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Das Dortmunder U

Zentrum für Kunst und Kreativität in der ehemaligen Union-Brauerei • Museum am Ostwall

Mit dem markanten Turm der alten Dortmunder Union-Brauerei steht am Westentor direkt am Wallring ein wichtiger Ankerpunkt der Route der Industriekultur und Zentrum für Kultur und Bildung. Mehrere Museen, Wechsel- und Dauerausstellungen lassen sich im Volksmund sogenannten „U-Turm“ besichtigen. Bis 1994 wurde das Gebäude als Keller-Hochhaus durch eine der zahlreichen Dortmunder Brauereien genutzt, stand danach einige Zeit leer und blühte nach einer grundlegenden Sanierung und Umbauarbeiten im Jahre 2010 zum heutigen Kulturzentrum auf, das unter seinem Dach auf mehreren Etagen verschiedene Dauer- und Wechselausstellungen zu verschiedenen Themen und Techniken beherbergt.

Das folgende Luftbild zeigt das Dortmunder U in der Bildmitte von der Südseite. Eingetragen sind interessante Straßennamen, Parkplatz und U-Bahn-Station am Westentor. Unmittelbar nördlich davon schließt sich der Hauptbahnhof an, rechts oben ist am Rand der untere Teil des Harenberg-City-Centers zu sehen.

Luftbild Dortmunder U

Hintergrund zum Dortmunder U
Bedingt durch die wachsende Nachfrage nach dem neuen, untergärigen und goldgelben Bier und neue technische Möglichkeiten der Kühlung, stieg die Stadt im 20. Jahrhundert zum größten Bierproduzenten auf dem Kontinent auf, was ihr auch den Titel Europas Bierstadt Nr. 1 gab. Nur noch Milwaukee in den USA war weltweit noch größer. Acht namhafte Brauereien produzierten vor allem das Dortmunder Export: Kronen, Ritter, Hansa, DAB (Dortmunder Actien-Brauerei), Bergmann, Stifts, Thier – und Union. Einige Brauereien bildeten durch ihre große Zahl z. B. an der Rheinischen Straße fast ein kleines Stadtviertel. Während in den anderen Städten des Ruhrgebiets vor allem Kohle und Stahl die zwei wichtigsten Säulen der Wirtschaft waren, hatte Dortmund mit dem Bier ein drittes Standbein. Dies führte auch zur schönen Bezeichnung des „Dortmunder Dreiklangs“.

Der Zenit war jedoch mit der zunehmenden Beliebtheit des Pilsener Bieres (Pils) gegen Ende des 20. Jahrhunderts überschritten. Manch einer sagt, in Dortmund wurde ein Trend verschlafen und die Vermarktung vergessen. Der Absatz der Brauereien ging stark zurück, was Schließungen von Brauereien und Übernahmen von Markenrechten zufolge hatte. Fast alle alten Marken, die heute noch namentlich verkauft werden, wie Hövels oder Brinkhoff´s, gehören zur Radeberger-Gruppe. Aus der Thier-Brauerei wurde ein großes Einkaufszentrum, die Thier-Galerie. Mehr durch einen Zufall wurde das Bergmann-Bier wiederbelebt, das in Dortmund heute wieder gebraut und vor allem vor Ort am Hohen Wall (ganz in der Nähe des Dortmunder U) und auf dem Gelände Phoenix-West in der Stehbierhalle ausgeschenkt wird.

Die Union-Brauerei war eine der großen Brauereien in Dortmund. Sie hatte ihren Standort im Nordwesten der Innenstadt am alten Wall und in der Nähe des Bahnhofs. Im Jahr 1927 wurde auf dem Gelände der Brauerei ein Keller-Hochhaus nach kurzer Bauzeit in Betrieb genommen. Architekt dafür war Emil Moog, nach dem ein angrenzender Platz heute benannt ist. Erst 1968 erhielt der Turm das große vierseitige U auf seiner Spitze. Es ist das Wiedererkennungssymbol für die Union-Brauerei, das dem Bauwerk den Namen „Dortmunder U“ oder „U-Turm“ gegeben hat. Es ist seitdem weithin sichtbar, auch in der Nacht, wenn es von innen leuchtet. Im Jahr 1994 wurde der Standort in der Stadtmitte zugunsten einer neuen Anlage in Lütgendortmund aufgegeben. Nach der Jahrtausendwende wurden die meisten Gebäude abgerissen – nur das alte Keller-Hochhaus blieb erhalten. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 wurde das Dortmunder U nach Sanierung und Umbau schrittweise als Kulturzentrum eröffnet. Das Gebäude ist etwa 70 Meter hoch und hat einen trapezförmigen Grundriss. Inzwischen steht es nicht mehr allein auf der zeitweisen Brache. Ringsherum sind Komplexe mit Bürogebäuden und ein Berufskolleg entstanden.

Die folgende Abbildung ist interaktiv und ermöglicht den Vergleich zwischen der Situation Anfang der 1990er Jahre und heute. Damals hatte die Brinkhoffstraße eine andere Anbindung an den Wall, der größtenteils auch Parkmöglichkeiten bot. Die Straßenbahn fuhr in der Kampstraße noch oberirdisch. Mit einem Klick oder Fingertipp auf die Grafik wird das Bild durch ein Luftbild von heute ausgetauscht.

 Historische Ansichten vom Dortmunder U

Heute: Zentrum für Kunst und Kreativität

Auf mehreren Ebenen lassen sich heute verschiedene Wechsel- und Dauerausstellungen besichtigen. Die Verbindung zwischen allen Ebenen ist das schön gestaltete offene Treppenhaus, das vom Erdgeschoss bis kurz unter das Dach reicht. Über Rolltreppen, alternativ auch mit Aufzügen und Treppen kann man zwischen den Etagen wechseln. Schön anzusehen sind die als Video projizierten Fenster an der Wand des Treppenhauses.

Kern der Ausstellungen ist das Museum Ostwall, auch MO abgekürzt. Auf den ersten Blick ist es ein wenig verwunderlich, dass sich das Ostwallmuseum ausgerechnet dort befindet, wo man die die Innenstadt umgebende Wall-Straße auch „Westwall“ (sie heißt hier im Westen tatsächlich allerdings Königswall) nennen könnte. Die Gelegenheit mit dem neuen Kulturzentrum wurde genutzt, das tatsächlich von kurz nach dem Krieg bis 2009 am namensgebenden Ostwall befindliche Kunstmuseum umzusiedeln und den Namen beizubehalten. Am alten Standort ist nun das Baukunstarchiv NRW. In anderen Etagen finden sich überwiegend wechselnde Ausstellungen, die aktuell dem Museumsprogramm bzw. der Internetseite des Dortmunder U zu entnehmen sind. Moderne Kunst trifft Gemälde und Skulpturen einiger alter Meister, auch zeitgenössische Medien wie Video, Audio, 3D-Animationen und mehr. Kunst-Interessierte sollten ein für sie besonders interessantes Thema finden, dagegen wird sicherlich auch die ein oder andere Etage dabei sein, die man nicht so besonders spannend findet. Oder sich sogar fragt, warum gewisse Objekte als „Kunst“ bezeichnet werden. Andere Künstler gleichen dies mit Werken aus, die begeistern, besonders gut aussehen oder deren Bedeutung nachvollziehbar ist. Unterm Strich empfand ich den Besuch als lohnenswert und allein schon wegen der Architektur spannend.

Hinweis: Aus den Wechsel- und Dauerausstellungen auf den verschiedenen Etagen werden an dieser Stelle keine Werke gezeigt.

Dortmunder U in Dortmund

Das Dortmunder U vom Königswall aus gesehen

Dortmunder U in Dortmund

Spitze des Kellerturms mit dem markanten goldenen U

Dortmunder U in Dortmund

Treppenhaus des Dortmunder U

Dortmunder U in Dortmund

Interessante Architektur

Dortmunder U in Dortmund

Ausblick auf die Innenstadt mit Blickrichtung Osten

Eine Pflicht ist der Blick von der Aussichtsplattform in der Nähe des Daches (wenn geöffnet), von der aus der Hauptbahnhof und die Innenstadt von oben betrachtet werden können. Hier kann man die typische Silhouette mit den jüngeren Hochhäusern und den alten Kirchen gut erkennen.

Für mich schönstes Kunstwerk am U-Turm sind die „Fliegenden Bilder“ von Adolf Winkelmann. Zwischen den Betonsäulen auf dem Dach wurden ringsherum und auf zwei Ebenen LED-Bildflächen angebracht, auf denen Videoszenen dargestellt werden. Manchmal haben sie einen aktuellen Bezug, zeigen schwimmende Fische wie in einem Bildschirmschoner oder gurrende Tauben oder ein Bierglas, das schaumig gefüllt wird. Die Bilder sind vor allem in der Dunkelheit auch aus der Entfernung zu sehen, so zum Beispiel auch für die, die den Hauptbahnhof nur mit dem Zug passieren.

Unmittelbar an das Dortmunder U schließt sich die Innenstadt an. Der Hellweg ist heute als Westen- und Ostenhellweg die zentrale Fußgängerzone, über die man zum Markt, Hansaplatz und zur Petri-, Propstei-, Marien- und Reinoldikirche gelangt. Vom Dortmunder U aus Richtung Mitte passiert man auch besagte Thier-Galerie auf dem Gelände der alten Thier-Brauerei.

 

Informationen zum Besuch im Dortmunder U:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Für alle städtischen Museen wie das Museum am Ostwall ist der Eintritt frei. Bei den Wechselausstellungen können Eintrittsgelder anfallen. Es gibt dann Ermäßigungen für Studierende, Schüler*innen, Auszubildende u. a. sowie freien Eintritt für Kinder unter 18 und einige Ausweise wie den Dortmund-Pass. Bitte erfragen Sie dazu die Internetseite des Dortmunder U!

Am Haus sind verschiedene gastronomische Angebote vom Bistro bis zur exklusiven Küche zu finden. Weitere Angebote sind fußläufig in der Umgebung erreichbar.

Im Hause gibt es mehrere Toiletten auch für Menschen mit Gehbehinderung. Dank Aufzügen und Rolltreppen ist das Haus barrierearm zu erkunden. Es gibt ein Leitsystem für blinde Personen.

Anreise mit dem Auto: Auf der B1 als Verlängerung der A40 aus Essen und der A44 aus Unna / A1 bis zur Kreuzung B54 Ruhrallee. Dort Richtung Innenstadt. Hinter der S-Bahn am Stadthaus links auf den Südwall Richtung Stadttheater. Nach 1 km links abbiegen auf die Brinkhoffstraße. Hinter der Rechtskurve links in die Otto-Meinecke-Straße und links ins Parkhaus fahren. Für das Parken entstehen Kosten!

Zieleingabe ins Navigationssystem: Otto-Meinecke-Straße in Dortmund (Parkhaus); Leonie-Reygers-Terrasse (Eingang)

Geographische Koordinaten: 51°30'54.58"N, 7°27'11.95"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 392686 m, 5708249 m

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Anreise mit Bus und Bahn: Mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs bis Dortmund Hbf. Von der Bahnhofshalle am Ausgang Innenstadt rechts halten und dem Königswall auf der rechten Seite folgen. Etwa 400 Meter vorbei am Harenberg-City-Center bis zur Kreuzung Brinkhoffstraße. Dahinter rechts auf den Platz vor dem U und schräg-rechts zum Haupteingang.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Deutsche Fußballroute NRW verläuft direkt am Dortmunder U vorbei. Hier befindet sich der Knotenpunkt 60 des radrevier.ruhr. Am Hauptbahnhof ist das Ende der Radroute am Dortmund-Ems-Kanal.

Kartenmaterial / Literatur: In der rechts dargestellten gedruckten Stadtplänen und Tourenführern ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen.

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Quellen und weitere Informationen:

Offizielle Internetseite des Dortmunder U: www.dortmunder-u.de
Museum Ostwall: www.dortmund.de
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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 10 / 2020
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr