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Das Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna

Kultur- und Lichtkunstzentrum in der alten Lindenbrauerei & Alter Westfriedhof

Johann Wolfgang von Goethe hat vermutlich Schuld daran, dass am äußersten Ende der Fußgängerzone in Unna die Worte "Mehr Licht" prangen. Sie sind die überlieferten berühmten letzten Worte des berühmten Dichters. Sie weisen den Weg zu einem der dunkelsten Orte der Stadt, zu den tiefsten Kellern einer alten Brauerei, die ausgerechnet ein Museum zum Thema Licht beherbergen. Genauer gesagt zum Thema Lichtkunst – und zwar in der ersten Ausstellung dieser Art überhaupt. Direkt nebenan findet seit einigen Jahren auf einem alten Friedhof regelmäßig eine Aktion statt, während der die Grabsteine und Denkmäler farbig beleuchtet werden. Die Lindenbrauerei, das Lichtkunstzentrum und der Westfriedhof sind ausführlich Thema in diesem Beitrag.

Im folgenden Luftbild-Ausschnitt aus Unnas Stadtmitte lässt sich die Lage gut erkennen. In der Mitte ist der verschachtelte Gebäudekomplex der Brauerei zwischen Rio-Reiser-Weg, Platz der Kulturen, Nordring und Massener Straße zu erkennen. Die wesentlichen Elemente sind markiert. Daneben schließt sich der Westfriedhof an. Gut zu sehen ist auch die Camera Obscura nördlich der Brauerei. Die Massener Straße führt ab Lindenplatz als Fußgängerzone Richtung Marktplatz und Bahnhof rechts aus dem Luftbild.

Luftbild Lindenbrauerei Unna

Info!Ausführliche Informationen zur Anreise mit Auto, Bus und Bahn oder Fahrrad finden Sie ganz unten auf dieser Seite!


Das Lichtkunstzentrum in der Lindenbrauerei

Hier am heutigen Lindenplatz, direkt neben dem Friedhof, braute man von 1859 bis 1979 das Linden-Bier. In den 70er Jahren fand ein großer Wandel auf dem Bier-Markt statt, in dem viele Brauereien zu größeren zusammengefasst und kleinere geschlossen wurden. Also so ähnlich wie in der Kohle- und Stahlindustrie zu dieser Zeit auch. Hier verlor auch das benachbarte Dortmund den Status als »Europas Bierstadt Nummer Eins«. Nach Schließung der Lindenbrauerei standen die Gebäude und vor allem auch die tiefen Gewölbekeller zunächst leer und konnten vor allem dank einer Bürgerinitiative vor dem Abriss bewahrt und bis heute erhalten werden.

Die inzwischen denkmalgeschützten Anlagen sind mit der Zeit zu einem Gastronomie- und Veranstaltungszentrum gewandelt, 2004 eröffnete hier zusätzlich das Zentrum für Information und Bildung (ZIB). Dieses beinhaltet einen Teil der Volkshochschule, die Stadtbücherei, das Stadtarchiv und eine Tourist-Information. Beim Bau der Gebäude wurden teilweise Bauteile ehemaliger zur Brauerei gehörender Anlagen wie zum Beispiel die Villa integriert. Vor dem ZIB, dessen Haupteingang sich am Linden-Platz bzw. der Massener Straße gegenüber dem Kino befindet, stehen das hohe Sudhaus und das Kesselhaus, die zusammen das wohl bekannteste Fotomotiv der Lindenbrauerei darstellen. Sie beinhalten heute Privatwohnungen, Praxen und Gastronomie. In diesem Gebäude wird heute in Kleinmengen wieder das Linden-Bier gebraut – alle zwei Wochen etwa fünf Hektoliter. Dahinter liegt etwas versteckt das Schalander, benannt nach dem gleichnamigen Schankraum einer Brauerei, wo das Bräu auf der Getränkekarte steht. Das Kühlschiff ist der größte Veranstaltungsraum im Gebäudekomplex der Lindenbrauerei und bietet Platz für bis zu 500 Menschen. Weitere nennenswerte Einrichtungen sind das Gesundheitshaus des Kreises Unna, das Atelier, das Jugendcafé, Lehrwerkstätten sowie die Freiwillige Feuerwehr im ehemaligen Flaschenkeller. [...]

Lindenbrauerei Unna: Sudhaus und Kesselhaus

Die Lindenbrauerei Unna mit Sud- und Kesselhaus

Lindenbrauerei Unna

Gesundheitshaus und Parkhaus

Schornstein der Lindenbrauerei

Einzig verbliebener Schornstein der Brauerei mit Zahlen

Lindenbrauerei Unna

Brauerei-Villa – umgeben von den Neubauten des ZIB

Lindenbrauerei Unna

Alte Backstein-Fassaden der Brauerei

Fibonacci-Folge am Schornstein der Lindenbrauerei in Unna

Fibonacci-Reihe von Mario Merz am Schornstein

Marktplatz von Unna beim Italienischen Fest

Der Schornstein ist mit der blauen Zahlenreihe eine Landmarke

Lindenbrauerei Unna

Mehr Licht: Eingang zum Lichtkunstzentrum und ZIB

Die wichtigste inzwischen weit über Unna bekannte und immer beliebtere Einrichtung der Lindenbrauerei ist von außen nur teilweise sichtbar: Seit 2001 ist im tiefen Keller der Brauerei das zurzeit weltweit einzigartige Museum ausschließlich für Lichtkunst untergebracht.

Das Zentrum für Internationale Lichtkunst oder auch kurz Lichtkunstzentrum lässt sich normalerweise (fast) nur in Führungen besichtigen. Auf diesen Touren erhält man viel Wissenswertes über die Kunstwerke und die Künstler. Die Führungen kann ich uneingeschränkt empfehlen. Sie haben nur zwei Haken: Man darf nicht Fotografieren. Und einfach mal Sitzen und die Werke auf sich wirken zu lassen, funktioniert auch nur begrenzt. Es besteht allerdings die Möglichkeit der freien Besichtigung. Generell am ersten Sonntag im Monat kann jeder Besucher völlig frei und individuell durch das Museum gehen und sich die Zeit nehmen, die er braucht. Und auch Fotografieren ist ausnahmsweise erlaubt (Hinweis beachten!).

Es war einer dieser Sonntage zum Verkriechen unter der Sofadecke. Kalt, nass und grau. Ein Tag, an dem Unternehmungen draußen einfach keinen Spaß machen und Kleidung hinterher einfach nur tropft. Glücklicherweise kann man im Lichtkunstzentrum Unna das graue Einerlei draußen verlassen und in eine bunte Welt unter Tage unabhängig von allen Wettern und Stürmen draußen steigen. Und genau so habe ich es auch gemacht – kurz nach Öffnung um die Mittagszeit, in der Hoffnung, dass sich alle noch im Suppenkoma befinden und es nicht zu voll werden würde. Die Tickets in der Tourist-Information gekauft, durfte ich nun die blau beleuchtete Treppe in die Tiefe hinabsteigen. Der ausgeschilderte Rundgang entspricht weitgehend den Führungen – nur ohne die ausführlichen Informationen zu den Installationen. Schnell wird das Konzept des Museums deutlich: Jeder Künstler konnte einen der alten Brauereikeller für sein Werk nutzen. Und so offenbart sich hinter der nächsten Biegung oder Durchgang eine Überraschung. Zumeist sind es kleine oder große Lichtinstallationen. Mal schön, mal weniger schön. Mal bunt, mal einfarbig. Mal raumfüllend, mal minimalistisch. Mal mit Bewegung, mal statisch. Auch Sie werden ein Werk finden, das Sie besonders beeindruckt und das Sie sich intensiver anschauen möchten und können. Bei mir ist es übrigens der „Tunnel of Tears“, aber dazu später mehr.

Der erste Raum stellt beispielsweise in einer Installation von Joseph Kosuth einen Text von Heinrich Heine in Leuchtbuchstaben tief unten am Boden dar, den man auf einem im Zick-zack verlaufenden, weiter abwärts führenden Steg überquert. Hinter einem weiteren Raum steht man am Boden eines Schachtes, der bis in das ZIB hochreicht. „Ich – im Dialog“ von Jan Van Munster ist neben der Fibonacci-Reihe am Schornstein das einzige Werk des Museums, das man auch ohne das Museum zu besuchen sehen kann – von oben durch eine Glasscheibe im Fußboden. Zum Appetit Anregen. Über einem leuchten wechselnd blaue Buchstaben, die das Wort „Ich“ in zehn Sprachen zeigen. […]

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Hinab in die Keller der Brauerei: Eingang ins Lichtkunstzentrum

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Joseph Kosuth – Die Signatur des Wortes
VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Worte in einem Schacht in mehreren Sprachen wechselnd beleuchtet: Jan Van Munster – Ich [im Dialog] | VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Wechselausstellung im Jahr 2018

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Wechselausstellung im Jahr 2018

Der weitere Gang führt geradeaus bis in den Säulenkeller. Es zweigen rechts und links verschiedene Räume oder weitere Gänge ab, die zum Teil Wechselausstellungen beherbergen. Da sie womöglich kurzfristig wieder durch neue Installationen ausgetauscht werden, gehe ich nicht näher darauf ein. Sie sind aber ein guter Anlass, auch wenn man das Lichtkunstzentrum schon besucht hat, noch einmal wieder zu kommen.

Vor dem Säulenkeller liegt links der „Tunnel of Tears“ von Keith Sonnier. Mein persönlicher Glanzpunkt der Ausstellung. Am Ende eines langgestreckten Raumes befinden sich geformte Neonröhren in rötlichen Farben unter der Decke. Sie bilden den Kontrast zu einem dahinterliegenden Raum, der analog dazu blau beleuchtet ist. Die ganze Installation ist farbenfroh und intensiv und gerade in Bezug auf den sonst leeren, großen Raum sehr beeindruckend. Besonders interessant wird es, wenn etwas Grundwasser durch den Boden eintritt und sich die Neonröhren im Wasser spiegeln. Da es aber vor diesem usseligen Sonntag sehr lange nicht geregnet hat, war zum jetzigen Besuch nicht viel Wasser vorhanden. Es braucht nicht viel tiefgründige Bedeutung und ist damit auch für Kunst-Querschläger wie mich schön anzusehen (und zu fotografieren).

Gegenüber dem „Tunnel of Tears“ führt der Rundgang weiter. Zu mystischen Obertonklängen und Lichteffekten an den alten Kellerwänden und auf dem Boden durch sich langsam bewegende Spiegel lässt sich der „Lotussschatten“ von Rebecca Horn längere Zeit beobachten. Es handelt sich um ein Gebilde aus Kupfer, Glas und Stahl, das an Pflanzen erinnert. Von der Mystik zum Ängstlichen führt der Weg über eine Treppe nach oben. Hier steht man auf der Empore in einem zweigeschossigen Keller, in dem sich Halterungen befinden, die vielleicht große Fässer trugen. Leuchten und an Fäden aufgehängte Figuren, die im Windzug tanzen, erzeugen ein Schattenspiel – eigentlich eine sehr einfache und uralte Technik des Schattentheaters und gerade im Kinderspiel sehr lustig anzusehen. Doch das Werk von Christian Boltansky heißt „Totentanz“ und die Formen erinnern an den Tod, an Alpträume und bewirken eine beängstigende Atmosphäre. Zurück an den Lotusschatten führt der Weg weiter zum „Floater 99“ von James Turrell. Dieser Raum ist schwer zu beschreiben. Man kann ihn nur erleben. Es verschwindet das Gefühl für Raum und Distanzen und vor Augen entsteht ein Nebel. Die Sinneswahrnehmung wird auch im folgenden „Reflektierenden Korridor“ von Olafur Eliasson auf die Probe gestellt. Es geht auf einem Steg zwischen Wasservorhängen durch, die durch rieselndes Wasser von der Decke entstehen. Stroboskoplicht erweckt den Anschein, als würden die Tropfen anhalten und schweben. [...]

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Rebecca Horn – Lotusschatten | VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Details vom "Tunnel of Tears" | VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Lieblings-Szene im Lichtkunstzentrum: Der "Tunnel of Tears" von Keith Sonnier mit großer Farbwirkung | VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Hinterer Teil des "Tunnel of Tears" | VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Christian Boltanski – Totentanz II | VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Alte Glühlampe mit darin spiegelnder Lichtinstallation

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Mischa Kuball – Space-Speech-Speed | VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Die letzte Station bildet der Säulenkeller. Warum er so heißt, lässt sich schnell beim Betreten nachvollziehen. Er wird ab und zu für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Ein Flügel steht bereit, dass ein anderer Künstler in die Tasten haut. Die Wände zieren ebenfalls geschwungene Neonröhren. Und eigentlich wären wir hier nun fertig, müssen aber noch die Installation anschauen, die möglicherweise von vielen Besuchern ohne Führung übersehen wird. Sie versteckt sich auf der Empore in der hinteren Ecke des Säulenkellers hinter einer Tür. Dort ist es, wenn man die Tür hinter sich schließt, stockdunkel – auf den ersten Blick. In dem Raum, der bei näherer Untersuchung verdächtig an das Badezimmer aus dem ersten SAW-Film erinnert, befinden sich teilweise geflieste und am Boden und den Wänden zumeist schwarze Gärbecken. Nur die sicherlich vorgeschriebene Fluchtweg-Beleuchtung über den Türen bildet zunächst einen Lichtschein. In den Becken entdeckt man strahlend weiße Lautsprecher unterschiedlicher Größe, die von verdeckten Schwarzlicht-Lampen angestrahlt werden. Damit verstärkt sich der Kontrast zwischen weiß und schwarz, was dem Kunstwerk „Schlohweiß und Rabenschwarz“ von Christina Kubisch auch sicherlich seinen Namen gibt. Abhängig von der Größe der Lautsprecher vernimmt man Klänge, wie zum Beispiel gluckerndes oder fein plätscherndes Wasser. [...]

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Olafur Eliasson – Der reflektierende Korridor

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Wechselausstellung 2018

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Der "Lotusschatten" von der Empore betrachtet: Licht- und Schatteneffekte auf Boden und Wänden | VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Der Säulenkeller der Lindenbrauerei

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Neonröhren an der hinteren Wand im Säulenkeller

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

Christina Kubisch – Schlohweiß und Rabenschwarz
Gärbecken im UV-Licht mit Lautsprechern

Zentrum für Internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei Unna (Lichtkunstzentrum Unna)

 

Es geht vorbei am „Tunnel of Tears“ – natürlich noch einmal mit einem erneuten Abstecher hinein, da gerade kein anderer Besucher das Motiv verdeckt – zurück und den Schildern „Ausgang“ folgend bis zur blau beleuchteten Treppe bis zur Erdoberfläche. Zurück in die usselige Welt draußen. Es ist wieder nass, kalt und grau. Nach dem ganzen bunten Licht da unten ist es aber schon gar nicht mehr so trist.

Außerhalb des Lichtkunstzentrums steht auf dem Platz der Kulturen ein monumentaler Beton-Kubus, der von Turrell konzipiert wurde. Es handelt sich um eine Camera Obscura, einer überdimensionalen Lochkamera mit dem Titel Third Breath aus dem Jahr 2009. Diese Kamera besteht aus zwei Räumen untereinander, die durch eine Linse verbunden sind. In den oberen, den Skyspace (engl.: Himmelsraum), fällt das Licht durch die offene Decke auf die Linse, die das Abbild der Wolken oder der Sterne spiegelverkehrt in den darunterliegenden Raum projiziert. Insbesondere bei kräftiger Wolkenbildung lassen sich hier bewegt spannende Effekte beobachten. Zweites und einziges draußen sichtbares Objekt neben der Camera Obscura ist der hohe Schornstein der Brauerei. Hier wird mit Leuchtziffern eine mathematische Zahlenreihe gebildet, von der nur wenige Besucher auf dem ersten Blick wissen, was sie bedeuten soll. Es handelt sich dabei um einen Teil der Fibonacci-Reihe, die spätestens durch Dan Browns Buch und Film »Sakrileg – The DaVinci-Code« recht bekannt geworden ist. Dabei wird die Zahlenreihe von unten nach oben höher, wobei sich die Zahlen aus der Addition der beiden darunterstehenden ergeben. Sie sollen an die natürliche Vermehrung und Vergrößerung erinnern. Hier in Unna beginnt die Reihe bei 1, steigt nach oben an und endet beim letztmöglichen Wert unter tausend: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, 377, 610, 987.

Lindenbrauerei Unna

Camera Obscura auf dem »Platz der Kulturen« hinter dem ZIB

Turrell Camera obscura in Unna

Der Betonkubus von James Turrell wirkt wie eine kleine Burg

Und wie hat es uns nun gefallen? Die Kellergewölbe unter der Brauerei sind an sich schon sehr spannend. Mit Licht in Szene gesetzt, macht es Spaß, die verwinkelte Anlage von Raum zu Raum zu erkunden und sich überraschen zu lassen, was es besonderes im nächsten zu entdecken gibt. Vor allem, wenn man die freie Begehung wählt. Sicherlich gibt es wie in jedem anderen Kunstmuseum Werke, die einen persönlich mehr oder auch weniger ansprechen. Fassen wir zusammen, dass ein kleines Faible entweder für Industriekultur oder Lichtkunst oder Begeisterung für „das schöne bunte“ nicht ganz schädlich ist. Wer mehr unterhalten werden möchte, kann ja noch auf der anderen Seite des Lindenplatzes ins Kino gehen.

 

Informationen zum Besuch des Lichtkunstzentrums Unna:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Lichtkunstzentrum ist (mit Ausnahme der freien Besichtigung, siehe folgender Absatz) nur durch eine etwa eineinhalb Stunden dauernde Führung zu besichtigen, die im Eintrittspreis enthalten ist. Die Eintrittskarten können in der Information hinter dem Eingang mit der Drehtür am Lindenplatz gekauft werden – hier befindet sich auch ein kleiner Andenkenladen. Die Führungen finden generell am Nachmittag statt: Di-Fr 13.00, 15.00 und 17.00 Uhr, Sa, So u. Feiertage von 12.00 bis 17.00 Uhr zur vollen Stunde. Jeden 1. Sonntag eines Monats freie Besichtigung ohne Führung von 12.00 bis 17.00 Uhr. Es können Sonderführungen für Gruppen gebucht werden. Für einige besondere Führungen sind Voranmeldungen nötig. Es wird geraten, die Öffnungszeiten vor einem Besuch auf der Internetseite des Lichtkunstzentrums zu prüfen.

Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für dieses Museum entsprechen der hohen Kategorie €€€ (ab 10,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen.

Im Museum selbst ist das Fotografieren generell verboten. Bei den offenen Führungen ist es hingegen ohne Stativ erlaubt (für Veröffentlichung nächsten Absatz beachten!). Es wurden auch Personen bei der Verwendung eines Blitzes ermahnt – aber die Motive wirken meist sowieso viel besser ohne Blitz. Sie sollten also eventuell zuhause im dämmrigen Licht bereits die Einstellungen der Kamera testen und diese im Zweifel in der Dunkelheit blind bedienen können!

Wichtiger Hinweis für Fotografen: Während Fotografieren unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist, verstößt eine ungefragte Veröffentlichung z.B. auf Webseiten oder in sozialen Medien gegen verschiedene Rechte. Für die Präsentation der Fotos auf dieser Internetseite bedurfte es zweierlei Genehmigungen – die vom Zentrum für Internationale Lichtkunst und den Erwerb einer kostenpflichtigen Lizenz für Online-Medien von der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst. Dies betrifft allerdings nur bestimmte Werke, deren Autoren in der VG Bild-Kunst eingetragen sind. Der Download aller Fotos aus dem Museum ist nicht erlaubt. Eine Verwendung bzw. ein Kauf ist ausgeschlossen.

Das Zentrum für Internationale Lichtkunst ist nicht ganz barrierefrei. So lassen sich einzelne Installationen nicht oder nur beschränkt mit einem Rollstuhl besuchen. Der Boden ist in den einzelnen Räumen zum Teil uneben und zudem bei schwacher Beleuchtung nicht immer gut zu erkennen. Gewisse Trittsicherheit ist daher von Vorteil. Die Räume sind meist luftig und hoch. Wer dennoch unter Beklemmung in dunklen geschlossenen Räumen leidet, sollte selbst entscheiden, ob er den Abstieg wagt.

Gesundheitshinweis: Epileptiker sollten auf den Gang durch die Installation „Reflektierender Korridor“ verzichten, da Stroboskoplicht zu Anfällen führen kann. Entsprechende Warnschilder sind allerdings angebracht und es wird sowohl bei Führungen als auch bei der Begehung darauf hingewiesen – aus Versehen kommt man nicht in die Installation und kann diese auch umgehen.

Im ZIB gibt es Toiletten und ein Café. Darüber hinaus finden Besucher im Umkreis der Lindenbrauerei (z.B. Richtung Markt oder am Südring) zahlreiche Restaurants, Bäckereien, Cafés und Eisdielen.

Info!Ausführliche Informationen zur Anreise mit Auto, Bus und Bahn oder Fahrrad finden Sie ganz unten auf dieser Seite!

Quellen und weiterführende Informationen:

Homepage der Lindenbrauerei Unna: www.lindenbrauerei.de
Zentrum für internationale Lichtkunst Unna: www.lichtkunst-unna.de
Route der Industriekultur (Lindenbrauerei):
www.route-industriekultur.ruhr

Der Alte Westfriedhof hinter der Lindenbrauerei

Aktion »Stadtlichter« – Lichtkunst auf dem Gottesacker

Wie stellt man sich eine Brachfläche vor? Normalerweise sind es die vielen Industrie- und Zechenareale, die im Ruhrgebiet zunächst durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen meist durch eine Krise geprägt waren. Am Ende stand meistens die Stilllegung, Gelände und Gebäude wurden schließlich häufig sich selbst überlassen. Immer brachte das Brachestadium Nachteile mit sich, sei es durch die fehlenden Arbeitsplätze, offengelegte Umweltprobleme, vor allem aber auch Vandalismus und Image-Schäden. Vielerorts dauerte es Jahre und viele Ideen und Konzepte, um an diesen Orten etwas neues aufzubauen – diese Internetseite beschreibt viele derartige Anlagen und Gebäude, die auf diese Art und Weise einen Strukturwandel durchlaufen sind.

Eine Stilllegung und Brache der besonderen Art bietet die Hellwegstadt Unna. Direkt hinter der Lindenbrauerei erstreckt sich der alte Westfriedhof. Die Grünanlage blickt auf eine lange Geschichte zurück. Im Jahre 1820 fand das erste Begräbnis statt, danach folgten schrittweise Erweiterungen und Ausgestaltungen zu seiner heutigen Form. Doch der Platz für Gräber in dieser Innenstadtlage wurde schnell knapp, weswegen neue Friedhöfe andernorts angelegt wurden und 1985 die letzte Beisetzung das Ende markierte. In den 1990er Jahren kam das, was kommen musste: der Westfriedhof geriet unter die Räder; Vandalismus, Party- und Drogenszene machten sich breit. Historische Gräber wurden beschädigt und zerstört. Im Jahre 1996 gründete sich daher der bis heute existierende Freundeskreis Westfriedhof, der neben einem bis heute andauernden täglichen Schließdienst zur Verhinderung des Betretens nach der Dämmerung auch die Herrichtung und Pflege einzelner Grabstätten ermöglichte. Heute stellt sich der Westfriedhof als grüne Lunge mit besonderem alten Baumbestand und teils sehr eindrucksvollen Grabanlagen u.a. einiger bekannter Unnaer dar. Alte Grabsteine findet man hier ebenso wie rostige und inzwischen ziemlich schiefstehende Eisenzäune, Denkmalsäulen und Baumalleen.

Die ersten Bilder zeigen einen ersten Rundgang über den Friedhof am Tage. Man ist hier übrigens nie alleine, da die Anlage gerne von Anwohnern, Joggern oder Gassigehern (mit Tüte) genutzt wird. [...]

Westfriedhof Unna bei Tag

 

Westfriedhof Unna bei Tag

 

Westfriedhof Unna bei Tag

 

Westfriedhof Unna bei Tag

 

Westfriedhof Unna bei Tag

 

Westfriedhof Unna bei Tag

 

Westfriedhof Unna bei Tag

 

Westfriedhof Unna bei Tag

 

Westfriedhof Unna bei Tag Westfriedhof Unna bei Tag

Besondere Aufmerksamkeit bekam der Westfriedhof durch eine spannende, wenn auch vielleicht für manche Menschen etwas provokante oder pietätlose Lichtkunst-Aktion. Dabei werden der Westfriedhof und der Platz der Kulturen inzwischen alljährlich für kurze Zeit durch farbige Lichter illuminiert, wobei insbesondere der Friedhof eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlt. Federführend hierbei ist einmal mehr die F&H Kultur & Entertainment GmbH des Unnaers Wolfgang Flammersfeld, die für Aktionen dieser Art im Westfalenpark, Maximilianpark oder Grugapark sowie an Einzelobjekten wie der Dechenhöhle oder dem Schloss Hohenlimburg bekannt ist. Grabstätten, historische Denkmäler und Bäume und auch die Friedhofsmauer wurden bunt beleuchtet und in Szene gesetzt. Immer ergänzten leuchtende Objekte wie Pilze, Schnecken, Pyramiden oder ein hölzerner Zaun mitten auf einer Wiese die künstlerische Vielfalt – bei einer Aktion bildeten zahlreiche von oben angestrahlte Discokugeln im künstlichen Nebel sehr eindrucksvolle Effekte. Entsprechende Geräuschkulissen und der Klang der kleinen, alten Glocke in der Friedhofsmitte oder auch Nebel und im Wind wehende Stoffbahnen untermalten die Aktion immer stimmungsvoll.

Folgende Bilder zeigen einige Eindrücke von der Lichtkunstaktion aus den vergangenen Jahren. Nehmen Sie sich etwas Zeit zum Betrachten, denn hier und dort verstecken sich einige interessante Details. Die Grabmäler, Zäune und Bäume sind kein Kunstwerk, sondern echt und durch farbiges Licht erst in Szene gesetzt worden.

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter Unna

 

Stadtlichter auf dem Westfriedhof Unna

 

Westfriedhof

 

Stadtlichter Unna

 

Lichtkunstaktion Stadtlichter auf dem Westfriedhof in Unna

 

Stadtlichter

 

Lichtkunstinstallation

 

Friedhof

 

Eisenzaun

 

Denkmäler

 

Lichtkunst

 

Stadtlichter Unna

 

Westfriedhof Unna Westfriedhof Unna

Ein Wort zur Technik: Sämtliche Bilder sind bis auf einzelne Dreh- oder Schnittkorrekturen tatsächlich unbearbeitet und nicht manipuliert, um keinen falschen Eindruck der Szenerie zu vermitteln.

Die Fotos wurden meist mit ISO-Werten um +/- 1000 bei 1 bis 3 Sekunden Belichtung und 8er Blende aufgenommen. Ein Stativ war dabei unabdingbar. In keinem der Bilder wurde ein Aufhellungsblitz verwendet. In Einzelfällen diente die mitgenommene Taschenlampe für Sekundenbruchteile für Erhellung des Vordergrundes. Der Effekt aus dem farbenfrohen Bild kommt durch Drehung am Objektiv während der Aufnahme zustande.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Der Friedhof ist tagsüber bis zur Dämmerung frei besuchbar. Die Stadtlichter sind eine einmal im Jahr für wenige Wochen meist im Herbst stattfindende Aktion und kein Dauerzustand. Bitte achten Sie dazu auf Presseberichte oder die Internetseite des Veranstalters www.world-of-lights.eu. Bitte gehen Sie beim Besuch respekt- und pietätvoll mit dem Friedhof um.

Info!Ausführliche Informationen zur Anreise mit Auto, Bus und Bahn oder Fahrrad finden Sie im nächsten Abschnitt.

 

Informationen zur Anreise zu Lindenbrauerei und Westfriedhof:

Anreise mit dem Auto: Auf der A44 bis zur Ausfahrt 53 Unna-Ost, dort auf der B233 (bzw. noch vereinzelt als A443 angegeben) Richtung Unna. Durch den Kreisverkehr zur Bundesstraße 1 (dritte Ausfahrt) und an der Ampel links. Der Beschilderung Richtung Stadtmitte folgend auf den Innenstadtring fahren (weiter siehe nächster Absatz).

Alternativ auf der A1 bis zur Ausfahrt 84 Unna-Zentrum (im Kreuz Dortmund / Unna) und dort aus allen Richtungen links auf die B1 Richtung Unna. An der nächsten Ampel am Hertinger Tor (lange Linksabbiegerspur) links in die Hertingerstraße und nach 500 m rechts auf den Innenstadtring.

Dem Innenstadtring von beiden Varianten aus folgen, am Bahnhof vorbei, durch den Tunnel (hinter der Ampel lansgam links einordnen) bis zur Tankstelle (Beschilderung zur Brauerei). Dort links abbiegen in die Massener Straße und im Parkhaus neben der Brauerei (Hinweisschild: Parkhaus Massener Straße) parken. Die Lindenbrauerei ist durch die braunen Schilder der Route Industriekultur ausgeschildert.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Massener Straße in Unna

Geographische Koordinaten:
51°32'4.47"N, 7°41'8.71"E – Lindenbrauerei
51°32'7.22"N, 7°41'4.37"E – Westfriedhof, Zugang Platz der Kulturen
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
408845 m, 5710093 m – Lindenbrauerei
408763 m, 5710179
m
– Westfriedhof, Zugang Platz der Kulturen

Anreise mit Bus und Bahn: Von Hagen Hbf. oder Hamm mit dem RE 7 oder 13, von Fröndenberg / Ruhr mit der RB 54, von Dortmund Hbf. mit der RB 59 oder S4 bis Unna. Vom Ausgang rechts zum Markt und dann zu Fuß durch die Fußgängerzone (Bahnhofstraße), über den oberen Markt und rechts vor dem Schokoladenhaus und dem Kaufhaus Schnückel in die Massener Straße. Vorbei am Kino zur Brauerei immer geradeaus (ca. 15 Minuten Fußweg).

Ein Zugang zum Friedhof befindet sich auf der Rückseite zwischen Brauerei und Parkhaus am Rio-Reiser-Weg.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Stadtmitte Unnas und mit kleinen Abstechern damit auch die Lindenbrauerei wird durch den Radfernweg Hellweg-Route erschlossen. Außerdem verläuft der Rundkurs Ruhrgebiet hindurch und auch das Netz RadKreis Unna führt zum Ziel.

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 05 / 2018
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr