ökosystem Halde, in dem sogar ein Lehrpfad Haldenrekultivierung eingerichtet war. Heute lässt sich das Gebiet durch Pfade und ausgebaute Wege erkunden.

InformationInformationen zur Anreise und zum Eintritt stehen am unteren Ende dieser Seite.

„Herbstleuchten“ im Maximilianpark

An verschiedenen Standorten in der Region Ruhrgebiet werden regelmäßig Parks, Gebäude oder Höhlen mit bunten Lichtern beleuchtet. Beim Besuch in der Dunkelheit ergibt sich dadurch eine ganz besondere Stimmung. Dabei sehen die jeweiligen Orte meist ganz anders aus als am Tage und kleine Besonderheiten werden farbenfroh hervorgehoben. Im Jahresverlauf findet die Aktion regelmäßig in im Westfalenpark Dortmund, im Grugapark Essen oder in der Dechenhöhle Iserlohn statt.

Im Maximilianpark Hamm findet die Aktion im Herbst statt und heißt naheliegenderweise „Herbstleuchten“. Dabei werden einzelne oder gruppierte Bäume und Sträucher sowie Spielplätze, Skulpturen und Gebäude farbig angestrahlt. Besonders reizvoll sind dabei die Gebäude der Zeche Maximilian und dabei insbesondere der Gläserne Elefant. Passend zum Thema Herbst sind die Szenerien im Maxipark besonders bunt. Einige Installationen sind etwas versteckt und werden zufällig gefunden, andere spielen mit der großen Fläche und der Spiegelung im See. Vereinzelt sind auch Geräusche Teil der Installation. Stellenweise wird der Betrachter interaktiv in das Geschehen eingebunden. Neben üblichen Essbuden werden bei diesen Events häufig spezielle Aktionen angeboten, wie zum Beispiel Märchenlesungen.

Die Aktion findet alljährlich im Zeitraum der NRW-Herbstferien im Oktober statt. Die folgenden Bilder zeigen Impressionen der Veranstaltungen aus verschiedenen Jahren. Die Installationen sind nicht unbedingt in derselben Form bei der nächsten Aktion sichtbar.

Ich bau dir ein Schloss: Illumination trifft Licht-Skulpturen
Ich bau dir ein Schloss: Illumination trifft Licht-Skulpturen
Herbstleuchten im Maximilianpark Hamm
Herbstleuchten im Maximilianpark Hamm

Winter im Maximilianpark

Ein Besuch im Maximilianpark im Winter zeigt den Park von einer ganz anderen Seite. Bei unserem Spaziergang im Schnee war es deutlich ruhiger als sonst: Verkaufsstände, Schmetterlingshaus und der Gläserne Elefant sind im Winter geschlossen. Doch gerade die Natur entfaltet in der kalten Jahreszeit ihren besonderen Reiz. Zugefrorene Teiche, kahle Bäume, verschneite Stauden und vereiste letzte Rosen des Vorjahres verleihen den Wegen ein zauberhaftes, stilles Flair. Ohne den Trubel der Saison kann man die winterliche Schönheit des Parks in aller Ruhe genießen.

Die folgenden Fotos zeigen einen Rundgang durch den Maximilianpark Hamm nach Schneefall.

Metallskulptur einer Bergarbeiterfigur mit Grubenwagen auf Schienen vor Backsteingebäuden im verschneiten Industriepark.
Skulptur vor der Waschkaue der Zeche Maximilian
Weitläufiger Kinderspielplatz mit Klettergerüsten, Rutschen und bunten Spielgeräten auf verschneiter Hügelfläche.
Tal der tausend Wasser: Spielplatz im Maximilianpark
Bunter Spielplatz im Schnee mit Holzsteg über einen gefrorenen See, im Hintergrund kahle Bäume unter blauem Himmel.
Holzbrücke über den Fontänen-Teich
Verschneite Parkbank am Ufer eines zugefrorenen Teichs mit kleinen Inseln, umgeben von kahlen Bäumen unter teilweise bewölktem Himmel.
Historisches Fachwerkhaus mit blau-weißer Fassade auf verschneiter Wiese, umgeben von kahlen Bäumen unter blauem Winterhimmel mit langen Schatten.

Tipp des Autors:

Der Maximilianpark ist ein lohnenswertes Ziel für die ganze Familie und kann bei gutem Wetter für mehrere Stunden einen abwechslungsreichen Besuch darstellen. Ebenfalls für die Familie geeignet ist der Tierpark im Hammer Süden. Industriekulturelle Ziele sind die Zeche Radbod bei Bockum-Hövel, die Halde Sachsen in Heessen, die Halden im Lippepark mit ihren Aussichtstürmen im Hammer Westen oder die Halde Großes Holz bei Bergkamen.

Informationen zum Besuch:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise:

Der Maximilianpark ist ganzjährig täglich geöffnet von April-September 09.00-19.00 Uhr und Oktober-M#rz 10.00-17.00 Uhr (Südeingang geschlossen).

Das Schmetterlingshaus ist März-September 10.00-18.00 Uh und im Oktober 11.00-18.00 Uhr geöffnet. Der Gläserne Elefant ist nur im Sommerhalbjahr von April bis Oktober 10.00-18.00 Uhr geöffnet, kann aber natürlich darüber hinaus von außen betrachtet werden.

Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für diesen Park entsprechen der kleinsten Kategorie € (unter 5,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen. Eigentümer der Ruhr.Topcard haben einmalig freien Eintritt außerhalb von Veranstaltungen. Für die Aktion Herbstleuchten fallen Sonderpreise an. Im Winter ist der Normal-Eintritt vergünstigt.

Der Eintritt bzw. die Auffahrt zum Gläsernen Elefanten ist frei. Zugang ist der Aufzug im Rüssel auf der Westseite. Für das Schmetterlingshaus sind zusätzliche Eintrittsgelder zu entrichten. Es besteht die Möglichkeit, verschiedene Grillhäuser gegen Gebühr zzgl. Parkeintritt pro Person zu mieten. Außerdem können Bollerwagen gegen eine Gebühr plus Pfand gemietet werden.

Im Park verteilt befinden sich mobile und stationäre Restaurationen sowie feste Toilettenhäuser (ganzjährig).

Hunde dürfen nicht mit in den Park genommen werden, für sie gibt es besondere kostenlose »Parkplätze« in Form von Hundeboxen am Eingang Nord.

Fotografieren ist im Maxipark, im Elefanten und auch im Schmetterlingshaus ausdrücklich gestattet. Im Schmetterlingshaus ist aber auf Blitzen zu verzichten. Hier sind generell Verhaltensmaßnahmen zu beachten – unter anderem sollen die Falter nicht berührt werden. Kameras müssen sich im Schmetterlingshaus erst an die schwüle Luft gewöhnen, da sie anfangs beschlagen können.

Anreise mit dem Auto:

Auf der A2 bis zur Ausfahrt Hamm-Uentrop. Aus jeder Richtung rechts Richtung Hamm abbiegen. Nach 1,1 Kilometern links abbiegen auf die L667. An der nächsten Ampel rechts Richtung Hamm (L736). Nach etwa 4,5 Kilometern links abbiegen auf die K2 Ostwennemarstraße (Beschilderung zur Route Industriekultur beachten!). Geradeaus bis zum Kreisverkehr fahren, bis der Parkplatz am Maxipark erreicht ist. Hier können Sie kostenlos und bequem parken. Vom Parkplatz führt ein 2-Minuten-Fußweg zum Haupteingang.

Alternativ bis Ausfahrt 18 Hamm / Arnsberg / Werl (B63). Links Richtung Hamm abbiegen. In Berge VOR der Bahnunterführung an der Ampel rechts in die Doktor-Loeb-Caldenhof-Straße (K8). Hinter der langgestreckten Linkskurve in Caldenhof an der Ampel rechts auf die Birkenallee (L670). Hinter der Ortschaft links in die Ostwennemarstraße und dessen Straßenverlauf bis zu den ausgeschilderten Parkplätzen (Hinweisschilder Route Industriekultur) folgen. Vom Hauptparkplatz sind es wenige Meter Fußweg zum Eingang.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Maximilianstraße in Hamm

Anreise mit Bus und Bahn:

Mit den Zügen der Linie RE 1, 3, 6, 7, 11, 13 und RB 69, 89 oder mit dem Fernverkehr bis Hamm (Westfalen). Es ist im Nahverkehr darauf zu achten, dass bei Kamen die Grenze des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) liegt und für die Fahrt über die Grenze ein Übergangs- oder der NRW-Tarif gilt! Vom Bahnhofsvorplatz Willy-Brandt-Platz mit verschiedenen Buslinien Richtung Maxipark oder Werries bis Maximilianpark (eine Haltestelle vorher zum Bereitmachen: Espenweg). Die Busse fahren werktags wie Sonn- und Feiertags im dichten Takt (etwa 20 Minuten) und benötigen für die Strecke zwischen ca. 20 und 40 Minuten Fahrtzeit. Von der Bushaltestelle etwa 250 Meter Fußweg zum Haupteingang. Der Weg ist beschildert.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike:

Der Maxipark wird sehr gut erschlossen durch die Römer-Lippe-Route zwischen Detmold und Xanten, den Emscher-Park-Radweg und die LandesGartenSchau-Route.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Maximilianstraße in Hamm

Kartenmaterial / Literatur:

In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist der Maximilianpark bzw. die Region abgebildet: ADFC Regionalkarte radrevier.ruhr Ost* (1:50.000), BVA Radregion Münsterland, Kreis Warendorf* (1:50.000).

Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Abenteuer im Ruhrgebiet: Lilly, Nikolas und das Bergmannstagebuch* und Photo Location Guide Ruhrgebiet: Fotografiere die besten Fotospots im Pott*

Koordinaten für GPS-Geräte und zur Tourenplanung

Geographische Koordinaten:
51°41’00.58″N, 7°53’02.33″E – Haupteingang
51°40’58.51″N, 7°52’54.32″E – Gläserner Elefant
51°40’49.66″N, 7°53’00.31″E – Halde Maximilian
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von beispielsweise GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
422846 m, 5726426 m – Haupteingang
422665 m, 5726354 m – Gläserner Elefant
422789 m, 5726089 m – Halde Maximilian

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Quellen und weitere Informationen:

Offizielle Internetseite: www.maximilianpark.de