Navigation Hier klicken, um zur Hauptseite zu gelangen! Halden im Ruhrgebiet Linktipps Kunst, Landmarken und Aussichtspunkte im Ruhrgebiet Natur und Landschaft im Ruhrgebiet Zechen und Industrie Alte Gemäuer - Burgen und Schlösser Radfahren und Wandern Museen und Ausstellungen im Ruhrgebiet Impressum und Kontakt

Radweg Von Ruhr zu Ruhr

Bahntrassenradeln zwischen Hattingen, Sprockhövel, Bochum, Witten und Wetter

Das Ruhrgebiet war zum Höhepunkt der Industrialisierung durchzogen von vielen Bahnstrecken, die vor allem im Güterverkehr die Zechen und Industrieanlagen erschlossen. Über diese wurden die geförderten oder verarbeiteten Produkte und Rohmaterialien auf der Schiene transportiert. Nach Schließung vieler dieser Bergwerke und Betriebe wurden diese Bahntrassen nicht mehr benötigt, stillgelegt und nach ihrer Aufgabe zu Radwegen umgebaut. Sie sind sehr beliebt, da sie meist steigungsarm und weitgehend unabhängig vom Straßenverkehr durch die Landschaft verlaufen.

Eine Reihe von Bahntrassenradwegen kann zwischen Hattingen, Wuppertal und Witten zu einer schönen Tour im Hattinger Hügelland und in den Ausläufern der Elfringhauser Schweiz zusammengestellt werden. Der Radweg „Von Ruhr zu Ruhr“ kombiniert und nutzt mehrere alte Bahntrassen und führt auf dem RuhrtalRadweg zurück zum Ausgangspunkt. Er hat eine Länge von etwa 60 Kilometern.

Die folgende Karte zeigt den Verlauf des Radwegs. Die unterschiedlichen Farben des Verlaufs stehen für die jeweiligen Bahnstrecken-Abschnitte. Blaue Wege sind Verbindungen bzw. die Vollendung der Runde auf dem RuhrtalRadweg. Die Nummernpunkte POI: Ort von Interesse am Wegesrand, POI: Ort von Interesse am Wegesrand usw. markieren interessante Orte am Wegesrand, die auch im Beschreibungstext vorgestellt werden. Die Kürzel Bf. stehen für die Bahnhöfe in Hattingen und Witten. In schwächerer grauer Schrift sind einige markierte Wanderwege (z. B. Alte-Haase-Weg bei Sprockhövel) gekennzeichnet, die im Text erwähnt werden und teilweise auch als Abstecher befahren werden könnten.

Zunächst wird der Abschnitt von POI: Ort von Interesse am Wegesrand Hattingen bis POI: Ort von Interesse am Wegesrand Schee (pinkfarbene Tour) vorgestellt. Die übrigen Streckenabschnitte folgen später nach.

Übersichtskarte Radweg Ruhr zu Ruhr in Hattingen, Sprockhövel, Wetter und Witten

Beschilderung, Wegebeschaffenheit und Hinweise zur Tourenplanung
Die Radtour ist mit einem eigenen Piktogramm markiert. Dieses ist an Kreuzungsstellen an den weiß-roten Wegweisern des Radverkehrsnetzes NRW zu finden. Dazwischen ist den kleinen weiß-roten Piktogrammen mit Fahrrad und Richtungspfeil zu folgen bis zur nächsten Kreuzungsstelle. Entlang des Weges gibt es mehrere Knotenpunkte des Radreviers.Ruhr. Die überwiegenden Abschnitte der Tour werden auf wassergebundener Decke gefahren, die Elbschetalbahn ist asphaltiert. Die geringen Teile im Straßenverkehr sind natürlich auch asphaltiert. Auch der RuhrtalRadweg verläuft auf einigen Abschnitten auf Beton oder Asphalt. Außerhalb des RuhrtalRadwegs sind die Radwege recht ruhig und nicht so stark befahren, im Ruhrtal kann es an guten Tagen insbesondere rund um den Kemnader See voll werden. In der Nähe des Muttentals kann die Ruhr neben einer entfernt liegenden Brücke wahlweise mithilfe der Ruhrtalfähre „Hardenstein“ überquert werden, was bei hoher Besucherzahl ggf. zu Wartezeiten führt.

Von Hattingen bis Schee ist eine beinahe konstante Steigung bergauf zu bewältigen. Der tiefste Punkt liegt am Beginn des Bahntrassenradwegs auf etwa 77 Metern über dem Meeresspiegels, der Bahnhof Schee auf etwa 240 Metern. Von Schee bis Silschede ist der Weg sanft-hügelig mit geringem Gesamtgefälle. Zwischen Silschede und Albringhausen führt der Weg auf Straßen überwiegend bergab. Die Elbschetalbahn hat ebenfalls ein Gefälle von 144 auf 100 Meter über den Meeresspiegel bei Witten-Bommern. Der Abschnitt im Ruhrtal ist sehr eben und ohne nennenswerte Steigungen oder Gefälle. Die Strecke kann sehr gut nicht nur von trainierten Radfahrern auch ohne Motor-Unterstützung befahren werden. In der Tourenbeschreibung liegt die größte Steigung am Beginn, ab Schee geht es abwärts bzw. eben zurück zum Ausgangspunkt. E-Bike-Fahrer können mit nur geringer Unterstützung fahren. Je nach Datengrundlage sind auf der Gesamt-Tour etwa 500 Höhenmeter zu bewältigen.

In Hattingen ist mit dem Schulenbergtunnel ein richtiger Eisenbahntunnel zu durchfahren. Der Tunnel ist beleuchtet, jedoch insgesamt dunkel. Durch die Kurvenlage sind Ein- und Ausfahrt nicht gleichzeitig zu sehen. Ängstliche Personen können den Tunnel über das Straßennetz jedoch umfahren. Der lange Schee-Tunnel ist nicht Teil der eigentlichen Runde und wird als Abstecher befahren. Er ist noch wesentlich schwächer beleuchtet, sodass man durch eine sehr lange, düstere Röhre fährt und unbedingt eigene Beleuchtung benötigt. Selbst als Fußgänger sollten Taschenlampe einschalten oder die Taschenlampen-Funktion am Mobiltelefon nutzen.

kachelmannwetter.com

Am Schee-Tunnel geht die Tour über in den Radweg Nordbahntrasse, der bis in die nördliche Wuppertaler Innenstadt führt. Über den RuhrtalRadweg gibt es Anschlüsse Richtung Essen und Duisburg sowie flussaufwärts Richtung Hagen und Winterberg. Am Kemnader See kann man auf den Parkway EmscherRuhr Richtung Castrop-Rauxel umschwenken. Entlang der Trassen liegen mehrere auf diesen Seiten bereits beschriebene Wanderwege auf der „Spur der Kohle“ in Sprockhövel (z.B. Alte-Haase-Weg, Montanweg, Deutschlandweg). Am Kemnader See und im Ruhrtal stößt man wiederum auf die Bergbauwanderwege im Bochumer Süden, an der Ruhr-Universität und am Baaker Berg. In Witten wird das beliebte Muttental mit seinem Bergbauwanderweg erreicht.

Geographische Koordinaten:
51°23'24.54"N, 7°10'26.73"E – Streckenbeginn Hattingen (2021)
51°23'20.69"N, 7°11'11.61"E – Schulenbergtunnel Westportal
51°22'20.55"N, 7°14'40.29"E – Malakowturm Alte Haase
51°22'22.28"N, 7°14'37.17"E – Zugang Park am Malakowturm
51°19'21.35"N, 7°14'07.17"E – Abzweig Schee
51°18'47.40"N, 7°14'20.16"E – Schee-Tunnel Nordportal
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
372958 m, 5694794 m – Streckenbeginn Hattingen (2021)

373823 m, 5694654 m – Schulenbergtunnel Westportal
377811 m, 5692698 m – Malakowturm Alte Haase
377752 m, 5692753 m – Zugang Park am Malakowturm

377038 m, 5687178 m – Abzweig Schee
377264 m, 5686123 m – Schee-Tunnel Nordportal

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

     

Ein wenig Hintergrund zu den Bahnstrecken:
Die längste durchgehend befahrene Bahntrasse ist die der „Kohlenbahn“ oder auch „Glückauf-Trasse“ zwischen Hattingen und Wuppertal. Sie wurde 1884 eröffnet und führte auf etwa 25 Kilometern mit einem Bogen über Sprockhövel von Norden nach Süden. Ziemlich genau 100 Jahre nach der Eröffnung wurde die Strecke stillgelegt. Von ihr wird der Teil zwischen dem ehemaligen Haltepunkt Stadtwald in Hattingen bis Wuppertal befahren. Im Teil des Ruhrgebiets ist es dieser Ruhr-zu-Ruhr-Radweg, auf Wuppertaler Stadtgebiet heißt er „Nordbahntrasse“. Am Bahnhof Schee zweigte die Strecke nach Silschede ab. Sie wurde 1889 eröffnet und ebenfalls etwa 100 Jahre später stillgelegt. Sie führt in nordöstlicher Richtung vorbei an Haßlinghausen.

Am Ende wird die Strecke Schee-Silschede von der Elbschetalbahn unterquert. Diese ist eine Strecke zwischen Witten und Schwelm, die in Gänze in den 1930er Jahren fertiggestellt war. Die beiden Streckenenden in Witten und zwischen Schwelm und Gevelsberg sind in Betrieb. Zwischen Gevelsberg und Wengern ist die Strecke stillgelegt und zwischen Albringhausen und Wengern erst seit kurzer Zeit ein Radweg.

 

Auf der Bahnstrecke Hattingen-Wuppertal nach Schee

↔ 13 km, ↑ 250 hm , ↓ 50 hm

Der Ausgangspunkt der Tour liegt im Süden von Hattingen an der Nierenhofer Straße. Hier führte die Bahntrasse über ein steinernes Viadukt und in ein einem Bogen bis zum Bahnhof Hattingen. Dieses Teilstück ist noch nicht ausgebaut, aber in Planung. Am Bahnhof besteht Anschluss an die S-Bahn-Linie S3 Richtung Essen und Mülheim an der Ruhr. Wer die Tour bis Wuppertal auf der Nordbahntrasse durchfährt (ca. 33 km bis Vohwinkel), kann mit der S-Bahn über Essen zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Die Innenstadt ist sehr schön und lohnt einen Abstecher, vielleicht am Ende der Gesamtrunde. Dann wird sich sicherlich auch ein Eis, ein Stück Kuchen oder ein Kaffee finden lassen. Kurz vorm Ziel werden wir von weitem auch die Henrichshütte sehen, heute ein beliebtes LWL-Industriemuseum auf dem Gelände eines alten Hüttenwerks mit Möglichkeit zum Aufstieg auf den Hochofen. Hierzu muss man jedoch etwas mehr Zeit einplanen, als man vermutlich nach Befahrung dieser Tour noch hat.

Hattingen an der Ruhr

Malerwinkel und St.-Georg-Kirche

Bügeleisenhaus Hattingen

Bügeleisenhaus

Henrichshütte in Hattingen

LWL-Industriemuseum Henrichshütte

Henrichshütte Hattingen

Hochofen 3 der Henrichshütte in Hattingen

 

Anreise zum Ausgangspunkt in Hattingen:

Anreise mit dem Auto: Direkt an der Trasse befindet sich an der Grünstraße ein kleiner Parkplatz. Dieser ist allerdings erfahrungsgemäß schnell ausgelastet. Es kann jedoch gut in den angrenzenden Wohngebieten am Südring geparkt werden. Dazu auf der A43 bis zur Ausfahrt 21 Herbede und aus allen Richtungen kurz danach rechts auf die Wittener Straße Richtung Hattingen. Dem Verlauf durch Blankenstein und vorbei an der Innenstadt ca. 7 km folgen. Geradeaus auf die Friedrichstraße, nach 300 m schräg-rechts in die Grünstraße. Nach 500 m entweder in den Südring oder das Glück am Parkplatz direkt an der Trasse kurz dahinter versuchen.

Anreise mit Bus und Bahn: Mit der S3 von Essen, Essen-Steele (Verbindung zur S9 aus Wuppertal) oder Mülheim a. d. Ruhr bis zur Endstation Hattingen (Ruhr) Mitte (Achtung: Nicht Hattingen (Ruhr)!). Über die Nierenhofer Straße gelangt man gut zum Ausgangspunkt, jedoch ist die Überquerung der Straße gefährlich und bei zähfließendem Verkehr mit Wartezeit verbunden. Ich empfehle die Nebenstraßen Richtung Grünstraße und dort den Einstieg in die Tour.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Vom RuhrtalRadweg am Knotenpunkt 26 entlang der Isenbergstraße zur Nierenhofer Straße und an der auffallenden Bogenbrücke rechts auf die Trasse.

Der Streckenbeginn ist ein unauffälliger Abzweig von der Straße zwischen Tankstelle und Viadukt. Wir umrunden die südlichen Siedlungen von Hattingen. Hinter der Grünstraße mit einem kleinen Parkplatz (siehe Tipp zur Anreise im grauen Kasten) wartet bereits das erste Highlight der Tour – der Tunnel unter dem Schulenberg. Der Schulenberg ist ein schmaler Bergrücken, der sich aus dem Hügelland bis weit in die Stadt erstreckt. Hier befinden sich eine alte Gaststätte, die Schulenburg, und in einiger Entfernung der Bismarckturm von Hattingen. Er ist etwas kompliziert auch als Abstecher von der Bahntrasse zu erreichen. Im Wegenetz des Waldes gibt es jedoch an einigen Stellen und auch direkt am Turm einige Treppenaufstiege.

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Der Bahnhof von Hattingen (Ruhr)

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Viadukt und Beginn des Bahntrassenradwegs

Der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Schulenbergtunnel ist etwa 200 Meter lang. Durch seine Kurvenlage kann man nicht vom einen zum anderen Ende schauen. Der Radweg nimmt die gesamte Tunnelbreite ein und ist gut beleuchtet (im Gegensatz zu dem zweiten Tunnel, den wir auf dieser Tour noch sehen werden, ist die Ausleuchtung beinahe gleißendes Licht). An seinem östlichen Tunnelportal auf der anderen Seite ist die Jahreszahl 1883 zu finden. Dieses besteht komplett aus Naturstein, während das Westportal mit einem Teil Beton nicht ganz so schön aussieht. 2008 ist auch der zuvor abgesperrte Tunnel für Radfahrende zugänglich gemacht worden. Entgegen ursprünglichen Planungen ist er im Prinzip ganzjährig geöffnet. Im seltenen Falle einer Schließung (oder beim Wunsch, nicht hindurchzufahren) ist die im grauen Kasten angegebene Umleitung nutzbar.

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Westliches Portal des Schulenbergtunnels

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Im Tunnel mit leichter Rechtskurve

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Blick zurück vom östlichen in Richtung westliches Tunnelportal

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Blick aus dem Tunnel zum Ostportal und auf die Trasse draußen

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Östlicher Tunnelausgang mit Naturstein-Portal und Jahreszahl 1883

Alternativstrecke Tunnelumfahrung:

Wer nicht durch den Tunnel fahren möchte, kann diesen umfahren: links auf die Grünstraße, rechts in die Körnerstraße, rechts in die Pestalozzistraße, rechts auf die Friedrichstraße und dieser folgen, bergab bis zur Bredenscheider Straße (L651) und dann rechts die Bahnstrecke in der Kurve unterfahren. Hinter der Brücke ist links eine Auffahrt zur Trasse hinter dem Tunnel.

Wir verlassen hinter dem Tunnel nun die Stadt und kommen in das Hattinger Bergland mit seiner sanft hügeligen Landschaft. In einigen Teilen sind die ersten Zechen des Ruhrgebiets entstanden. Kein Wunder, dass wir gleich hin und wieder auf schön angelegte Bergbauwanderwege stoßen werden. Wir folgen in langen Kurven dem Tal des Sprockhöveler Bachs, den wir allerdings nicht wahrnehmen. Es gibt fast keine Straßenkreuzungen auf diesem Abschnitt. Wir nehmen immer wieder Brücken-Über- und Unterquerungen wahr. Stellvertretend dafür sind hier ein Viadukt über der Zufahrt eines Bauernhofs bei Bredenscheid und die Riepelsiepenbrücke über die Trasse genannt. Gerade diese ist typisch für die Überquerungen, die wir im Verlaufe der ganzen Tour noch sehen werden mit sanften Steinbögen, die tiefe Einschnitte der Bahn überqueren. Sie ist mit einer Informationstafel markiert. Im Bereich dieser Brücke besteht die Möglichkeit zum Abstecher zum „Park am Malakowturm“. Der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Malakowturm ist der alte Förderturm der Zeche Alte Haase und das Parkgelände zu seinen Füßen ist mit technischen Geräten aus dem Bergbau ausgestattet. Ein kurzes Stück verläuft der Bergbauwanderweg Alte-Haase-Weg (Nord) auf unserer Trasse. Er ist markiert mit einem Malakowturm-Piktogramm.

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Typische Brücke über die Bahnstrecke Hattingen-Wuppertal

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Breiter Bahntrassenradweg, leicht bergauf und geradeaus

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Es wird ländlich: hügeliges Hattinger Bergland im Tal des Sprockhöveler Bachs (Blick zurück)

Alte-Haase-Weg in Sprockhövel

Riepelsiepenbrücke über der Bahntrasse

Alte-Haase-Weg in Sprockhövel

Auf der Eisenbahnbrücke

Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Malakowturm der Zeche Alte Haase

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Eingangsbereich des Parks am Malakowturm

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Der Park ist voll mit Geräten und Maschinen aus dem Bergbau – inklusive Erläuterung

Wir erreichen Sprockhövel und queren mit der Hauptstraße die wichtigste Verkehrsader mit Geschäften. Man findet hier auch Pizzerien und Bäckereien für eine kleine Stärkung. Durch den Kreisverkehr hindurch erreichen wir wieder die Trasse. Auf ihr verläuft diesmal der Alte-Haase-Weg (Süd), der andere Orte als die Nordroute erschließt. Und schon verlassen wir Sprockhövel wieder und fahren schön kurvig durch das Hügelland.

Am alten Bahnhof Bossel zweigte früher die Kleinbahn Bossel-Blankenstein ab, die östlich von Sprockhövel im Pleßbachtal verlief. Auf dem Bergbauwanderweg Pleßbachweg ist ein Teil der Trasse ein Abschnitt des Weges. Die Trasse wurde 1912 eröffnet und 1968 stillgelegt. Auf unserer Strecke verläuft ein Teil des Bergbauwanderwegs Montanweg (Nord), der auch den Kleinbahnhof thematisiert. Wir queren die Wuppertaler Straße und nähern uns dem Bahnhof Schee. Davor nähert sich oberhalb von uns links die alte Bahnstrecke nach Silschede an, die wir im nächsten Teil benutzen werden. An einer alten Brücke im Dorf Quellenburg liegt der Abzweig am Knotenpunkt 7 des Radreviers.Ruhr. Im Prinzip könnte man hier direkt auf die andere Strecke wechseln.

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Rastplatz in der Nähe des Ortskerns von Sprockhövel

Sprockhövel

Niedersprockhövel

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Bahntrassenradweg durch die Siedlung

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

An der alten Kleinbahn in Bossel

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Bei Bossel durchs Hügelland

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Bauernhöfe liegen hinter den Feldern

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Kilometerstein 8,5, der etwas gelitten hat: Kurz vor Quellenburg

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Stützmauer auf der linken Seite

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Brücke über dem alten Bahn-Abzweig bei Quellenburg und kurz vor dem Bahnhof Schee: Knotenpunkt 7 des Radreviers.Ruhr

Vorbei am POI: Ort von Interesse am Wegesrand alten Bahnhofsgebäude von Schee, wo wir eine Einkehrmöglichkeit vorfinden, fahren wir etwa 1 km vorbei am Knotenpunkt 8 in südlicher Richtung. Hier an der Stelle des alten Bahnhofs haben wir mit ca. 240 Metern über dem Meeresspiegel den höchsten Punkt der Strecke und unserer gesamten Tour erreicht. Als Wanderer auf dem Herzkämper-Mulde-Weg haben wir bereits die Siedlung Alter Schee in der Nähe besucht und den Bahnhof aus der Ferne gesehen.

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Bahnhof Schee

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Informationstafel und Brücke

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Am Knotenpunkt 8 steht ein Stationsschild

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal

Nordportal des Schee-Tunnels mit zwei Tunnelröhren

Kurz hinter dem Bahnhof Schee gelangen wir zu den beiden Röhren des POI: Ort von Interesse am Wegesrand Schee-Tunnels unter einem 315 m hohen Bergrücken. Der Tunnel ist ca. 720 Meter lang und ähnlich wie der Schulenbergtunnel in Hattingen als Radwegtunnel ausgebaut. Am Tunnelportal findet man die Jahreszahlen 1884 und 1902 vor. Die Stilllegung erfolgte wie die übrige Bahnstrecke 1984 ziemlich genau 100 Jahre nach seiner Errichtung. Nur eine, die ältere, westliche Tunnelröhre, ist für Radfahrer seit 2014 nutzbar. Die östliche Röhre ist zugemauert und dient als geschütztes Quartier u.a. für Fledermäuse. Zum Schutz der Tiere ist auch die Beleuchtung im Rad-Tunnel stark reduziert. Man benötigt unbedingt funktionierende Beleuchtung, vor allem, um von anderen Personen gesehen zu werden. Der Tunnel ist lang, auch hier kann man nicht vom einen zum anderen Portal schauen. Beim eigenen Besuch waberte im nördlichen Teil des Tunnels dichter Nebel, der sich in südlicher Richtung mit dem Luftstrom langsam auflöste.

Mitten im Tunnel wird an einer kleinen, beleuchteten Informationstafel eine Grenze markiert. Es ist zum einen die Grenze zwischen den Städten Sprockhövel und Wuppertal. Außerdem zwischen dem Ennepe-Ruhr-Kreis und der kreisfreien Stadt Wuppertal. Und damit auch zwischen dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land. Und die Grenze zwischen dem Regierungsbezirk Arnsberg und dem von Düsseldorf – und damit auch zwischen Westfalen und Rheinland. Die Wasserscheide zwischen Ruhr und Wupper verläuft hier ebenfalls. Ganz unscheinbar ist die Tafel unter einer Lampe, in deren Schein sich an der feuchten Tunnelmauer Farne, Flechten und Moose als „Lampenflora“ niedergelassen haben. Wer nicht darauf aufpasst, ist schnell daran vorbeigeradelt.

Tunnel Schee, Nordbahntrasse

Im düsteren Schee-Tunnel

Tunnel Schee, Nordbahntrasse

In der Mitte: Stadt-, Kreis-, Regierungsbezirks- und Provinzgrenze

Tunnel Schee, Nordbahntrasse

Nebel und Feuchtigkeit im Schee-Tunnel: Eigenes Licht am Fahrrad oder eine Taschenlampe für Fußgänger ist notwendig

Tunnel Schee, Nordbahntrasse

Licht am Ende des Tunnels: Blick zum Ausgang

Tunnel Schee, Nordbahntrasse

Südliches Tunnelportal an der Nordbahntrasse in Wuppertal

Der Tunnel wird an wenigen bestimmten Tagen (um den Jahreswechsel, um Allerheiligen – Stand 2021 lt. Beschilderung) ganztägig, im Frühjahr teilweise nachts zum Schutz der Tiere gesperrt, sodass keine Durchfahrt möglich ist.

Auf der anderen Seite des Tunnels heißt der Radweg auf Wuppertaler Gebiet „Nordbahntrasse“. Diese führt als gut ausgebauter Radweg auf einigen Viadukten und durch weitere (aber wesentlich kleinere) Tunnel nach Wichlinghausen, stößt dort mit der Schwarzbachtrasse auf einen weiteren Bahntrassenradweg und endet schließlich kurz vor Vohwinkel, wo wiederum ein Anschluss an die echte Bahn besteht. Und damit auch die Rückkehr zum Ausgangspunkt in Hattingen mit der S-Bahn S9 und S3 mit Umstieg in Essen-Steele oder am Hauptbahnhof.

Der Beitrag wird schon bald mit der Strecke nach Silschede und der Elbschetalbahn fortgesetzt. Schauen Sie noch einmal vorbei!

Quellen und weitere Informationen:

Bahntrassenradweg Hattingen-Wuppertal:

www.bahntrassenradeln.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

Auf der Auswahlseite Industriekultur finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden Natur & Landschaft, alte Zechen und Industrieanlagen und andere technische Besonderheiten.

Halden Ausflugsziele

* Affiliate- / Werbelink. Mehr Informationen dazu in der Datenschutzerklärung.

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 10 / 2021
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr