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Emscherweg Teil 3 – Inseltour Recklinghausen – Oberhausen

Mit dem Fahrrad vom Stadthafen Recklinghausen zum Nordsternpark, zur Neuen Mitte und zum Schloss Oberhausen

Über etwas mehr als 80 Kilometer fließt die Emscher von Osten nach Westen quer durch das Ruhrgebiet. Sie entspringt bei Holzwickede im Kreis Unna, ganz im Osten des „Reviers“ gelegen. Dann verläuft sie durch Dortmund und einige weitere Großstädte bis zur Mündung in den Rhein bei Dinslaken. Durch die rasche Industrialisierung und die zahlreichen Kohlezechen stieg der Bedarf an Wasser im Ruhrgebiet zum Ende des 19. Jahrhunderts enorm an. Sauberes Trinkwasser wurde aus den beiden großen Flüssen Ruhr im Süden und Lippe im Norden gewonnen. Das daraus resultierende Abwasser wurde in die Emscher geleitet, was auf den ersten Blick ein gutes System zu sein scheint, um die Hauptflüsse sauber zu halten. Fortan verlief ein offener Schmutzwasserkanal quer durchs Ruhrgebiet. Zur Verhinderung von Hochwasser und für die rasche Ableitung der Fäkalien musste der Fluss eingedeicht werden. Dies lag auch an Bodensenkungen durch den Bergbau. So erhielt das Flussbett eine Betonsohle und hohe Deiche. Schnurgerade durchschnitt der Fluss die Landschaft, stank zum Himmel und war eine ökologische Katastrophe – die Emscher war der dreckigste Fluss Deutschlands, praktisch unbewohnt von Tieren und ein Sinnbild für das heruntergekommene Ruhrgebiet. Man kann sich vorstellen, dass auch die Siedlungsgebiete in Hauptwindrichtung hinter dem Fluss nicht die populärsten und teuersten ihrer Art sind oder waren.

Ein etwa 100 Kilometer langer Radweg führt von der Quelle bis zur Mündung der Emscher. Der Emscherweg macht damit den Wandel von der Kloake zum lebendigen Fluss erlebbar. Die dritte Etappe führt mich nach der ersten Tour von Holzwickede nach Dortmund und der zweiten bis Recklinghausen und Herne bis nach Oberhausen. Immer entlang von Emscher oder Rhein-Herne-Kanal, die nebeneinanderliegend die Emscherinsel bilden, fahren wir durch Herne, Gelsenkirchen, Essen, Bottrop und Oberhausen. Wir sehen alte Zechen, beeindruckende Brückenbauwerke, Halden und viele Sehenswürdigkeiten, die entweder direkt oder durch einen kleinen Abstecher erreichbar sind. Daher werden in diesem Beitrag sehr viele Links zu Beiträgen über bestimmte Orte auf diesen Internetseiten verlinkt. Dort können Sie sich intensiver mit den Orten auseinandersetzen und einen Besuch planen. Die Etappe ist so konzipiert, dass der Rückweg zum Ausgangspunkt komplett und täglich mit dem Zug von Oberhausen nach Herne bewältigt werden kann.

In dieser Etappe führt die Insel-Tour fast parallel zum Emscherweg. Sie konzentriert sich auf die Emscherinsel zwischen Henrichenburg und Oberhausen und erschließt ebenfalls zahlreiche Sehenswürdigkeiten und interessante Orte zwischen Kanal und Fluss.

Karte Emscherweg Recklinghausen-Oberhausen

Beschilderung, Wegebeschaffenheit und Anreise:
Der Emscherweg ist durchgehend beschildert. An wichtigeren Punkten findet man große blaue Schilder mit dem Logo der Route, an den rot-weißen Verkehrsschildern des Radverkehrsnetzes NRW sind kleinere blaue Piktogramme angebracht. Stellenweise ist auch einfach nur dem roten Fahrrad-Piktogramm auf quadratischem weißen Grund mit einer Richtungsangabe in Form eines Pfeils zu folgen. Zusätzlich sind hin und wieder orangefarbene Elemente am Wegesrand zu finden, die sich entlang der nahezu deckungsgleichen Insel-Tour ziehen. Dies können beispielsweise orangefarben angestrichene Zaunpfähle oder Laternenringe an Straßenlaternen sein. Sie sind aber zu selten, um alleine der Navigation zu dienen.

Wichtiger Hinweis: Im Bereich Bottrop war die Beschilderung etwas dürftig. Hier ist diese Streckenbeschreibung zu beachten.

Externer Link Externer Link

Überwiegend ist der Weg eine wassergebundene Oberfläche. Einige Abschnitte sind asphaltiert. Für einige Abschnitte sind überwiegend ruhige Nebenstraßen durch Wohngebiete zu befahren. Zwischen Essen und Bottrop ist eine Straße stärker von Autos befahren, die Radwegführung jedoch gut markiert. Da wir flussabwärts fahren und Wasser selten bergauf fließt, hat die Tour ein leichtes Gesamt-Gefälle von etwa 18 Metern. Es gibt praktisch keine nennenswerten Steigungen außer kurze Damm-Anstiege an Deichen oder Querstraßen mit Brücken. Auch ohne E-Bike ist die Tour daher auch für ungeübte Radler durchaus schaffbar.

Hinweis: In einigen Informationen variieren die Schreibweisen des Weges. Auf dieser Seite wird ausschließlich die Variante ohne Bindestrich und in einem Wort verwendet: Emscherweg.

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführer ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen.

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Anreise zum Ausgangspunkt des Emscherweges (Etappe 3):

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 22 Herne-Baukau. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Oberhausen links abbiegen auf den Westring. Nach 1,5 km hinter der Kanalbrücke rechts abbiegen in die Straße Am Stadthafen. Hier befindet sich ein Parkplatz direkt am Hafen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Am Stadthafen in Recklinghausen

Anreise mit Bus und Bahn: Vom Bahnhof Herne (Knotenpunkt 40) auf dem Radverkehrsnetz bis zum Knotenpunkt 39 und weiter zum Punkt 89 fahren. Alternativ bis Recklinghausen-Süd und von dort der Beschilderung zum Knotenpunkt 41 folgen.

Folgende Berichte zur Komplettbefahrung des Emscherweges sind bisher zu lesen:

► Zur Etappe 1 Holzwickede – Dortmund
► Zur Etappe 2 Dortmund – Herne / Recklinghausen (vorherige Etappe)
► Zur Etappe 4 Oberhausen – Dinslaken (nächste Etappe ) in Vorbereitung

In diesem Teil 3 ist die Emscher deutlich breiter geworden. Bis hier ist der Emscherumbau zum Zeitpunkt der Tour in der zweiten Jahreshälfte 2019 allerdings noch nicht fortgeschritten. Der Fluss ist leider ab hier noch stark kanalisiert und die Sohle betoniert und ab einem bestimmten Punkt, den man als Radfahrer nicht so genau festlegen kann, auch ziemlich übelriechend durch noch immer eingeleitete Abwässer. Ausgeglichen wird dies durch eine hohe Dichte an sehenswerten Orten wie Zechen, Halden, Kunstwerken und vielem anderen, was im Folgenden noch näher vorgestellt wird.

Los geht´s!

Wir beginnen die direkte Fortsetzung unserer letzten Radtour auf dem Emscherweg am Stadthafen Recklinghausen bzw. am Museum Strom und Leben irgendwo zwischen den Knotenpunkten 39 und 89 des Radreviers Ruhr. Der Startpunkt kann allerdings genauso gut am Bahnhof Recklinghausen Süd liegen, denn unser Weg und der vom Bahnhof stoßen am nahegelegenen Knotenpunkt 41 aufeinander.

Die Insel-Tour verläuft am Kanal entlang, der Emscherweg entfernt sich zunächst von der Emscher. Noch ist es nichts mit flussbegleitendem Radweg. Wir passieren am Waldfriedhof die Dreiecksiedlung in POI: Ort von Interesse am Wegesrand Hochlarmark, eine vor allem aus der Luft gesehen markante Siedlung mit Straßenzügen und Häuserfluchten in der Form eines großen Dreiecks. An der Kreuzung mit der Wanner Straße kann man auf dem Emscher-Park-Radweg geradeaus weiter in den Stadtteilpark Hochlarmark mit den verbliebenen Anlagen der Zeche Recklinghausen fahren. Über die schöne Drachenbrücke gelangt man so auch zum Fuße der Halde Hoheward im Landschaftspark Hoheward. Die Halde gehört zu den höchsten im Ruhrgebiet und ist Teil der größten Haldenlandschaft auf dem Kontinent. Auf ihrem Gipfel findet man eine Sonnenuhr und das Horizontobservatorium. Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, wie gut die Aussicht von oben ist – entsprechendes Wetter natürlich vorausgesetzt. Eine Ringpromenade führt mit zahlreichen Aussichts-Balkonen schon auf halber Höhe rings um die Halde und zur Zeche Ewald auf der anderen Seite. Auf dem Weg dorthin passiert man das alte Trainingsbergwerk unter einer kleinen Halde gegenüber vom Friedhof.

Wir fahren aber weiter auf der Straße Im Emscherbruch und passieren die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Halde Hoppenbruch, die ebenfalls Teil des Landschaftsparks Hoheward ist. Auf ihrem Gipfel befindet sich ein Windrad zur Stromerzeugung. Interessant ist die Halde auch für die mit Mountainbikes unter dem Gesäß und Überwindung im Kopf für etwas steilere Auf- und Abfahrten am Haldenhang.

Drachenbrücke Halde Hoheward

Drachenbrücke auf die Halde Hoheward

Halde Hoheward

Oben auf dem Gipfel der Großhalde

Maschinenhalle der Zeche Recklinghausen

Stadtteilpark Hochlarmark mit dem Fördergerüst und der Maschinenhalle der Zeche Recklinghausen

Halde Hoheward

Westhang an der Zeche Ewald

Halde Hoheward

Himmelsstiege Am Handweiser (es gibt auch Rampen)

Halde Hoheward

Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward

Halde Hoppenbruch

Blick von der Halde Hoppenbruch nach Herne

Bald erreichen wir wieder die Emscher. An der Brücke der Wiedehopfstraße können wir, statt dem Weg zu folgen, einen kleinen Abstecher zur alten Zeche Unser Fritz machen. Aus dem Gelände wurde die Künstlerzeche mit Spielplatz und Parkanlage am Kanal.

Am Fuße der Deponie Emscherbruch besteht die Möglichkeit, über einen Verbindungsweg zur Erzbahnschwinge über den Rhein-Herne-Kanal zu gelangen. Dies ist eine sehr interessante Brückenkonstruktion unweit der ZOOM-Erlebniswelt. An der Brücke beginnt der Radweg auf der Erzbahntrasse Richtung Bochum. Sie ist eine von zahlreichen Bahntrassenradwegen im Ruhrgebiet, sehr beliebt und an schönen Wochenendtagen gut befahren. Hier gelangt man bis zur Zeche Hannover, zur Jahrhunderthalle oder zum UNESCO-Welterbe Zollverein.

In der Resser Mark verlassen wir die Emscher wieder, doch danach führt der Weg nun ein Stück dicht am Fluss entlang. Auf der anderen Seite der Emscher, am Kanal, befindet sich etwas verdeckt für uns der Hafen Bismarck. Hier ist in einem alten Zechenhafen ein Yachthafen entstanden und entwickelt sich zu einem kleinen Freizeitziel mit Cafés an der Hafenpromenade. Auch die kleine Brücke über die Hafeneinfahrt ist schön anzusehen und etwas Besonderes. Das ganze Hafengelände und Wohngebiet war einmal die Zeche Graf Bismarck mit einer kleinen Halde und einem Kraftwerk.

Hafen Bismarck in Gelsenkirchen

Hafen Bismarck: Promenade am Hafenbecken

Hafen Bismarck in Gelsenkirchen

Hafengebäude mit Cafés: Stölting Harbor

Hafen Bismarck in Gelsenkirchen

Stölting Marina mit Brücke über der Hafeneinfahrt zum Rhein-Herne-Kanal und Blick zum Emscherbruch

Auf der linken Seite entdecken wir den POI: Ort von Interesse am Wegesrand Kugel-Gasspeicher mit seinem auffallenden Punktmuster wie auf einem Ball. An der Kreuzung mit der Adenauerallee können wir kurz links einen Abstecher machen und dorthin fahren. Zurück auf dem Emscherweg fahren wir hinter dem Deich und an einer Rohrleitung vorbei. Nun begleitet uns auch wieder die Insel-Tour, die sich die letzten Kilometer auf den Kanal konzentriert hat. Der Geruch steigt hier schon kräftig in die Nase und die Sorge wächst, dass er sich in der Kleidung einnisten könnte. Man wird jedoch in ein paar Stunden überrascht sein, dass man ihn gar nicht mehr wahrnimmt. Hinter der großen Straßenbrücke der Kurt-Schumacher-Straße müssen wir am Knotenpunkt 63 aufpassen. Achtung! Geradeaus geht der Weg in den Radweg auf der Hugobahn über. Das ist zwar auch eine sehr schöne Radstrecke, die ich im verlinkten Beitrag näher vorstelle, führt aber leider in eine völlig falsche Richtung. Wir biegen rechts ab, halten uns links und fahren in Südrichtung auf die Sutumer Brücke.

Zum zweiten Mal auf dieser Etappe (ein kurzes Stück war schon – unerwähnt – unterhalb der Deponie Emscherbruch) und der Tour auf dem gesamten Emscherweg überhaupt sind wir jetzt für ein längeres Stück auf der sogenannten „Emscherinsel“ unterwegs. Auf einer Länge von fast 40 Kilometern verlaufen zwischen Castrop-Rauxel und Oberhausen Emscher und Rhein-Herne-Kanal mal mehr und mal weniger dicht parallel zueinander, teilweise nur wenige Meter auseinander. Dies bildet die schmale Zunge, die eigentlich keine Insel ist. Die Nebenstraße, auf der wir nun fahren, führt auf der Emscherinsel am Kanalufer entlang. Auf der anderen Kanalseite ist der Stadthafen Gelsenkirchen zu sehen, der jedoch im Gegensatz zum Hafen Bismarck heute noch industriell und gewerblich genutzt wird und ein Verladehafen ist. Eine Bogenbrücke, die entfernt an die Fehmarnsundbrücke erinnert, überquert auch hier die Hafeneinfahrt. Dahinter quert eine besondere, blaue Hängebrücke den Kanal. Sie ist jedoch nicht befahr- oder begehbar, sondern trägt irgendwelche Rohrleitungen vom einen zum anderen Ufer. Wir kommen langsam zur Schleuse Gelsenkirchen.

Radweg Hugobahn in Gelsenkirchen

Von weitem sichtbar: Kugel-Gasspeicher mit Punktmuster

Radweg Hugobahn in Gelsenkirchen

 

Emscherweg im Ruhrgebiet

Emscherweg parallel zum Fluss und entlang einiger Rohre

Radweg Hugobahn in Gelsenkirchen

Radweg auf der Hugobahn – hier bitte vorher rechts abbiegen!

Emscherweg im Ruhrgebiet

An den Sutumer Brücken. Die Straßenlaterne hat einen orangefarbenen Laternenring, wie in der Einleitung beschrieben

Direkt neben der Schleuse bildet die Emscherinsel einen Hügel. Es ist ein bisschen wenig Masse, um ihn "Berg" zu bezeichnen, und ein bisschen viel, um ihn zu ignorieren. Die sogenannte POI: Ort von Interesse am Wegesrand Wilde Insel erhebt sich unmittelbar an der Gelsenkirchener Schleuse auf eine Höhe von sagenhaften zwölf Metern über der Umgebung (Schleuse: 36 m ü. NN). Der höchste Punkt liegt auf 48,1 Metern über dem Meeresspiegel. Der Hügel ist keine Bergehalde, wie man denken könnte und wie manche Quelle im Internet vermuten lässt, sondern besteht aus Bodenaushub vom Bau des Rhein-Herne-Kanals und der Schleusenanlage. Er wird verziert durch ein äußerst ungewöhnliches Denkmal – den singenden Felsen: Das „Monument for a Forgotten Future“ (engl.: Denkmal für eine vergessene Zukunft) ist die originalgetreue Nachbildung einer im Joshua-Tree-Nationalpark befindlichen Stein-Formation. Der Nationalpark liegt im Süden Kaliforniens unweit von Los Angeles. Der Felsen ist ein besonders interessantes Werk und Teil der Emscherkunst. Anlässlich der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 wurde die Emscherinsel in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Vielerorts sind oder waren Kunstwerke und Aktionen Teil der Emscherkunst, die zum Teil noch heute erhalten sind. Wer die Ohren spitzt, vernimmt ungewöhnliche Klänge von dem Objekt, denn aus seinem Innern erklingt im Sommerhalbjahr eine Symphonie der schottischen Band Mogwai. Wir werden später noch auf weitere Werke der Emscherkunst treffen und haben in den vorherigen Etappen schon einige gesehen. Außerdem bietet die Wilde Insel in der Nähe der Freitreppe einen guten Einblick auf die angrenzende Raffinerie. Von hier ist auch die markante Halde Rungenberg mit den zwei Pyramidengipfeln zu erkennen, zu der ja die Hugobahn führt, der wir vorhin begegnet sind.

Wilde Insel in Gelsenkirchen

Freitreppe auf der "Wilden Insel"

Wilde Insel in Gelsenkirchen

Aussichtspunkt im Norden auf die Raffinerie

Monument for a Forgotten Future

Monument for a Forgotten Future: Fels-Kopie aus Kalifornien

Wilde Insel in Gelsenkirchen

Wegeachsen auf der Wilden Insel

Wilde Insel in Gelsenkirchen

Benachbarte Raffinerie und Rungenberghalde hinten rechts

Wilde Insel in Gelsenkirchen

Weg entlang des Gipfels

 

Anreise zur Wilden Insel:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Die Wilde Insel ist über die Schleuse frei zugänglich. Der Felsen ist ständig zu besichtigen und auch nach Abschluss der Emscherkunst.2010 dauerhaft erhalten. Die Musik ist im Sommerhalbjahr ca. von Mai bis Oktober zu hören – genaue Informationen dazu bietet die Internetseite über die Emscherkunst (siehe unten).

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 16 Gelsenkirchen-Zentrum. Aus allen Richtungen links abbiegen auf die Grothusstraße. Hinter der Sportanlage (linkshändig) rechts abbiegen in die Uferstraße. Hinter der Bahnüberführung an der Ampel links in die Hafenstraße und das Hafengelände befahren. Geradeaus kann bereits das Auto abgestellt werden. Zu Fuß rechts über die Auffahrt zur Schleuse und die Schleuse überqueren. Auf der anderen Seite des Kanals befindet sich der Zugang zur Wilden Insel über die Freitreppe. Zum „Monument for a Forgotten Future“ am Ende der Treppe links abbiegen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: An den Schleusen in Gelsenkirchen

Anreise mit Bus und Bahn: Von Gelsenkirchen Hbf. mit dem Schnellbus SB36 Richtung Schulze-Delitzsch-Straße bis Grimmstraße (eine davor zum Bereitmachen: Kranefeldstraße). Die Fahrtzeit beträgt etwa 13 Minuten. Von der Haltestelle in die Uferstraße laufen und hinter der Bahnbrücke an der Ampel links in die Hafenstraße. Rechts über die Auffahrt zur Schleuse und die Schleuse schräg-links überqueren. Auf der anderen Seite des Kanals befindet sich der Zugang zur Wilden Insel über die Freitreppe. Zum Monument am Ende der Treppe links abbiegen.

Gegenüber dem Zugang zur Wilden Insel queren wir die Schleusenbecken der Gelsenkirchener Schleuse, dessen fehlender Erdboden ja auf dem benachbarten Hügel liegt. Es ist die mittlere von fünf Schleusen zwischen dem Duisburger Hafen und dem Übergang zum Dortmund-Ems- und Wesel-Datteln-Kanal bei Datteln. Die nächste Schleuse Wanne-Eickel haben wir durch den planmäßigen Abstecher des Radweges an der Halde Hoppenbruch leider großzügig umfahren. Mit der Überquerung verlassen wir auch wieder die Emscherinsel, werden aber später wieder darauf zurückkehren.

Wilde Insel in Gelsenkirchen

Schleuse Gelsenkirchen mit Übergang zur Freitreppe (hinten)

Schleuse am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen

Schleusenbecken am Rhein-Herne-Kanal

Ein relativ kurzes Stück fahren wir nun am südlichen Ufer des Rhein-Herne-Kanals vorbei am Verladehafen der Ruhr-Oel und bis zum Knotenpunkt 90. Hier biegen wir links ab in den POI: Ort von Interesse am Wegesrand Nordsternpark. Prinzipiell kann man auch geradeaus weiter fahren und an der Brücke der Nordsternbahn wieder auf den Emscherweg stoßen. Der Vorteil ist die Umfahrung des Nordsternparks, wenn hier vor allem an Wochenenden viel los ist und Fußgänger und Radfahrer vorsichtig Slalom spielen. Der Nachteil ist allerdings ebenfalls die Umfahrung des Nordsternparks, den ich für sehr sehenswert halte.

Der Nordsternpark liegt auf dem Gelände der Zeche Nordstern und ist ein großer Park mit Erholungs- und Spielflächen. Schon bald passieren wir einen Wasserspielplatz. In seinem Zentrum stehen die Fördertürme der Zeche Nordstern mit dem auffälligen Herkules auf der Spitze. Besonderes Bauwerk ist die große Doppelbogenbrücke, die wir sogleich benutzen, um den Kanal zu überqueren. Vorbei am Amphitheater und der Aussichtspyramide queren wir auch wieder die Emscher über eine interessante Fachwerkbrücke und biegen links ab. Die Inseltour hat uns bereits hinter der Doppelbogenbrücke verlassen und folgt bis Welheim lieber dem Kanal. Natürlich kann man den Park noch ein wenig erkunden, in einem Biergarten einkehren oder eine der kleinen Halden im Park erklimmen. Es lohnt, sich hier etwas Zeit zu lassen. Doch wir haben noch ein gutes Stück Strecke vor uns.

Zeche Nordstern in Gelsenkirchen

Fördertürme I und II der Zeche Nordstern mit dem »Herkules«

Doppelbogenbrücke im Nordsternpark Gelsenkirchen

Wahrzeichen: Doppelbogenbrücke über den Rhein-Herne-Kanal

Emscherweg im Ruhrgebiet

 

Kastenfachwerkbrücke im Nordsternpark

Kastenfachwerkbrücke über die Emscher

Emscherpumpwerk im Nordsternpark

Pumpwerk an der Emscher, hinten Herkules-Statue

Auf der rechten Seite liegt das blaue Pumpwerk der Emschergenossenschaft, im Hintergrund ist immer noch dieser Herkules auf dem Turm zu sehen. Hoch über der Emscher folgen wir ihrem Verlauf und begleiten sie nun wieder unmittelbar ein Stück in Richtung Rhein. Zwei Fachwerkbrücken zweigen bald links ab, die zweite davon, die blaue, führt zum Knotenpunkt 61 am Ende des Radweges auf der alten Nordsternbahn. Von hier aus können wir noch einmal sehr bequem zum UNESCO-Welterbe Zollverein, aber auch über weitere Bahntrassenradwege wie die Kray-Wanner Bahn z.B. zur Halde Rheinelbe, zur Erzbahntrasse und letztlich zurück zum Emscherweg am Anfang unserer aktuellen Etappe fahren und damit eine Kreisfahrt machen. Von hier aus ist auch die unmittelbar am Kanal befindliche Schurenbachhalde erreichbar. Kurz hinter der Brücke zur Nordsterntrasse verlassen wir Gelsenkirchen und erreichen Essen, das wir für einen sehr kurzen Abschnitt durchqueren.

Während am Wochenende bei schönem Wetter Besuchermassen den Nordsternpark bevölkern, herrscht hier, nur etwa 500 Meter flussabwärts der Emscher, beschauliche Ruhe. Rechts von uns liegt der kleine Emscherpark Karnap an der nördlichsten Spitze der Stadt Essen, die der gleichnamige Ortsteil bildet. Er erstreckt sich zwischen dem Fluss, einem Sportplatz, einer Kleingartensiedlung und der Straße Lohwiese. Größtenteils besteht er aus Wiesenflächen und schattenspendendem Bewuchs. Hier und dort befinden sich Spielpunkte und Sitzgelegenheiten, zum Teil etwas ramponiert. Eine Skulptur von Raimund Kummer namens Die Schwelle, das von weitem an die Plastiktüren einer Schlachterei oder einer Waschstraße erinnert, steht an erhöhter Position in einer Wiese. Viele Büsche und Bäume, Wiesenflächen sowie ein verzweigtes und geschwungenes Wegenetz prägen den Park. Westlich schließen sich Sportplätze und eine Skateranlage an. In den 1950er Jahren befanden sich hier Wiesen und Felder, mitten darin lag Grüterings Hof. Noch in diesem Jahrzehnt begann die fortschreitende Aufschüttung einer knapp über zehn Meter hohen Bergehalde, die sich von Ost nach West ausdehnte und Jahre später auch den ehemaligen Bauernhof überdeckte. Benannt nach der im Norden begrenzenden Straße heißt sie Halde Lohwiese. Sie beinhaltet neben der nahezu gesamten Fläche des Emscherparks auch die angrenzende Schrebergartensiedlung. Der höchste von zwei Gipfeln liegt auf 44 Metern über dem Meeresspiegel und immer noch im Mittel etwa zehn Meter über der Umgebung. Diesen höchsten Punkt markiert die beschriebene Skulptur, die auf einer kleinen Lichtung inmitten der Büsche und Bäume steht. Passenderweise erfüllt der Park durch die Bäume und die Wiesen in idealer Weise die Namensbedeutung der Halde, ist Loh doch eine alte Bezeichnung für Wald.

Emscherweg im Ruhrgebiet

Emscherweg zwischen Nordsternpark und Emscherpark Karnap

Emscherweg im Ruhrgebiet

Eisenbahnbrücke am Ende der Nordsterntrasse

Emscherweg im Ruhrgebiet

Die Emscher an der alten Eisenbahnbrücke

Emscherpark Karnap

Emscherpark Karnap – Halde Lohwiese

Emscherpark Karnap

Spielgeräte im Emscherpark

Emscherpark Karnap

Skulptur "Die Schwelle" auf der alten Halde

 

Informationen zum Besuch des Emscherparks Karnap (Halde Lohwiese):

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Der Park ist jederzeit frei und offen zugänglich.

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 14 Essen-Altenessen. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Duisburg links abbiegen auf die Heßlerstraße. An der Ampel rechts abbiegen auf die Altenessener Straße (an der U-Bahn). Über den Kanal und die Emscher fahren. An der nächsten Ampel rechts in die Straße Lohwiese. Hier am Rand parken. Zugänge zum Park finden sich entlang der Straße bis etwa zur Kurve.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Lohwiese in Essen

Anreise mit Bus und Bahn: Von Essen Hbf. mit der U11 Richtung Gelsenkirchen Buerer Straße bis Arenbergstraße (eine davor zum Bereitmachen: Heßlerstraße). Von hier am in Fahrtrichtung zurückliegenden Ausgang in die Straße Lohwiese laufen und zwei Häuser hinter dem auf der rechten Seite liegenden Altenheim den ersten Zugang nutzen, im Straßenverlauf liegen weitere Zugänge.

Direkt hinter dem Emscherpark fährt man auf dem Radweg auf eine markante, schwarze Säule zu. Der ca. 14 Meter hohe POI: Ort von Interesse am Wegesrand Carbon Obelisk ist ein weiterer Teil der Emscherkunst und stammt von Rita McBride. Mit dem Werkstoff, aus dem sie besteht, geht sie direkt auf die Kohle ein, die das Ruhrgebiet so geprägt hat. Die Landmarke bildet zusammen mit der „Bramme für das Ruhrgebiet“ auf der Schurenbachhalde und der eben genannten „Schwelle“ im Emscherpark Karnap ein Dreieck. Derartige Obelisken kennen wir aus antiken Beschreibungen und nicht zuletzt aus den Asterix-Comics im Zusammenhang mit Kleopatra und Numerobis.

Leider verlassen wir bald die Emscher für eine Zeit. Es geht rechts ins Hinterland und auf der Straße II. Schockenhecke durch Karnap bis zur Arenbergstraße. POI: Ort von Interesse am Wegesrand Hier links bzw. auf der anderen Seite auf dem Radweg bis zur Kreuzung mit der Braucker Straße, die bereits auf dem Stadtgebiet von Bottrop liegt. Nach (!) Überqueren der POI: Ort von Interesse am Wegesrand großen Kreuzung biegen wir links ab in die Straße In der Welheimer Mark, die zur Kläranlage führt. Zunächst haben wir einen sehr schönen Blick über die Felder zur „Wolkenfabrik“, der Kokerei Prosper, die im Abstand einiger Minuten beim Löschen des Koks dicke Wasserdampfwolken ausstößt.

Der Emscherweg umrundet einen Hügel, den man einige hundert Meter vor dem eigentlichen Abzweig nahe der eierförmigen Faultürme auch erklimmen und überqueren kann. Es bietet sich eine Aussicht auf die Stadt Essen und die Kokerei. Auch der Tetraeder auf der Halde Beckstraße ist durch die Bäume zu sehen. Hinter dem Hügel hat man vom Weg, der sich wieder der Emscher annähert, einen guten und hochgelegenen Überblick auf die Kläranlage Bottrop mit den Belebungs- und Nachklärbecken und den markanten POI: Ort von Interesse am Wegesrand Faultürmen, die die Form von vier großen, silbrig glänzenden Eiern besitzen und nachts blau beleuchtet werden. Es sind bereits nach Deusen die zweiten markanten Eiertürme, die wir sehen. Und auch kurz vor der Mündung bei Dinslaken werden wir in Etappe 4 eine weitere Kläranlage mit dieser Form antreffen. Alle unterscheiden sich in der Anzahl der "Eier". Bottrop hat die meisten. Wir werden zurück zum Fluss geleitet, den wir hoch oben auf dem Deich begleiten. Aber nur sehr kurz, denn bald darauf führt der Weg für eine Umfahrung in ein Wäldchen. Unterhalb des hohen Deiches kommt fast schon Küsten-Feeling auf, wäre da nicht der penetrante Geruch der Emscher, der aber in gar nicht so langer Zeit Geschichte sein wird. Vorbei am Pumpwerk biegt der Weg abermals ins Landesinnere ab, passiert einen Spielplatz und kehrt auf der Parallelstraße zur Emscher zurück. An den orangefarbenen Pfosten und Markierungen an den Straßenlaternen merken wir, dass wir uns auch wieder auf der Insel-Tour befinden. Bis zum Ziel in Oberhausen wird sie nun auf unserer Route verlaufen. Endlich überqueren wir den Fluss wieder und setzen auf der Emscherinsel fort. POI: Ort von Interesse am Wegesrand Vor der Brücke sollte man schon rechts auf den straßenbegleitenden Weg fahren, da es von der Straße keine Abbiegemöglichkeit mehr geben wird.

Carbon Obelisk am Emscherweg

An einer Kreuzung steht der "Carbon Obelisk"

Carbon Obelisk am Emscherweg

Es ist Teil der Emscherkunst und Station der Insel-Tour

Kokerei Prosper in Bottrop

Wolkenfabrik in Aktion: Kokerei Prosper in Bottrop. Hier wird gerade Koks gelöscht, ein typischer Prozess in einer Kokerei

Faulturm-Eier der Kläranlage Bottrop

Die Faultürme in Ei-Form der Kläranlage Bottrop

Spielplatz am Emscherweg

Spielplatz am Wegesrand

Emscherweg in Bottrop

Der Emscherweg verläuft bei Ebel zwischen Autobahn A42 und Emscher. Die orangefarbenen Pfosten markieren die "Insel-Tour"

Kunstwerk Schafe

Kunst am Wegesrand: Eine Schafherde

Emscherweg

Eisenbahnbrücke über die Emscher am BernePark

Wir biegen also rechts ab und fahren zwischen Autobahn und Fluss zügig weiter und sind zurück auf der Emscherinsel. Bis zum Ende der Etappe bleiben wir jetzt links der Emscher. Unter der Autobahnbrücke erblicken wir eine Herde Schafe aus Beton, die hier vor sich hingrast. Das nächste Etappenziel ist der POI: Ort von Interesse am Wegesrand BernePark. Aus der ehemaligen Kläranlage des Bachs Berne wurde 2010 ein ungewöhnlicher Park. Aus dem einen Rundklärbecken wurde ein Goldfischteich, aus dem anderen ein großer Staudengarten. Im Betriebsgebäude kann man Einkehren, in Fässern im Park übernachten. Es gibt hier auch einen Spielplatz. So etwas gibt es auch nur im Ruhrgebiet.

Anreise zum BernePark:

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 12 Bottrop-Süd. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Oberhausen rechts abbiegen auf die Essener Straße, die an der nächsten Ampel in die Borbecker Straße übergeht. Geradeaus fahren, aber links einordnen. An der nächsten Ampel – der Beschilderung zum BernePark folgend – links abbiegen in die Oskarstraße, die an der nächsten Kreuzung übergeht in die Ebelstraße. Direkt hinter der darauffolgenden Berne-Brücke (kleines Flüsschen) liegt rechts ein Parkplatz. Gegenüber auf der anderen Straßenseite ist der Zugang zum Park in Form eines offenen Tores.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Ebelstraße 25a in Bottrop

Anreise mit Bus und Bahn: Von Essen Hbf. mit dem RE 14 Richtung Borken oder der S 9 Richtung Haltern am See oder Bottrop bis Bottrop Hbf. Von dort entweder mit dem Bus der Linie 261 Richtung Bergbaustraße bis Ebelstraße (eine davor zum Bereitmachen: Plankenschemm). Von dort der Ebelstraße geradeaus folgen und die Berne überqueren. Links führt der Zugang zum BernePark durch ein Tor.

Nach einer Stärkung fahren wir weiter. Hinter dem BernePark befindet sich die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Zechensiedlung Prosper I. Neben Resse und Pöppinghausen gehört sie zu den wenigen Wohnsiedlungen überhaupt, die auf der Emscherinsel liegen. Das zugehörige Bergwerk befand sich nicht weit von hier. Allerdings ist nicht so viel davon erhalten, nur noch ein Lokschuppen wird anderweitig genutzt. Drei Halden befanden sich hier einmal, die in der Rubrik „ehemalige Halden“ dokumentiert werden. Wir machen abseits des Emscherweges einen kleinen Abstecher nach links und durch die erste Parallelstraße rechts, die Bergbaustraße, in der noch sehr schöne und einheitliche Zechenhäuser stehen. Am Ende fahren wir einfach wieder rechts und gelangen zurück zum Emscherweg. Nicht immer muss man der vorgegebenen Tour folgen. Ich fotografiere allerdings ungern privat bewohnte Häuser und halte mich mit Aufnahmen daher etwas zurück.

BernePark Bottrop

Theater der Pflanzen, Räumerbrücke und Maschinenhaus

BernePark Bottrop

Altes Maschinenhaus der Kläranlage Bernemündung

Panorama BernePark Bottrop-Ebel

Panoramablick über den BernePark, vom Senkgarten über den Spielplatz, das Maschinenhaus zum Rechen

BernePark Bottrop

Räumerbrücke mit Schild zur Emscherkunst 2013

Emscherweg

Zechenhäuser der Bergbaustraße in Ebel

Emscherweg

Zechensiedlung Prosper I in Bottrop-Ebel

Am Bernepark endet die Berne-Route, die beschildert bis in die Innenstadt von Essen führt und uns ein Stück begleitet. Wir lassen sie jedoch bald rechts liegen und fahren auf dem Emscherweg zum Kanal hinunter. Diesen werden wir bis zum Ende unserer Etappe nicht mehr verlassen. Die eigentliche Emscher, Thema unserer Route, geht dabei leider ein wenig unter. An der Brücke der Essener Straße gibt es die Möglichkeit, auf die nächste thematische Radtour umzuschwenken. Die Wasser-Route führt auf ca. 20 Kilometern Länge quer durch Essen bis zum RuhrtalRadweg und passiert zum Beispiel die einmalige Siedlung Margarethenhöhe.

Parallel zu uns verläuft ein Pilgerweg mit wiederholenden Wegkennzeichen. Wir fahren zügig auf dem Weg am Kanalufer entlang. Auf der anderen Seite befindet sich das Haus Ripshorst mit dem umgebenden Gehölzgarten und Wiesenflächen. Über den POI: Ort von Interesse am Wegesrand Ripshorststeg, eine ungewöhnlich gebogene Brücke, ist das Gelände an den Emscherweg angebunden. Von weitem ist der "Zauberlehrling", der tanzende Strommast und ebenfalls Teil der Emscherkunst, drüben zu sehen. Auf unserer Seite liegt hinter der Emscher die Brache der Zeche Vondern. Hier sind auf dem Brachengelände Kunstwerke wie auch die Emschersäule, der Stufenturm oder der Brachenthron zu finden. Man kann die Brache durchfahren, um zur Burg Vondern zu gelangen.

Ganz schmal ist die Emscherinsel an dieser Stelle. An der Tausendfüßlerbrücke sind Fluss und Kanal nur wenige Meter auseinander, sodass gerade einmal die zwei parallelen Rad- und Fußwege dazwischen passen. Geradeaus ist unser Ziel schon gut zu erkennen, weithin sichtbar ist der Große Gasometer der alten Gutehoffnungshütte. Er dient uns nun als Ziel-Landmarke, der das Ende unserer Etappe kennzeichnet. Fast jedenfalls. Ein kleines bisschen weiter fahren wir doch.

Emscherweg

Von nun an am Ufer des Rhein-Herne-Kanals

Emscherweg

Emscherweg am Kanalufer mit dem Ziel vor Augen

Ripshorstbrücke (Ripshorststeg) über den Rhein-Herne-Kanal

Ripshorstbrücke (Ripshorststeg) über den Rhein-Herne-Kanal Richtung Burg Vondern

Gehölzgarten Ripshorst

Teil des Gehölzgartens um Haus Ripshorst

Emscherkunst 2013 Zauberlehrling

Familie Strommast: Zauberlehrling tanzt aus der Reihe

Stufenturm Brache Vondern

Stufenturm von Hartwig Kompa

Brache Vondern in Oberhausen

Blaues Band über die Brachfläche zur Burg Vondern

Emscherweg

Emschersäule unweit des Ripshorststeges und vor der Brache Vondern

Burg Vondern in Oberhausen

Burg Vondern in Bottrop

Burg Vondern in Oberhausen

Eine Burg wie aus dem Bilderbuch

Emscher Klärpark in Oberhausen (Kläranlage Läppkes Mühlenbach)

Altes Klärbecken der Kläranlage Läppkes Mühlenbach

Emscher Klärpark in Oberhausen (Kläranlage Läppkes Mühlenbach)

Begehbarer Faulturm mit Aussichtsplattform

Auf der anderen Seite erblicken wir die Marina Oberhausen mit dem Sea Life Aquarium und dem Aquapark. Wir könnten die ebenfalls sehr auffällige Tausendfüßlerbrücke nutzen, um zum POI: Ort von Interesse am Wegesrand CentrO, dem bekannten Einkaufszentrum auf dem alten Hüttengelände, zu gelangen. Hier befinden sich neben den beinahe unzähligen Läden in verschiedenen Etagen auch viele Einkehrmöglichkeiten – vom Imbiss in der Coca-Cola-Oase des CentrO bis hin zum bayerischen Gasthaus. Das höchste Bauwerk ist natürlich der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Gasometer, der durch spektakuläre Ausstellungen im Innern der „Tonne“ bekannt wurde. Auch vom Dach aus hat man einen guten Ausblick. Wir passieren den Gasometer auf der anderen Seite des Kanals. Über eine weitere Brücke würde man von hier aus nun zum Garten Osterfeld bzw. dem OLGA-Park kommen, ein ehemaliges Landesgartenschaugelände auf der alten Zeche Osterfeld. Ist man zum ersten Mal hier, weiß man vielleicht gar nicht, wo man anfangen soll mit der Besichtigung. Aber das ist doch vielleicht ein guter Ansatz für die nächste Etappe.

Platz der Guten Hoffnung

Eingang West am »Platz der Guten Hoffnung«

Gasometer Oberhausen

Der Gasometer von Oberhausen

Panorama vom Gasometer Oberhausen

Panoramablick vom Gasometer auf das Herzstück der Neuen Mitte Oberhausens

Schiff am Gasometer auf dem Kanal

Schiff auf dem Rhein-Herne-Kanal vor dem Emscherweg

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Zeche Osterfeld im OLGA-Park

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Blühende Wildpflanzen, hinten Förder- und Aussichtsturm im Park

OLGA-Park in Oberhausen (Garten Osterfeld)

Betonformen und Erddämme sollen an die alte Zeche und
Kokerei an Ort und Stelle des Gartens erinnern

Tausendfüßlerbrücke

Die Tausendfüßlerbrücke über Kanal, Emscher und Autobahn vom Gasometer gesehen. Deutlich erkennbar ist die schmale
"Emscherinsel" zwischen den Gewässern und der Radweg. Auf unserer Tour kommen wir von rechts oben und fahren in die linke untere Ecke.

Tausendfüßlerbrücke und Gasometer in Oberhausen

Tausendfüßlerbrücke mit Gasometer, also Blick in Gegenrichtung

Tausendfüßlerbrücke Oberhausen

Der Herkunft des Namens wird hier deutlich: Tausendfüßler

Gasometer am Rhein-Herne-Kanal und an der Emscher in Oberhausen

Gasometer am frühen Morgen von der Tausendfüßlerbrücke aus gesehen. Links der Rhein-Herne-Kanal, rechts die Emscher

Emscherweg

Verzahnte Stahlfachwerkbrücken

Slinky-Springs-Brücke Oberhausen (Slinky Springs to Fame)

Merkwürdiges Bauwerk über dem Kanal: Slinky-Brücke

Wir unterqueren die Tausendfüßlerbrücke. Man erkennt gut, warum die Brücke ihren Namen trägt – die Fahrbahn ruht auf beinahe unzähligen schmalen Stützen und schlängelt sich über den Rhein-Herne-Kanal, den Radweg, die Emscher und die Autobahn. Auch die nächsten Brücken sind durchaus sehenswert, denn sie verzahnen sich geradezu in ihrem Stahlfachwerk ineinander.

Und ganz besonders ist natürlich die Rehberger Brücke, unser Etappenziel. Nach etwas mehr als 30 Kilometern kommen wir nun (zugegebenermaßen etwas hinter dem Gasometer) an der Brücke an, die bekannter unter dem Namen „Slinky Springs to Fame“ ist. Sie sieht tatsächlich so aus, wie das Kinderspielzeug Slinky, diese Feder, die Treppenstufen hinabsteigen kann. Die Brücke führt auf die andere Kanalseite zum POI: Ort von Interesse am Wegesrand Schloss Oberhausen mit dem Kaisergarten, in dem auch ein kleiner Zoo verborgen ist.

Slinky Springs to Fame in Oberhausen (Rehberger Brücke)

Kehre am Nordende der Brücke mit farbigem Bodenbelag

Slinky Springs to Fame in Oberhausen (Rehberger Brücke)

Slinky Springs to Fame: Brücke am Schloss Oberhausen

Slinky Springs to Fame in Oberhausen (Rehberger Brücke)

 

Schloss Oberhausen

Gepflegter Schlosshof mit dem Kleinen Schloss auf der Westseite

Kaisergarten Oberhausen Kaisergarten Oberhausen

Vom Gehölzgarten am Haus Ripshorst bis zum Schloss waren die letzten Kilometer gefüllt mit Kultur-, Natur- und Architekturbesonderheiten, die man sich alleine hier an einem ganzen Tag anschauen kann. Dies ist nur ein Grund, warum wir die Etappe an dieser Stelle beenden:

► Zum einen erreichen wir von hier aus den Oberhausener Hauptbahnhof sehr gut, um bequem mit dem Regionalexpress oder der S-Bahn zurück nach Herne zum Ausgangspunkt zu gelangen. Es ist die letzte Möglichkeit, dies umsteigefrei zu machen.

► Zum anderen ist dann die nachfolgende, letzte Etappe bis zur Emschermündung so lang, dass man auch sie sehr gut auf einer Tour bewältigen kann.

► Bis hierher hatte die Emscher bis auf die Begradigung ihren ursprünglichen Verlauf. Die nächste Etappe wird sich mit der Umlegung der Emscher beschäftigen, da diese kurz hinter dem Kaisergarten einen Schlenker nach Norden macht, den der Fluss früher nicht besaß. Die Mündung wurde im 20. Jahrhundert zweimal verlegt und der Fluss um etliche Kilometer in seinem Laufweg verlängert.

Anreise Endpunkt Emscherweg 3 (Schloss Oberhausen und Kaisergarten)

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 10 Oberhausen-Zentrum. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Moers rechts abbiegen auf die B223 Konrad-Adenauer-Allee Richtung Stadtmitte / CentrO. Direkt auf die rechte der drei Spuren einordnen. Es wird die Emscher überquert, anschließend hinter der ersten Kreuzung der Kanal. Kurz hinter der Kanalbrücke rechts abbiegen auf den Parkplatz des Schlosses. Achtung: Am Parkscheinautomat ist eine Parkgebühr zu entrichten.

Der Parkraum ist insbesondere an frequentierten Tagen sehr begrenzt! Meist lohnt es sich, für einen Moment zu warten; ansonsten befinden sich weitere Parkplätze im weiteren Verlauf der Bundesstraße Richtung Oberhausen – verbunden mit längerem Fußweg zum Schloss.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Konrad-Adenauer-Allee 46 in Oberhausen.

Anreise mit Bus und Bahn: Mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs nach Oberhausen Hbf. Von dort mit den Bussen der Linien 956 oder 966 Richtung Sterkrade bzw. Goerdelerstraße bis Schloss Oberhausen (eine Station davor – zum Bereitmachen: Technologiezentrum Umweltschutz TZU Oberhausen).

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Emscher-Weg und Emscher-Park-Radweg verlaufen am Nordufer des Rhein-Herne-Kanals direkt am Schloss Oberhausen vorbei und sind durch die Slinky-Springs-Brücke an den Kaisergarten, das Schloss und den Wildpark angeschlossen.

So können wir nach einem beliebigen Abstecher durch den Kaisergarten oder ins CentrO beladen mit Tüten entlang der Konrad-Adenauer-Allee der Straßenbeschilderung folgend auf dem POI: Ort von Interesse am Wegesrand öffentlichen Straßennetz und den Radwegen zum Hauptbahnhof fahren. Von dort aus fahren der RE 3 und eine S-Bahn-Linie nach Herne zurück.

Geographische Koordinaten:
51°33'37.29"N, 7°12'34.73"E – Stadthafen Recklinghausen
51°33'40.52"N, 7°12'28.39"E – Museum Strom und Leben
51°31'50.94"N, 7°03'08.49"E – Monument for a Forgotten Future
51°31'20.46"N, 7°02'13.48"E – Doppelbogenbrücke
51°31'41.63"N, 7°01'54.73"E – Nordsternturm mit Herkulesstatue
51°31'02.17"N, 7°00'52.10"E – Die Schwelle (Emscherpark Karnap)
51°30'13.42"N, 6°56'43.09"E – BernePark
51°29'32.41"N, 6°51'31.36"E – Slinky Springs to Fame
51°29'31.50"N, 6°51'37.28"E – Schloss Oberhausen und Galerie
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
375895 m, 5713660 m – Stadthafen Recklinghausen
375775 m, 5713763 m – Museum Strom und Leben
364905 m, 5710654 m – Monument for a Forgotten Future
363820 m, 5709741 m – Doppelbogenbrücke
363477 m, 5710404 m – Nordsternturm mit Herkulesstatue

362238 m, 5709218 m – Die Schwelle (Emscherpark Karnap)
357396 m, 5707845 m – BernePark
351350 m, 5706750 m – Slinky Springs to Fame
351463 m, 5706719 m – Schloss Oberhausen und Galerie

Quellen und weitere Informationen:

Offizielle Webseite des Emscherweges: www.emscher-weg.de
Emscherkunst / Emscherkunstweg:

www.emscherkunst.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

Auf der Auswahlseite Industriekultur finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden Natur & Landschaft, alte Zechen und Industrieanlagen und andere technische Besonderheiten.

Halden Ausflugsziele

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 12 / 2019
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