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Der OLGA-Park in Oberhausen

Garten Osterfeld und Landesgartenschau 1999 auf dem Gelände der Zeche und Kokerei Osterfeld I / II / III

Nachdem die Bundesgartenschau 1997 im heutigen Nordsternpark bereits auf das Thema der Nachfolgenutzung von Zechenbrachen eingegangen ist, gastierte die Landesgartenschau zwei Jahre später ebenfalls auf altem Zechengelände. Nach einigen Jahren des Brachestadiums entstand eine Grünanlage, deren Schwerpunkt auf ganz anderen Themen lag als bei den Veranstaltungen zuvor.

Nicht weit entfernt von dem Industrieareal der Gutehoffnungshütte in Oberhausen befand sich bis 1992 die Zeche Osterfeld, zunächst als Teil der Zeche Oberhausen gegründet. Ihre Förderung begann 1879. Das Zechengelände mit Kokerei (geschlossen 1988) und zwei im Laufe der Zeit abgetragenen und von den Anlagen überbauten Bergehalden lässt sich etwa eingrenzen durch die Bottroper Straße, die Vestische Straße, die Güterbahn entlang der Rheinischen Straße und die Fahnhorststraße. Nicht weit entfernt liegt der ausgedehnte Bahnhof Osterfeld-Süd, einer der größten Rangierbahnhöfe der Region. Die heutige Straßenbahntrasse war damals ebenfalls eine Güterbahn und erschloss das Zechengelände. Größtenteils wurden die oberirdischen Gebäude rasch abgerissen und eingeebnet. Erhalten blieben insbesondere das Fördergerüst auf dem »Paul-Reusch-Schacht« (Schacht Osterfeld III, benannt nach einem Direktor der Gutehoffnungshütte), die benachbarte ehemalige Kaue, die den Haupteingang der Zeche Richtung Osterfeld flankierenden Häuser und die große Kohlenmischhalle.

In der anschließenden Abbildung ist das Gelände des OLGA-Parks früher und heute dargestellt. Zum beliebigen Wechseln zwischen den Grafiken, die den identischen Ausschnitt nur zu verschiedenen Zeitpunkten darstellen, klicken bzw. tippen Sie bitte einfach auf das Luftbild. Durch die Deckungsgleichheit lassen sich viele Veränderungen zu 1990, aber auch einige besondere Gemeinsamkeiten entdecken.

 Historische Ansichten vom MüGa-Park

Ins Auge fällt beispielsweise der achteckige "Gartendom" im Nordosten, der ursprünglich als Kohlenmischhalle diente, das Fördergerüst und die Bahntrassen. Selbst die Wege bilden die Form der ehemaligen Gleisanlagen nach. Aus dem Kokereiblock (Bildmitte) wurde der geometrische Hügel mit Wasserbecken und Aussichtsturm. Wo früher Kühltürme standen, bildet die Platzform die urpsprünglichen Ausmaße nach. Und noch viel mehr Geheimnisse lassen sich durch hin- und herklicken aufdecken. Mindestens sei aber gesagt: wo heute viele und weite Grünflächen zu finden sind, sah es vor gar nicht all zu langer Zeit noch ganz anders aus.

Im Jahre 1999 fand vom 1. März. bis zum 3. Oktober auf dem Gelände die Landesgartenschau statt. Die seinerzeit erfundene Abkürzung OLGA (Oberhausener Landesgartenschau) ist für diese Anlage nach wie vor erhalten geblieben. Damals wie heute ist der Park kein Blüh- und Blumenparadies. Wege führen teilweise alten Bahntrassen folgend durch weite Wiesenflächen, die hier und dort durch alt anscheinende Mauern, Fundamente oder Erdwälle unterbrochen werden. Schwerpunkt dabei war neben Themengärten und viel Freizeitunterhaltung auch die Integration von Fundamenten und Gebäuden der alten Zeche und das Aufzeigen von der Rückgewinnung des Geländes durch die Natur. Viele Landschaftselemente sind allerdings nach den Abrissarbeiten geschaffen worden, so zum Beispiel das große Landschaftsbauwerk im Zentrum mit dem Aussichtsturm, das den Grundriss der alten Kokerei nachbildet. Heute ist das Gelände als öffentliche Grünanlage nutzbar und wird gerne besucht. Viele Elemente der OLGA sind auch heute noch erhalten.

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Blick vom Gasometer Oberhausen auf den OLGA-Park mit dem markanten Gartendom. Im Hintergrund sticht Halde Haniel hervor

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Im OLGA-Park Oberhausen: Aussichtsturm und Skulpturen

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Aussichtsturm auf dem Gelände der alten Kokerei Osterfeld

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Blick vom Turm auf das Parkgelände mit Förderturm und
Kohlenmischhalle "Gartendom"

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Betonformen und Erddämme sollen an die alte Zeche und
Kokerei an Ort und Stelle des Gartens erinnern

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Panoramablick von einem Erddamm in der Nähe des Eingangs im Südwesten

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Betonformen mit Baumgruppen und Büschen

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Blühendes mit Treppen in einer Gänseblümchenwiese

Manch eine Form wie ein Damm lässt sich auch in historischen Luftbildern wiederfinden, viele allerdings auch nicht. Ein Platz in Form eines Oktaeders und auch zwei Spielplätze stellen die Position und das Ausmaß von ehemals genau hier befindlichen Kühltürmen dar. Hervorzuheben ist die Garten- und Sichtachse unweit der Kaue (heute Steigerhaus). Ein etwa 170 m langer Wasserlauf lenkt den Blick direkt auf den nicht weit entfernt stehenden Großen Gasometer jenseits des Rhein-Herne-Kanals und der Emscher, davon zweigt eine zweite Achse mit Blick auf den Förderturm ab. Wellige oder kantige Hügel unterbrechen die Oberfläche abwechslungsreich. Eine etwas unrühmliche Geschichte bildet die ebenfalls in der Grundform eines Oktogons 1982 errichtete Kohlenmischhalle an Ort und Stelle des alten Kraftwerks. Ihr Durchmesser beträgt fast 100 Meter und ist mit ihrem hohen Pyramidendach eine Landmarke. Während der OLGA mit Glasfenstern im Dach als »Gartendom« und kurz darauf noch einmal für die Ausstellung Körperwelten genutzt, liegt das denkmalgeschützte Gebäude seitdem brach und war lange Zeit Opfer von Vandalismus.

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Ehemalige Kaue und "Paul-Reusch-Schacht" (Osterfeld III)

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Wasserspiel auf der Sichtachse zum Großen Gasometer

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Blick von der Sichtachse zum Aussichtsturm auf der Kokerei

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Industriegärten an der Sichtachse

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Wiesen und Bäume im Garten Osterfeld

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Sport- und Spielplatz vor dem Aussichtsturm

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Zurück am Ausgang: Bunte Skulpturen und Birkenwäldchen

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Blühende Wildpflanzen, hinten Förder- und Aussichtsturm im Park

Neben dem eigentlichen Park hatte die OLGA selbst die Funktion, die Stadtviertel Oberhausens miteinander verbinden, die zuvor durch das Zechengelände, die Emscher, den Rhein-Herne-Kanal und die Autobahn A42 voneinander getrennt waren. So setzt sich der damalige Projektbereich auch außerhalb des Kernbereichs auf dem Gelände der Zeche Osterfeld fort bis zum Kaisergarten, zum Gasometer, zu den Randbereichen von Kanal und Fluss Richtung Neue Mitte und erschuf beispielsweise Verbindungen in Form von Brückenbauwerken.

 

Fazit und Tipp des Webmasters: Es ist noch einmal hervorzuheben, dass der Park damals wie heute kein Blumengarten ist, sondern vielmehr ein Landschaftspark mit Erinnerung und Relikten der ursprünglichen Nutzung. Der etwas heruntergekommene Charakter unterstützt dies, polarisiert jedoch womöglich zwischen Abscheu und purer Begeisterung. Er bietet in interessanter Atmosphäre einen besonderen Spaziergang mit Spielmöglichkeiten unweit des Trubels im Einkaufszentrum. Durch die zahlreichen Verbindungen über dem Kanal und die gut ausgebaute Nahverkehrstrasse lässt sich im Bereich der Neuen Mitte in einem außergewöhnlich kleinen Radius ein abwechslungsreicher Besuch für den gesamten Tag gestalten. Kombiniert werden kann dieser vom Garten Osterfeld aus fußläufig oder mit Bus- und Straßenbahn auf kürzester Strecke beispielsweise mit dem Einkaufszentrum CentrO und dem Gasometer, dem Sea Life, dem Kaisergarten mit Schloss Oberhausen, dem Gehölzgarten Ripshorst mit dem Emscher Klärpark, der Brachfläche Vondern samt benachbarter Burg, einem Aufstieg auf die Knappenhalde oder einem Besuch im Gleispark Frintrop. Die sehenswerte Siedlung Eisenheim, die älteste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet, liegt direkt nebenan.

 

Informationen zum Besuch im OLGA-Park (Garten Osterfeld):

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Der Eintritt ist frei und der Park bis in die Dämmerung geöffnet.

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 10 Oberhausen-Sterkrade bzw. Zentrum. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Duisburg links abbiegen auf die B223 Konrad-Adenauer-Allee. An der übernächsten Ausfahrt in Eisenheim (3) abfahren. An der Kreuzung links abbiegen auf die Werthfeldstraße Richtung Osterfeld. Hinter der nächsten Kreuzung befinden sich rechts und links zwei ausgedehnte Parkplätze.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Bottroper Straße, Nähe Kreuzung Werthfeldstraße in 46117 Oberhausen

Geographische Koordinaten:
51°30'00.99"N, 6°52'18.23"E – Eingang Straßenbahnhaltestelle
51°30'00.20"N, 6°52'34.65"E – Eingang Südosten
51°30'10.80"N, 6°52'39.19"E – Eingang an der Kaue

51°30'03.67"N, 6°52'23.60"E – Aussichtsturm
51°30'09.91"N, 6°52'38.48"E – Sichtachse
51°30'11.21"N, 6°52'34.77"E – Paul-Reusch-Schacht
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
352279 m, 5707607 m – Eingang Straßenbahnhaltestelle

352595 m, 5707573 m – Eingang Südosten
352692 m, 5707898 m – Eingang an der Kaue

352385 m, 5707687 m – Aussichtsturm
352596 m, 5707721 m – Sichtachse
352607 m, 5707913 m – Paul-Reusch-Schacht

Anreise mit Bus und Bahn: Mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs bis Oberhausen Hbf. Auf dem Bahnhofsvorplatz links der Beschilderung zum Bahnsteig 1 folgen. Von hier aus fahren alle Straßenbahnen und Busse zur Neuen Mitte. Von der Haltestelle Werthfeldstraße / OLGA-Park führt eine Brücke direkt zu einem Eingang des Parks.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Vom Emscher-Park-Radweg und vom Emscher-Weg sind kurze Abstecher zum OLGA-Park möglich.

Quellen und Weitere Informationen:

OLGA-Park bei der Stadt Oberhausen: www.oberhausen.de
Zeche Osterfeld: www.ruhrzechenaus.de
Route der Industriekultur (Zeche): www.route-industriekultur.ruhr
Geschichte der Zeche Osterfeld: www.osterfeld-westfalen.de
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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr