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Der Erlebnis-Radweg auf der Erzbahntrasse

Auf der Trasse der Erzbahn Bochum von der Jahrhunderthalle zum Rhein-Herne-Kanal

Es ist kein Wunder, dass der Radweg auf der Erzbahntrasse so beliebt ist. Äußerst bequem werden ohne große Störungen durch Autoverkehr einige spannende Ziele der Industriekultur im Ruhrgebiet erreicht. Da sind Zechen und Halden, das alte Stahlwerk Bochumer Verein und natürlich der Rhein-Herne-Kanal als Binnenschiff-Achse im nördlichen Ruhrgebiet. Als Bahntrassenradweg ist er sehr steigungsarm und nahezu kreuzungsfrei und damit auch für ungeübte Radler und Familien mit kleinen Fahranfängern gut geeignet. Beeindruckende Brückenbauwerke lassen sich auf einer Radtour entdecken – ob von oben oder von unten. An einigen Punkten bestehen Umsteigemöglichkeiten auf weitere Bahntrassenradwege oder Themenrouten.

Der Radweg auf der alten Erzbahn verbindet Bochum mit Gelsenkirchen und durchquert dabei den Grünzug D von Süd nach Nord. Kern des Weges ist die alte Eisenbahnstrecke, die zwischen 1912 und 1929 zwecks Anbindung der Betriebe an den Rhein-Herne-Kanal in mehreren Abschnitten errichtet wurde. Den südlichsten und damit jüngsten Anschluss bildete das Stahlwerk Bochumer Verein auf Grund und Boden des heutigen Westparks und der Jahrhunderthalle Bochum. Der Niedergang der Erzbahn erfolgte in den Sechzigerjahren mit der Phase der Zechenschließungen. Von 2002 bis 2008 wurde die Bahntrasse zu einem Radweg ausgebaut. Erreicht wird dies insbesondere durch die Wiederherstellung, Sanierung oder den Neubau ehemaliger Brücken.

In der folgenden Übersicht ist der Radweg auf der Erzbahntrasse dargestellt. Markiert sind auch die im folgenden Beitrag vorgestellten Ziele mit Nummernpunkten und einige ausgesuchte Anschlüsse auf weitere Themenradwege.

Karte Erzbahntrasse Bochum

Beschilderung, Wegebeschaffenheit und Nahverkehr:

Der Radweg ist komplett und sehr gut über das Radverkehrsnetz NRW ausgeschildert. Allerdings gibt es keinerlei Beschilderung oder ein wegebegleitendes Piktogramm, das explizit einen Radweg "Erzbahntrasse" ausweist. Ein Verfahren ist jedoch praktisch nicht möglich, wenn man sich an die Ziel-Orte hält.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist die Erzbahntrasse dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Ruhrgebiet West" im Maßstab 1:50.000 verläuft die Erzbahn vom Planquadrat C7 bis B6. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Artikelseite bei Amazon*.

     

Größtenteils besteht der Radweg aus einer wassergebundenen Oberfläche, einige Teile sind asphaltiert oder gepflastert. Die Erzbahntrasse führt durchgängig von Bochum zum Grimberger Hafen in Gelsenkirchen. Es sind lediglich zwei sehr schwach frequentierte Nebenstraßen zu überqueren. Durch die bedingt durch den Bahndamm vorhandene Höhenlage sind an nur bestimmten Stellen Zugänge oder Abstecher möglich. Auf dem Weg von Bochum nach Gelsenkirchen ist ein schwaches Gesamtgefälle von 43 Höhenmetern bzw. in Gegenrichtung eine auch für ungeübte Fahrer nahezu unmerkliche Gesamtsteigung zu überwinden. Somit eignet sich der Weg sowohl für Sportler als auch für Kinder und Rad-Neulinge sehr gut. An Wochenenden mit gutem Wetter ist der Weg stark befahren. Derzeit einzige direkte Einkehrmöglichkeit am Weg ist ein Kiosk an der Pfeilerbrücke. Sanitäre Einrichtungen existieren nicht (wohl aber das ein oder andere Wäldchen für den dringenden Notfall). An einigen schön gelegenen Stellen bieten sich Bänke für eine Rast an. Sämtliche wichtigen Bauwerke sind auf Schildern direkt am Objekt erläutert.

Ihre Anreise zur Erzbahntrasse:

► Startpunkt Westpark (1):

Auf der A40 bzw. A448 bis zum Dreieck Bochum West. Dort die Ausfahrt Bochum-Stahlhausen nutzen. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Essen rechts abbiegen auf die Wattenscheider Straße Richtung Bochum Innenstadt, nach etwa einem Kilometer an der großen Kreuzung geradeaus fahren und hier parken.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Wattenscheider Straße (Kreuzung Gahlensche Straße) in Bochum

Mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs nach Bochum Hbf. Von dort mit der RB 46 bis Bochum-Hamme. Dort vom Westring auf die Alleestraße bis zum Westpark.

► Startpunkt Siedlung Dahlhauser Heide / Hordel (3): Auf der A40 bis zur Ausfahrt Bochum-Hamme / Hordel / Herne-Eickel. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Duisburg rechts abbiegen und sofort rechts einordnen. Sofort rechts auf die Gahlensche Straße. An der nächsten Ampel rechts in die Overdyker Straße und dieser bis zum Ende folgen. An der T-Kreuzung links in die Untere Heidestraße. Rechts in die Hordeler Heide. Hier am Rand parken. Der Zugang zum Radweg befindet sich am südlichen Ende der Hordeler Heide

Zieleingabe ins Navigationssystem: Untere Heidestraße in Bochum

► Startpunkt Bickernstraße (Halde Pluto (8)): Auf der A42 bis zur Ausfahrt 18 Gelsenkirchen-Bismarck. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Oberhausen links abbiegen auf die Reckfeldstraße. Nach ca. 600 m an der Ampel links in die Bickernstraße. Etwa am Ende der Häuser vor der Brücke am Rand parken. Zu Fuß bis zur Brücke der Erzbahn und rechts über die Rampe zum Radweg.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Bickernstraße in Herne

► Startpunkt Grimberger Sichel (10): Im Bereich der Brücke befinden sich keine Parkmöglichkeiten. Nutzbar gegen Entgelt sind jedoch Parkplätze der ZOOM-Erlebniswelt. Der Zoo grenzt direkt im Norden und Osten an die Trasse.

Von Dortmund, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel oder Dorsten mit der RB 43 bis Gelsenkirchen-Zoo. Von dort (über Treppen) zum Ausgang, zweimal rechts, vorbei an der ZOOM-Erlebniswelt und bis zur Brücke am Hüller Bach. Links zur Grimberger Sichel, rechts Richtung Bochum auf die Trasse.

Los geht´s: Unsere Radtour auf der Erzbahntrasse

Den südlichen Ausgangspunkt bildet der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Westpark rings um die Jahrhunderthalle Bochum. Seine Bezeichnung erhält der Westpark natürlich aus seiner Lage westlich von der Stadtmitte. Er liegt auf dem Gelände der ehemaligen Krupp-Stahl AG. Bedingt durch beengten Raum in der Nähe der Bochumer Innenstadt wurde das Stahlwerk auf verschiedenen Höhenstufen errichtet, um Produktionsabläufe kleinräumig und platzsparend aufeinander abzustimmen. Noch heute sind diese Stufen anhand verschiedener Stützwände zu sehen – die bekannteste ist das Colosseum. Die Ziegelsteinbögen erinnern entfernt an das riesige gleichnamige römische Theater in Rom.

In der Nordwest-Ecke des Westparks befindet sich mit der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Erzbahnschwinge, die als Eingangstor zur Trasse zu verstehen ist, gleich die erste von drei besonders spektakulären Brückenkonstruktionen im Verlauf unserer Radtour. Die anderen beiden sind die Pfeilerbrücke etwa auf der Hälfte der Strecke und die Grimberger Sichel am anderen Ende. In einer sehr speziellen S-Form verläuft der Radweg auf der Erzbahnschwinge über Eisenbahn und Straße zugleich und wird durch nur zwei schräg stehende Pylone und Stahlseile gehalten. Im Jahre 2003 wurde die 130 m lange Brücke, die vom Architekten Prof. Schlaich geplant worden war, eröffnet.

Erzbahnschwinge im Westpark

Die Erzbahnschwinge im Westpark Bochum: Beginn der Trasse

Westpark

Wege und Stege im Westpark in Bochum

Westpark Bochum

Terrassenartiger Westpark

Westpark

Skulpturale Beleuchtung des Parks

Jahrhunderthalle im Westpark

Jahrhunderthalle und Wasserturm im Westpark

Westpark in Bochum

Stützmauer "Colosseum"

Nach Überquerung der Autobahn A40 verläuft der nächste Abschnitt zuerst wenig idyllisch zwischen hohen Zäunen durch Gewerbegebiete von Bochum. Hier passiert er allerdings mit dem in Deutschland seltenen und 1912 gebauten Zschetzsche-Fördergerüst über Schacht III und einem Malakowturm über Schacht II die einzig verbliebenen Relikte der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Zeche Carolinenglück II / III. Diese Zeche gehört zu den frühen Großzechen in Bochum und förderte von 1850 bis 1964 Kohle. Uns bleiben von hier aus nur Zaunblicke.

Großstadt und Gewerbegebiete werden spätestens zwei Kilometer nach dem Start hinter sich gelassen. Parallel zu noch im Unkraut liegenden Schienen führt der Radweg auf der Erzbahntrasse in einem weiten Bogen um Hordel. Hier macht sich die Natur des etwas bürokratisch bezeichneten "Grünzuges D" bemerkbar, der sich von nun an bis zum Ende der Trasse als grüner, von Süden nach Norden verlaufender Korridor darstellt. Durch den teils bewaldeten Charakter dieses Korridors lässt der Radweg trotz seiner zentralen Lage den Charakter der Großstadt fast vollständig vermissen. Kein Wunder, dass der Weg insbesondere am Wochenende gerne und häufig für viele Bewegungssportarten genutzt wird. Noch beeindruckender ist dies übrigens im benachbarten "Grünzug E" mit dem ebenfalls von Nord nach Süd verlaufenden Radweg Parkway EmscherRuhr. Das nur so als Tipp.

Etwa 3 km nach dem Start überquert die 45 m lange POI: Ort von Interesse am Wegesrand Erzbahnbrücke Nr. 4, die sogenannte Rote Brücke, die ehemalige Güterbahn nach Herne-Wanne. Die Brücke besteht aus einem genieteten Fachwerkgerüst, wurde 1928 errichtet und 2004 im Zuge des Ausbaus des Radweges saniert. Kurz vor der Brücke gibt es dank eines Abzweiges die Möglichkeit, einen sehr lohnenswerten Abstecher zum ca. 1,3 km entfernten Industriemuseum in der Zeche Hannover zu machen (Eintritt frei, aber Öffnungszeiten beachten!). Dabei passiert man auf dem Weg zwei Bergehalden der Zeche und kann mit etwas Glück die auf Fische lauernden Reiher am Ufer des Hüller Bachs beobachten, der uns später noch begleiten wird. Auf der anderen Seite liegt auf dem Gelände des Kruppwaldes eine weitere ehemalige Schachtanlage der Zeche.

Zeche Carolinenglück an der Erzbahntrasse

Erzbahntrasse an der Zeche Carolinenglück II / III in Bochum

Erzbahntrasse im Bereich Bochum

Heute kreuzungsfreie Durchquerung eines Industriegebietes

Rote Brücke Erzbahntrasse

Erzbahnbrücke Nr. 4: Die Rote Brücke bei Bochum-Hordel

Zeche Hannover

Die Zeche Hannover in Bochum – weithin sichtbarer Förderturm

Malakowturm der Zeche Hannover

Malakowturm über Schacht I und Lüftergebäude

Fördermaschine in der Maschinenhalle der Zeche Hannover

Liebevoll restaurierte Mechanik in der Maschinenhalle

Es folgt ein langer gerader Abschnitt, in dem sich bewaldete und sonnige Bereiche abwechseln. Zur linken Seite lassen sich hintereinander gleich drei höhere, unzugängliche Deponien oder Ablagerungsflächen erkennen. Die erste ist die geschlossene Deponie Blücherstraße. Es folgt die langgezogene, parallel zur Bahntrasse verlaufende Gleiskippe oder auch Deponie II genannt. Genau auf dem Drei-Städte-Eck von Bochum, Herne und Gelsenkirchen liegt die Deponie Becker, auch Wollkippe genannt. Gleiskippe und Wollkippe rahmen einen alten Friedhof ein.

Nahe der Gleiskippe überspannt die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Erzbahnbrücke Nr. 6 die Alte und Neue Günnigfelder Straße. Sie hat eine Länge von ca. 100 Metern und besteht aus einem genieteten blauen Stahltrog, der auf zwei zierlichen Mittelstützen ruht und damit drei Brückenfelder besitzt. Als Besonderheit aus Erfahrungen mit Bergsenkungen in diesem Gebiet ist die Brücke anhebbar. Damit kann sie sich an Bodensenkungen anpassen. An der Brücke befindet sich eine Treppenanlage, die es erlaubt, die Erzbahntrasse hier (zumindest zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf dem Rücken) zu verlassen und das Bauwerk auch von unten zu betrachten. Hierbei fallen die beiden zweigleisig gebauten Widerlager und die beiden roten Mittelstützen der Ende der 1920er Jahre errichteten Brücke auf.

Brücke Erzbahntrasse

Erzbahnbrücke Nr. 6 an der Alten Günnigfelder Straße

Erzbahn Bochum

 

Die Trasse überquert unbemerkt vom Radfahrer die Stadtgrenze nach Herne und überwindet kurz darauf zwei Einschnitte jeweils mithilfe einer neu errichteten Brücke, ehe nach nur 700 Metern die Stadt Herne wieder verlassen wird. Die Erzbahn erreicht Gelsenkirchen und hinter der nächsten Kurve den Emscher-Park-Radweg, der auf der alten Bahntrasse der Kray-Wanner Bahn vorbei an der Halde Rheinelbe (ca. 4 km Entfernung) u.a. zur Zeche Zollverein (ca. 10 km Entfernung) führt. Nicht weit von diesem Abzweig entfernt zweigt von der Kray-Wanner Bahn die kurze Almabahn der Zeche und Kokerei Alma ab, an deren Ende sich das Hüttenwerk Schalker Verein befindet. Mit etwas Glück hat hier an der Kreuzung der mobile Kiosk geöffnet, um den sich bei entsprechendem Wetter zahlreiche Radfahrer niederlassen und Kraft (oder auch das ein oder andere Getränk) für die weitere Strecke tanken.

In der Form eines großen, umgedrehten V laufen die beiden Radwege zusammen auf das größte und wohl atemberaubendste Bauwerk der Erzbahn zu, die Erzbahnbrücke Nr. 9, besser bekannt als POI: Ort von Interesse am Wegesrand Pfeilerbrücke. Über ca. 345 Meter verläuft die dreiteilige Brücke seit 1918 über zwei Eisenbahnstrecken sowie eine Niederung an der Ostpreußenstraße. Die Bahnstrecken im Norden und im Süden werden durch kurze Fachwerkträgersegmente überquert. Sie werden verbunden durch das große Stahlträger-Viadukt mit 21 Feldern á ca. 13,5 Metern. Sie überqueren den Grund in einer Höhe von ca. 14 Metern. Auch diese Brücke kann Bergsenkungen ausgleichen. Gebaut wurde die Brücke seinerzeit zur Anbindung der nahegelegenen Zeche Alma. Östlich der Brücke erhebt sich die Deponie Elfriedenstraße.

Rastmöglichkeit an der Erzbahn Bochum

Rastmöglichkeit am Abzweig Emscher-Park-Radweg

Pfeilerbrücke Erzbahntrasse

Fahrt über die Pfeilerbrücke, das größte Bauwerk der Trasse

Pfeilerbrücke Gelsenkirchen

Blick von der Pfeilerbrücke

Pfeilerbrücke der Erzbahntrasse in Gelsenkirchen

Ein Teil der ca. 345m langen Pfeilerbrücke

Pfeilerbrücke Ruhrgebiet

Auffällige Brückenkonstruktion, rechts eine kleine Deponie

Pfeilerbrücke

Nordteil des Viadukts mit Fachwerkträgersegment-Anschluss

Ganz grob markiert die Pfeilerbrücke die Hälfte der Strecke. Direkt dahinter überfahren Fahrradfahrer heute eine Stadtgrenze und erreichen wieder Herne. Auf der rechten Seite erstreckt sich hinter der nächsten Brücke der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Landschaftspark Pluto V auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Pluto V. Von nun an verläuft der kanalisierte Hüller Bach parallel zur Trasse. Es folgen drei kleine, zweigleisig ausgebaute Brücken, auf denen auf der linken Seite ein Stück Gleisbett erhalten wurde. Von den hochgelegenen Brücken kann man den Blick auf das Fördergerüst über dem Schacht Wilhelm der Zeche Pluto schweifen lassen.

Hinter der Thyssen-Deponie versteckt liegt die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Bergehalde Pluto-Wilhelm im nach ihr benannten Naturschutzgebiet. Sie besitzt einen Aussichtsturm und ist von der Erzbahntrasse gut erreichbar (Beschilderung folgen). Dahinter wird die Autobahn A42 unterquert. Es schließt sich das leider ebenfalls nicht zugängliche Gelände der Zeche Unser Fritz mit seinem denkmalgeschützten Malakowturm an. Als Radfahrer sieht man leider nichts davon, da der Radweg zwischen der Autobahnbrücke und einer Eisenbahnüberführung in einem tiefen Einschnitt zwischen Straße auf der linken und dem Überrest der Bergehalde Unser Fritz I / IV auf der rechten Seite verläuft. Durchschnitten wird die Halde im Süden durch die erst später entstandene Autobahn und ein Stück dahinter nochmals durch einen Bahn-Abzweig, der als Zubringer in einem scharfen Bogen von der Erzbahn auf die nördlich querende Emschertalbahn führte. Hier erreicht der Radweg erneut und letztmalig das Stadtgebiet von Gelsenkirchen und den Grimberger Kanalhafen. Mit einer Werkszufahrt wird die erst zweite Straße im Radwegverlauf höhengleich überquert.

Hier markieren Wegweiser die Möglichkeit, ebenfalls auf stillgelegter Bahntrasse bis zum Consolpark auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Consolidation in Gelsenkirchen-Bismarck abzuschweifen. Hier erwartet den Besucher ähnlich wie bei der Zeche Hannover ein an bestimmten Tagen geöffnetes Industriemuseum in der ehemaligen Maschinenhalle mit zahlreichen Ausstellungsstücken und zwei eindrucksvollen Dampf-Fördermaschinen.

Erzbahntrasse

Altes, rostiges Gleis ist auf der Brücke erhalten: Erzbahnbrücke 10

Erzbahntrasse

Hier und da liegen Schienen neben dem Radweg im Gras

Erzbahn

Eine von drei kurzen, hintereinanderliegenden Straßenbrücken

Zeche Pluto von der Erzbahntrasse

Schachtgerüst der Zeche Pluto-Wilhelm

Halde Pluto

Kleiner Aussichtsturm auf der Halde Pluto

Halde Pluto

Malakowturm der Zeche Unser Fritz von der Plutohalde gesehen

Erzbahn

Halde Unser Fritz I / IV neben Erzbahntrasse und Baustellenweg

Erzbahn

Ehemaliger Bahnabzweig teilt die Halde

Hüllerbach

Brücke über den Hüller Bach am Grimberger Hafen

Erzbahn Radweg

Letzte Etappe des Radweges kurz vor dem Ziel

Zurück auf der Erzbahntrasse schließt sich die Brücke über den Hüller Bach an, die den Übergang in die allerletzte Etappe markiert. Entlang der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Zoom-Erlebniswelt, in die sogar stellenweise Zaun-Einblicke gewährt werden, nähert sich die Trasse dem Rhein-Herne-Kanal. Die Zoom-Erlebniswelt ist ein großer Zoo, der in Themenwelten wie Afrika, Alaska oder Asien unterteilt ist. Es sei aber gesagt, dass ein Besuch einen ganzen Tag in Anspruch nimmt und man sich lieber für eines von beiden – ZOOM oder Radtour auf der Erzbahntrasse – entscheiden sollte. Ausführlicher ist der Zoo jedoch im eigenen Beitrag erläutert.

Schon von weitem ist das eindrucksvolle Ziel der Fahrradtour auf der Erzbahntrasse sichtbar. So spektakulär, wie der Radweg im Westpark Bochum mit der Erzbahnschwinge begonnen hat, wird er hier am Grimberger Hafen zu Ende geführt. Seit 2008 überquert eine äußerst interessante Brückenkonstruktion den Kanal. Dass die Fahrbahn der Brücke die Form eins Halbkreises hat, ist nur ein spannender Aspekt. Er gibt dem Objekt, das offiziell wegen der Nähe zur Erlebniswelt wohl Zoom-Brücke heißt, den schönen Namen POI: Ort von Interesse am Wegesrand Grimberger Sichel. Viel aufregender ist die Tatsache, dass diese weite Sichel nur durch Stahlseile getragen wird, die auf einen weit von der Brücke extern stehenden Pylon zulaufen und wie bei der Erzbahnschwinge allen physikalischen Gesetzen zu trotzen scheinen. Von vielen Standorten ergeben sich damit sehr ungewohnte Perspektiven. Die Fahrbahn ist 150 m lang, der geneigte Pylon am Nordufer misst ca. 48 m Höhe. Verbaut wurden etwa 465 m Stahlseil. Hier ergibt sich ein Anschluss an den Kanal begleitende Radwege sowie die Möglichkeit zum Erreichen des nahe gelegene Landschaftspark Hoheward mit den großen Bergehalden Hoheward und Hoppenbruch. In westlicher Richtung erreicht man bald den Hafen Bismarck und könnte auf einem weiteren Bahntrassenradweg, der Hugo-Bahn, bis zur Halde Rungenberg fahren.

Brücke an der ZOOM-Erlebniswelt

Blick von der Brücke über den Hüller Bach zur Grimberger Sichel

Grimberger Sichel

ZOOM-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal

Grimberger Sichel Gelsenkirchen

Sichelförmige Brückenform mit nur einem Pylon

Grimberger Sichel Rhein-Herne-Kanal

Die Architektur lockt Hobbyfotografen an

Grimberger Sichel - Brücke über den Rhein-Herne-Kanal

90°-Panoramabild der Grimberger Sichel über den Rhein-Herne-Kanal bei Gelsenkirchen

Sichelbrücke

Reger Radverkehr auf der Sichelbrücke

Sichelbrücke am Rhein-Herne-Kanal

Ungewöhnliche Brückenkonstruktion

Brückenkonstruktion

Irgendwie scheint die Brücke physikalischen Gesetzen zu trotzen

Rundbrücke

Radweg in Form eines Halbrundes

Nach der Radtour ist damit das nördliche, tiefgelegene Ende des Radweges auf der Erzbahntrasse erreicht. Wer nicht am Kanal entlang oder zur Halde Hoheward weiterfahren möchte, muss hier also umkehren. Glücklicherweise ist die Steigung auf dem Rückweg nicht so hoch, dass man nicht weiterhin gemütlich vor sich hin trampeln und sämtliche Glanzpunkte des Weges aus der entgegengesetzten Perspektive bewundern könnte.

Geographische Koordinaten:
51°29'03.65"N, 7° 11'42.09"E – Erzbahnschwinge / Streckenanfang
51°29'46.71"N, 7° 09'39.67"E – Rote Brücke
51°30'47.28"N, 7° 08'18.73"E – Pfeilerbrücke
51°32'50.33"N, 7° 06'47.12"E – Grimberger Sichel / Streckenende
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
374673 m, 5705233 m – Erzbahnschwinge / Streckenanfang

372345 m, 5706622 m – Rote Brücke
370832 m, 5708532 m – Pfeilerbrücke
369164 m, 5712380 m – Grimberger Sichel / Streckenende

Quellen und weitere Informationen:

Route Industriekultur – Themenroute Erzbahn-Emscherbruch: www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur – Erzbahnschwinge im Westpark: www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur – Zeche Carolinenglück: www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur – Erzbahnbrücke Nr. 4: www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur – Erzbahnbrücke Nr. 6: www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur – Pfeilerbrücke: www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur – Kokerei Alma: www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur – Erzbahnbrücke Nr. 10: www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur – Grimberger Sichel

www.route-industriekultur.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

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Halden Ausflugsziele

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 12 / 2018
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